Hier ist ja auch was länger nichts passiert, also geb ich mal ein kleines Update...
Die beiden haben sich super eingelebt und sind "manchmal schon fast wie normale Katzen", wenn es auf dieser Welt überhaupt "normale Katzen" gibt. ;-) Spaß beiseite, sie haben Vertrauen gefasst und sind nur noch ein bisschen schreckhaft, besonders die Klingel und der Staubsauger sind noch Katzen-Verschwinde-Garanten. Meistens kommen sie aber recht fix wieder aus ihren Verstecken (am liebsten unterm Bett, Walter, der kleine Blindfisch, versteckt sich manchmal aber auch mitten auf dem Esstisch - er weiß ja nicht, dass das eher Präsentierteller als Höhle ist) wieder raus. Auch Gäste sind kein Problem mehr, meistens siegt die Neugier und die beiden müssen erstmal alles ganz ausgiebig abschnüffeln. Anfassen lassen sie sich aber nur von den wenigsten (und eigentlich traut sich das auch nur Walter).
Walter ist fast wie ein kleiner Hund. Er läuft uns von Raum zu Raum hinterher, kommt angaloppiert, sobald man Anstalten macht, sich von der Couch zu erheben, kommt zur Begrüßung an die Tür, wenn wir nach Hause kommen, ganz egal, wie müde er ist (so niedlich, manchmal kann er sich kaum wach halten, kommt aber trotzdem aus seinem Bettchen angetorkelt), lässt sich gern bürsten und schmeißt sich auf den Rücken, um sich den Bauch kraulen zu lassen. Er gibt Köpfchen und manchmal, an besonderen Tagen, klettert er auf meinen Schoß und holt sich ausgiebigsten Streicheleinheiten ab. Walter liebt es, wenn Patrick ihr krault, und wartet auch immer brav ab, bis Patrick beim Nachhausekommen sein Rad verstaut hat, weil er weiß, dass es die schönsten Kraulerchen gibt, wenn dafür zwei Hände zur Verfügung stehen. Seine Blindheit scheint ihn nicht zu beinträchtigen, er rangelt, galoppiert, jagt seinen Bruder, klettert und ist am Napf immer der erste.
Klaus ist noch ein bisschen zurückhaltender als Walter. Er sucht auch stets unsere Nähe, hält aber immer einen ordentlichen Sicherheitsabstand ein. Nichtsdestotrotz hat er inzwischen entdeckt, dass gestreichelt werden eigentlich voll fetzt und er kommt immer öfter an, um sich ein bisschen Kraulerei abzuholen. Erst passierte das ausschließlich, wenn ich morgens im Bad war, da durfte ich mich dann langsam neben ihn setzen und ihn ganz vorsichtig berühren. Erst nur im an mir vorbei-Laufen , dann im Stehen, irgendwann setzte und legte er sch dann sogar neben mich und genoss. Inzwischen schnurrt er auch recht häufig und genießt sichtlich, kommt manchmal sogar zu mir auf die Couch und legt sich zu mir. Allerdings immer nur kurz, so fünf bis zehn Minuten, dann ist was anderes wieder spannender. Patrick darf ihn bisher nur streicheln, wenn er in seinem Körbchen liegt, aber da hat sich auch schon viel getan. Wahnsinn, was diese kleine Seele erlebt haben muss, um so ängstlich zu werden...
Beide werden jetzt seit gut einem Jahr gebarft. Es dauerte eine Weile, aber dann wurde auch auch ihr Herpes deutlich besser - wir waren *auf Holz klopf* im Vergelichzur Anfangszeit ewig nicht beim Tierarzt. Sie bekommen zwar regelmäßig noch ihr Lysin über's Futter, aber damit haben wir es echt gut unter Kontrolle. Und sie sind inzwischen riesig - Walter wiegt 8kg, Klaus 7kg und sie sind nicht dick dabei.
Ich freu mich schon auf den Tag, an dem wir, umringt von Katerchen, zu viert auf der Couch liegen und die beiden wirklich verinnerlicht haben, dass sie von uns nichts zu befürchten haben!