Wie kann man damit umgehen, dass jeder TSV was anderes erzählt? Warum gibt es da keine einheitlichen Informationen?
Ich denke dass es vor allem deshalb keine einheitlichen Informationen gibt, weil es keine "allein seligmachende Wahrheit" bezüglich Katzenernährung gibt die auch wissenschaftlich belegbar wäre.
Wer soll sich da so aus dem Fenster lehnen und Empfehlungen aussprechen?
Wie seht ihr das? Hat der Tierschutz diese Vorbildfunktion oder ist er eher für die Tierrettung zuständig und nicht so sehr für die Aufklärung?
Der Begriff "Vorbild" ist da vielleicht falsch gewählt: Was man sich für die Katzen seitens des Tierschutzes wünscht ist ein schönes liebevolles Zuhause in dem sich gut um die Katzen gekümmert wird (vernünftige Ernährung, tierärztliche Versorgung, Beschäftigung usw.).
Das sind ja eben alles Dinge die in einem Tierheim garnicht möglich sind. Also nix Vorbild.
Aufklärung wäre natürlich super - den Tieren soll es ja im neuen Zuhause besser gehen als im Tierheim.
Ich gab den Tipp mal Sahnequark anzubieten, wenn denn schon kein Rohfleisch möglich ist. Ja, angeblich würden sie da nicht dran gehen. Ok. Wie sieht es aus mit Sahne pur? fragte ich. Nee, davon bekommen die ja Durchfall! Meine Frage: Haben Sie denn auch laktosefreie Sahne verwendet? Antwort: Nein. Meine Antwort: Katzen sind laktoseintolerant, es ist logisch, dass sie von laktosehaltiger Sahne Durchfall bekommen. Das würde mir nicht anders gehen, bin ja auch laktoseintolerant.
Meine Frage an euch: Warum wissen solche Leute sowas nicht?
Ich weiss das auch nicht. Milchprodukte als Päppelnahrung bzw. Fleischersatz?
Eine Züchterin steht mir mit Rat und Tat zur Seite. Sei es Streu, VG, Futter, Krankheit oder was auch immer.
Eine Pflegestelle kann das auch. Aber von einem Tierheim kann man das wohl eher nicht erwarten...
Wenn ich mir als Anfänger nun aus dem Tierschutz ein Tier hole würde ich sowas auch erwarten. Zumindest ein Flyer wo alles drin steht.
Was sollte da denn Deiner Meinung nach genau drinstehen? Es gibt ja eben keine offiziellen Richtlinien.
Ist der Anspruch zu hoch? Soll man sich damit zufrieden geben, dass das Tier gerettet wurde und ein Minimum an Versorgung erhält?
So traurig es ist, wenn niemand sich persönlich kümmert / kümmern kann wird das wohl immernoch besser sein als die Tiere sterben zu lassen.
Mich interessiert einfach, ob der durchschnittliche Katzeninteressent (ich nenn es jetzt mal so) überhaupt diese Erwartung an den Tierschutz hat oder nicht.
Ich hab diese Erwartung nicht. Hatte ich aber auch gegenüber der Pflegestelle nicht von der wir unsere Katzen haben.
Noch ist in den TSVs nichts vorgeschrieben, es ist keine Pflicht, dass es jemanden geben muss, der sich auskennt, sondern ALLES was die da machen ist freiwillig, d.h. sie können auch entscheiden, worauf sie den Schwerpunkt legen wollen, was sie machen wollen. Und anscheinend legt ein Grossteil der Tierschützer den Schwerpunkt auf die TIERRETTUNG und nicht auf die Vorbildfunktion, sprich Aufklärung über artgerechte Tierhaltung etc.
Gibt es nicht auch in jedem Tierheim mindestens einen Tierarzt der da mitredet?
Denn die Leute, die zum Tierschutz gehen, sind eh die, die grundsätzlich das Beste für ein Tier wollen.
Da wär ich mir nicht so sicher. Letztendlich ist das Tierheim neben Bauernhof eben auch die "billigste" Art an ein Tier zu kommen...
Mich würde mal interessieren, wie viele von den Schreibern hier regelmäßig Geld und/oder Futter an den (Tierheim-)Tierschutz spenden und/oder sich an Freiwilligenaktionen beteiligen.
Wir spenden regelmässig an die Katzenhilfsorganisation, über die wir unsere Katzen bekommen haben.
In welchem Punkt ich absolut nicht deiner Meinung ist die Preisfrage. Schrottfutter wie Whiskas und Felix ist fast, genauso oder teils noch teurer als gutes mittelklasse Futter. Man müsste einfach nur die Sorte wechseln und würde dasselbe Geld bezahlen.
Auch hier bin ich mir nicht sicher ob das so stimmt.
Gerade bei Katzen aus schlechten Umständen und mutterlosen Kitten dürfte von beidem gleich viel gefressen werden - bis eben nichts mehr reingeht.
Und was soll mit den Spenden passieren die größtenteils ja auch nicht sooo hochwertig sein dürften?
Verschenken kann man sie ja als "Vorbild" auch nicht.
Gäbe es vielleicht eine übergeordnete Institution, die man vielleicht zur Verantwortung ziehen könnte, sich darum zu kümmern, dass der Tierschutz damit versorgt ist. Oder fühlt sich in Deutschland niemand dafür zuständig, dass Tiere artgerecht gehalten werden?
Kann der Tierschutz denn überhaupt die Tiere "artgerecht" halten?
Und was genau ist "artgerecht" bei der Ernährung? Wir wissen alle dass Dosennahrung nicht wirklich "artgerecht" für die Katze ist, auch das hochwertige nicht.
Ja, es stimmt schon, dass es letztlich preislich fast keinen Unterschied macht, weil von dem hochwertigen Futter ja weniger gefüttert werden muss, bis die Katzen satt sind.
Siehe oben: Ich bin überzeugt dass das garnicht großartig durchschlagen wird, zumindest solange nicht wie gleichzeitig auch noch weniger hochwertig gefüttert wird.
Oft passiert das aber nicht, sondern die Adoptanten fragen Tierheim oder TSV was gefüttert wurde und füttern das dann weiter. Bis jetzt haben mich meine Adoptanten das jedes Mal gefragt, weil zu mir nur LEute kommen, die ihre Katze auch richtig halten wollen und jeder hat bis jetzt gefragt, was sie bei mir an Futter bekommen haben.
Klar - das ist ja auch das erste was einem geraten wird, dass man die Katzen erstmal mit dem füttern soll was sie zuvor auch bekommen haben bis sie sich eingewöhnt haben.
Eigentlich braucht es dafür doch nur zeitliche Ressourcen oder? Gut, wenn jeder Verein einen Flyer erstellen würde, müsste man die Druckkosten bezahlen. Man könnte den Flyer aber auch erstellen und als Download online zur Verfügung stellen, so dass jeder, den es interessiert sich den Flyer bzw. die Infos downloaden kann. Man könnte auch auf der Webseite eine Rubrik über artgerechte Ernährung zur Verfügung stellen. Das wäre dann sogar kostenfrei. Wichtig ist ja nur, dass die Infos irgendwo stehen und zugänglich sind.
Die "zeitlichen Ressourcen" solltest Du nicht unterschätzen, die muss man auch erstmal haben.
Downloads allein reichen auch nicht - es gibt immernoch jede Menge Leute die keinen Computer zuhause haben.
Ja, das man von Tierärzten da noch nicht mal zuverlässige Infos bekommt, habe ich auch schon gemerkt, dabei geht man ja eigentlich davon aus, dass diese sich zumindestens mit artgerechter Tierhaltung auskennen, aber sowas lernt man im Studium anscheinend nicht. Es gibt ja doch so viele die noch zu Trockenfutter raten...ganz schlimm :-?
Und da wären wir dann wieder bei dem Problem wer denn die Texte für die fraglichen "Flyer" machen soll...
Meine Futterspenden (sehr hochw. DoFu) wurden, na ja "weggestellt" weil Marken unbekannt - lieber hätte man einen Sack Sanabell im Empfang genommen. -soviel zum Thema Ernährung-
Jetzt hab ich ein schlechtes Gewissen weil ich ein paar Dosen Smilla zur Seite gestellt habe für die Pflegestelle - ich wollt's nur mal testen, die Katzen fressens auch (wenn auch nicht mit Begeisterung), aber mir behagt es nicht. Wohin damit? Spenden kommt ja nicht in Frage...
Meines Erachtens sind in erster Linie die Tierärzte bei diesem Thema in der Pflicht - sind ja täglich mit den Folgen konfrontiert - Aufklärungsarbeit zu leisten.
Die Tierärzte leben von den Folgen...
Sie sind wahrscheinlich auch die Glaubwürdigsten von allen. Und wie bekommen wir die Tierärzte dazu nicht mehr zu Trockenfutter zu raten und die Leute über artgerechte Tierhaltung und Ernährung zu informieren?
Vor allem wirst Du sicher da auch unterschiedlichste Meinungen finden können. In dem Fall dann sicherlich auch besser begründet und mit seriösen Quellen.
Das ist auch wieder so eine Sache. Der Sachkundennachweis. Das wäre eine gute Gelegenheit, Tierschützer, Pflegestellen etc. mehr Wissen näher zu bringen, eine Art Ausbildung. Die muss man aber nicht machen. Sie ist kostenpflichtig. Keiner hat Geld dafür.
Was lernt man denn bei diesem Sachkundenachweis? Kann man das irgendwo nachlesen?
Was kostet dieser Schein?
Für Wissen mangelt es an Geld. Das Wissen müsste kostenlos zur Verfügung gestellt werden, einheitlich.
Zur Verfügung stellen allein reicht halt leider nicht wenn's dann nicht gelesen wird.
Was schreibt eigentlich Wikipedia zum Thema?
Im Tierschutz (Tierheim und/oder TSV) mangelt es an zeitlichen undd finanziellen Ressourcen. [...] Aufklärung hinsichtlich artgerechte Tierhaltung oder Ernährung gehört wohl eher in die Kategorie "Luxus- wenn wir mal Zeit haben, dann..."
Genau so denk ich mir das auch - und kann's auch nachvollziehen.
Ja, aber meist haben die Adoptanten ja schon "ihren" Tierarzt und den dann zu wechseln...mhm :roll: schwierig...neue Frage: Wie findet man deutschlandweit glaubwürdige Tierärzte, die auch noch Ahnung von artgerechter Tierhaltung haben?:-D
Die Adoptanten die schon einen Tierarzt haben sind vermutlich weit weniger problematisch - diejenigen die überhaupt erstmalig ein Tier halten und noch garnicht über Ernährung usw. nachgedacht haben könnten schwieriger werden...
Hmm, ... Buchautoren? Oder bei den Zoo's anfragen, wer der behandelnde
Tierarzt ist?
Vielleicht kann der eine oder andere ja schriftlich

-D) erklären, warum sie den Tiegern dort nicht einfach nen Sack ins Gehege stellen!
Also ich möchte eigentlich keine Ernährungsratschläge von einem Tierarzt der auf Tiger spezialisiert ist - das ist einfach nicht dasselbe wie 'ne Hauskatze.
Es geht doch eigentlich nur darum, diese Höhrigkeit zu "durchbrechen" und den Leuten was als Argumentationsgrundlage mit an die Hand zu geben.
Hörigkeit? Argumentationsgrundlage?
Sorry, aber als wir uns entschieden haben Katzen einziehen zu lassen hab ich mich vorab informiert - bei unterschiedlichen Quellen (wollte ja wissen mit was für Kosten man aktuell rechnen muss und wie der Stand der Forschung in Sachen Katzenernährung so ist - ja, ich gestehe, in genau dieser Reihenfolge).
Wem sollen wir da "hörig" gewesen sein?
Mich würde ja mal interessieren, auf welchem wissenschaftlichen Hintergrund denn die in all den Katzenforen vertretende Annahme beruht, dass all die Tierärzte (die übrigens Tierernährung auch als Fach im Studium haben, gelehrt von Wissenschaftlern, die genau in diesen Felden forschen) falsch bezüglich der Ernährung von Katzen liegen.
Das frag ich mich auch häufig...
Soll heißen, die sollten sich lieber "spezialisieren", dann wäre vermutlich mehr erreicht!
Bitte nicht - dann müssten nämlich noch mehr Leute noch viel, viel, viel weiter fahren.
Natürlich freu ich mich wenn in meiner Tierarztpraxis jemand ist, der sich auf Katzen spezialisiert hat. Aber das mit der Spezialisierung könnte genauso nach hinten losgehen wie bei den Allgemeinmedizinern - schon mal versucht einen neuen Hausarzt vor Ort zu kriegen? Ich schon, da hast Du keine Chance... Und ich wohne nicht in Hintertupfingen...
... im Fach "Tierernährung" wurde ihr beigebracht, von einem Prof, der genau in dem Gebiet forscht, dass man die natürliche Nahrung einer Katze eh nicht künstlich ersetzen kann. D.h. im Prinzip ist jedes Futter Mist.
Meine Rede - "artgerechtes" Futter für die Katze ist das sicher nicht was, was man so in Dosen kaufen kann. Auch Rindfleisch, Elch, Büffel, Hirsch usw. gehört nicht zur natürlichen Beute der Katze.
ABER: Man kann versuchen einer guten Ernährung für Katzen so nah wie möglich zu kommen. Mit BARF wohl am ehesten, mit hochwertigem Dosenfutter natürlich immer nur begrenzt.
Und generell finde ich, es gibt einen Konsens in Katzenforen was die Fütterung angeht, zu dem mir einfach die wissenschaftlichen Belege fehlen.
Die wissenschaftlichen Belege fehlen nicht nur Dir - es gibt zwar jede Menge einzelne Quellen zu einzelnen Themen (die kannst Du Dir hier im Forum auch aus den entsprechenden Threads rauspicken), aber meines Wissens gibt es keine einzige AKTUELLE wissenschaftliche Abhandlung darüber welche Ernährung für eine Katze tatsächlich am gesündesten ist.
Aber dafür um so mehr Theorien. Der "Konsens in Katzenforen" gehört dazu, und ist - zumindest in meinen Augen - nicht der schlechteste.
Leider können sich viele das garnicht leisten so zu füttern. Ob damit den Katzen dann geholfen ist?