Doch klar steht der drauf, muss ja.
Nein, der muss nicht draufstehen und steht auch nur bei wenigen Futtersorten drauf.
Um noch auf die ursprüngliche Frage zu antworten:
Als ich noch Nassfutter gefüttert habe, da hab ich auf folgende Dinge geachtet:
- kein Zucker, kein Karamell, keine Farb-, Aroma-, Konservierungs-, EG-Zusatzstoffe
- insgesamt höchstens 5% pflanzlicher Anteil, dieser muss genau deklariert sein (also nicht bloß "Getreide" ohne nähere Angaben)
- keine pflanzlichen Nebenerzeugnisse (das ist ausnahmslos Müll)
- kein Soja
- tierischer Anteil möglichst klar deklariert - also nicht nur als "Fleisch und tierische Nebenerzeugnisse, davon X% Y", sondern Muskelfleischanteil, Art und Menge der Nebenerzeugnisse genau angegeben. Oder wenigstens die Zusatzinformation, dass nur Fleisch und Innereien in Lebensmittelqualität verwendet werden. (Dabei muss man genau auf die Formulierung achten: "Erzeugnisse
von lebensmitteltauglichen Tieren" ist ne Selbstverständlichkeit, weil gesetzlich vorgeschrieben. Das ist auch der Grund, warum es kein Katzenfutter der Geschmacksrichtung Maus gibt, denn Maus ist kein Lebensmittel für den Menschen.)
- mindestens 10% Rohproteingehalt
- mindestens 5% Fettgehalt
Es gibt noch ein paar Feinheiten (wegen denen ich mich schlussendlich auch zum Barfen, also Futter-Selber-Machen entschlossen habe), aber mit diesen Kriterien ist man schon halbwegs auf der sicheren Seite.
Dieses "kein Zucker, kein Getreide"-Mantra ist genauso einfach wie falsch.
Zucker hat im Katzenfutter tatsächlich überhaupt nix verloren - aber nicht weil er den Katzen schaden würde (das tut er in den geringen Mengen sicher nicht), sondern weil das Vorhandensein von Zucker im Futter anzeigt, dass es dem Hersteller mehr um Optik und Verkäuflichkeit geht als darum, ob das Zeug auch wirklich was für Katzen taugt.
Getreide in geringen Mengen schadet ebenfalls nix, außer katz ist allergisch dagegen. Zur Vorbeugung von Allergien ist es ganz sinnvoll, kein glutenhaltiges Getreide (vor allem Weizen und Mais) sowie kein Soja zu verfüttern, weil das bei Katzen die Allergieauslöser Nr. 1 sind. Und wie schon geschrieben, der Anteil im Futter sollte nicht höher als etwa 5% sein. Aber diese pauschale Getreide-Verteufelung, die man hier im Forum immer wieder liest, hat keine faktische Grundlage.
Ach ja und
Und was ist eigentlich rohfaser und rohasche genau?
Rohfaser bezeichnet den Anteil unverdaulicher Kohlenhydrate im Futter - grob gesagt sind das Ballaststoffe, die sättigen und den Darm anregen, aber keine Nährstoffe liefern.
Rohasche ist das, was übrigbleibt, wenn das Futter vollständig verbrannt wird, also die anorganischen Bestandteile. Grob gesagt ist das der Mineralstoffanteil. Ein hoher Rohaschewert zeigt, dass viele anorganische Stoffe enthalten sind, was speziell bei älteren Katzen nierenbelastend wirken kann.