So ihr Lieben, dann will ich mich mal wieder melden. Ein paar von euch haben ja schon gehört, was sich in der Zwischenzeit bei mir wieder alles getan hat (es gibt doch tatsächlich Foris, die mich sofort vermissen, wenn ich mich mal eine zeitlang hier nicht melde :mrgreen

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Alles fing damit an, dass die Schokobärchen ausgezogen sind und die liebe sunshinekath sich dachte, jetzt kann ich auch mal Bekannte besuchen fahren, da das Haus ja nicht mehr voller Pflegis ist. Als ich dort zu Besuch war (eine Stadt weiter weg von Trier) und morgens ins Bad ging, sah ich auf dem Dach des Hauses meiner Bekannten ein Katzenbaby, das nach seiner Mutter schrie. Diese sass ungefähr 10 Meter von dem Baby entfernt auf der Mauer zum angrenzenden Haus. Ich stand da in diesem Badezimmer (1.Stock) und beobachtete das ganze Sezenario und kam mir irgendwie vor wie im falschen Film. Dann kamen auf einmal noch zwei grosse, dicke, potente Kater, wohlgenährt. Sie schienen ein Zuhause zu haben.
Ich rief sofort meine Bekannten an und erzählte das Erlebte. Diese blieben ganz locker und erzählten mir, dass die Mutterkatze vor Wochen schon das Kleine unter dem Dach untergebracht habe und jeden Tage käme um es auf dem Dach zu säugen. :shock::shock::shock: Spätestens da fiel mir dann die Kinnlade runter, weil das alles mit so einer Selbstverständlichkeit erzählt wurde. Meine erste Reaktion war natürlich: Und was ist jetzt mit der Mutter? Sie muss kastriert werden! Tja und da wurden dann alle möglichen Ausflüchte gefunden: sie gehöre dem Nachbarn, da möchte man sich nicht einmischen, warum soll ich die Kastra bezahlen, ist doch nicht mein Tier. Ich muss dazu sagen, meine Bekannten haben keine Haustiere und sind nicht so tierschutzbegeistert wie ich. Gefüttert haben sie die Katze auch nicht und wollten das auch in Zukunft nicht tun. :-?
Also stand ich da und dachte mir: und nun? Ich wollte am nächsten Tag wieder nach Hause fahren, aber ich konnte doch nicht alles so lassen wie es ist! Meinen Bekannten war irgendwie nicht klar, dass sie in absehbarer Zeit, die nächsten Katzenbabies unterm Dach sitzen haben bei den ganzen potenten Kater, die inmitten der Mutterkatze da rumgelaufen sind. Also fing ich an mir den Mund fusselig zu reden und hatte einen ersten Erfolg. Ich durfte die Nachbarn fragen, ob es ihre Katze sei und wenn nicht dann ggf. weitere Schritte einleiten. Also klingelte ich dort und fragte nach, aber man sagte mir, die Katze gehöre ihnen nicht, ihre Katze hat auch grad zwei Junge bekommen, aber die wohnt im Haus. Nun ja, das Kastrieren von Hauskatzen scheint in der Gegend eher unüblich zu sein!
Jedenfalls war das mein Stichwort, jetzt brauchte ich nur noch das ok, dass ich mich kümmern darf. Meine Bekannte sagten zu, schliesslich wollten sie ja mit alledem ncihts zu tun haben und wenn die Katze weg ist, umso besser. Ein Problem weniger! Also rief ich den nächsten Tierschutzverein an und brabbelte was von Mutterkatze, unterm Dach, Katzenbaby, Kastration, Pflegestelle etc. Es hat ein wenig gedauert bis wir uns verständigen konnten, aber so richtig wussten die erst nicht, was ich von ihnen wollte, schliesslich wollte ich ihnen ja zwei Katzen auf die Augen drücken. Schlussendlich sind in einem Punkt einer Meinung gewesen: Die Mutterkatze muss schnellstens kastriert werden. Da es schon spät war, brauchte ich doch noch die Lebendfalle. Ich hatte dem Verein angeboten mich darum zu kümmern, weil vor Ort sonst niemand in Frage käme. Mir war in dem Moment auch völlig egal, dass ich eigentlich überhaupt keine Ahnung davon hatte und sowas ja noch nie gemacht hatte.
Also holte spät abends noch bei dem Verein eine riesenschwere Metall-Lebendfalle ab, die mein Bekannter und ich dann aufs Dach brachten und aufstellten. Wir gingen schlafen und eine Stunde später sassen Mutter und Baby in der Falle. Ich bin übers Badezimmerfenster aufs Dach geklettert und hab die Falle abgedeckt, denn sie mussten ja noch bis zum nächsten Morgen darin ausharren. Ich war schon ein bisschen stolz auf mich wegen meinem ersten Fang :mrgreen:
Am nächsten Morgen rief ich dann gleich den Verein an und erzählte von meinem Erfolg. Da die Mutter sehr panisch und wild wirkte, schlug ich vor, sie jetzt zum Kastrieren zu bringen und dann wieder zurück zu setzen und das Kleine auf eine Pflegestelle. Was ich zu dem Zeitpunkt leider nicht wusste, war, dass der Verein absolut keine Kapazitäten hatte, sich um die beiden zu kümmern. Die Frau, Vorsitzende vom Verein, hatte selber 60 Katzen in ihrem Haus!!!!! :shock::shock::shock: Sie winkte ab als es ums Zwischenparken oder Kastrieren ging. So schnell bekäme sie jetzt keinen Termin, die Tierärzte hier seien nicht kooperativ. Ich hatte am Vorabend im Gespräch dann auch noch den Fehler gemacht zu erwähnen, dass ich Pflegestelle für trächtige Mutterkatzen bin. Tja, und dann fing sie an mir zu erklären, dass die beiden doch bestens bei mir aufgehoben wären. Meine Versuche, sie vor Ort zu lassen, waren zwecklos, die Frau liess sich nicht bequatschen. Nun hatte ich sie aber schon in der Falle, also blieben mir nur zwei Möglichkeiten: entweder ich nehme sie mit oder ich lass sie wieder (unkastriert) laufen. Letzteres erschien mir so unsinnig, das ich mich dann notgedrungen für ersteres entschied. Der Verein half mir noch die beiden von der Lebendfalle in eine Transportbox umzuboxen und so machten wir uns auf den Weg nach Trier. :-?
Ich hatte ein komisches Gefühl im Magen, da die Mutter sehr scheu und ängstlich war und ich sie gar nicht einschätzen konnte. Normalerweise nehme ich ja nur umgängliche Mutterkatzen auf, für wilde ist das Pflegezimmer auch nicht geeignet. Auf der Fahrt nach Trier versuchte ich dann die neue Ärztin zu erreichen, die die Frühkastrationen macht, erklärte ihr die Situation und bat um einen umgehenden Kastrationstermin. Abends konnte sie sie leider nicht mehr aufnehmen, also durfte ich am nächsten Morgen um 7 Uhr vorbeikommen: Kastration der Mutter und Erstbehandlung der beiden, d.h. Entwurmung, Entflohung, allgemeiner Check und
FIV/
FelV-Test.
Das bedeutete gleichzeitig, dass cih sie die Nacht in der Küche parken musste. Da sie ja den ganzen Tag nichts zu fressen hatten, habe ich ihnen abends dann noch was reingestellt. Das war ein Fehler, denn sie haben über Nacht gekotet und uriniert und das war schier unmöglich für die Mutter. Sie hat es irgendwie geschafft die Transportbox zu öffnen und spazierte mitten in der Nacht mit dem Kleinen in der Küche umher. :shock: Sie stiessen irgendwelche Sachen um, davon wurde ich dann wach. Ich verbrachte dann die halbe Nacht damit, die beiden wieder einzufangen, um sie morgens um 7 Uhr dann zum Tierarzt zu bringen. Danach war ich erstmal fix und alle. :-?
Als ich sie wieder abholte, meinte die Tierärztin die beiden seien wild. Nun war ich ratlos. Was sollte ich denn mit zwei wilden Katzen machen?????? :shock: Zudem erklärte sie mir, dass die Mutter wieder trächtig war und 7 Kitten im Leibe trug, die nun natürlich nicht mehr existieren, da sie ihr die Gebärmutter ganz rausgenommen hätten. Puuuuh….Danach musste ich erstmal tief Luft holen. Ich fuhr nach Hause und entschied mich, erstmal die Mutter in dem Gehege in der Küche unterzubringen, das ich eigentlich kurz vorher abbauen wollte, aber durch meine Ausflug verschoben hatte. Das Kleine brachte ich in dem Transportkäfig im Pflegezimmer unter und fing an es zu zähmen. Für mich war das ja komplett Neuland so ein 9-Wochen altes Katzenbaby vor mir zu haben, das mich anfaucht und anspuckt, weil es die Menschenhand einfach nicht kennt. Anscheinend hab ich in meiner Unerfahrenheit alles direkt richtig gemacht, denn keine 48h später sass es auf meinem Schoss, schnurrte am laufenden Band und wollte nicht mehr weg. Oder vielleicht waren sie ja doch nicht so wild wie angepriesen? Ich finde das schwierig einzuschätzen, vor allem, weil ich mit solchen Katzen bisher gar nichts zu tun hatte.
Ich fing an herum zu telefonieren und mit Tierschützern zu sprechen, die mehr Erfahrung haben in dieser Hinsicht als ich. Dies endete damit, dass die eine Hälfte mir riet, die Katze wieder nach der Kastra zurück zu setzen und die andere genau das Gegenteil, sie auf keinen Fall wieder zurück zu setzen. Das Problem ist wirklich, dass sie dort keine Aussichten hätte. Sie war völlig abgemagert, das Kleine war auch nur Haut und Knochen, ich konnte jede einzelne Rippe spüren. Ich vermute, dass sie mehr Junge hatte, aber zu wenig Nahrung, so dass nur das eine überlebt hat, das Stärkste von allen bzw. sie nur dieses in Sicherheit gebracht hat. Das Problem ist auch, dass die Katzen dort praktisch auf den Dächern gelebt haben, da es mitten in der Stadt war, kein Grün, kein Garnichts, nur Häuser, Strassen und Innenhöfe. Ich hatte ihr die Tage mal ein Küken hingelegt um zu schauen, ob sie sowas frisst. Sie hat es nicht angerührt. Die Uelzener Katze hatte das Küken innerhalb von einer Stunde verputzt, aber bei der wusste ich auch, dass sie sich ihr Fressen selber fängt. Ich weiss nicht, wovon diese Mutter hier sich bisher ernährt hat, ob da jemand fütterte oder ob sie sich von Essensresten/Müll ernährte. Jedenfalls hatte ich in dem ganzen Drama den Bekannten auch gesagt, dass ich sie jetzt mitnehme und mich kümmere, weil sie dort nicht mehr gewünscht war und es erklärte sich auch niemand bereit sie in Zukunft zu füttern.
Und dennoch habe ich mich anschliessend gefühlte 100 Mal gefragt, ob ich wirklich richtig gehandelt habe und bin mittlerweile zu dem Schluss gekommen, dass ich zumindestens in punkto Kastration ein gutes Werk getan habe, denn ich habe verhindert, dass sich diese Katze weiterhin unkontrolliert vermehrt. Auch wenn es nur eine ist, es wären wieder 7 Babies mehr gewesen.
Parallel dazu passierte aber noch etwas anderes: die neue Tierärztin hat sich ja als toller Kooperationspartner entpuppt: sie gibt Rabatt, sie ist flexibel bei Kastrationen etc. Nunja, als ich dann bei ihr in der Praxis stand und wir grundsätzlich einiges besprachen und ich so erklärte, was ich mache, dass ich kein Verein bin, aber trotzdem im Tierschutz als Pflegestelle tätig bin etc., kam dann der Kommentar: Wir haben da von einer Kundin einen Anruf bekommen. Vor Ort sei eine wilde Mutter mit drei Kitten. Die Mutter wollen die Anwohner einfangen und zum Kastrieren bringen. Die Kleinen sollen auch eingefangen werden und dann wohin? Ach ja, Sie sind doch Pflegestelle, könnten Sie vielleicht die drei Wildlinge aufnehmen????



Ich war absolut in der Bredouille…jetzt hatte sie mir so schön geholfen in der Not und kam mir auch noch finanziell entgegen…wie konnte ich denn da Nein sagen? Ich hab ja normalerweise nix mit mutterlosen Welpen zu tun und schon gar nicht mit Wildlingen. Naja, obwohl..einen hatte ich ja jetzt schon im Zimmer, aber so richtig wild war der ja auch nicht. Eher scheu und ängstlich – ein leichtes Spiel! Also sagte ich ok. Die Anwohner fingen zuerst ein Kitten und entschieden sich, es selbst zu zähmen und zu behalten. Das zweite wurde dann vor ein paar Tagen gefangen und kam zu mir auf die Pflegestelle. Momentan warte ich noch auf das Geschwisterchen, das Dritte. Es wurde noch nicht gefangen, weil es das ängstlichste von den dreien ist. Wer weiss ob es überhaupt noch lebt….:-?
Nun sitzen die beiden „Wildlinge“ in meinem Pflegezimmer in separaten Käfigen und warten auf das Ende der Quarantänezeit. Die Idee ist, sie danach zusammenzusetzen und meine Katzen müssen die beiden dann erziehen. Den zweiten Wildling hab ich noch nicht ganz zahm bekommen, bei dem hat man wirklich gemerkt, dass er in der Wildnis geboren wurde, der hatte vorher noch nie einen Menschen gesehen. Aber sie sind gar nicht sozialisiert. Ich möchte sie nur noch nicht jetzt zu meinen Katzen setzen, auch wenn sie negativ getestet sind.
Jetzt denkt wahrscheinlich jeder..puuh, da war/ist aber wieder was los bei sunshinekath!
Wartet…es kommt noch besser! Gestern kam dann der Hilferuf von Mascha04…eine Mutterkatze mit 6 Babies muss dringend gefangen werden und braucht eine Pflegestelle. Im Moment geht es ja nicht, aber sobald die Quarantäne vorbei ist und das Zimmer wieder frei wird, werde ich diese Familie auch noch aufnehmen. Dafür war das Zimmer ja ursprünglich gedacht, genau für solche Fälle. Es ist schier unmöglich zum jetzigen Zeitpunkt eine Pflegestelle zu finden, die eine Mutter mit 6 Babies aufnimmt. Den Fall hatte ich ja letzten Sommer schon. Ob ich die anderen beiden dann später dazu setze weiss ich noch nicht, kommt drauf an, wie gut sie sich machen bei meinen Katzen und ob sie sich gut sozialisieren, denn dann können sie eigentlich direkt vermittelt werden und müssen nicht noch im Pflegezimmer sitzen.
Tja, was soll ich sagen? Es ist Hochsaison im Tierschutz. Ein anderer befreundeter Verein hat auch schon angefragt wegen meinen Pflegezimmer. Die Vereine quillen über und wissen nicht mehr ein noch aus. Dieses Jahr ist es besonders schlimm, habe ich den Eindruck.
So wie es aussieht, kann der Verein mit dem Mascha04 zusammenarbeitet im Gegenzug die scheue Mutterkatze in meinem Gehege aufnehmen, dafür dass ich die Katzenfamilie in Pflege nehme. Damit ist mir sehr geholfen, denn ich hätte Bauchschmerzen, müsste ich sie wieder aufs Dach zurückbringen ohne zu wissen, wer sich kümmert.

Sie ist eine total hübsche, aber wie gesagt, sehr scheu und ängstlich. Sie schaut zwar mittlerweile interessiert aus ihrer Höhle wenn ich in der Küche irgendwie zugange bin, aber sobald ich auf sie zugehe, weicht sie zurück. Sie vertraut mir nicht. Eigentlich ist das eine typische Taskali-Katze, sie bräuchte einen Platz, wo sie die Zeit und Ruhe hat, aufzutauen. Ich glaube schon, dass in ihr eine zahme Hauskatze steckt. Womöglich ist sie mal ausgesetzt worden.

Aber seht selbst:
Das ist ihr Sohn. Er ist ca. 9 Wochen alt und total süss:
Und das ist der Wildling. Er ist ca. 7 Wochen alt:
Die drei brauchen eigentlich dringend Namen, damit ich sie besser ansprechen und mit ihnen arbeiten kann. Das ist so wichtig beim Zähmen. Für die Mutterkatze fände ich einen französischen Namen total toll. Ich finde diese Katze einfach nur total hübsch. Sie erinnert mich (logischerweise) sehr an meine beiden Kater, die ja auch ein ähnliches Fellmuster haben.
So, das waren erstmal meine Neuigkeiten! Ich bin jetzt geschafft…freue mich wieder von euch zu lesen…
Lieben Gruss
sunshinekath
Ginger hat mittlerweile zwei Interessenten. Die einen kommen morgen Nachmittag zu Besuch. Bitte drückt die Daumen, dass es klappt. Es würde mich so freuen, wenn sie endlich bald wieder raus könnte. Sie vermisst ihren Freigang so sehr. Dort hätte sie noch einen Katerkumpel, ein Haus, Garten und jede Menge Feld und Wiesen. Und zwei Zweibeiner natürlich :mrgreen: