Tut mir leid, dass ich mich länger nicht gemeldet hab, aber im Moment sieht es (bei mir, nicht bei der Katz) gesundheitlich nicht so gut aus. Danke für eure vielen lieben Worte... und das wird keine Freundschaft fürs Leben, das ist schon eine Freundschaft fürs Leben! Auch wenn er mich mittlerweile definitiv lieber mag als meinen Verlobten... *g*
Also einen Sisalteppich haben wir jetzt gekauft (Kratzbaum noch keinen, in dem Laden, in dem wir jetzt waren, hatten sie keinen vernünftigen. Nächste Woche gehts zu Zooplus, da nehmen wir auch gleich Premiere Excellent mit zum Ausprobieren), aber der ist Bäh. Ob das jetzt am Sisal liegt oder daran, dass die irgendwas Knisterndes in das Ding eingenäht haben, weiß ich nicht, aber wenn er die Wahl hat, setzt oder stellt er sich nicht drauf. Selbst wenn ich es an seinen Lieblingsplatz lege, dann nimmt er nur unter Protest Platz, und wenn ich ihn streichle, während er drauf sitzt, tretelt er lieber woanders rum. Soviel zu meinem Plan.
Dass die Vorbesitzer ihm das mit dem Kratzen nicht beigebracht haben, wundert mich aber doch. Ich meine, so eine Katze hat ja ein Kratzbedürfnis, und selbst die desinteressiertesten Katzenhalter haben dann doch ein Interesse daran, dass sie dieses Kratzbedürfnis an einem Kratzbaum ausleben anstatt an allem, was da so rumsteht (und vor allem wenn sie jung sind, machen sie das ja). Allerdings hat er hier noch an gar nichts gekratzt... Sofa, Tische, Stühle, Kartons (haben noch ein paar vom Umzug rumstehen), alles vollkommen uninteressant. Nur ein bisschen Treteln auf dem Sofa ist drin. Naja... vielleicht kennt er nur einen Kratzbaum, und sobald wir einen haben, ist alles wieder supi?
Sirius ist noch nicht gechippt, aber beim nächsten
Tierarzt-Besuch (der auf jeden Fall nötig sein wird, siehe unten

) wird das auf jeden Fall nachgeholt. Und ja, er ist eine kleine Wundertüte und ich hoffe, dass da noch viele schöne Überraschungen rauskommen. Die Fortschritte, die er bis jetzt gemacht hat, sind ja schon wirklich toll, und der Kater einer Freundin, der auch Wildling war, ist innerhalb von zwei Jahren auch zu einer richtigen Schmusekugel mutiert, das gibt mir Hoffnung
Das mit der Maus werd ich glaub ich mal versuchen *hust* Leider hat ein Freund von uns seine Futterrattenzucht mittlerweile aufgegeben, sonst wäre das eine Möglichkeit gewesen (und eine, wo wir das Tier bei Desinteresse wieder zurückgeben könnten), aber wenn ihn gar nichts interessiert, bekommt er mal ein lebendiges Mäuschen. Und der arme Kerl ist ja immer noch sehr dünn (außer nach dem Futtern, dann ist er Bauch mit Ohren), deswegen kann es sein, dass er noch Energie spart. Oder er ist wirklich krank
Mit dem Laken hab ich mich mittlerweile "durchgesetzt", wie man auf den Fotos sieht, ich glaube, das hat sich für seinen Geschmack an den Kanten zu sehr gebauscht. Jetzt, wo alles schön festgesteckt ist, kann er sich dadran auch hochziehen, wenn er den den Sprung nicht in einem Rutsch schafft, und er liegt auch gerne drauf.
Bettchen braucht er natürlich auch, und die sind auch wirklich wirklich hübsch (besonders in Benutzung, die Bilder aus dem Osterpaketthread sind die beste Werbung), aber ich hab mich bis jetzt jedes Mal an den Bettchen vorbeigeschleppt (und meinen Verlobten auch). Ich habe aus zuverlässiger Quelle, dass Katzen jahrelang prima ohne Katzenbettchen überleben können (der Kater, den wir hatten, als ich ein Kind war, ist das beste Beispiel dafür. Als Grundschülerin hab ich mir mit Hingabe ein Katzenkörbchen vom Taschengeld abgespart, natürlich extragroß, für einen Neun-Kilo-Kater... meint ihr, er hätte es überhaupt mal angeguckt? Nä. Der Karton mit den PC-Treiber-CDs war VIEL interessanter!), deswegen gibt es da erstmal einige dringendere Anschaffungen (wie ein anständiger Kratzbaum und ein Fummelbrett, sowie Tierarztrücklagen), bevor wir von Handtuch+Flauschdecke auf etwas Hübscheres umsteigen.
Und naja, kann sein, dass wir die Tierarztrücklagen eher brauchen, als man denkt. Was sagt ihr dazu?
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Ein bisschen Panik hab ich jetzt natürlich auch noch bekommen. Er schläft ja jetzt die letzten Tage seit dem Tierarztbesuch schon brav drinnen und macht auch keinen Terz nachts (nur wenn er findet, dass er jetzt lange genug gehungert hat und jetzt gerne Frühstück von uns wollen würde). Das bedeutet aber auch, dass er jetzt zumindest zum Teil aufs Katzenklo geht, und was soll ich sagen? Er macht riesengroße Seen. Außerdem trinkt er unglaublich viel, vor allem, wenn man bedenkt, dass er nur Nassfutter bekommt. Zuerst hab ich gedacht, er denkt, er kann nicht nur auf Vorrat fressen, sondern auch auf Vorrat trinken, aber die Nachbarn haben erzählt, dass er früher nichts getrunken hat, wenn man ihm was hingestellt hat. Nun sind die Nachbarn ja nicht gerade Katzenexperten, aber zu denken gibt es mir schon. Also hab ich den Fehler gemacht und gegoogelt, und was da alles zu den Symptomen rausgekommen ist, da möchte ich gar nicht dran denken. Diabetes, Nieren, Harnwegsinfekt, Entzündung... da schüttelt es mich! Und dass wir keine Ahnung haben, wie alt er ist, macht es natürlich nicht besser mit dem Sorgen machen. Also gleich mit dem Tierarzt telefoniert, weil ich da ohnehin noch mit ein paar Fragen anrufen wollte und ihnen seinen Namen durchgeben musste, aber das hat mich ein bisschen beruhigt. Es klang zumindest nicht so, als ob ich ihn jetzt sofort gleich dringend einpacken müsste und mit Blaulicht da hinfahren muss, auch wenn die Arzthelferin gleich auf dieselben Sachen gekommen ist, die ich ergoogelt hatte (gut, Diabetes hat sie nicht gesagt! Und einem Bündel Fell, das sich nicht mal zwei Zentimeter vom Boden hochheben lässt, will ich ehrlich gesagt auch keine Spritzen verpassen müssen. Wobei, bei Diabetes scheint die Prognose besser zu sein als bei Nieren... und nachdem er immer noch so ein bisschen schmollig auf meinen Verlobten ist, könnten wir dann Good Cop, Bad Cop spielen, wobei ich dann natürlich der Good Cop wäre).
Impfen müssen wir ihn dann natürlich auch noch, wenn er ein bisschen fluffiger geworden ist (untergewichtige, geschwächte Katzen impfen ist sicher keine gute Idee, das ist wie bei Menschen, glaub ich), aber da kommen wir nicht herum. Hier sieht man alle paar Minuten eine andere Katze vorbeilaufen, und das nur auf der Seite, wo das Feld ist und kein Sichtschutzzaun, und er ist doch gerne und lange draußen. Er könnte sich anstecken, er könnte andere Katzen anstecken – nicht impfen wäre in meinen Augen unverantwortlich. Und wenn wir deswegen ohnehin zwei Mal im Abstand von vier Wochen zum Tierarzt müssen (und bis dahin müssen wir auch noch eine eigene Transportbox für ihn kaufen), dann können wir das mit dem Chippen auch gleich erledigen, und ihm Blut abnehmen lassen. Eventuell auch noch ein Röntgen, um zu sehen, ob er irgendwelche schlecht verheilten Brüche oder andere Sachen hat, die sich von außen nicht feststellen lassen. Man, was bin ich froh, dass er ein kleines bisschen doof ist und schon am Abend nach dem Tierarztbesuch nicht mehr böse mit uns war. Obwohl der arme Tropf wegen mir kotzen musste.
Bis wir das allerdings erledigen, darf ich ihm mit einem Schüsselchen hinterherlaufen, wenn er sich in die Nähe der Toilette bewegt, denn irgendwo muss man ja auch eine Urinprobe herbekommen! Oh Freude, oh Freude. Und gestern noch hab ich meinen Verlobten angemotzt, als der Kater zur Toilette ist und er ihn locken wollte. „Wenn du auf dem Topf sitzt, willst du auch deine Ruhe!“ Und jetzt bekommt der arme Kerl diese Ruhe trotzdem nicht...
Zahlen werden wir das mit dem Tierarzt nach dem ersten Besuch natürlich selbst. Nicht, dass wir jetzt wesentlich mehr Geld hätten, als vor vier Wochen, aber es ist ja doch einiges nötig, und es gibt hier noch ganz viele andere Katzen in der Stadt, die Hilfe brauchen, und wenn es sich nicht ausgeht, bin ich sicher, dass wir auch mit meinem Vater reden können, und Geburtstag hab ich ja auch bald („Zwergenkind, was wünschst du dir zum Geburtstag?“ - „Zahlst du der Katze den Tierarzt?“). Klug wie der kleine Kerl ist, hat er meinen Vater nämlich, als der für die Renovierung da war, auch gleich um die Pfote gewickelt, sicher ist sicher. Als wir gestern geskypt haben, hat er natürlich gleich nach dem Herrn gefragt und wie der Tierarztbesuch gelaufen ist („Aber sehen tu ich ihn nicht.“ - „Papa, du siehst hinter mir die Decke des Zimmers und die Oberseite des Schranks! Überrascht dich das jetzt wirklich, dass du den Kater nicht siehst?“). Und den Namen haben wir ihm auch mitgeteilt („Er heißt Sirius.“ - „Das kann ich ja nichtmal schreiben!“ - „Papa, du hast Harry Potter gelesen, du
weißt, wie man Sirius Black schreibt!“).
Weggeben kommt für uns, egal, was unser tapferer Krieger jetzt hat (und wir hoffen natürlich, dass die Antwort „Gar nix“ lautet), nicht in Frage, außer natürlich, es wäre wirklich besser für ihn. Als ich meinem Verlobten gestern davon erzählt hab, was ich im Internet gefunden hab, da hab ich ihn nur bange angeguckt, und gesagt, „Weggeben tun wir den aber nicht, egal, was er hat, oder?“ und er hat zurückgeguckt, wie wenn ich grade vorgeschlagen hätte, dass wir den Kleinen schlachten und in Stückchen in Toppits-Beuteln in den Gefrierschrank packen. „Natürlich nicht“, hat er gesagt, und damit war die Diskussion auch schon gegessen.
Auch die Sinnhaftigkeit einiger Anschaffungen in meinem Haushalt wird mir erst jetzt so richtig klar, nachdem der Herr Kater sich hier eingelebt hat. So haben wir sicherlich nur ein Dreier-Sofa mit Recamiere gekauft, damit ich mich auf das Sofa legen kann und der Kater neben mir auf der Recamiere bequem Platz hat, aber nicht, damit wir zu zweit auf das Sofa passen. Auch das Uralt-Tablet haben wir sicherlich nur geschenkt bekommen, damit ich mit einer Hand im Liegen Fanfictions lesen kann, die zweite Hand ist nämlich nicht für meine eigene Benutzung vorgesehen. Entweder muss die zweite Hand nämlich den Kater streicheln, oder der Kater liegt drauf. Da scheint er echt drauf zu stehen, mit dem Kopf/Nacken auf meiner Hand zu pennen. Warum auch immer – aber so krieg ich wenigstens keine kalte Hand.
Überhaupt scheint er Hände sehr zu mögen, oder wir haben ihn schon konditioniert. Wenn er so maunzend am anderen Ende des Zimmers sitzt („Maunz, Maunz, streichel mich, streichel mich, und am besten kommst dafür auch noch DU her, dann muss ICH mich nämlich gar nicht bewegen!“) dann kann man mit Engelszungen auf ihn einreden, ihn angucken, Geräusche machen, seinen Namen sagen (Auf den er eh nie hören wird. Auch wenn ich es dann mit der Konfrontationstherapie versuche. Ich sage Sachen zu ihm, die jedem anständigen Mann unendlich peinlich sein müssten, beispielsweise „Schnuckelchen“ oder „Schnuckelkatze“ oder „Flauschetier“, aber irgendwie reagiert er darauf nicht, wie er sollte. Auch bei „Bist du aber niedlich“ findet er nicht, dass das seine Männlichkeit beleidigt. Liegt vielleicht daran, dass er keine Männlichkeit mehr hat, aber naja), er bleibt stehen und maunzt. Aber sobald du deine Hand nach unten hängen lässt, musst du gar nichts mehr sagen, und er kuschelt schon mit deiner Hand und stupst sie an und maunzt dich an, falls er meint, dass du streicheltechnisch nicht engagiert genug bist.
Abgesehen davon sind wir mittlerweile bei der Steigerung von „Ich geh mal nicht auf die Toilette, die Katze schläft“ angelangt. Ich hab ja eine Decke unter dem Esstisch liegen, wo ich meine Füße draufstelle, damit sie auf dem Fliesenboden nicht zu kalt werden. Und natürlich findet er diese Decke auch total toll, besonders, wenn da noch ein Fuß ruhig steht, auf den er sich legen kann. Also liegt dann der Kater glücklich unter meinem Tisch, auf meinem Fuß (oder meinen Füßen), und ich sitze da. Und kann mich nicht bewegen. Weil der Kater auf meinem Fuß liegt. Davor konnte ich ja wenigstens noch meine Füße anders hinstellen, weil darauf reagiert er nicht, nur wenn ich aufstehe. Aber damit ist es jetzt offensichtlich auch vorbei. Wenn das so weitergeht, liegt er in ein paar Tagen auf meinem Schoß, und dann darf ich mich gar nicht mehr bewegen. Nichtmal so ein bisschen.
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Übrigens heißt es ja, dass die Augen der Spiegel der Seele sind... jetzt hab ich irgendwie Angst :shock: