ich versuche mich mal im Raten und denke mir dass klein Tiffany so schön zulegt, weil sie etwas in sich trägt:?::?::?:
Tatsächlich stellte sich im Mai heraus, daß es genauso war, wie Du vermutet hast. Der absolute Super-GAU für einen
Tierschutz'ler wie mich - jahrelang zig Katzen zwecks Kastra gefangen, 2 Wildchen-Futterstellen betrieben - und ausgerechnet MIR passiert es, daß eine Mieze trächtig wird


Ich wollte in Grund und Boden versinken. War nervlich völlig am Ende, wußte nicht, was tun!??
Abtreibung der Kitten ohne medizinische Notwendigkeit? Für mich ethisch nicht zu vertreten, bin zwar
Tierschutz'ler, aber keine von der Hardcore-Fraktion, die bis in die letzte Woche der Geburt hinein noch eiskalt kastrieren lassen.
Schliesslich war Tiffany in gutem gesundheitlichen Zustand, wohlgenährt, zahm. Außer der Tatsache, daß es sowieso schon genug Katzen und Katzenelend auf dieser Welt gibt, gab es keinen anderen Grund, die Trächtigkeit in der zweiten Hälfte zu unterbrechen.
Hab DREI Tierärzte zu Rate gezogen. Zwei lehnten rundweg ab. Dann rief ich beim TSV an, für den ich die ganzen Jahre das Wildchen-Projekt hier durchgezogen hab. Auch sie sahen keine Notwendigkeit, plädierten dafür, die Mieze austragen zu lassen. Dann einige Freundinnen aus dem
Tierschutz befragt. Keine wußte eine Antwort, wir standen alle wie der Ochs vor'm Berg.
Ein
Tierarzt erklärte sich bereit, eine Abtreibung vorzunehmen. Ich mußte eine Woche lang nachdenken, hab gegrübelt, die Nächte wach gelegen, mir alle Konsequenzen ausgemalt.
Letzten Endes entschied ich mich dafür, Tiffany werfen zu lassen. Da sie bereits einmal einen Wurf hatte, von dem niemand weiß, was mit den Kleinchen geschah (bestimmt sind sie draußen eingegangen :sad

, hier alle Voraussetzungen für eine gesicherte Geburt und Aufzucht gegeben sind, das
Tierheim mir versicherte, die Kleinchen zu übernehmen, wenn sie alt genug sind, wagte ich es.
Jahrelang habe ich mich der Handaufzucht von Wegwerf-Kitten angenommen, habe um jedes kleine Leben gekämpft wie eine Löwin - und diese Kleinen sollte ich töten lassen? Nur weil sie noch im Bauch und noch nicht lebensfähig waren?
All die Babymiezen, die ich mit der Hand aufzog, waren zu dem Zeitpunkt des Ankommens hier auch nicht lebensfähig, teils schon dem Tode näher als dem Leben. Und ich habe in all den Jahren fast alle durchbekommen, die nun glückliche, erwachsene, gesunde Katzen sind!
Dies alles zur Erklärung, weshalb ich diese Entscheidung traf. Ich stellte mich der Verantwortung, die ich mit der Aufnahme von Tiffany übernommen hatte, und entschied FÜR das Leben.
Und das war goldrichtig! Tiffany blühte mit jedem weiteren Schwangerschaftstag auf, wurde endlich "richtig" zahm, d. h. ich konnte sie auch streicheln, wenn sie sich nicht auf meinem Schoß befand - was ja vorher unmöglich war. Durch die ausgetragene Schwangerschaft wurde aus dieser scheuen, ängstlichen, häufig nicht berührbaren Katze ein zahmes, zugängliches Tierchen, welches sich rufen läßt (und auch kommt!), welches langsam begann, in sich zu ruhen, ihr ganzes Wesen veränderte sich nochmal ins Positive.
Dann wurde es natürlich spannend, weil der Decktermin ja irgendwo zwischen dem besagten Montag und Freitag liegen mußte. Also rechnete ich und zählte, sagte alle Termine und Besuche ab Anfang Juni ab, verschob die Besuche von Freundinnen, die sich von weiter weg hier mit Übernachtung angekündigt hatten.
Das Meiste hatte ich sowieso da. Bestellte aber frische, hochwertige Aufzuchtmilch u noch ein paar andere Utensilien. Voller Vorfreude, die dann langsam auch endlich ihren Raum bekam, Kittenfutter - so wie werdende Mama's schon Klamotten für's Baby kaufen - und neue Bettchen und Höhlen. Die neue Familie sollte alles neu und rein bekommen, um die Infektionsgefahr zu minimieren.
Baute eine Wurfhöhle und noch eine, wurden auch beide gerne angenommen - aber von ALLEN :mrgreen: inkl. dem kleinen Hund. Shit, also eine dritte gebaut und diese auf den Trockner oben drauf gestellt, damit sie rein blieb.
So wurden die vergehenden Tage immer spannender. Die Wochen gingen ins Land, Tiffany's Bäuchlein wurde immer runder. Sie fraß Unmengen, zwar keine große Portionen, aber im 2, 3-Std.-Rythmus, so daß sie am Ende des Tages mindestens doppelt so viel wie die anderen vertilgt hatte.
Wann immer ich mich hinsetzte, war sie da; wollte kuscheln, schmusen, schlafen. Schnurren, treteln, mich vollsabbern, schenkte mir große Mengen ihres Fellchens, von dem sie ja nun reichlich hatte, damit auch ich nicht frieren mußte :mrgreen:
Der Juni begann, es wurde immer spannender... Nachdem das WE 8./9.Juni vergangen war, stieg die Nervosität ins Unermeßliche - ich hoffte auf Geburtstagsbabies (am 10.), aber auch dieser Tag verging.
Am 11.6. abends wurde sie auf einmal ganz unruhig, maunzte stundenlang, lief hin und her, suchte Verstecke. Trotzdem - ab Mitternacht war wieder Ruhe, es geschah nichts mehr, sie kuschelte sich in meinen Arm und dort schlief sie friedlich bis zum nächsten Morgen.
Der Vormittag verging wie immer. Aber dann....
Nächster Teil folgt in Kürze :mrgreen: