Also - ich versuch mal zusammen zu fassen:
1) Leukose ist eine Viruserkrankung die von Katze zu Katze übertragen wird durch direkten Kontakt durch Speichelaustausch - sprich: durch gegenseitiges Putzen, durch benutzen desselben Freßnapfes usw. Leukosemütter stecken ihre Kinder zwingen im Mutterleib an. Das Virus ist außerhalb der Katze komplett instabil und stirbt sofort ab. Eine Übertragung durch einen Zaun dürfte somit sehr selten bis unmöglich sein, aber zusammenlebende Katzen stecken sich im laufe der Zeit in der Regel an. Es gibt aber auch Fälle wo keine Ansteckung stattfindet, wenn die Katzen trotz zusammenlebens sich aus dem Weg gehen. Bei der Haltung von eine Leukosekatzen muß man deshalb keine angst haben, daß man andere Katzen gefährdet, so lange die Katzen nur nicht in ungesicherten Freigang kommen. Man kann auch ohne angst haben zu müßen jemanden mit Leukosekatzen zu Hause besuchen bzw. jemand der leukosekatzen hat kann ohne Angst andere katzenhalter besuchen. Eine Übertragung über Schuhe oder kleidung ist nicht möglich.
2)
Die Ansteckung durchläuft mehrere Stadien.
a) Direkt nach der Ansteckung kann eine Katze das virus noch besiegen - dann wäre der erste Test positiv und der 2. negativ.
b) Aber ab einem bestimmten Punkt (nämlich dann, wenn das virus das Rückenmark erreicht hat), dann gibt es kein zurück mehr, die Katze hat Leukose - ist aber noch nicht erkrankt,sondern nur Ausscheider(!!). Sie sollte zwecks Ansteckungsgefahr nur mit anderen Leukosekatzen zusammengehalten werden. Positive Katzen können noch viele Jahre damit leben. Die Leukosekitten die ich hier hatte sind mt 3 Monaten das erste mal positiv getestet worden und sind jetzt 2 Jahre alt - die Krankheit ist nach wie vor nicht ausgebrochen, ihnen geht es gut, sie sind - bis auf den positiven Test - kerngesund.
c) Es gibt aber noch einen anderen - ganz fiesen Fall: das ist der, wenn das Virus sich ins Rückenmark zurückgezogen hat und keine Ausschwemmung mehr ins Blut stattfindet. Dann hat man wie in Fall a) erst einen positiven und später einen negativen test und die Katze ist dann auch in der zeit nicht mehr ansteckend, kann es aber jederzeit wieder werden(!) - nämlich dann, wenn das virus erneut vom Rückenmark ins Blut ausgeschwemmt wird.
Eine erwachsene Katze kann sich genauso anstecken wie eine jüngere. Der Gedanke, daß erwachsene Katzen "immun" sind kommt daher, daß man davon ausgeht, daß eine erwachsene Freigängerkatze irgendwann in ihrem Leben schonmal Kontakt mit Leukose hatte und somit "von der Natur geimpft" ist. Aber erstmal weiß man das natürlich nie und dann ist es natürlich immer eine Frage des Immunsystems des Tieres, wie gut es ist und wie lange diese "natürliche Impfung" vorhält. Darauf verlassen würde ich mich deshalb nicht.
3) Nachweismöglichkeiten:
es gibt den Schnelltest, den Antigen-Labortest und die PCR-Methode.
Der Schnelltest entspricht vom Testverfahren dem Labortest nur halt statt im Labor per Stick gemacht. Beide Testen das Virus direkt und nicht die Abwehrreaktion, deshalb werden auch geimpfte Katzen trotz Impfung negativ getestet. An sich ist der Test recht sicher - Fehler kann man natürlich trotzdem nicht 100 % ausschließen, deshalb - und um Variante 2 a) erkennen zu können - sollte man immer nochmal nachtesten lassen.
Der PCR ist der genaueste Nachweis, da er auch geringste Bestandteile erkennt - allerdings ist er nicht als reiner Nachweis geeignet, sondern immer nur als Bestätigung des anderen Testverfahrens.
Das Problem was man hat, weswegen es trotz aller Testmöglichkeiten zu falsch negativen Testergebnissen kommen kann liegt in 2 Punkten:
erstmal in Variante 2 c) - und dann darin, daß ein bereits an Leukose erkranktes Tier - also nach Ausbruch - oftmals nur noch wenig eigene Blutkörper hat, an die das Virus andocken kann, da es ja bereits fast alle Blutkörperchen zerstört hat. Und somit sind im Blut auch kaum noch Virusbestandteile vorhanden - der Test testet dann somit negativ, weil er ja auf das virus testet, das aber nur noch unter der Nachweisgrenze vorhanden ist.
Das kann man dann daran erkennen, daß es dem Tier schlecht geht, das Blutbild viel zu wenig Blutkörper aufweist und der Test aber trotzdem negativ anzeigt (wie bei Singhas keks). In diesen Fällen gibt es aber für das Tier keine Hoffnung mehr - eine einmal ausgebrochene Leukose ist nicht mehr umkehrbar. Man kann noch versuchen das unvermeidliche um ein paar Tage oder Wochen hinauszuschieben, aber mehr wird man nicht mehr schaffen.
4) Impfung:
Die Leukoseimpfung ist an sich recht sicher, aber keine 100% Garantie, bei starkem Infektionsdruck. sprich: sie bewirkt, daß das Tier was mit dem Virus in kontakt gekommen ist nur zu Fall 2a) wird und es die Leukose besiegen kann. Bei dauernder "Beschallung" mit dem Virus schafft auch das beste Immunsystem es irgendwann nicht mehr und bricht ein - trotz Impfung. Die Impfung an sich ist nicht ohne und steht im Verdacht Sarkome auszulösen - deshalb sollte man immer abwägen, ob eine Impfung sinnvoll ist. Wenn eine Katze einem hohen Ansteckungsrisiko ausgesetzt ist würde ich persönlich jedoch immer impfen - die Wahrscheinlichkeit, daß sich eine Katze ansteckt ist höher als daß sie ein Sarkom bekommt...
Eine positive Katze sollte wenn möglich nicht geimpft werden. Es gibt da allerdings 2 Meinungen - die eine sagt: wenn doch, dann verläuft die Impfung nur ins Leere, die andere sagt, daß es zum Ausbruch der Leukose führen kann.
Verhalten bei positivem Test:
das positiv geteste Tier sollte wenn möglich aus der Gruppe genommen werden um eine weitere Ansteckung zu vermeiden. Die anderen Tiere sollten getestet werden und bei negativem Test würde ich zu einer Impfung raten - ob das sinnvoll ist oder nicht muß allerdings jeder für sich entscheiden. Alle Tiere sollten jedoch nochmal nachgetestet werden um das erste Ergebnis zu bestätigen bzw. die verschiedenen Stadien mit berücksichtigt zu haben.
Zu karlchen direkt:
Ein Leukose positive Katze ist in erster Linie erstmal nur positiv und ansonsten nicht krank. Ihr Immunsystem ist allerdings schwächer als normal und somit fangen sie sich auch schneller mal andere Krankheiten ein und man sollte mit Kortison und anderen Mitteln sehr vorsichtig sein, die das Immunsystem noch weiter schwächen, da es sonst zum Ausbruch kommen kann.
Wenn Karlchen jetzt krank ist, dann kann es 2 Möglichkeiten geben:
1) die Leukose ist am ausbrechen und die symptome sind die ersten für den beginnenden Ausbruch. Zu Anfang muß es sich nicht gleich in typischen symptomen äußern, sondern es kann irgendwas anderes sein, einfach, weil der Körper so mit dem Virus beschäftigt ist, daß irgendwas anderes zusammenbricht. Das merkt man dann daran, daß sich unspezifische Krankheiten häufen.
2) oder die Krankheit hat überhaupt gar nichts mit der Leukose zu tun. Eine Leukose positive Katze kann völlig unabhängig von der Leukose natürlich jede andere Krankheit auch bekommen oder entwickeln.
Da die Leukozytenwerte völlig ok sind, sollte meiner Meinung nach für die Ursachenforschung jetzt das Thema Leukose erstmal außen vor gelassen werden und ganz normal weiter gesucht werden, wo das herkommt. Erst, wenn weitere Probleme oder Symptome hinzu bzw. hinterherkommen, dann wird man wohl leider von einem Ausbruch reden müßen - aber bis dahin sollte da ganz normal rangegangen werden - denn Leukose positiv sein heißt ja noch lange nicht auch Leukose haben! Einem Aidskranken verweigert man ja auch nicht weitere Diagnostik, nur weil er eben positiv ist. Deswegen kann er trotzdem Diabetes oder Herzkrank oder sonstwas sein bzw. werden, ohne, daß es was mit dem Aids zu tun haben muß.