Guten Morgen! ^^
Also ich bin mit Freigänger-Katzen aufgewachsen. Da mein Elternhaus ebenfalls sehr ländlich liegt und lediglich eine kleine und weniger befahrene Straße zwei Felder weiter durch das Dorf führt, hatten wir immer einen guten Überblick über Revier und Streifzüge - wir konnten die Katzen vom Fenster aus beim Jagen auf dem Feld beobachten. Überfahren wurde dabei noch nie eine.
Man muss seinem Freigänger auch ein bisschen vertrauen. Die meisten Katzen sind nicht unvorsichtig, wenn sie raus dürfen: ganz im Gegenteil. Ich habe viele Streuner beobachtet, wie sie am Straßenrand nach links und rechts gucken, bevor sie zum nächsten Feld rüber tänzeln. Nur offene Türen zu Kellern oder Garagen sind gefährlich: da muss man dann die Ohren spitzen, um das klägliche Miauen zu hören. Aber wenn du sowieso Nachbarn hast, die ebenfalls Katzenbesitzer sind, kannst du beruhigt davon ausgehen dass sie sich im Falle des Falls entsprechend gut um einen Findling kümmern.
Ich habe allen meinen Katzen zwei Dinge beigebracht: zum einen auf den Namen zu hören (das funktioniert sowieso relativ flott) und zum anderen habe ich immer mit einem Plastiknapf auf der Terrasse getrommelt - das war das Zeichen zum Futterfassen; und das wiederum habe ich immer um die gleiche Zeit gemacht. So habe ich Ihnen auch beigebracht, wann sie nach Hause kommen sollen. Bei mir hat das durchwegs sehr gut funktioniert und nach und nach konnte ich meine Uhr nach den Katzen stellen - denn wenn du feste Futterzeiten hast, kannst du davon ausgehen dass sie bereit stehen und ihren Anteil fordern ;-)
Der Vorteil daran ist, dass du in der Regel bemerkst wenn etwas nicht stimmt. Soll heißen, dass du dir bis zu einer gewissen Uhrzeit keine Sorgen machen brauchst - und auch ein, zwei oder drei Stunden "zu Spät" kommen sind im Rahmen der Normalität.
Wir hatten einen Kater, der auch gerne mal eine Woche unterwegs war. Der war das Streunern gewohnt, den haben wir auch als Streuner bei uns aufgenommen - irgendwie hat sich da nie jemand ernsthafte Sorgen gemacht, denn er kam ja immer wieder zurück. Und die weiblichen Vertreter gehen in der Regel nie weiter weg, wie ihre Ohren deine Stimme hören können - eine andere von uns macht zum Beispiel nur einen flotten Spaziergang ums Haus, bevor es ihr zu kalt und zu öde wird.
Manchmal gingen unsere Katzen auch zusammen nach draußen, auf die Jagd und aufs Feld - wie eine kleine Kolonie. Schon mal an einen Kumpel gedacht, vielleicht sogar einen Weiblichen der nicht so weit ausbüchsen will? Das ist keine Garantie, aber bei uns hat es von Zeit zu Zeit ganz gut funktioniert. Jackie und Nickie waren so oft beieinander, dass ich damals keine Angst mehr um mein Mädchen haben musste, die ich bis dato nämlich auch nur sehr ungern raus lassen wollte.
Lange Rede, kurzer Sinn: wie im Haus kannst du auch für draußen Regeln aufstellen (Fressenszeit ((ganz wichtig)), Lockrufe) Aber lass deinem Romeo dabei seine Freiheit - ich glaube nicht, dass es einen guten Eindruck auf ihn macht, wenn er spürt wie nervös du jedes Mal bist, wenn er raus darf.
Dass er nicht nach Hause gefunden haben soll, glaube ich nicht - viel mehr haben ihn die neuen Eindrücke erschlagen. ;-) Wir sind ebenfalls stille Beobachter, wenn wir Fellpopos die Freiheit gönnen und schauen ihnen nach so weit es geht - also bis sie beim Nachbarn zwischen den Garagen verschwunden sind. Die ersten Ausflüge sind dabei stets kurz geblieben: 1 oder 2 Stunden höchstens.
Ist dein Kater gechippt oder tättowiert? Das ist auch noch eine Möglichkeit, dich ein bisschen zu beruhigen!
Ich hoffe, ich konnte dir ein wenig die Angst nehmen.
Und toi, toi, toi! Das wird schon ;-)
Aber vergiss nicht: einmal Freigänger, immer Freigänger.
Ich würde ihn nicht zu lange davon abhalten, wieder nach draußen zu gehen.
Liebes Grüßle