Es ist mir ausgesprochen peinlich

gestern abend binsch im Sessel mit Mieze auf mir drauf doch wirklich einfach eingeschlafen

und dann war mein Text weg.
Hier kommt der versprochene Teil, heute schreibe ich im Verlauf noch so viele Teile wie ich schaffe - damit Ihr zufrieden seid ;-)
Aaalso, nachdem meine beiden Angstkätzchen sich seelisch-moralisch erholten und ich sie weiterhin gut päppelte, wurde Tiffany -trotz ihres schrecklichen Aussehens, weil der Kopf, die Ohren und die Seiten darunter mittlerweile großflächig kahl waren- gesundheitlich stabil. Sie kratzte nichts mehr blutig, sie war op-fähig - also wurde Termin gemacht.
Gleich drei große OP's standen an: Ohrenpolypen entfernen, sehr aufwändig und schwierig, komplette Zahnsanierung, Kastration.
Die o. g. Reihenfolge war vom Doc in ihren Dringlichkeitsstufen so festgelegt. Da Tiffany das Haus sowieso nicht freiwillig verließ, sah niemand ein Problem darin, als nach den ersten beiden OP's die Kastra nicht möglich war. Ich mußte zwar damit rechnen, daß sie rollig würde, aber das ließ sich ja handeln.
Sie bekam eine dreimonatige Narkose-Pause auferlegt, erholte sich von den Eingriffen und wurde weiterhin hingebungsvoll von mir gepflegt.
Das Vertrauensverhältnis wurde trotz der zu Hause täglich anstehenden Behandlungen langsam immer besser. Tiffany blühte förmlich auf in ihrem neuen Leben, mit einer kleinen Freundin, all den anderen netten Miezen und schloß eine Freundschaft nach der anderen.
Sehr gerne lag sie dann auch Po-an-Po mit jemand Kätzischem auf dem Sofa, abends natürlich stundenlang in meinem Arm, was mir langsam gesundheitliche Problem mit genau diesem bescherte ;-)
Der Winter war ja leider extrem lang und hart, unglaublich kalt, bei uns lag den ganzen März noch dicke, geschlossene Schneedecke und es schneite immer wieder. In diesem Winter ließ sich feststellen, wieviele Miezen tatsächlich auf so ein Sofa passen :mrgreen: die halbe Mannschaft lag drauf versammelt, die Katzenbettchen wurden zu zweit genutzt, oder auch mal zu dritt, alle Hocker und Sessel waren nicht nur mit künstlichem Schaffell, sondern auch echtem Katzenfell drapiert.

Jeden Abend mußte ich den Kampf um meinen Sessel neu führen, um dann sofort nach dem Platz nehmen von drei Fellchen "belegt" zu sein.
Tiffany hatte sich hervorragend in diese doch wirklich große Gruppe integriert. Whitney taute zusehends auf. Das Leben war wieder schön :-D
Dann kam der 8. April. Dieser Tag sollte so einiges verändern. :shock:
Ich war von früh bis spät bei Gericht. Die Hunde draußen, die Miezen machten, was sie wollten.
Offensichtlich war meiner kleinen Hündin irgendwann langweilig, jedenfalls zerstörte sie die hintere Katzenklappe (sie quetscht sich da gerne durch, um ins Haus zu kommen). In diesem Fall war sie wohl schon drin gewesen, denn die abgebrochene Klappe lag draußen vor der Türe, als ich heim kam.
Tiffany, die die Katzenklappe nur nutzte, wenn sie hochgebunden war (sie konnte es nicht ertragen, mit ihren geschädigten Ohren durch die Klappe zu schlüpfen), war bis dato reine Hauskatze gewesen und nutzte nur hin und wieder mal das Freigehege.
Alle kamen heim und wurden gefüttert, doch Tiffany konnte ich nirgendwo finden :-( Hab das ganze Haus abgesucht, bin mit der Leiter auf den Spitzboden - meine Tiffany blieb verschwunden :-(
Am nächsten Morgen war klar: sie ist nicht im Haus versteckt, sie ist irgendwo draußen. Bloß wo???
Also ging die Suche los. Tag wie Nacht, überall herumgefahren. Die Nachbarn alle abgeklappert. Zettel im Dorf aufgehängt. Vermißtenmeldung bei TASSO & Co.
Die Sorge wurde immer größer, ich konnte nachts nicht schlafen, war dann also draußen mit Scheinwerfer unterwegs - doch ich fand sie nicht.
Ich fühlte ganz sicher, daß sie noch lebte. Und war mir auch sicher, daß sie heim wollte und nur nicht konnte. Was mein Nervenkostüm natürlich noch löchriger werden ließ.
Nach fünf Tagen, am Freitagabend gegen 21.30 Uhr, spazierte sie um die Hausecke, schlüpfte durch die Katzenklappe hinein und begrüßte mich gründlich. Sie sah komisch aus, verfleckt, so gelb und grünlich, roch wie ein alter Keller, so richtig nach modrigem Gewölbe und Schimmel - igitt.
Aber sie war unversehrt wieder daheim! DAS war alles was zählte! Keine Verletzungen, bissel mager, aber das holte sie schnell wieder auf.
1. Weg war an die Wasserschüssel, 2. Weg an die Futterschüssel. Dritter Weg auf meinen Schoß. Da blieb sie, stinkend wie sie war, erstmal liegen. Am nächsten Tag begann sie sich ausführlich zu putzen und wurde wieder sauber.
Es war ein Rückschritt, was ihre Ängste betraf. Sie verweigerte sogar das Freigehege. Folgte mir wie ein Schatten oder verbrachte Stunden auf der Couch oder auch auf dem Bett. Ich war einfach nur glücklich, sie wiederzuhaben. Dann kam die Schönwetterperiode im April: sie ging mit mir raus auf die Veranda, in den Garten, sogar bis zu den Pferden (diese leben auf dem hinteren Teil des Grundstückes), aber niemals blieb sie draußen, wenn ich Richtung Haus ging. Wie ein Hündchen war sie immer dabei, mein kleiner Schatten.
Wir gehen jeden Morgen spazieren, da ging sie nie mit. Doch auf einmal traute sie sich. Die Freude war groß, die ganze Katzenbande, die Hunde, alle gingen sie jeden Morgen mit mir mit, die Pferde auf der Koppel besuchen. Es wurde gespielt, gerannt, getobt. Die Bäume wurden erklommen, sie eiferten sich gegenseitig nach, wer am schnellsten und am höchsten usw. kam - na, wie richtige Katzen halt. Und Tiffany machte mit! In ihr Gesichtchen kam ein lebhafter Zug, man erkannte Lebensfreude, sie wurde zusehends lockerer - es war wirklich traumhaft, mit anschauen zu dürfen, wie dieses einstmals völlig fertige und gequälte Kätzchen auflebte. Oft weinte ich vor Freude, daß es ihr so gut ging.
Die Ohren wurden erstaunlich schnell besser. Das Fell begann, dicht und seidig nachzuwachsen. Der gesamte Fellzustand überhaupt hatte sich von Oktober bis April ganz unglaublich verbessert.
Dann kam die Regenzeit. Mensch und Katz mummelten sich wieder ein, waren viel im Haus. Mir erschien noch immer alles normal, mit Freude stellte ich fest, daß Tiffany ordentlich zugelegt hatte. Sie wurde immer anhänglicher, immer schmusiger, erzählte mir sehr viel. Quatschte mir förmlich die Ohren voll, den lieben langen Tag :mrgreen:
püüühhh..... nachher gehts weiter ....