Draußen vor der Tür

Diskutiere Draußen vor der Tür im Katzen Forum im Bereich Katzenfreunde; Habe heute den neuen Teil gelesen. Sehr ermutigend, die Entwicklung. Spielen: Kannte Susi auch nicht wirklich...
  • Draußen vor der Tür Beitrag #41
Habe heute den neuen Teil gelesen. Sehr ermutigend, die Entwicklung.

Spielen: Kannte Susi auch nicht wirklich. () Allerdings ist sie durchaus ein Jäger und interessiert sich für Sachen, die sich bewegen und die man essen kann. Wenn du willst, dass er spielt: wirf doch mal mit Essen, Susi liebt das. Es eignet sich dafür Trockenfutter, aber auch getrocknete Fleischstreifen gibt es, die nicht zu hart für Mietzen sind, hängen bei den Kauknochen für Hunde (sind aber teuer). Inzwischen spielt Susi auch mal nur so, aber eben nur wenig. Wenn sie was machen will, geht sie eher raus.

Wenn du ein Spielzeug suchst: Susi findet ein altes Rolloband am besten, das zernagt sie genüsslich. Und dann habe ich ein paar kleine Flummis, die sind auch toll, am besten, wenn ich wie ’ne Doofe hinterherrenne und die Dinge immer schön unterm Sofa wieder rauskrame. In Verbindung mit einem länglichen Karton (wie eine eckige Röhre), ist das DER Bringer, weil es am meisten Spaß macht, wenn man was wo rausangeln kann.

Auf Arbeitsplatten hopst meine auch nicht, nur dort, wo die Durchreiche ins Esszimmer ist und sie dann über den Esstisch latschen kann, um ins Wohnzimmer zu kommen.

Keine Ahnung, wie alt die Süße ist, aber ich denke, sie ist noch relativ jung, denn sie ist quicklebendig.

Fressen: Also am Anfang hat Susi auch ein Loch in den Napf geschleckt. Aber inzwischen hat sie ein ganz normales Fressverhalten und frisst nur, wenn sie hungrig ist. Nachdem sie anfangs gut zugelegt hatte und ich auch dachte: Holla, jetzt musst du aufpassen, sonst wird sie zu dick – hat sich das nun reguliert und sie ist eher gertenschlank. Futter steht IMMER da, das weiß sie inzwischen. Wird bestimmt nicht lange dauern, dann ist euer Katerchen auch wieder auf Format und man erkennt den Kerle bestimmt kaum wieder. Wenn der erstmal nachgewachsen ist und wieder schön gepolstert, ist das ein bildhübsches Raubtier.
 
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  • Draußen vor der Tür Beitrag #42
Dass er das mit dem Spielen nicht kennt, kann gut sein, man weiß ja nicht, wie die Leute ihn damals beschäftigt haben (wobei, als junge Katze springt man ja alles an, was nicht bei drei auf dem nächsten Baum ist, oder? Und selbst dann ist es nicht sicher...). Aber heute hat er den Staubsaugerkopf, der da einsam im Wohnzimmer lag (ohne Staubsauger dran) schon mit diesem Blick angesehen, ihr wisst schon welchem, das nehme ich als hoffnungsvolles Zeichen. Ansonsten kommen jetzt erstmal die Katzen-Essentials im Baumarkt dran, und dann seh ich mich mal nach Spielzeug um. Ich denke, man könnte ihm vielleicht mit einem Fummelbrett kommen, oder etwas, bei dem er Sachen auflecken muss (weiß nicht, ob es sowas gibt. Als ich vorhin nach "Katze Schleckspiel" gegoogelt hab, kamen lauter Ergebnisse, die für mich und meinen Verlobten waren, nicht für mich und den Kater!). Wegen den zusätzlichen Kalorien muss man sich bei ihm ja weniger Sorgen machen...



Und wenn er schwätzen möchte, ist das ja manchmal auch nicht schlecht. Wenn er hier nachts vor der Terrassentür sitzt, muss er sogar Geräusche machen, schwarze Katze vor schwarzer Nacht erkennt man jetzt nicht so pralle ;)


Deine Geschichte mit Susi hab ich schon gelesen, das ist ja auch eine wirklich hübsche Maus, so ganz in weiß :) Wenn ich Sachen in seine Richtung werfe, erschreckt er sich leider eher, als dass er damit spielt. Also ich werfe, Katze "Zuck - misstrauisch anguck - anschnüffel - genießbar - weg". Er geht nicht mal probeweise mit dem Pfötchen dran, ich denke, für den Anfang ist ein Fummelbrett oderso eher sein Ding. Danach kann ich es ja immer noch mit einer Angel oderso probieren, wenn sie ihm nicht zu viel Angst macht.



Und sein Kopf ist schon wieder wirklich schön flauschig, nur der Rest muss noch kuschliger werden. Man spürt immer noch jeden Knochen :(



***


Dafür hat sich bei uns endlich die Namensdebatte entschieden. Als wir noch nicht wussten, ob er jetzt ein Junge oder ein Mädchen wird, hatten wir schon überlegt. Wenn er ein Mädchen gewesen wäre, hätte er wahrscheinlich Hel geheißen, was auch gut gepasst hätte, mit seinen verschiedenfarbigen Schnurrhaaren (eine Seite ist heller als die andere), aber da er eben ein stattlicher Herr ist, wurde das ein bisschen komplizierter. Ich hab ja zuerst für „Mau“ plädiert, weil das nämlich das Geräusch ist, auf das er hört. Wenn man wissen möchte, ob er in der Nähe ist, geht man nämlich auf die Terrasse, macht „Mau“, und danach hört man über das Katzenpeilsystem, ob und wenn ja, wo er ist. Er maunzt dann nämlich zurück.
Der nächste Vorschlag, nachdem das nicht auf Gegenliebe stieß, war dann Mauzi, oder Snobilikat, aber das wollte mein Verlobter auch nicht. Ser Maunzalot wurde auch nicht gnädig aufgenommen, auch wenn man ihn dann Sir hätte nennen können, oder Maunzi. Mein Verlobter schlug dann noch Thor vor, oder Loki, aber das geht auch nicht. Der Herr sieht besser aus als Tom Hiddleston! Und Chris Hemsworth! Jawohlja!
Die Eingebung kam dann morgens im Halbschlaf – er heißt jetzt nämlich Sirius. Nachdem er schwarz ist, und sehr ernst, kein verspielter, übermütiger junger Kater mehr, passt das auch sehr gut, finde ich, und die Gnade meines Verlobten hat der Name auch gefunden. Von dem Gedanken, dass der Kater jemals auf den Namen hören wird, hab ich mich aber schon verabschiedet – ich fürchte, wir bleiben bei „jedem Geräusch, das ein Mensch macht, egal, was, aber auch nur, wenn ich gerade Lust habe“, aber in dieser Teilmenge ist sein Name ja auch enthalten. Von da her passt das schon.


Das mit dem erzieherischen Effekt seinerseits funktioniert aber vielleicht nicht in der Küche, beim Staubsaugen klappt das aber. Nicht nur, dass der Kater beim Streicheln massig an Haaren verliert und ich auch immer andere Fussel aus seinem Fell pflücke, er hat auch mittlerweile den Staub aus jeder katzengroßen Stelle, an denen er sich verstecken kann, getragen. Und wenn er dann Staubflusen im Fell oder in den Schnurrhaaren hat, dann packt einen schon das schlechte Gewissen und man denkt sich, dass man putzen muss. Und auch wenn er nicht hochspringt, die Küche wird jetzt trotzdem katzentauglich gemacht – dann kann er nachts nämlich nicht nur im Wohnzimmer bleiben, sondern auch in der Küche, und im Flur, und im Bad (in der Abstellkammer stehen zu viele Sachen, die er nicht abschlecken darf, deswegen darf er da nicht rein). Das Büro dauert halt noch ein bisschen, dafür brauchen wir einen neuen, oben geschlossenen Papierkorb. Ab und zu wandert da ja doch etwas rein, das er ganz interessant findet. Dann ist er in der Nacht auch nur noch eine Tür von uns entfernt anstatt drei, und ich glaub, ich fühl mich bedeutend wohler, wenn er nicht nur mehr Platz hat, sondern auch nach Hilfe rufen kann, wenn er sie braucht. Im Wohnzimmer hören wir ihn nicht, wenn er schreit. Das hat natürlich auch seine Vorteile, aber so brav, wie er nachts bis jetzt war, wollen wir das jetzt einfach mal probieren.


Nachdem seine Toilette langfristig vom Wohnzimmer auch ins Bad umgelegt werden soll, müssen wir das sogar. So ein offenes Katzenklo neben dem Sofa ist ja nicht gerade hübsch (aber ich finde die oben geschlossenen noch hässlicher). Im Bad geht das dann, und ich hab mich auch schon umgesehen, wie das mit selbstgebauten, hübscheren Katzenklo-Verstecken aussieht. Aber bevor wir so ein Projekt angehen, wollen wir erstmal probieren, ob er es auch überhaupt annimmt. Also wird die Toilette jetzt langsam ins Bad wandern, und wir stellen dann, wenn er sich an die Veränderung gewöhnt hat, mal eine an einer Seite offene Schachtel drüber. Nach seiner Erfahrung mit der Lebendfalle und dem Katzenkorb bin ich mir nämlich nicht so sicher, ob er es gnädig aufnimmt, wenn wir seine Toilette überdachen und er da in dieses Loch hineinmuss, wenn er muss. Aber die IKEA-Hacks sind so hübsch...


Mein Verlobter hat mir auch schon vorgeworfen, dass ich jetzt eine richtige Katzenmutti bin, so viel, wie ich über die Katze rede und nachdenke und mir Sorgen mache, aber wenn ich eine Katzenmutti bin, dann ist er definitiv ein Katzenpapa. Wenn ich mir ansehe, wie sehr er sich kümmert, und wie sehr er sich Sorgen macht, weil Sirius jetzt rasiert ist, und es ist ja kalt draußen, und wieso kommt er nicht zur Wohnung zurück, und ist er jetzt ganz weg, und diesen bangen Blick, mit dem er mich da angesehen hat. Uns hat es beide erwischt, aber ganz dolle.
Als der Kleine so fertig vom Tierarzt war, und ich die ganze Zeit bei ihm saß und ihn gestreichelt hab, da hab ich ihm dann auch gesagt, dass ich ihn lieb hab, und dass wir ihn lieb haben, und dass wir das nicht gemacht haben, weil wir ihm was böses tun wollten, sondern nur, damit es ihm besser geht und damit er gesund bleibt... ich hoffe, er hat mich verstanden. Und naja, wenn er einmal nicht vor sich hin maunzt, sondern still liegt, dann gucke ich immer ganz genau hin und kneife die Augen zusammen, damit ich sehe, ob er noch atmet. Meine Oma hat das mit ihrem Baby auch immer gemacht! Und wenn er im Wohnzimmer liegt und ich im Büro bin, dann guck ich auch ab und zu nach, wenn es leise ist...


Dass er, wenn er jetzt drinnen ist, auch nicht unbedingt raus möchte, ist ein gutes Zeichen, finde ich. Wenn er nämlich so maunzend in der Wohnung sitzt, dann versuch ich es doch immer wieder, die Terrassentür aufzumachen, weil wir ihn natürlich nicht einsperren wollen (und dass er auch draußen auf die Toilette geht und nicht nur drinnen, finde ich ehrlich gesagt auch positiv). Dann guckt er mich an, guckt die Tür an, flitzt (ja, er flitzt) nach draußen, bis er ungefähr anderthalb Meter von der Tür entfernt auf der Terrasse steht. Eine kurze Drehung, einmal alles begutachten, sehen, dass die Terrasse noch steht – und dann dreht er um und geht wieder nach drinnen, nachdem die Observierung abgeschlossen ist. Im Warmen ist es eben doch schöner, da kann man sagen, was man möchte. Eben wollte er nicht einmal nach draußen, um zu gucken, sondern hat einfach nur so nachgesehen. Was bedeutet, er schreit jetzt rum, weil er gerne Beachtung möchte, und zwar viel davon. Das mit dem „Er ist ohne Parasiten leiser“ hat sich also offensichtlich doch erledigt.


(grade kam ein wichtiger Anruf, und ich war gleich wieder böse deswegen. Zuerst hat das Telefon geklingelt, das mochte Sirius gar nicht, obwohl er grad so gut geschlafen hat, sogar bei uns im Büro. Dann fiel meinem Verlobten noch der Block hinunter, und dann war er weg. Verdammt. Dabei hatten wir hier grade selige Ruhe! Und nachdem er hier jetzt doch liegt, zumindest, wenn wir da sind, muss ich mir wohl einen Teppich unter den Schreibtisch legen. Für meine Füße und für seine!)
 
  • Draußen vor der Tür Beitrag #43
Hach ja, die Ausbildung neuer Katzensklaven ist doch sehr anstrengend für den armen Sirius Black:mrgreen::mrgreen::mrgreen::mrgreen::mrgreen::mrgreen:
 
  • Draußen vor der Tür Beitrag #44
In diesem Punkt bin ich mir sicher, dass die Vergesellschaftung Katze-Mensch-Mensch erfolgreich läuft ;)



***


Wegen was wir uns auch noch umsehen müssen, ist ein Kratzbaum. Eigentlich hab ich ja gedacht, dass er, so als Draußenkatze und so, es gewöhnt ist, dass er seine Krallen da draußen in irgendetwas schlägt, um sie zu pflegen – auch, weil er in unserer Wohnung noch nichts angefasst hat. Gut, ein bisschen Milchtritt auf dem Sofa, aber der Überzug ist sehr stabil, und wenn wir dann noch eine Tagesdecke haben, ist das eh egal. Aber wenn man seine Krallen ansieht, spricht das eine andere Sprache, ich glaub nämlich, der macht gar nix damit. Also überhaupt nix. Bevor wir beim Tierarzt waren mit ihm, waren sie alle lang und weiß und standen raus, und er wusste überhaupt nicht, was er damit so tun soll. Als er mit mir auf dem Teppich vor dem Sofa lag und ich ihn gestreichelt hab, hat er es nämlich auch geschafft, seine Krallen die ganze Zeit im Teppich zu verhaken, weil die so lang waren, und dann hat er immer verzweifelt versucht, sie rauszuziehen. Ganz abgesehen davon, dass er sie nicht einmal mehr ganz einziehen konnte und er immer geklackert hat, wenn er über die Fliesen gelaufen ist. Jetzt sind sie geschnitten (und eine Katzenkralle, die in einem Stumpf endet, sieht sehr merkwürdig aus), damit er sich nicht mehr wehtun kann und auch nicht mehr hängen bleibt, aber das ist ja auch keine Dauerlösung (abgesehen davon, dass er ja draußen unterwegs ist, und da noch andere Katzen sind, und er sich ja auch wehren muss. Die Nachbarn haben erzählt, dass er und die Hängebauchkatze schon gekämpft haben!) Irgendwie muss das faule Tier also lernen, was es so mit seinen Krallen machen kann, und im Idealfall, dass es das nicht an unseren Möbeln tut (die sind ja wegen Umzug fast alle neu). Ich hab nur keine Ahnung, wie. Der erste Schritt ist auf jeden Fall, dass wir uns zur Probe mal ein Kratzbäumchen anschaffen (eines von diesen kleinen Dingern) und dann mal sehen, ob er sich irgendwie dafür interessiert. Vielleicht ist er ja da genauso klug wie beim Katzenklo und erinnert sich auch daran, dass er sowas schon mal gesehen hat. Hoffnung hab ich noch. Eine andere Variante könnte vielleicht so ein Sisalteppich für ihn sein (und ein Sitzkissen für mich). Das mit dem Milchtritt, wenn er gestreichelt wird, funktioniert ja wirklich prima, und wenn ich ihn streichle, wenn er auf dem Sisalteppich steht, macht er ja wenigstens ein bisschen Fellpflege. Oder?


(Auch wenn ich nicht so die Hoffnung hab, ihn zu etwas zu kriegen, das er nicht tun möchte, aber gut für ihn wäre. Ich hab auch grade versucht, ihm ein Leckerchen ein bisschen höher zu halten, so dass er sich ein bisschen strecken muss, um es zu bekommen... aber ne. Sobald es über Köpfchenhöhe ist, sobald die Vorderpfoten vom Boden wegmüssten, guckt er mich an, wie wenn ich für alles Übel in der Welt verantwortlich wäre, und dann geb ich es ihm doch ohne Strecken. So wird das nichts.)


Vielleicht fällt mir ja beim Shoppen dann etwas ein, die Einkaufsliste ist ja doch schon verdammt lang für den kleinen Herrn. Kratzbaum, Sisalteppich, Spielzeug, Kamm/Bürste, Unterkatzenkloteppich, vielleicht noch ein anderes Schüsselchen (man glaubt gar nicht, in wie vielen Geschäften es keine Schüsselchen gibt!)... und wir müssen natürlich auch seine Tätowierung registrieren lassen, und ihn, wenn er das nächste Mal zum Tierarzt muss, chippen lassen (auf unsere Kosten selbstverständlich. Der Verein hat uns da echt ausgeholfen und die bekommen im Herbst auch eine große Spende, aber jetzt ist er definitiv unserer, und deswegen zahlen wir auch für ihn). Wollen ja nicht, dass er verloren geht (wobei er ja eh sehr ortsgebunden zu sein scheint, immerhin hat er sieben Jahre an dem Haus, aus dem er vertrieben wurde, gewartet, bis ihn wieder jemand reinlässt).


Mein Verlobter und ich, wir sind ja auch ein bisschen grantig über die Vormieter. Ich meine, da sitzt eine schreiende Katze sieben Jahre lang bei ihnen vor der Terrassentür. Dass sie sie mit ein bisschen Trockenfutter füttern ist ja gut und schön, weiß ja nicht jeder, dass Katzen damit nichts anfangen können, so verdauungstechnisch (Wusste ich auch nicht. Der Kater, den wir hatten, als ich ein Kind war, wurde in seiner Ernährung also nur dadurch gerettet, dass er das Zeug ab-so-lut e-ke-lig fand!). Aber dass man nicht auf die Idee holt, die Katze mal reinzuholen? So wie die getan haben, hatten wir uns schon darauf eingerichtet, dass Sirius sich vielleicht nie streicheln lässt und auch nie nach drinnen kommt, und schon überlegt, ob wir ihm dann im Herbst ein Häuschen für den Winter bauen müssen, damit er einen Platz zum Verkrabbeln hat, wenn es richtig kalt wird (dieser Winter war ja kein richtiger Winter!). Gerade auch nachdem ich andere Geschichten über scheue Streunerkatzen gehört habe. Und jetzt, vier Wochen nach der Schlüsselübergabe, haben wir einen absoluten Schmusekater, dem es am liebsten wäre, wenn wir ihn den ganzen Tag streicheln würden (und der schreit, wenn wir es nicht tun. Ein echter Raunzer eben!). Manche Katzen haben ja irgendwann keine Lust mehr auf menschliche Beachtung und trollen sich dann, aber das hab ich bei ihm noch nie erlebt. Jedes mal, wenn wir streicheln, wird es dann uns zu viel, nicht ihm – so nach einer Stunde wird der Fliesenboden auch einfach scheiße kalt! (und ich mache mir Sorgen, dass er bleibende Schäden davonträgt. Wenn er gekrault wird, kriegt er nicht so ganz mit, wie das mit seiner Umwelt los ist, und hämmert dann mit dem Kopf gegen Tische und Stühle und Stuhlbeine. Es macht dann richtig feste tock! Also kein „Ohjo, ich will mal mit dem Sofatisch schmusen!“, sondern „Huch, wo kommt das denn her?“)
Auf jeden Fall verstehe ich nicht, wie die Nachbarn den nicht einfach reinholen konnten. Ich meine, er sah wirklich mitleiderregend und nicht besonders hübsch aus damals, aber jetzt ist er ein wirklich schöner, großer Kater, auch wenn er noch ein bisschen struppig ist am Schwanz, und er hat so schöne Augen und will die ganze Zeit kuscheln... warum haben die den nicht genommen? Dann wäre es ihm noch schneller besser gegangen! Den Nachbarn von oben hat das leidgetan, als wir ihnen das mit dem Trockenfutter erklärt haben, und die haben auch versucht, ihn zu sich in die Wohnung zu holen, wenigstens für ein paar Stunden, aber unsere Vormieter? Ne... so nett die zu uns waren und uns Sachen dagelassen haben ohne Ende (unter anderem eine Küche) – Katzenmenschen sind die nicht!


Aber er scheint ja halbwegs rausgekommen zu sein. Nur ein bisschen neurotisch ist er schon, der gute Sirius. Abgesehen davon, dass ich ihn den ganzen Tag kaum gesehen hab, verständlicherweise, immerhin ist ja geiles Wetter (und da muss man ja nur zum Fressen nach drinnen und sucht sich ansonsten einen bequemen Liegeplatz mit Sonne – nicht, dass ich mir da nicht Sorgen machen würde, aber naja), ist er auch ein kleiner Schisser. Nachdem die Aktion mit „Beweg die Katz durch Leckerli“ nicht so gut funktioniert hat („Wie, ich soll meinen Hals strecken? Wieso? Bist du jetzt ganz doof? Ich streck den doch genug, wenn ich über die eine Hälfte des Doppelnapfes hinweg zur anderen Hälfte möchte!“ Ja, er hat noch nicht raus, wie der korrekte Winkel sein sollte, um aus einem Doppelnapf zu fressen. Auch „Jagen wir die Katze mit geworfenen Leckerlis durch die Wohnung“ ist keine gute Taktik. Ich werfe das Leckerli – er zuckt zusammen – guckt das Ding misstrauisch an – und dann wird es erstmal angeguckt, begutachtet und gefressen. Natürlich in einem Schneckentempo) wollte ich mal was anderes probieren. Und nachdem ich mit zusammengeknülltem Papier und Tempos keinen Erfolg hatte, und da so eine Haselnuss auf dem Tisch lag, hab ich sie mal auf den Boden fallen lassen. Was ist passiert? Dasselbe, wie wenn ich ein Leckerli runterfallen lasse. Er ist nicht mal mit der Pfote drangegangen oderso, um zu gucken, was das ist. Und als ich die Nuss dann so grob in seine Richtung geschubst hab, ist er erschreckt und empört durch die Tür abgehauen. Wie hat dieses Tier nochmal sieben Jahre in freier Wildbahn überlebt? Und das bei einem Haus mit einem Haselnussstrauch auf der Terrasse? Im Herbst wird das sicher lustig! Vor den Tiefkühlerbsen, die mir runtergefallen sind, weil die Packung nicht richtig zu war, hatte er natürlich auch Angst...


Noch eine Sache ist mir aufgefallen – er scheint mit den tätowierten Öhrchen, oder zumindest der übriggebliebenen Farbe, gar nicht glücklich zu sein. Ständig geht er da mit der Pfote ran und kratzt sich, seine Kralle vorne ist schon ganz grün, und auch mit der Hinterpfote versucht er es, während man ihn streichelt (so viel Gelenkigkeit hätte ich ihm gar nicht zugetraut). Aber klar, so ein frisch tätowierte Stelle ist natürlich nicht so angenehm, aber da muss er jetzt durch. Immerhin möchte ich nicht, dass er verschwindet, und hab ihn heute auch schon bei Tasso (Auf mich. Leider kann man keine zwei Besitzer angeben, deswegen steht mein Verlobter jetzt nicht mit drin. Aber seine Telefonnummer hab ich eingetragen, falls ich nicht erreichbar bin) registriert. Beim nächsten fälligen Tierarztbesuch erledigen wir das mit dem Chip auch gleich mit, und dann trag ich das noch zusätzlich ein. Selbst wenn man dann die Tätowierung irgendwann nicht mehr richtig lesen kann, man sieht doch, dass da etwas war und dass die Katze jemandem gehört hat, und dann steigen die Chancen hoffentlich, dass ihn jemand zu einer Auslesestelle für den Chip bringt. Nicht, dass ich denke, dass er sich von diesem Haus wegbewegen wird... ich hoffe nur, wir müssen NIE umziehen, solange wir ihn haben. Ich weiß nicht, ob er das vertragen würde.


Ansonsten weiß ich nicht, ob das mit der Tagesdecke so eine gute Idee ist. Als ich es mir eben mit ihm auf dem Sofa bequem gemacht hab, hatte ich ein altes Laken über das Sofa gelegt, und irgendwie war ihm das nicht geheuer. Vielleicht, weil es sich an den Seiten so gebauscht hat und er ohnehin Probleme mit dem Springen hat, vielleicht, weil er weiß, dass er sich so halb klimmzugmäßig am Sofa hochziehen muss, wenn er den Sprung nicht richtig erwischt, und das mit Laken drauf natürlich nicht funktioniert. Auf jeden Fall hab ich dann natürlich das Laken runtergemacht – was denn auch sonst?
 
  • Draußen vor der Tür Beitrag #45
Da bahnt sich eine Freundschaft fürs Leben an, wetten, daß das für immer in eurem Herzen sein wird, dieser Beginn?
 
  • Draußen vor der Tür Beitrag #46
Ach das hört sich alles so gut an, über seine Schreckhaftigkeit würde ich mir keine Sorgen machen.:)
Er musste 7 Jahre draußen leben, da ist es notwendig vorsichtig zu sein, mit der Zeit lernt es bestimmt den Unterschied.
Zur Krallenpflege ist ein Sisalteppich bestimmt ganz gut, meine nehmen auch gerne Fußmatten und ein Wandkratzbrett, direkt neben der Terrassentür, ist auch sehr beliebt.
Ich denke, wer seinen Kater einfach vor die Tür schubst, der hat sich nicht viel Gedanken um seine Bedürfnisse gemacht, also kennt er es bestimmt gar nicht und muss es erst entdecken.
Mit Liebe und Geduld wirst du es ihm schon beibringen!;-)
 
  • Draußen vor der Tür Beitrag #47
Huhu,

ist Sirius auch gechippt? (Entschuldige falls ich es überlesen habe). Würde ich eventuell beim nächsten Tierarzt-Besuch nachholen, sicher ist sicher.

Wir haben uns vor 2 Jahren auch so eine "Wundertüte" aus dem Tierheim geholt. Rocky hat fast ein Jahr gebraucht um sich richtig einzugewöhnen und einige "neurotische" Verhaltensweisen abzulegen. Also wartet ab, wie er sich entwickelt und lasst Euch überraschen. "Wundertüten" haben immer Überraschungen parat. (Nachdem Rocky seine anfängliche Scheu abgelegt hat, haben wir festgestellt, dass er Handwerker liebt. Da wir in einem Altbau wohnen, in dem öfter was zu tun ist, begegnet er ihnen häufiger. Seine Devise: Mittendrin statt nur dabei:lol: )

Ich freue mich schon auf weitere Geschichten.

LG
 
  • Draußen vor der Tür Beitrag #48
Nachdem ich zuerst dachte, Susi wetzt ihre Krallen an gar nix, fing die dann doch an, den Teppich zu zerlegen. Sie musst wohl erst bissl auftauen. Da hab ich ihr schnell eine Kokosmatte hingelegt, die fand sie SOFORT klasse und wenn sie jetzt das Bedürfnis verspürt, geht sie immer da hin. Scheint besser zu sein, als der Teppich (der immerhin auch sehr dick und dicht ist). Das Sofa ist aus Leder und bietet deshalb wohl wenig Anreiz, es daran zu versuchen. Also bislang toi, toi, toi. Vielleicht versuchst du es auch einmal mit so einer Fußmatte, die sind nicht so teuer, nehmen keinen Platz weg und man kann sie bei Nichtgelingen anders weiternutzen?

Ich glaube, die Sache mit dem sich bewegen muss man so sehen:
Wenn es kiene Maus ist und auch nicht wie ein Vogel ausschaut/riecht – warum sollte man da Energie investieren (die einem ja nachher wieder fehlt)? JAGD ist anstrengend und verbraucht Kalorien. Das macht man also nur, wenn eine gewisse Aussicht auf Erfolg besteht … Ich denke mal, dass sich der natürliche Bewegungsdrang erst langsam wieder einstellt, wenn er merkt, dass er nicht mehr am Limit fährt.

… oder du kaufst ihm mal ’ne Maus und lässt die im Zimmer los, :shock: was meinst du wohl, wie der dann plötzlich rennen kann? :twisted:

Sofa: Das Laken ist wahrscheinlich einfach nicht kuschelig genug, um es spontan lieb zu haben. Leg’ da mal stattdessen ’ne Kuscheldecke hin und du wirst sehen, wie schön er das findet. Susi wählt, wenn sie kann bei 2 vorhandenen Kuscheldecke-Plätzchen auf dem Sofa grundsätzlich die dickere, puscheligere aus … Diese ist so eine, die auf der Vorderseite dicken Plüsch hat und auf der Rückseite so eine Art Alcantara (so in der Art: https://www.amazon.de/dp/B00IM82KV4/ref=asc_df_B00IM82KV418). Die wird sogar im Tockner problemlos wieder Fusselfrei, im Gegensatz zu den normalen Plüschdecken, die man so kennt.
 
  • Draußen vor der Tür Beitrag #50
Die gefiltzen bettchen sind wunderschön! Was ist da die richtige Größte für 1 Katze oder für 2? Wie sind eure Erfahrungen?
 
  • Draußen vor der Tür Beitrag #51
Du hast einen neuen Fan, hab auch ein Abo genommen :mrgreen:

Einfach toll und mir geht das Herz auf, das Sirius ein sooo tolles Zuhause und feine Dosis bekommen hat.

Freu mich auf die weiteren Geschichten!!!!

Glg
 
  • Draußen vor der Tür Beitrag #52
hallöchen,
habe bis jetzt deine Geschichte mitgelesen, jetzt habe ich den Aboknopf gedrückt um nichts zu verpassen. Für das Leid was dein Sirius durchgemacht hat, liest es sich richtig toll:razz:. Mach weiter so ihr seit auf einen sehr schönen und tollen Weg. Sirius wird sich weiter positiv entwickeln, glaub an ihn und er ist wirklich ein hübscher kerl.
liebe Grüße Marina und von Loona und Nala
 
  • Draußen vor der Tür Beitrag #53
Tut mir leid, dass ich mich länger nicht gemeldet hab, aber im Moment sieht es (bei mir, nicht bei der Katz) gesundheitlich nicht so gut aus. Danke für eure vielen lieben Worte... und das wird keine Freundschaft fürs Leben, das ist schon eine Freundschaft fürs Leben! Auch wenn er mich mittlerweile definitiv lieber mag als meinen Verlobten... *g*

Also einen Sisalteppich haben wir jetzt gekauft (Kratzbaum noch keinen, in dem Laden, in dem wir jetzt waren, hatten sie keinen vernünftigen. Nächste Woche gehts zu Zooplus, da nehmen wir auch gleich Premiere Excellent mit zum Ausprobieren), aber der ist Bäh. Ob das jetzt am Sisal liegt oder daran, dass die irgendwas Knisterndes in das Ding eingenäht haben, weiß ich nicht, aber wenn er die Wahl hat, setzt oder stellt er sich nicht drauf. Selbst wenn ich es an seinen Lieblingsplatz lege, dann nimmt er nur unter Protest Platz, und wenn ich ihn streichle, während er drauf sitzt, tretelt er lieber woanders rum. Soviel zu meinem Plan.

Dass die Vorbesitzer ihm das mit dem Kratzen nicht beigebracht haben, wundert mich aber doch. Ich meine, so eine Katze hat ja ein Kratzbedürfnis, und selbst die desinteressiertesten Katzenhalter haben dann doch ein Interesse daran, dass sie dieses Kratzbedürfnis an einem Kratzbaum ausleben anstatt an allem, was da so rumsteht (und vor allem wenn sie jung sind, machen sie das ja). Allerdings hat er hier noch an gar nichts gekratzt... Sofa, Tische, Stühle, Kartons (haben noch ein paar vom Umzug rumstehen), alles vollkommen uninteressant. Nur ein bisschen Treteln auf dem Sofa ist drin. Naja... vielleicht kennt er nur einen Kratzbaum, und sobald wir einen haben, ist alles wieder supi?

Sirius ist noch nicht gechippt, aber beim nächsten Tierarzt-Besuch (der auf jeden Fall nötig sein wird, siehe unten :( ) wird das auf jeden Fall nachgeholt. Und ja, er ist eine kleine Wundertüte und ich hoffe, dass da noch viele schöne Überraschungen rauskommen. Die Fortschritte, die er bis jetzt gemacht hat, sind ja schon wirklich toll, und der Kater einer Freundin, der auch Wildling war, ist innerhalb von zwei Jahren auch zu einer richtigen Schmusekugel mutiert, das gibt mir Hoffnung :)

Das mit der Maus werd ich glaub ich mal versuchen *hust* Leider hat ein Freund von uns seine Futterrattenzucht mittlerweile aufgegeben, sonst wäre das eine Möglichkeit gewesen (und eine, wo wir das Tier bei Desinteresse wieder zurückgeben könnten), aber wenn ihn gar nichts interessiert, bekommt er mal ein lebendiges Mäuschen. Und der arme Kerl ist ja immer noch sehr dünn (außer nach dem Futtern, dann ist er Bauch mit Ohren), deswegen kann es sein, dass er noch Energie spart. Oder er ist wirklich krank :(

Mit dem Laken hab ich mich mittlerweile "durchgesetzt", wie man auf den Fotos sieht, ich glaube, das hat sich für seinen Geschmack an den Kanten zu sehr gebauscht. Jetzt, wo alles schön festgesteckt ist, kann er sich dadran auch hochziehen, wenn er den den Sprung nicht in einem Rutsch schafft, und er liegt auch gerne drauf.

Bettchen braucht er natürlich auch, und die sind auch wirklich wirklich hübsch (besonders in Benutzung, die Bilder aus dem Osterpaketthread sind die beste Werbung), aber ich hab mich bis jetzt jedes Mal an den Bettchen vorbeigeschleppt (und meinen Verlobten auch). Ich habe aus zuverlässiger Quelle, dass Katzen jahrelang prima ohne Katzenbettchen überleben können (der Kater, den wir hatten, als ich ein Kind war, ist das beste Beispiel dafür. Als Grundschülerin hab ich mir mit Hingabe ein Katzenkörbchen vom Taschengeld abgespart, natürlich extragroß, für einen Neun-Kilo-Kater... meint ihr, er hätte es überhaupt mal angeguckt? Nä. Der Karton mit den PC-Treiber-CDs war VIEL interessanter!), deswegen gibt es da erstmal einige dringendere Anschaffungen (wie ein anständiger Kratzbaum und ein Fummelbrett, sowie Tierarztrücklagen), bevor wir von Handtuch+Flauschdecke auf etwas Hübscheres umsteigen.

Und naja, kann sein, dass wir die Tierarztrücklagen eher brauchen, als man denkt. Was sagt ihr dazu?

***

Ein bisschen Panik hab ich jetzt natürlich auch noch bekommen. Er schläft ja jetzt die letzten Tage seit dem Tierarztbesuch schon brav drinnen und macht auch keinen Terz nachts (nur wenn er findet, dass er jetzt lange genug gehungert hat und jetzt gerne Frühstück von uns wollen würde). Das bedeutet aber auch, dass er jetzt zumindest zum Teil aufs Katzenklo geht, und was soll ich sagen? Er macht riesengroße Seen. Außerdem trinkt er unglaublich viel, vor allem, wenn man bedenkt, dass er nur Nassfutter bekommt. Zuerst hab ich gedacht, er denkt, er kann nicht nur auf Vorrat fressen, sondern auch auf Vorrat trinken, aber die Nachbarn haben erzählt, dass er früher nichts getrunken hat, wenn man ihm was hingestellt hat. Nun sind die Nachbarn ja nicht gerade Katzenexperten, aber zu denken gibt es mir schon. Also hab ich den Fehler gemacht und gegoogelt, und was da alles zu den Symptomen rausgekommen ist, da möchte ich gar nicht dran denken. Diabetes, Nieren, Harnwegsinfekt, Entzündung... da schüttelt es mich! Und dass wir keine Ahnung haben, wie alt er ist, macht es natürlich nicht besser mit dem Sorgen machen. Also gleich mit dem Tierarzt telefoniert, weil ich da ohnehin noch mit ein paar Fragen anrufen wollte und ihnen seinen Namen durchgeben musste, aber das hat mich ein bisschen beruhigt. Es klang zumindest nicht so, als ob ich ihn jetzt sofort gleich dringend einpacken müsste und mit Blaulicht da hinfahren muss, auch wenn die Arzthelferin gleich auf dieselben Sachen gekommen ist, die ich ergoogelt hatte (gut, Diabetes hat sie nicht gesagt! Und einem Bündel Fell, das sich nicht mal zwei Zentimeter vom Boden hochheben lässt, will ich ehrlich gesagt auch keine Spritzen verpassen müssen. Wobei, bei Diabetes scheint die Prognose besser zu sein als bei Nieren... und nachdem er immer noch so ein bisschen schmollig auf meinen Verlobten ist, könnten wir dann Good Cop, Bad Cop spielen, wobei ich dann natürlich der Good Cop wäre).


Impfen müssen wir ihn dann natürlich auch noch, wenn er ein bisschen fluffiger geworden ist (untergewichtige, geschwächte Katzen impfen ist sicher keine gute Idee, das ist wie bei Menschen, glaub ich), aber da kommen wir nicht herum. Hier sieht man alle paar Minuten eine andere Katze vorbeilaufen, und das nur auf der Seite, wo das Feld ist und kein Sichtschutzzaun, und er ist doch gerne und lange draußen. Er könnte sich anstecken, er könnte andere Katzen anstecken – nicht impfen wäre in meinen Augen unverantwortlich. Und wenn wir deswegen ohnehin zwei Mal im Abstand von vier Wochen zum Tierarzt müssen (und bis dahin müssen wir auch noch eine eigene Transportbox für ihn kaufen), dann können wir das mit dem Chippen auch gleich erledigen, und ihm Blut abnehmen lassen. Eventuell auch noch ein Röntgen, um zu sehen, ob er irgendwelche schlecht verheilten Brüche oder andere Sachen hat, die sich von außen nicht feststellen lassen. Man, was bin ich froh, dass er ein kleines bisschen doof ist und schon am Abend nach dem Tierarztbesuch nicht mehr böse mit uns war. Obwohl der arme Tropf wegen mir kotzen musste.


Bis wir das allerdings erledigen, darf ich ihm mit einem Schüsselchen hinterherlaufen, wenn er sich in die Nähe der Toilette bewegt, denn irgendwo muss man ja auch eine Urinprobe herbekommen! Oh Freude, oh Freude. Und gestern noch hab ich meinen Verlobten angemotzt, als der Kater zur Toilette ist und er ihn locken wollte. „Wenn du auf dem Topf sitzt, willst du auch deine Ruhe!“ Und jetzt bekommt der arme Kerl diese Ruhe trotzdem nicht...


Zahlen werden wir das mit dem Tierarzt nach dem ersten Besuch natürlich selbst. Nicht, dass wir jetzt wesentlich mehr Geld hätten, als vor vier Wochen, aber es ist ja doch einiges nötig, und es gibt hier noch ganz viele andere Katzen in der Stadt, die Hilfe brauchen, und wenn es sich nicht ausgeht, bin ich sicher, dass wir auch mit meinem Vater reden können, und Geburtstag hab ich ja auch bald („Zwergenkind, was wünschst du dir zum Geburtstag?“ - „Zahlst du der Katze den Tierarzt?“). Klug wie der kleine Kerl ist, hat er meinen Vater nämlich, als der für die Renovierung da war, auch gleich um die Pfote gewickelt, sicher ist sicher. Als wir gestern geskypt haben, hat er natürlich gleich nach dem Herrn gefragt und wie der Tierarztbesuch gelaufen ist („Aber sehen tu ich ihn nicht.“ - „Papa, du siehst hinter mir die Decke des Zimmers und die Oberseite des Schranks! Überrascht dich das jetzt wirklich, dass du den Kater nicht siehst?“). Und den Namen haben wir ihm auch mitgeteilt („Er heißt Sirius.“ - „Das kann ich ja nichtmal schreiben!“ - „Papa, du hast Harry Potter gelesen, du weißt, wie man Sirius Black schreibt!“).


Weggeben kommt für uns, egal, was unser tapferer Krieger jetzt hat (und wir hoffen natürlich, dass die Antwort „Gar nix“ lautet), nicht in Frage, außer natürlich, es wäre wirklich besser für ihn. Als ich meinem Verlobten gestern davon erzählt hab, was ich im Internet gefunden hab, da hab ich ihn nur bange angeguckt, und gesagt, „Weggeben tun wir den aber nicht, egal, was er hat, oder?“ und er hat zurückgeguckt, wie wenn ich grade vorgeschlagen hätte, dass wir den Kleinen schlachten und in Stückchen in Toppits-Beuteln in den Gefrierschrank packen. „Natürlich nicht“, hat er gesagt, und damit war die Diskussion auch schon gegessen.


Auch die Sinnhaftigkeit einiger Anschaffungen in meinem Haushalt wird mir erst jetzt so richtig klar, nachdem der Herr Kater sich hier eingelebt hat. So haben wir sicherlich nur ein Dreier-Sofa mit Recamiere gekauft, damit ich mich auf das Sofa legen kann und der Kater neben mir auf der Recamiere bequem Platz hat, aber nicht, damit wir zu zweit auf das Sofa passen. Auch das Uralt-Tablet haben wir sicherlich nur geschenkt bekommen, damit ich mit einer Hand im Liegen Fanfictions lesen kann, die zweite Hand ist nämlich nicht für meine eigene Benutzung vorgesehen. Entweder muss die zweite Hand nämlich den Kater streicheln, oder der Kater liegt drauf. Da scheint er echt drauf zu stehen, mit dem Kopf/Nacken auf meiner Hand zu pennen. Warum auch immer – aber so krieg ich wenigstens keine kalte Hand.


Überhaupt scheint er Hände sehr zu mögen, oder wir haben ihn schon konditioniert. Wenn er so maunzend am anderen Ende des Zimmers sitzt („Maunz, Maunz, streichel mich, streichel mich, und am besten kommst dafür auch noch DU her, dann muss ICH mich nämlich gar nicht bewegen!“) dann kann man mit Engelszungen auf ihn einreden, ihn angucken, Geräusche machen, seinen Namen sagen (Auf den er eh nie hören wird. Auch wenn ich es dann mit der Konfrontationstherapie versuche. Ich sage Sachen zu ihm, die jedem anständigen Mann unendlich peinlich sein müssten, beispielsweise „Schnuckelchen“ oder „Schnuckelkatze“ oder „Flauschetier“, aber irgendwie reagiert er darauf nicht, wie er sollte. Auch bei „Bist du aber niedlich“ findet er nicht, dass das seine Männlichkeit beleidigt. Liegt vielleicht daran, dass er keine Männlichkeit mehr hat, aber naja), er bleibt stehen und maunzt. Aber sobald du deine Hand nach unten hängen lässt, musst du gar nichts mehr sagen, und er kuschelt schon mit deiner Hand und stupst sie an und maunzt dich an, falls er meint, dass du streicheltechnisch nicht engagiert genug bist.


Abgesehen davon sind wir mittlerweile bei der Steigerung von „Ich geh mal nicht auf die Toilette, die Katze schläft“ angelangt. Ich hab ja eine Decke unter dem Esstisch liegen, wo ich meine Füße draufstelle, damit sie auf dem Fliesenboden nicht zu kalt werden. Und natürlich findet er diese Decke auch total toll, besonders, wenn da noch ein Fuß ruhig steht, auf den er sich legen kann. Also liegt dann der Kater glücklich unter meinem Tisch, auf meinem Fuß (oder meinen Füßen), und ich sitze da. Und kann mich nicht bewegen. Weil der Kater auf meinem Fuß liegt. Davor konnte ich ja wenigstens noch meine Füße anders hinstellen, weil darauf reagiert er nicht, nur wenn ich aufstehe. Aber damit ist es jetzt offensichtlich auch vorbei. Wenn das so weitergeht, liegt er in ein paar Tagen auf meinem Schoß, und dann darf ich mich gar nicht mehr bewegen. Nichtmal so ein bisschen.

***

Übrigens heißt es ja, dass die Augen der Spiegel der Seele sind... jetzt hab ich irgendwie Angst :shock:
 

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  • Draußen vor der Tür Beitrag #54
Hübsches Kerlchen! Sehr dekorativ auf euerer Couch.

Also das mit dem Bettchen würde ich auch erst mal hinten anstellen, da gibt es wichtigeres. Und ihr schwimmt ja auch nicht gerade in Geld. Vielleicht könnt ihr einen gebrauchten Kratzbaum kaufen? Hast du mal hier im Flohmarkt geschaut? Oder Ebay Kleinanzeigen? In welcher Ecke wohnst du denn?

Also das Sirius so viel trinkt finde ich auch nicht normal. Aber da er ja gut frisst und auch zunimmt glaube ich erst mal nicht an Diabetis oder Niere. Trotzdem wäre ein großes Blutbild und eine Urinprobe bestimmt gut. Und auch das mit dem Abrutschen beim springen macht mir etwas Sorgen. Vielleicht hat er eine Arthrose oder ein Problem mit dem Rücken.
Aber deswegen musst du ihn nicht sofort wieder zum Tierarzt schleppen. Nur wenn ihr sowieso gerade mal beim Tierarzt seid würde ich das mit dem Springen mal mit ansprechen.

Ansonsten finde ich die Entwicklung bei euch super!
 
  • Draußen vor der Tür Beitrag #55
Huhu,

möchte mich Limahl anschließen.

Du hast etwas von "riesengroße Seen" geschrieben. Sprich doch einmal mit dem Tierarzt. Es ist möglich den Urin mit einer Einwegspritze aufzuziehen und untersuchen zu lassen. Da hätte man schon einen gewissen Überblick, ohne dass Sirius persönlich zum Tierarzt muss.

Ansonsten sind hier Daumen und Pfoten für Sirius gedrückt, damit Ihr die erwünschte Antwort bekommt:
(und wir hoffen natürlich, dass die Antwort „Gar nix“ lautet)

LG
 
  • Draußen vor der Tür Beitrag #56
Ich weiß gar nicht, was du jammerst: Immerhin KOMMT deiner und WILL schmusen. Da könntest du dich ja ruhig zwischendurch bewegen, der kommt ja wieder.

Wenn meine dagegen mal endlich zu mir aufs Sofa kommt und sich gerade so schön entspannt hat und es toll findet, kann ich gar niemals nicht zum Klo gehen, denn dann findet sie, dass es nun auch genug mit Gemütlich war, steht auf und geht. GEHT einfach so! Oft sogar gleich ganz weit weg, nach draußen oder nach oben, Hauptsache weg aus meinem Dunstkreis, weil Madame mich iih findet, weil ich zu hektisch bin, oder so. Weil ich eben nach 1 Stunde stillsitzen mich mal bewegt hab, sowas STÖRT doch … :mrgreen:

Also ich würde deinen so lange schmusen, bis der überall keine Haare mehr hätte … :shock:
 
  • Draußen vor der Tür Beitrag #57
Ich schließe mich Limahl und Tinaho an... Bis auf den Kratzbaum! Weiß nicht, ob dass eine so gute Idee mit dem gebrauchten ist? Habe von vielen Seiten gehört, dass die vorhanden fremden Gerüche nicht unbedingt von Vorteil sein sollen?! Lasse mich aber gern eines besseren belehren... Ansonsten gibt es ja viele kleine, welche nicht viel Geld kosten. Somit haben wir es auch erst probiert!

Ganz liebe Grüsse auch an Sirius, den Hübschen!
 
  • Draußen vor der Tür Beitrag #58
schön, dass das Kerlchen sich bei euch so wohl fühlt.

Freigänger schärfen ihre Krallen an Bäumen, damit markieren sie auch ihr Revier.
Beim Kratzen sondern sie einen Duftstoff ab, der den anderen Katzen zeigt: MEINS!!!

Bitte auf keinen Fall lebende Mäuse füttern - ist auch verboten, bis auf wenige Ausnahmen.

Bitte Frostmäuse oder Frostküken füttern

oder frische Hühnchenflügel oder Schenkel (roh) geben.

Sirius sieht wirklich noch sehr eingefallen aus. Ich drücke euch die Daumen, dass es harmlos ist
 
  • Draußen vor der Tür Beitrag #59
Ich schließe mich Limahl und Tinaho an... Bis auf den Kratzbaum!

Nun mit gebrauchem Kratzbaum meinte ich nun auch nicht einen abgenutzten. Sondern eher einen der mal für die Katz angeschafft wurde aber nicht akzeptiert. Ich hatte hier mal den Fall. Wollte meiner Katze was gutes tun und ihr einen tollen und teueren Kratzbaum kaufen. Den hat sie aber auch nach Monaten noch nicht angenommen. Sie wollte ihr billiges kleines Teil unbedingt. Also habe ich den nicht benutzten teueren Baum wieder für kleines Geld verkauft. Weil was soll ich damit wenn die Katze ihn nicht will.
Ich denke wenn man glück hat kann man so einen tollen Baum für kleines Geld bekommen.
 
  • Draußen vor der Tür Beitrag #60
Also die Idee mit eBay Kleinanzeigen hat sich als goldrichtig erwiesen. Nicht, weil ich dort einen Kratzbaum gefunden hätte, aber über ein bisschen Rumklicken hab ich schließlich bei Fressnapf einen kleinen Kratzbaum (30x30x55) für 10 Euro gefunden. In die Kuschelhöhle passt er da wahrscheinlich nicht (oder nur, wenn er sich ziemlich bemüht) aber er kann daran kratzen, und etwas höheres für ihn zu holen, bringt eh nicht wirklich viel. Auf das Sofa zu hopsen ist das höchste der Gefühle, er war noch nicht einmal auf einem von unseren Stühle... zumindest hab ich ihn noch auf keinem gesehen. Außerdem stolpert er öfter mal, wenn er sich auf das Sofa zieht, und purzelt dann fast hinunter, deswegen möchte ich keinen größeren, höheren Kratzbaum holen (und dann vielleicht einen Teppich unter diesen Kratzbaum legen, wenn er hinaufspringt) Was das Krallenschärfen angeht, ich hab auch gedacht, dass er das draußen macht, aber seine Krallen sehen nicht danach aus. Sind viel zu lang, lassen sich nicht wirklich einziehen, und er blieb mit den Vorderkrallen auch überall hängen und hing dann fest (und hat mich natürlich nicht das Pfötchen anfassen lassen, um die Kralle zu befreien). Deswegen möchte ich es auf jeden Fall mit einem Kratzbaum versuchen, ein bisschen was sollte er ja schon für seine Krallenpflege tun.



Und sofort zum Tierarzt schleppen werd ich ihn auf jeden Fall nicht. Wir machen jetzt erstmal das mit der Urinprobe, und dann soll er noch ein bisschen zunehmen und fluffiger werden, und dann sehen wir weiter, wenn wir die Ergebnisse haben. Bis dahin hab ich ihm hoffentlich auch beigebracht, in den Transportkorb zu gehen... noch üben wir mit Leckerli ;) Aber das mit dem Springen werde ich auf jeden Fall ansprechen. Er hüpft ja auch nicht auf das Sofa, wie man sich das von einer Katze vorstellt, dass sie hüpft, sondern eher so... hundemäßig. Also eigentlich genau so, wie der alte Hund meiner Schwiegermutter auf seinen Hundeplatz hüpft. Vorderpfoten auf das Sofa, kurz inne gehalten, konzentriert, und dann mit den Hinterbeinen abgestoßen. Auf etwas anderes hab ich ihn noch nicht hüpfen sehen, und er bewegt sich auch nicht wirklich viel.



Wenn du ihn schmusen möchtest, bis er keine Haare mehr hat, dann ist das auch gar nicht so schwierig, an einer Stelle ist ja der Anfang schon gemacht *g*


Dass das mit lebendigen Mäusen verboten ist, wusste ich nicht (und mach es dann natürlich auch nicht). Wenn er gerne eine Maus hätte, muss er also ins Feld nebenan gehen, und sie sich da aus der Nähe ansehen. Falls er aber mal eine erwischt, muss ich sie ihm dann wieder wegnehmen und retten? Und wie sieht das dann bei "Bauernhofkatzen" aus, die angeschafft werden, um Mäuse zu fangen? Darf man das dann überhaupt?


Und ja, eingefallen sieht der kleine Kerl wirklich noch aus. Er hat zwar schon zugenommen, seit wir ihn "bekommen" haben, aber am Anfang war er wirklich sehr abgemagert, und die Gewichtszunahme hat sich dann auch rapide verlangsamt. Seit dem Tierarztbesuch ist er glaub ich ungefähr auf demselben Stand (wiegen kann ich ihn leider nicht), er hat noch immer sein Sägeblattrückgrat, zwischen seinen Schulterblättern können sich Kleintiere in den Tod stürzen, und da, wo eigentlich an Vorder- und Hinterbeinen seine Muskeln sein sollten, ist noch immer gähnende Leere. Nur seine Rippen spürt man schon ein bisschen weniger (kann man aber immer noch zählen) und flauschiger ist er geworden (und das Fell wird mit jedem Tag mehr und glänzender). Gibt es da irgendwas, das ich ihm zusätzlich zu verschiedenem Dosenfutter in mehr als ausreichender Menge (nach dem Füttern haben wir hier immer "Bauch mit Ohren" und das bei vier Mahlzeiten am Tag) und ab und zu bisschen Frischfleisch (natürlich nur bis zu 20 % der Mahlzeiten) geben kann? Bisher ist er nicht mäkelig beim Futter und frisst alles, sogar das gekochte Eiweiß, das ich ihm angedreht hab, deswegen wäre ich für alle Vorschläge dankbar :) Ich meine, irgendwo etwas von Fett gelesen zu haben, das man dem Dosenfutter untermischen kann, aber bevor ich so etwas versuche, wüsste ich doch gerne Genaueres.



***


Ich hab aber auch ein Problem mit ihm, und zwar ein richtiges: Er ist ein kleiner Verräter! Aber dafür muss ich wohl ein wenig weiter ausholen... schon als mein Verlobter und ich das erste Mal über das Thema „Katze“ gesprochen haben, war für mich klar, dass ich einen Freigänger möchte. Eine richtige Draußenkatze, keine neurotische Wohnungskatze (und wir haben da ein wunderbares Beispiel im Freundeskreis). Als wir dann hier die Wohnung bekommen haben, wurde das dadurch nur noch klarer. Wir wohnen im Erdgeschoß, und bei einer reinen Wohnungskatze hätte ich das Problem, dass ich entweder alle Fenster vergittern müsste, oder höllisch aufpassen, wann und wie ich sie öffne. Und bei der Terrassentüre wäre das nur noch schlimmer geworden, besonders, wenn man dann draußen auf der Terrasse grillt oder einfach nur sitzt und ein Bier trinkt und jedes Mal hinter sich die Tür zumachen muss.
Also einen Freitgänger. Das war auch mit der Grund, warum wir erst im Herbst eine Katze wollten, nicht nur wegen dem finanziellen Aspekt, sondern weil eine neue Katze sich ja erst einmal an die Wohnung gewöhnen soll, bevor man sie hinauslässt. Und ich hab nicht wirklich Lust, im Juli oder August sechs Wochen lang meine Terrasse nur unter Polizeischutz zu betreten, damit die Katze drinbleibt.
Als dann immer klarer wurde, dass wir doch keine neue Katze holen, sondern dass Sirius bei uns bleibt, hab ich mir gedacht „Hach, ist das prima.“ Der ist schon daran gewöhnt, draußen zu sein, wird wahrscheinlich auch nicht wirklich auf die Katzentoilette gehen, nutzt seine Krallen draußen ab anstatt drinnen, und wir werden wahrscheinlich Probleme haben, ihn daran zu gewöhnen, drinnen zu bleiben, so groß wird sein Freiheitsdrang sein. Wie man vielleicht an den letzten Geschichten bemerkt hat – Pustekuchen!
Nicht nur, dass er ohne Probleme nachts drinnen bleibt und kein bisschen mäkelt, dass er gerne nach draußen möchte (nur, dass acht Stunden ohne Futter doch irgendwie ziemlich lang sind), nein, er liebt das Katzenklo auch heiß und innig (warum auch immer). Mittlerweile hab ich das Gefühl, dass er gar nicht mehr draußen auf die Toilette geht, sondern nur noch drinnen bei uns (danke aber auch... ich hatte mich schon gefreut, dass wir weniger Arbeit haben!). Wenn das Ding sich selbst reinigen würde und Dosen öffnen könnte, ich glaub, er würde uns gar nicht brauchen.
Auch ist es nicht so, dass er vor der Tür stehen würde und „Maunz, maunz, maunz, ich will nach draußen!“ machen würde. Nein, er maunzt eher den ganzen Tag, und manchmal gehe ich dann zur Tür, und halte sie auf, um zu sehen, ob er gerne nach draußen möchte. Das ist dann nicht „Oh toll, ich kann nach draußen, supi supi supi!“ sondern eher „Hm. Da geht’s ja nach draußen, das hätte ich ja fast vergessen. Ja, jetzt, wo dus sagst und die Tür aufhältst und mich so anguckst... eigentlich könnte ich ja doch mal gucken, wie es da aussieht.“ Manchmal geht es dann raus, manchmal guckt er nur. Wenn das Wetter zu schlecht ist oder er keine Lust hat oder es zu windig ist oder es regnet oder es hier drinnen aus irgendwelchen Gründen schöner ist, dann geht er nicht nach draußen, sondern bleibt drinnen. Und das wirklich sehr ausdauernd.
Den Vogel hat er jetzt aber heute abgeschossen. Eine der ersten Amtshandlungen meines Vaters, als klar wurde, dass Sirius jetzt doch bei uns bleibt, war es, einen Napf, Katzenmilch und einen Buschen Katzengras zu kaufen. Wahrscheinlich, weil er die Sachen gerade im Baumarkt gesehen hat oderso und er das Gefühl hatte, etwas für das arme Tier tun zu müssen (beim Kater in meiner Kindheit hat er das Zeug noch als vollkommen unnötig verdonnert) – ansonsten kann ich mir das Katzengras nicht wirklich erklären. Auf jeden Fall fand ich es auch unnötig, immerhin putzt er sich ja eh nicht wirklich, und außerdem ist er ja Freigänger. Behalten hab ich es trotzdem, ich hatte einen Blumentopf frei, und es sieht ja auch nicht so schlecht aus, wenn auch ein bisschen öde. Als ich dann gestern einen Rosmarinbusch für den Blumentopf gekauft habe, musste das Katzengras allerdings weichen. Es wegzuwerfen, hab ich aber auch nicht übers Herz gebracht, deswegen hab ich es neben Sirius' Futternapf gestellt. Beim letzten Mal hat er es vollkommen ignoriert. Aber heute... nicht heute! Heute hab ich ihn erwischt, wie er an dem verdammten Ding geknabbert hat! Der Verräter! Da draußen gibt es so viel Gras – da ist eine ganze verdammte Wiese vor meinem Küchenfenster! Aber nein... es muss das Zeug aus dem verdammten Topf sein! Echt! Wenn das so weitergeht, dann müssen wir ihn rauswerfen, damit er überhaupt noch frische Luft bekommt.


Einen Kamm, einen Transportkorb und einen Sisalteppich haben wir mitterweile auch geholt, mit wechselndem Erfolg. Den Kamm mag er (was mich persönlich überrascht), er mag die Beachtung, und ich kann bald in das Geschäft mit Katzenwolle einsteigen, wenn er sich weiter so fleißig kämmen lässt. Auch wenn es mal ein bisschen ziept, beschwert er sich überhaupt nicht, dann wird aber natürlich zum Ausgleich auch fleißig gekrault. Das mit der Fellpflege ist also kein Problem mehr, auch wenn er immer noch regelmäßig den halben Garten mit anschleppt. Auch das Fell an der rasierten Stelle am Rücken wächst schon fleißig nach, mittlerweile ist er keine Klatze mehr, sondern eher so eine Drei-Tage-Bart-Katze, und wenn er dann wieder pelzig ist, darf er auch wieder über Nacht raus. Im Moment ist es hier noch viel zu kalt, als dass ich das riskieren würde (ich mache abends, wenn ich ihn reinhole, immer Atemwölkchen! Das geht gar nicht!).


Der Transportkorb ist ihm nach seiner Erfahrung mit der Lebendfalle und der alten Box glaube ich immer noch nicht so ganz geheuer. Wir sind jetzt zur Taktik übergegangen, den Korb ohne Deckel ins Wohnzimmer zu stellen und dort jeden Tag ein paar Leckerli zu füttern. Wenn er sich daran gewöhnt hat, machen wir dann den Deckel drauf, und wenn das Reingehen mit Leckerli dann klappt, will ich anfangen, das „Tür zumachen“ mit ihm zu trainieren. Er ist ja doch schon ein etwas älterer Herr, bei dem eventuell viele Tierarztbesuche anstehen in nächster Zeit, da wäre es wirklich von Vorteil, wenn es nicht jedes Mal ein endloser Kampf ist, ihn in die Box zu bekommen. Dass er anscheinend kein wirklich gutes Gedächtnis hat, kann uns da eigentlich nur zugute kommen. Hochheben und Pfötchen anfassen übe ich auch schon fleißig mit ihm, für genau die Gelegenheit und auch wegen seiner Krallen. Am Anfang durfte man ihn ja gar nicht am Bauch anfassen, dann hat er sich schon beschwert und geschrien wie am Spieß, aber mittlerweile lässt er sich brav am Bauch kraulen, wenn auch nicht mit Begeisterung, und ich kann ihn schon ein paar Zentimeter vom Boden abheben, ohne dass er so tut, als wollte ich ihm das Fell abziehen. Pfötchen anfassen ist auch schon ganz okay. Hinten kann man sie festhalten und leicht drücken, wenn er entspannt liegt, vorne funktioniert nur die zweihändige Technik (eine Hand krault, die andere hält das Pfötchen), und dann auch nicht immer. Er scheint dann nämlich der Ansicht zu sein, dass, wenn die Hand schon in der Nähe ist, sie sich doch viel eher seinem Kopf widmen sollte als seinem Pfötchen, und ersetzt das Pfötchen dann immer durch den Kopf.


Sisalteppich wird mit dem Hintern nicht angeguckt, auch die dranhängende Plüschmaus ist total uninteressant. Nächsten Monat dann kaufen wir einen Kratzbaum (am besten auch einen mit einer Plattform ein bisschen höher), mal sehen, wie er sich damit tut. Vielleicht möchte er da so dringend hinauf, dass er sogar ein kleines bisschen klettert? Das fände ich sehr schön, im Moment tut er ja noch so, als wäre er am Boden festgeklettet.
 
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