Mal ne Frage sunshinkath: Wenn Du soviel Zeit, Liebe und Aufwand in einen Pflegling investierst, ist es dann nicht sehr schwer, die Mieze wieder abzugeben? Ich stell mir das nicht so einfach vor.
nicht wenn ich sicherstellen kann, dass sie in das passende Zuhause kommen. Mein Bauch muss ja schreien, sonst gebe ich sie nicht raus. Das ist auch etwas das während meiner Vereinszeit schwer zu realisieren war, denn ein "Bauchgefühl" ist für viele Menschen keine Argumentationsgrundlage und schon gar kein Grund einem Interessenten abzusagen.
Ich habe oft für meine Pflegis bis aufs Blut gekämpft und meistens Glück gehabt, dass ich sie so vermitteln konnte, wie ich wollte. Nur in 2 Fällen ist es mir leider nciht gelungen, weil die Tiere nicht in meinem Besitz waren und ich so keine Handhabe hatte. Leider. Das war hart, aber auch damit musste ich lernen klar zu kommen. Aber es tut schon weh.
Was mir auch wichtig ist,ist dass die neuen Besitzer zumindestens offen sind für einen Kontakt nach der Vermittlung. Ich lasse die Leute meistens in Ruhe, aber würde die Ehemaligen schon gerne nach ein paar Monaten nochmal sehen. Wenn das alles kein Problem ist, dann kann ich definitiv loslassen, weil ich dann auch sehe, wie gut sich die Tiere dort eingelebt haben und dass es ihnen gut geht, denn ich weiss ja, dass ich sie nicht alle behalten kann, ich würde ihnen nicht mehr gerecht werden also suche ich ihnen lieber ein schönes Zuhause in dem sie glücklich werden. Habe ja bei meinen dreien schon manchmal Probleme die Bedürfnisse zu befriedigen.
Ich sehe meine Pflegestellenarbeit als Zwischenstation. Mir ist von Anfang an bewusst, dass ich sozusagen das Mittel zum Zweck bin und das ist ok und hindert mich nicth daran mich auf die Tiere voll und ganz einzulassen. Im Gegenteil, ich weiss ganz genau, dass sie ohne die Zwischenstation bei mir vielleicht ein ganz anderes Schicksal erleiden würden, also nehme ich das in Kauf. Ich bin glaube ich sehr zielorientiert, denn sie sollen ja die bestmöglichen Voraussetzungen haben ein neues Zuhause zu finden, in dem dann nicht nur die Tiere glücklich sind sondern auch ihre Besitzer. Es ist einfach auch schön zu sehen wie die neuen Besitzer glücklich sind mit ihren Tieren und ihren Spass mit ihnen haben. Wenn ich das geschafft habe, dann habe ich meinen Job gut gemacht.
Ich habe jetzt schön öfters Interessenten gehabt, die vorher immer nur Bauernhofkatzen hatten und dadurch, dass diese oft meist vernachlässigt werden in jederlei Hinsicht prägt sie das fürs ganze Leben und als sie dann von mir eine Katze aufgenommen haben, war das wie eine andere Welt, weil sie keine unbeschwerte Kitten kennen. Es macht unheimlich viel aus, welche Kinderstube ein Katzenkind hat und wie es aufwächst.
Mit erwachsenen Katzen arbeite ich ja eigentlich nicht, aber ich schätze sie sehr und wollte jetzt im Winter, da ja Saisonauszeit für trächtige Mutterkatzen ist, ein paar Notfällen auch ein Dach über den Kopf geben. Es ist anders und etwas intensiver noch als mit den Katzenfamilien und - kindern.
Also um die Frage kurz zu beantworten: nein, es sei denn die neuen Besitzer wollen gar keinen Kontakt mehr, das macht mir schon was aus, aber ansonsten nicht. :mrgreen: Ich gebe gerne, weil da einfach viel zu geben ist. Und die Tiere geben mir auch etwas zurück. Sie sind oft sehr dankbar. Es ist ein gegenseitiges Geben und Nehmen.