Hat der Tierschutz eine Vorbildfunktion?

Diskutiere Hat der Tierschutz eine Vorbildfunktion? im Tierschutz Forum im Bereich Katzenfreunde; Ja, gut. Aber anscheinend ist das aus vielen Gründen nicht machbar. Sonst wäre es ja bereits so in den vorhandenen Tierschutzorganisationen. Mir...
  • Hat der Tierschutz eine Vorbildfunktion? Beitrag #21
Ja.

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Leider scheine ich mit der Meinung - zumindest könnte man den Eindruck, wenn man mit dem einen oder anderen, der sich Tierschützer nennt, redet, gewinnen - alleine da zu stehen.

Ich verweise nur mal auf diesen Thread , in dem ich ja ähnliches als Frage aufgeworfen habe. Für mich hat der Tierschutz sehr wohl eine GROSSE Vorbildfunktion und sei es nur, wie es hier schon mal anklang, dass es EINEN gibt, der sich soweit auskennt/schlau macht, dass man einen Leitfaden o.ä. entwickelt und dem Interessenten an die Hand gibt.

Ja, gut. Aber anscheinend ist das aus vielen Gründen nicht machbar. Sonst wäre es ja bereits so in den vorhandenen Tierschutzorganisationen. Mir ging es jetzt nicht darum das einzufordern, sondern eher zu überlegen. Was sind die Ursache für diesen Mangel (ich nenn es jetzt mal so) und wie kann man das verändern? Wo müsste man ansetzen. Du schlägst, es sollte mindestens eine Person da sein. Noch ist in den TSVs nichts vorgeschrieben, es ist keine Pflicht, dass es jemanden geben muss, der sich auskennt, sondern ALLES was die da machen ist freiwillig, d.h. sie können auch entscheiden, worauf sie den Schwerpunkt legen wollen, was sie machen wollen. Und anscheinend legt ein Grossteil der Tierschützer den Schwerpunkt auf die TIERRETTUNG und nicht auf die Vorbildfunktion, sprich Aufklärung über artgerechte Tierhaltung etc.

Ich mache das und einige wenige Tierschützer, die ich kenne, auch, aber alles andere um uns herum tut eben was auch immer ihnen grad in den Sinn kommt und vorrangig Tierrettung. Wir müssten alle mehr an einem Strang ziehen. Nur wie soll man das umsetzen. Die Arbeit an sich ist ja freiwillig.

Wie haben die Züchter das denn hingekriegt?
 
  • Hat der Tierschutz eine Vorbildfunktion? Beitrag #22
Im Tierheim (Tierheim) Berlin hausen z.B. über 700 Katzen. Das Tierheim ist ein gemeinnütziger Tierschutzverein. Woher bitte, sollen die das Geld nehmen, all die Katzen hochwertig zu ernähren?! Dort gibt es außerdem keine 1:1 Betreuung wie bei euch zu Hause. Ich bin z.B sehr, sehr froh, dass sie dort z.B. großen Wert auf die Sozialisierung von Kitten legen. Sich z.B. die Zeit nehmen, die Kitten zu zähmen etc. Was so ein Tierheim leistet und damit meine ich nicht nur das Tierheim Berlin, ist schon enorm: Die bekommen z.B. auch meist mehrfach im Jahr riesige Mengen an Tieren aus Beschlagnahmen, sei es aus Tiermessihaushalten, sei es aus illegalen Tierwelpentransporten. Diese Tiere sind in erster Linie z.B. krank.

Natürlich sollte der Tierschutz bei der Abgabe über hochwertiges Futter informieren. Besser als eine umfassende persönliche Ansprache, was bei vielen Menschen nämlich als eine Art Belehrung ankommt, fände ich allerdings die Mitgabe umfangreichen Infomaterials. Denn die Leute, die zum Tierschutz gehen, sind eh die, die grundsätzlich das Beste für ein Tier wollen. Sie dann noch zu "belehren" kann auch mal nach hinten los gehen. Das hat was mit Psychologie zu tun.

Und, das werf ich auch mal ein: hochwertiges Futter hat zwar einen hohen Fleischanteil, aber Bio ist es standardmäßig auch nicht. Die Katzen fressen also auch bei sog. hochwertigem Futter trotzdem "Stresshormone" und Antibiotika mit, weil die Tiere, die im Futter verarbeite sind aus der Massentierhaltung stammen. Eigentlich müsste so ein Tierheim, wenn es es wirklich richtig machen will, die Katzen mit Biofutter füttern.... Wo wir wieder bei der Frage der Finanzierung wären...:roll:

Letztlich kann man auch nicht jedem etwas vorschreiben, die allermeisten Menschen ernähren sich selbst schon nicht mal gesund...

Ein Tierheim sind doch schon froh, wenn es Tiere in Haushalte vermitteln kann, in denen schon mal einiges stimmt, z.B. keine Einzelkatzenhaltung. Es muss gewisse Kompromisse schließen, um die Tiere überhaupt vermittelt zu bekommen, damit Platz ist für neue Tiere.

Mich würde mal interessieren, wie viele von den Schreibern hier regelmäßig Geld und/oder Futter an den (Tierheim-)Tierschutz spenden und/oder sich an Freiwilligenaktionen beteiligen.

Ich halte übrigens von sog. "seriösen Züchtern" überhaupt nix - nach allem was ich dazu bisher gelesen habe. Und dazu stehe ich auch.
 
  • Hat der Tierschutz eine Vorbildfunktion? Beitrag #23
Spannende Frage, die Antwort für deutsches Ackerland: " Hauptsache wir haben wieder Platz!"
Die hiesigen Tierschutzvereine sind überwiegend privat und finanzieren sich aus Spenden.
Ich glaube nicht, dass irgendwer Zeit und Geld hat, sich mit artgerechter Ernährung zu befassen.
Das betrifft ja nicht nur Katzen, sondern auch Hunde, Kaninchen und Hamster.
Wie soll ein Ehrenamtlicher Mittarbeiter, neben seinem Beruf, die Zeit finden für alle die passende Ernährung parat zu haben?
Die meisten sind froh wenn genug Futterspenden kommen, Hauptsache die Tiere werden satt.

Hier werden die Kitten mit 8 Wochen vermittelt, zum Teil in Einzelhaltung, das finde ich schlimmer!
 
  • Hat der Tierschutz eine Vorbildfunktion? Beitrag #24
Hallo Toshie,

du hast natürlich in einigen Punkten Recht. Die Frage war auch nicht als Vorwurf gemeint, sondern eher als Diskussion ganz generell. De facto ist es so, wenn ich das richtig überblicke, sind die meisten Schreiber hier selber im Tierschutz aktiv, entweder als Pflegestelle o.ä. oder haben mich hier im Forum auch schon mehrmals bei meiner Tierschutzarbeit finanziell oder futtertechnisch unterstützt. ;-)

In welchem Punkt ich absolut nicht deiner Meinung ist die Preisfrage. Schrottfutter wie Whiskas und Felix ist fast, genauso oder teils noch teurer als gutes mittelklasse Futter. Man müsste einfach nur die Sorte wechseln und würde dasselbe Geld bezahlen. Wenn es Spenden sind, verstehe ich das, aber nicht, wenn ein TSV systematisch Schrottfutter einkauft aus der Überzeugung heraus, er tue den Tieren damit etwas gutes.

Wie soll ein Ehrenamtlicher Mittarbeiter, neben seinem Beruf, die Zeit finden für alle die passende Ernährung parat zu haben?
Die meisten sind froh wenn genug Futterspenden kommen, Hauptsache die Tiere werden satt.

Gutes Argument!

Gäbe es vielleicht eine übergeordnete Institution, die man vielleicht zur Verantwortung ziehen könnte, sich darum zu kümmern, dass der Tierschutz damit versorgt ist. Oder fühlt sich in Deutschland niemand dafür zuständig, dass Tiere artgerecht gehalten werden?
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:
  • Hat der Tierschutz eine Vorbildfunktion? Beitrag #25
Wenn es Spenden sind, verstehe ich das, aber nicht, wenn ein TSV systematisch Schrottfutter einkauft aus der Überzeugung heraus, er tue den Tieren damit etwas gutes.

Ich habe keine Ahnung, aber könnte da vielleicht ein ähnliches "Sponsoring" eine Rolle spielen wie bei Tierärzten, die massenweise Trockenfutter von Vertretern kaufen und es ihren "Kunden" empfehlen?
 
  • Hat der Tierschutz eine Vorbildfunktion? Beitrag #26
Ich habe keine Ahnung, aber könnte da vielleicht ein ähnliches "Sponsoring" eine Rolle spielen wie bei Tierärzten, die massenweise Trockenfutter von Vertretern kaufen und es ihren "Kunden" empfehlen?

Aber woher soll das kommen? Wer sponsort wen?
 
  • Hat der Tierschutz eine Vorbildfunktion? Beitrag #27
Ich empfinde es nicht so dramatisch wenn der Tierschutz mit Vereinshintergrund, keine Aufklärung über artgerechtes Futter leisten kann. ( kann ja noch nicht mal der Tierarzt). Die Tierheime leisten viel, doch sie haben weder die finanziellen Möglichkeiten noch die Mitarbeiter um so aufzuklären. Denke so lange es keine bundesweite Regelung gibt, wird es immer Tierheime geben, die zu früh und dazu noch nicht kastriert die Tiere abgeben, gar nicht oder zu oberflächlich die Adoptanten kontrollieren.

lg
Verena
 
  • Hat der Tierschutz eine Vorbildfunktion? Beitrag #28
Um das nochmal deutlich klar zu machen: ich rede nicht davon, dass ein Tierheim seine Tiere barfen soll oder nur Bio füttern oder ähnliches. Dass das nicht möglich ist, ist mir klar. Nur weiß ich nicht, ob eine Vermittlung in ein "schlechtes" zuhause so gut ist, wenn die Tiere dann zurück kommen weil die neuen Besitzer sich nicht richtig informieren. Das nur als Beispiel.

Ich habe derzeit einen Pflegehamster hier. Die Kleine kommt von einem Verein, der sich wirklich Gedanken macht und gar nicht erst in nicht artgerechte Verhältnisse vermittelt. Und da passiert auch alles ehrenamtlich und gemeinnützig. Dieser Verein füttert ausschließlich hochwertig und die Hamster Leben in artgerechten Gehegen. Es geht also.
 
  • Hat der Tierschutz eine Vorbildfunktion? Beitrag #29
Hallo Toshie,

In welchem Punkt ich absolut nicht deiner Meinung ist die Preisfrage. Schrottfutter wie Whiskas und Felix ist fast, genauso oder teils noch teurer als gutes mittelklasse Futter. Man müsste einfach nur die Sorte wechseln und würde dasselbe Geld bezahlen. Wenn es Spenden sind, verstehe ich das, aber nicht, wenn ein TSV systematisch Schrottfutter einkauft aus der Überzeugung heraus, er tue den Tieren damit etwas gutes.

Ja, es stimmt schon, dass es letztlich preislich fast keinen Unterschied macht, weil von dem hochwertigen Futter ja weniger gefüttert werden muss, bis die Katzen satt sind.

Weißt du persönlich wirklich von TSV, die Schrottfutter aus Überzeugung kaufen und empfehlen? Ich kann mir als Argument gegen hochwertigeres Futter, das nicht Bio ist nur vorstellen, dass auch das Fleisch aus dem hochwertigen Futter aus der Massentierhaltung stammt.

Davon abgesehen, weißt du ja vermutlich selbst, wie schwierig es sein kann, bei einer (älteren) Katze eine Futterumstellung vorzunehmen. Zumal die Katzen im Tierheim ja oft in Gruppen gehalten werden und das Tierheim es nicht unbedingt mitbekommt, wenn eine Katze nach solch einer Futterumstellung nix isst. Und das Nixessen kann bei Katzen ja schnell gesundheitlich gefährlich werden. Die meisten älteren Katzen im Tierheim stammen ja aus Privathaushalten und oft weiß das Tierheim dann, was zuvor gefüttert wurde. Allein das Abgegebenwerden im Tierheim stellt für eine Katze aber eben schon enormen Stress da... Dann noch eine Futterumstellung? Ich weiß ja nicht. Das sollte man doch lieber eher den Menschen raten, die die Katze dann mitnehmen - natürlich erst nach der Eingewöhnungszeit.
 
  • Hat der Tierschutz eine Vorbildfunktion? Beitrag #30
Aber woher soll das kommen? Wer sponsort wen?

Weiß ich ja auch nicht. War nur so ein Gedanke.;-)

Aber als Beispiel mal: hier wurde kürzlich das Tierheim Bergheim geschlossen. Da gab es wohl unendliche Veruntreuungen und es ist die Rede von 100.000 Euro.

Hier nachzulesen:


Selbst im Tierschutz gibt es anscheinend skrupellose Menschen, die nur ans Geld denken....:???:
 
  • Hat der Tierschutz eine Vorbildfunktion? Beitrag #31
Ja, es stimmt schon, dass es letztlich preislich fast keinen Unterschied macht, weil von dem hochwertigen Futter ja weniger gefüttert werden muss, bis die Katzen satt sind.

Weißt du persönlich wirklich von TSV, die Schrottfutter aus Überzeugung kaufen und empfehlen? Ich kann mir als Argument gegen hochwertigeres Futter, das nicht Bio ist nur vorstellen, dass auch das Fleisch aus dem hochwertigen Futter aus der Massentierhaltung stammt.

Davon abgesehen, weißt du ja vermutlich selbst, wie schwierig es sein kann, bei einer (älteren) Katze eine Futterumstellung vorzunehmen. Zumal die Katzen im Tierheim ja oft in Gruppen gehalten werden und das Tierheim es nicht unbedingt mitbekommt, wenn eine Katze nach solch einer Futterumstellung nix isst. Und das Nixessen kann bei Katzen ja schnell gesundheitlich gefährlich werden. Die meisten älteren Katzen im Tierheim stammen ja aus Privathaushalten und oft weiß das Tierheim dann, was zuvor gefüttert wurde. Allein das Abgegebenwerden im Tierheim stellt für eine Katze aber eben schon enormen Stress da... Dann noch eine Futterumstellung? Ich weiß ja nicht. Das sollte man doch lieber eher den Menschen raten, die die Katze dann mitnehmen - natürlich erst nach der Eingewöhnungszeit.

Also ich hatte bis jetzt bei meinen Pflegekatzen noch nie Probleme. Die haben immer alles gefressen was ich ihnen hingestellt habe. Ja, aber das Fleisch, das in Whiskas, Sheba etc. drin ist, stammt doch auch aus der Massentierhaltung oder irre ich mich jetzt. Ich finde es gibt kein gutes Argument Whiskas & Co. zu kaufen, es sei denn es muss eine langsame Futterumstellung gemacht werden.

Wenn ich deine Argumentation richtig verstanden habe, argumentierst du in die Richtung "Quantität vor Qualität", sprich lieber mehr Tiere satt bekommen mit weniger gutem Futter als hochwertig zu füttern.

Gut, also gehen wir mal davon, nachdem ja nun schon einige Argumente gefallen sind, warum es nciht unbedingt so einfach für Tierheim oder TSV ist hochwertiges Futter zu füttern, so wäre es zumindestens angebracht, die neuen Besitzer über artgerechte Nahrung aufzuklären, so dass die Tiere wenigstens im neuen Zuhause dann artgerecht ernährt werden. Oft passiert das aber nicht, sondern die Adoptanten fragen Tierheim oder TSV was gefüttert wurde und füttern das dann weiter. Bis jetzt haben mich meine Adoptanten das jedes Mal gefragt, weil zu mir nur LEute kommen, die ihre Katze auch richtig halten wollen und jeder hat bis jetzt gefragt, was sie bei mir an Futter bekommen haben. Für mich ist das immer der Moment in dem ich anfange aufzuklären, klar gebe ich auch die Sorten an, die ich verwendet habe, aber viel wichtiger ist, dass ich darauf hinweise, dass Whiskas & Co. Mist ist.

Ich empfinde es nicht so dramatisch wenn der Tierschutz mit Vereinshintergrund, keine Aufklärung über artgerechtes Futter leisten kann. ( kann ja noch nicht mal der Tierarzt). Die Tierheime leisten viel, doch sie haben weder die finanziellen Möglichkeiten noch die Mitarbeiter um so aufzuklären. Denke so lange es keine bundesweite Regelung gibt, wird es immer Tierheime geben, die zu früh und dazu noch nicht kastriert die Tiere abgeben, gar nicht oder zu oberflächlich die Adoptanten kontrollieren.

lg
Verena

Das ist interessant. Inwiefern braucht ein Tierheim oder TSV finanzielle Mittel um Aufklärung zu leisten. Eigentlich braucht es dafür doch nur zeitliche Ressourcen oder? Gut, wenn jeder Verein einen Flyer erstellen würde, müsste man die Druckkosten bezahlen. Man könnte den Flyer aber auch erstellen und als Download online zur Verfügung stellen, so dass jeder, den es interessiert sich den Flyer bzw. die Infos downloaden kann. Man könnte auch auf der Webseite eine Rubrik über artgerechte Ernährung zur Verfügung stellen. Das wäre dann sogar kostenfrei. Wichtig ist ja nur, dass die Infos irgendwo stehen und zugänglich sind.

Ja, das man von Tierärzten da noch nicht mal zuverlässige Infos bekommt, habe ich auch schon gemerkt, dabei geht man ja eigentlich davon aus, dass diese sich zumindestens mit artgerechter Tierhaltung auskennen, aber sowas lernt man im Studium anscheinend nicht. Es gibt ja doch so viele die noch zu Trockenfutter raten...ganz schlimm :-?
 
  • Hat der Tierschutz eine Vorbildfunktion? Beitrag #32
Im Tierheim (Tierheim) Berlin hausen z.B. über 700 Katzen. Das Tierheim ist ein gemeinnütziger Tierschutzverein. Woher bitte, sollen die das Geld nehmen, all die Katzen hochwertig zu ernähren?! Dort gibt es außerdem keine 1:1 Betreuung wie bei euch zu Hause. Ich bin z.B sehr, sehr froh, dass sie dort z.B. großen Wert auf die Sozialisierung von Kitten legen. Sich z.B. die Zeit nehmen, die Kitten zu zähmen etc. Was so ein Tierheim leistet und damit meine ich nicht nur das Tierheim Berlin, ist schon enorm: Die bekommen z.B. auch meist mehrfach im Jahr riesige Mengen an Tieren aus Beschlagnahmen, sei es aus Tiermessihaushalten, sei es aus illegalen Tierwelpentransporten. Diese Tiere sind in erster Linie z.B. krank.

Natürlich sollte der Tierschutz bei der Abgabe über hochwertiges Futter informieren. Besser als eine umfassende persönliche Ansprache, was bei vielen Menschen nämlich als eine Art Belehrung ankommt, fände ich allerdings die Mitgabe umfangreichen Infomaterials. Denn die Leute, die zum Tierschutz gehen, sind eh die, die grundsätzlich das Beste für ein Tier wollen. Sie dann noch zu "belehren" kann auch mal nach hinten los gehen. Das hat was mit Psychologie zu tun.

Und, das werf ich auch mal ein: hochwertiges Futter hat zwar einen hohen Fleischanteil, aber Bio ist es standardmäßig auch nicht. Die Katzen fressen also auch bei sog. hochwertigem Futter trotzdem "Stresshormone" und Antibiotika mit, weil die Tiere, die im Futter verarbeite sind aus der Massentierhaltung stammen. Eigentlich müsste so ein Tierheim, wenn es es wirklich richtig machen will, die Katzen mit Biofutter füttern.... Wo wir wieder bei der Frage der Finanzierung wären...:roll:

Letztlich kann man auch nicht jedem etwas vorschreiben, die allermeisten Menschen ernähren sich selbst schon nicht mal gesund...

Ein Tierheim sind doch schon froh, wenn es Tiere in Haushalte vermitteln kann, in denen schon mal einiges stimmt, z.B. keine Einzelkatzenhaltung. Es muss gewisse Kompromisse schließen, um die Tiere überhaupt vermittelt zu bekommen, damit Platz ist für neue Tiere.

Mich würde mal interessieren, wie viele von den Schreibern hier regelmäßig Geld und/oder Futter an den (Tierheim-)Tierschutz spenden und/oder sich an Freiwilligenaktionen beteiligen.

Ich halte übrigens von sog. "seriösen Züchtern" überhaupt nix - nach allem was ich dazu bisher gelesen habe. Und dazu stehe ich auch.

Ich habe beispw. mit Futter als auch finanziell unterstützt! Dazu möchte ich aus eigener Erfahrung folgendes berichten.
Meine Mia ist von einer Pflegestelle: Dame um die 70 - mit Haus und Garten - die Tiere werden teils in der Wohnung und teils im Keller untergebracht. Meine Futterspenden (sehr hochw. DoFu) wurden, na ja "weggestellt" weil Marken unbekannt - lieber hätte man einen Sack Sanabell im Empfang genommen. -soviel zum Thema Ernährung-
Ich hatte den Eindruck, die PS versteht sich als Verwahr- und Vermittlungsstelle, als Ansprechpartner für Futterstellen und Hilfe bei Problemen finanzieller Art (bzgl. Futterkosten). Auch wurde ich schon um Hilfe bzgl. Tierarzttransportfahrten gebeten ...

Die "Flyer"-Idee ist ja nicht schlecht, allerdings müssten die auch gelesen werden ... und sind die Tiere einmal vermittelt, kontrolliert ja keiner mehr was im Napf landet.

In meinem Bekanntenkreis gibt es "Experten" denen ein Stammbaum erheblich wichtiger ist als artger. Ernährung (irgendwie muss man die Kosten ja wieder reinholen :cool:). Ergo sind auch Züchter-Infos nicht immer wirkungsvoll. :sad: Und wenn ich mit Hinweisen ankomme, werde ich auch meistens nur belächelt ...

Meines Erachtens sind in erster Linie die Tierärzte bei diesem Thema in der Pflicht - sind ja täglich mit den Folgen konfrontiert - Aufklärungsarbeit zu leisten.

Die Wenigsten werden wohl VOR dem Schaden klug. -Leider-

LG
 
  • Hat der Tierschutz eine Vorbildfunktion? Beitrag #34
Meines Erachtens sind in erster Linie die Tierärzte bei diesem Thema in der Pflicht - sind ja täglich mit den Folgen konfrontiert - Aufklärungsarbeit zu leisten.

Sie sind wahrscheinlich auch die Glaubwürdigsten von allen. Und wie bekommen wir die Tierärzte dazu nicht mehr zu Trockenfutter zu raten und die Leute über artgerechte Tierhaltung und Ernährung zu informieren?

Dein Ansatz ist nicht verkehrt, weil mir doch immer wieder Adoptanten unterkommen, die NUR dem Tierarzt glauben. Ich kann erzählen was ich will, wenn der Tierarzt sagt, das muss so gemacht werden, dann machen die Leute das. Begründung: Der hat das ja studiert, also muss er es wissen :roll::shock:

Ich habe von 10 Tierärzten hier, tatsächlich nur 2, die kompetent sind, aber auch nichts von artgerechter Ernährung verstehen, von artgerechter Tierhaltung schon.
 
  • Hat der Tierschutz eine Vorbildfunktion? Beitrag #35
Das sind immerhin 2. Hier gibt es nur eine Praxis in einem Umkreis von 30km, die was von artgerechter Haltung versteht UND zudem noch offen gegenüber artgerechter Ernährung ist UND dazu noch sehr kompetent was Krankheiten angeht. Bezahlbar sind sie auch.
 
  • Hat der Tierschutz eine Vorbildfunktion? Beitrag #36
Weiss zufällig jemand, was an solch einer Akademie gelehrt wird? Das wäre ja eine Stelle zum Vorgeben von Standards.

Es gibt viele solcher Einrichtungen, die nennen sich aber nicht Akademie, sondern meist sind es Vereine, sie bilden Tierschützer mit dem Sachkundennachweis aus. Das ist auch wieder so eine Sache. Der Sachkundennachweis. Das wäre eine gute Gelegenheit, Tierschützer, Pflegestellen etc. mehr Wissen näher zu bringen, eine Art Ausbildung. Die muss man aber nicht machen. Sie ist kostenpflichtig. Keiner hat Geld dafür. De facto muss es nur einer im Tierheim oder TSV machen. Ich kenne Vereine, die haben 26 Pflegestelle. Keine dieser Pflegestellen hat diesen Nachweis, vielleicht die Vorsitzende, auch nciht jeder im Vorstand. Für Wissen mangelt es an Geld. Das Wissen müsste kostenlos zur Verfügung gestellt werden, einheitlich. Es ist auch ein Problem, das jeder Verein was anderes erzählt. Die Leute werden ja ganz kirre. Kann ich auch verstehen.:roll:

Im Tierschutz (Tierheim und/oder TSV) mangelt es an zeitlichen undd finanziellen Ressourcen. Das bisschen was da ist wird für die Basisarbeit verwendet, und das ist die Tierrettung. Manche TSV legen sogar den Fokus darauf so viele Tiere wie möglich zu retten, egal unter welchen Umständen. Andere legen den Schwerpunkt mehr auf die Qualität, d.h. lieber ein paar weniger Tiere aufnehmen, dafür dann aber besser kümmern um die die man aufgenommen hat. Diese beiden Philosophien habe ich kennengelernt. Aufklärung hinsichtlich artgerechte Tierhaltung oder Ernährung gehört wohl eher in die Kategorie "Luxus- wenn wir mal Zeit haben, dann..."

Das sind immerhin 2. Hier gibt es nur eine Praxis in einem Umkreis von 30km, die was von artgerechter Haltung versteht UND zudem noch offen gegenüber artgerechter Ernährung ist UND dazu noch sehr kompetent was Krankheiten angeht. Bezahlbar sind sie auch.

*kopfschüttel* das scheint echt ein Problem zu sein. Kann doch nciht sein, dass man so viele Tierärzte in der Pfeife rauchen kann....:roll: ich dachte das wäre nur ein regionales Phänomen hier...aber du wohnst ja in einer ganz anderen Ecke :roll:
 
  • Hat der Tierschutz eine Vorbildfunktion? Beitrag #37
Ja, ich weiß, meine TÄ findet Trockenfutter auch toll ! Und Barf ist soooo gefährlich!

Man sollte vielleicht versuchen, "glaubwürdige" Tierärzte mit ins Boot zu holen (spez. Zoo-tierärzte vielleicht :mrgreen: da gibt's ja kein Trockenfutter!).
 
  • Hat der Tierschutz eine Vorbildfunktion? Beitrag #38
Ja, ich weiß, meine TÄ findet Trockenfutter auch toll ! Und Barf ist soooo gefährlich!

Man sollte vielleicht versuchen, "glaubwürdige" Tierärzte mit ins Boot zu holen (spez. Zoo-tierärzte vielleicht :mrgreen: da gibt's ja kein Trockenfutter!).

Ja, aber meist haben die Adoptanten ja schon "ihren" Tierarzt und den dann zu wechseln...mhm :roll: schwierig...neue Frage: Wie findet man deutschlandweit glaubwürdige Tierärzte, die auch noch Ahnung von artgerechter Tierhaltung haben?:-D
 
  • Hat der Tierschutz eine Vorbildfunktion? Beitrag #39
Hmm, ... Buchautoren? Oder bei den Zoo's anfragen, wer der behandelnde Tierarzt ist?
Vielleicht kann der eine oder andere ja schriftlich :)-D) erklären, warum sie den Tiegern dort nicht einfach nen Sack ins Gehege stellen!

Natürlich müsste er der Veröffentlichung zustimmen! Aber dann hast du was in der Hand - von einem Tierarzt!

Es geht doch eigentlich nur darum, diese Höhrigkeit zu "durchbrechen" und den Leuten was als Argumentationsgrundlage mit an die Hand zu geben.

Da ich aber weiß, wie schauerlich da bezügl. Barf argumentiert wird, sollte man vielleicht erst mal bei "Hauptsache Feucht-Futter" bleiben, weil da können Anfängern u. U. schnell die Argumente ausgehen.

LG
 
  • Hat der Tierschutz eine Vorbildfunktion? Beitrag #40
Hmm, ... Buchautoren? Oder bei den Zoo's anfragen, wer der behandelnde Tierarzt ist?
Vielleicht kann der eine oder andere ja schriftlich :)-D) erklären, warum sie den Tiegern dort nicht einfach nen Sack ins Gehege stellen!

Natürlich müsste er der Veröffentlichung zustimmen! Aber dann hast du was in der Hand - von einem Tierarzt!

Es geht doch eigentlich nur darum, diese Höhrigkeit zu "durchbrechen" und den Leuten was als Argumentationsgrundlage mit an die Hand zu geben.

Da ich aber weiß, wie schauerlich da bezügl. Barf argumentiert wird, sollte man vielleicht erst mal bei "Hauptsache Feucht-Futter" bleiben, weil da können Anfängern u. U. schnell die Argumente ausgehen.

LG

Gut, aber es muss doche einen Grund geben, warum die Masse der Tierärzte falschbzw. uninformiert sind bzgl. artgerechte Tierhaltung.
 
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