Am Anfang, wenn man noch kein soo gutes Gespür dafür hat, sollte man schon genau schauen und nicht zu viel pi mal Daumen machen. Aber ich wiege nicht auf 0,01mg genau ein. Berufsbedingt (ich bin Chemielaborantin und wiege jeden Tag auf der Arbeit noch ganz andere Dinge ein) kann ich dir sagen, dass allein die Genauigkeit einer Waage, auch wenn sie 0,01mg anzeigen KANN, zu wünschen übrig lässt. Dafür müsste sie zugluftfrei stehen, frei von Erschütterungen des Fussbodens auf einem extra Wägetisch, man dürfte das kalibriergewicht nicht mit der Hand anfassen, etc.
Man soll jetzt halt nicht 10g zuviel von irgendwas reinkippen, aber das halt nicht übertreiben mit der Genauigkeit.
Letztlich ist dein Rezept ja auch nur graue Theorie. Denn wer weiss denn schon, ob in DEINEM Rind nicht das Fleisch gerade mehr von x und weniger von y enthält? Der Kalki und letztlich jede Datenbank geht ja nur von theoretischen Durchschnittsgehalten aus.
Jedes Futtertier ist anders, dick, dünn, alt, jung, muskulös, fett, etc. Wenn du also nicht mal richtig genau für DEIN Stück Rind weisst, ob da 10 mg Phosphor drin sind oder 30, dann brauchst du das Supplement auch nicht auf 0,01mg genau einwiegen.
Darum ist ja auch die Abwechslung zwischen den Fleischsorten sowohl innerhalb eines Futtertieres (zB mal Kopf, mal Hüfte, etc) und auch zwischen den Futtertieren, Supplementen und auch Rezeptgrundlagen (andere Kalkis, Grundrezepte etc) so wichtig. Es gibt weder DEN EINEN Bedarfswert, den dein Tier hat, noch DEN Gehalt den dein Futtertier hat. Man hofft halt durch die Abwechslung, dass sich auf Dauer alles irgendwie ausgleicht.
Aber mal davon abgesehen: Ein Hersteller von Dosenfutter wechselt auch nicht zwischen den Rezepten und Bedarfswerten, sondern macht die Dose immer gleich.