ich habe eben über die Aujeszkysche Krankheit mal nachgelesen, vielleicht interessiert es den einen oder andern von Euch, der auch sonst mit Tieren oder bei der Jagd unterwegs ist (Kommt ja nicht gerade selten in Tierforen vor... ;-) )
Virus:
Der Aujeszky Virus (genauer Name: Suides Herpesvirus, SHV-1) gehört zur Familie der Herpesviren (dem Varizella Zoster -Windpocken/Gürtelrose- Virus ähnlich) und teilt mit diesen Viren einige Eigenschaften:
betroffene Tiere:
Nahezu alle Wirbeltiere können den Virus tragen und sterben an Problemen des Nervensystems (Hirnhautentzündung) und des Atmungssystems (Infekt ). Also auch Rinder- Lamm- Nager- und Geflügelfleisch kann infiziert sein. Nur Primaten und Einhufer sind recht geschützt gegen die Infektion.
Verbreitung:
Australien und Kanada sind von der Seuche nicht betroffen. Auch die EG Länder sind durch das Ausrottungsprogramm der letzten Jahre quasi krankheitsfrei geworden. Seit über zehn Jahren findet man nur noch sporadische Fälle dieser Erkrankung - meist bei einzelnen Tieren. In der freien Wildbahn gibt es aber noch grosse Habitate (Wildschwein!) wo sich der Virus hartnäckig hält.
Übertragungsweg und Erkrankung:
- Übertragen wird er durch quasi alles was mit dem Viech zusammenhängt (Blut, Spucke, Sekrete, Milch, im manchen Fällen sogar im Kot und Urin). Bei Fleischfressern wie unseren Samtpfoten erfolgt die Infektion v.a. durch infiziertes Fleisch.
- Das Virus ist also wirklich hochansteckend (über Nasensekret und Speichel!) bei jeder Berührung. Es kann zum Beispiel durch einen Viehtransporter von einem Bestand auf den anderen übertragen werden. In befallenen Stallungen wird deshalb die Desinfektion der Stallung, und für den Besuch die Händedesinfektion und Kleidungswechsel und Desinfektion beim Verlassen empfohlen. Der Tierbestand wird logischerweise gekeult und verbrannt.
- Nicht jedes infizierte Tier muss Symptome aufweisen, etwa 2-3 Wochen nach der Infektion ist jedes Tier jedoch ansteckend (über Nasensekret und Speichel!).
Umweltbeständigkeit des Erregers:
Hinzu kommt, dass das Virus in der Umwelt bei 25°C bis zu 40 Tage überleben kann.
- Bei der Katze führt nach dieser mehrwöchigen Inkubationszeit die Erkrankung mit schlimmen Juckreiz, Fieber, Unruhe, Gleichgewichtsstörung, Speicheln innerhalb weniger Tage (1-3 Tage in der Literatur) zum Tod wegen einer schlimmen Hirnhautentzündung.
Diagnose
über spezielle Blutuntersuchung
Vorsichtsmassnahmen:
- Zum Glück ist das Virus bei Erhitzung über 55°C abgetötet (einfaches Durchkochen des Fleisches genügt).
- Desinfektionsmittel auf Chlor-, Ammonium-, oder Formalinbasis töten es ab.
- Wichtig zu wissen ist dass Alkohole und Phenole und auch Laugen (z.B. Seifen) unwirksam sind, es braucht also besondere Desinfektionsmittel.
Fazit für uns Katzenbesitzer also wäre um die Ansteckung auszuschliessen
- Fleisch, und zwar nicht nur Schweinefleisch, muss gekocht sein (und zwar durchgekocht, nicht "medium"!). Ausnahme: Australisches Fleisch.
- Kein Wildbret an Haustiere füttern. Kein Wild im gleichen Haus schlachten.
- Kein Schwein ungekocht füttern oder Schweinefleisch vermeiden.
- Die Arbeitsfläche und die Hände nach Futterfleischzubereitung mit einem speziellen Desinfektionsmittel reinigen, die Kleidung nicht mit der Katze in Berührung kommen. (Händewaschen und Reinigung der Arbeitsplatte mit Spüli nach Schweinefleischzubereitung genügt NICHT!)
- Nach Tierkontakt (z.B. auf dem Bauernhof oder bei Jagd oder bei Schweinefleischzubereitung) sollte ebenfalls die Kleidung (inclusive Schuhe!) gewechselt und die Hände mit einem geeigneten Desinfiziens behandelt werden. (Alkohol und Laugen gehen nicht, es braucht spezielle Mittel!)