Hallo ihr Lieben,
Ich habe etwas länger heut überlegt, ob ich wieder herkomme und mein Problem schildere.
Manche von euch kennen mich vielleicht noch, ich war hier zeitweise ja auch recht aktiv. In den letzten Monaten bzw im letzten Jahr ging aber alles drunter und drüber.
Nun haben wir ein riesen Problem mit Sheila.
Wir kamen vor zwei Wochen von der Beerdigung meiner Oma nach Hause (welch Ironie.. *seufz*). Mein Freund rief mich ganz seltsam..
Sheila lag auf der Seite und hatte eine Art anfall. Sie krampfte und hatte Atemnot, so schlimm, dass sie
blau anlief. Wir dachten nicht, dass sie es noch schafft. Sind sofort zum nächsten tierarzt, aber dort war auch nur eine Vertretung, die echt für den A*** war.
Gut.. Sei es drum. Sheila blieb nach Medis kurzatmig, hatte Gleichgewichtsstörungen einmal.. Also rief ich bei meiner Standard Praxis an und vereinbarte einen Termin zur Kontrolle. Das war dann ca eine Woche nach dem Anfall.
Dort nahm man sich über eine Stunde Zeit für uns. Ich bin so froh die Praxis zu haben!!
Sie röntgten Lunge gezielt nochmal und nahmen Blut ab. Lunge etwas verschärft, aber nichts richtig auffälliges. Dann das Blutbild.. Alles was mit roten Blutkörperchen zu tun hat, war extrem erhöht. Das Blut für das Organbild konnte nicht zentrifugiert werden, weil der Wert so hoch ist.
Hämatokrit normalerweise zwischen 21 und 47% oder sowas. Sheila hatte über 80%!
TÄ tippte auf chronisches Lungenproblem. Herz konnte nicht ausgeschlossen werden, also Herzschall vereinbart. Als Medis gab es Bronchien-Erweiterer und als Notlösung erstmal 1/4 ASS 100mg alle 3 Tage. Wenn es schlimmer wird, sofort melden.
Gestern früh um 4.30 Uhr bin ich aufgewacht und saß kerzengerade im Bett. Bin rüber zu den Geräuschen und ja - es war wieder ein Anfall. Also TÄ angerufen. Eine andere hatte Dienst (sie sind dort zu viert in der Praxis), aber sie wusste direkt schon Bescheid wer Sheila ist. Sie sagte direkt kommen, das ist kritisch, weil das Blut so dick ist.
Also hin morgens um 5 Uhr. Nun hatten wir das Glück, dass sie eine Ahnung hatte woher diese Werte kommen. So einen hohen
Hämatokrit-Wert hat sie erst zweimal in ihrer ganzen Laufbahn gehabt. Einmal war es ein Nierentumor und einmal Polyzythämie.
Sie konnte aber auch Herz und Lunge nicht ausschließen.
Sheila wurde dort behalten in einer Sauerstoffbox. Morgens sollte Blut abgenommen werden und mittags Schall für Herz und Niere. 15 Uhr konnte ich anrufen, was los ist.
Stand der Dinge:
Sheila hatte auch dort nochmal min. 2 dieser Anfälle. Herz und Lunge i.O., Nieren i.O., sauerstoffsättigung i.O.
Sodass sie zu 99% sicher ist, dass es diese Polyzythämie ist, die leider unheilbar ist.
Mit Therapie hat Sheila 2-4 Jahre noch zu leben. Therapie heißt: Aderlass so oft wie nötig, dazu Tabletten aus der Humanmedizin für Chemos. Min. Einmal im Monat blutbild kontrollieren.
Ohne Therapie schafft Sheila evtl keine zwei wochen mehr.
Achso: um 100% sicher zu gehen, dass es das ist, wird Blut an ein Labor in England geschickt, die das bestimmen können. Kostenpunkt 120€+Steuer nur für diesen einen Test. Habe dem aber zugestimmt, will sicher sein.
Morgen oder eher heute gegen mittag kann ich nochmal anrufen wie es ausschaut. Momentan ist sie noch dort zur Beobachtung mit Venenkatheter als Aderlass und an der Infusion. Toi toi toi Sheila macht das alles ganz toll, sagte sie. Wir dachten eig sie muss sediert werden, nach dem Drama beim Blut abnehmen.
Morgen wenn ich sie hoffentlich abholen kann, wollen sie mir mal aufstellen, was die Therapie monatlich in etwa Kosten wird. Ich habe sehr Angst davor.. Momentan bin ich nur am studieren und Geld ist eh sehr sehr knapp :/ ich will alles für sie tun, aber ich habe wahnsinnige Angst, dass ich das nicht stemmen kann.
Mit einer lieben Bekannt über Facebook habe ich etwas Hoffnung geschopft. Sie hat ein amerikanisches forum gefunden in dem ein paar Betroffene geschrieben haben. Deren katzen haben sogar 7-10 Jahre noch damit gelebt. Mit Therapie. Aderlass war teilweise nur noch all 7-8 monate notwendig.
Ich hoffe hier vielleicht irgendwie noch auf andere bettoffene, mit denen ich mich austauschen kann. Aber ich weiß dass es leider eine sehr seltene Erkrankung ist
Die TÄ hat auch hier in der Uniklinik Gießen angerufen, aber selbst die haben leider nicht mehr Fälle gehabt. Also auch dort keine besseren Infos.
Ich hoffe das Beste.. Und bin über jeden Daumen und jede pfote, die ihr drückt, sooo dankbar.