Hat der Tierschutz eine Vorbildfunktion?

Diskutiere Hat der Tierschutz eine Vorbildfunktion? im Tierschutz Forum im Bereich Katzenfreunde; Sagt mal, wofür braucht ihr denn eine wissenschaftliche Abhandlung zu artgerechter Katzenernährung, wenn doch schon vor Jahrzehnten (oder sogar...
  • Hat der Tierschutz eine Vorbildfunktion? Beitrag #61
Der Begriff "Vorbild" ist da vielleicht falsch gewählt: Was man sich für die Katzen seitens des Tierschutzes wünscht ist ein schönes liebevolles Zuhause in dem sich gut um die Katzen gekümmert wird (vernünftige Ernährung, tierärztliche Versorgung, Beschäftigung usw.).
Das sind ja eben alles Dinge die in einem Tierheim garnicht möglich sind. Also nix Vorbild.
Aufklärung wäre natürlich super - den Tieren soll es ja im neuen Zuhause besser gehen als im Tierheim.

nein mir ging es explizit um die Vorbildfunktion.Tierschutz machen ja nicht nur Tierheime, sondern auch TSVs, Gnadenhöfe, private Pflegestellen und internationale Organisationen. Tierheime sind halt Sammelstellen.

Ich weiss das au
ch nicht. Milchprodukte als Päppelnahrung bzw. Fleischersatz?
Ja das kann hilfreich sein, weil nicht jede Fleischnahrung verträglich ist für Katzen. Ausserdem wurde in dem Beispiel nirgendwo erwähnt, dass dies als Ersatz gilt, sondern es wird punktuell eingesetzt.

Eine Pflegestelle kann das auch. Aber von einem Tierheim kann man das wohl eher nicht erwarten...

Das ist genau der Punkt und meine Ausgangsfrage gewesen. Was kann man eurer Meinung nach - und mit euch meine ich nicht nur die Allgemeinheit, sondern auch andere aktive Tierschützer - vom Tierschutz erwarten?

Was sollte da denn Deiner Meinung nach genau drinstehen? Es gibt ja eben keine offiziellen Richtlinien.
Naja, eine offizielle Richtlinien wäre z.B. das Tierschutzgesetz. Das kennt ja auch keiner im Detail. Dann haben wir ja festgestellt, dass der DTB Flyer zur Haltung von jeglichen Heimtieren online stellt. Für mich wäre der DTB jetzt schon eine Institution, die Richtlinien vorgibt. Schliesslich bilden solche Institutionen Tierheimleiter zu Heimleitern aus und erzählen ihnen dann z.B. dass man den Tieren auf gar keinen Fall Rohfleisch zu fressen geben darf. ich glaube wenn cih Zeit habe, werde ich diese Ausbildung auch mal machen und mir das Ganze mal anschauen.



Ich hab diese Erwartung nicht. Hatte ich aber auch gegenüber der Pflegestelle nicht von der wir unsere Katzen haben.

Das ist interessant.


Gibt es nicht auch in jedem Tierheim mindestens einen Tierarzt der da mitredet?
Also den Tierarzt vom Tierheim hier kannst du in der Pfeife rauchen.



Auch hier bin ich mir nicht sicher ob das so stimmt.
Gerade bei Katzen aus schlechten Umständen und mutterlosen Kitten dürfte von beidem gleich viel gefressen werden - bis eben nichts mehr reingeht.
Und was soll mit den Spenden passieren die größtenteils ja auch nicht sooo hochwertig sein dürften?
Verschenken kann man sie ja als "Vorbild" auch nicht.

Ich habe gerade mal geschaut bei Zooplus. Felix kostet das Kilo 4,63€, Whiskas kostet das Kilo 3,33€. Sheba = 5€ (!) das Kilo. Für den Dreck wollen die tatsächlich 5€ haben. Alle Pflegis, die ich hier hatte, haben von Sheba Durchfall bekommen. Als günstiges Mittelklasse-Futter liegt Macs mit en 800g Dosen weit unter diesen Preisen, nämlich mit einem Kilopreis von 2,60€ (bei Futterplatz) exklusive Rabattcodes. Natural Cat von Cats Country kostet im Kilo ca. 4,50€ und hat 95% Fleischanteil. Bioforpets mit 99% Fleischanteil und Bio-Fleisch liegt bei knapp büer 5€ das Kilo. Da kauf ich mir doch lieber hochwertiges als diesen Sheba-Dreck (sorry für die Ausdrucksweise, aber wenn ich die Schälchen schon aufmache, kommt es mir hoch). Es gibt noch weitere Mittelklasse Futtersorten wie Catz Finefood, Granata Pet usw. die alle im 4-5€ Bereich pro Kilo liegen. Meinetwegen kann man Whiskas & Co. abschaffen. Die sind doch nur erfolgreich, wegen der Werbung. Die Leute lassen sich blenden, anstatt sich die Mühe zu machen, sich richtig zu informieren. Und wenn dann der Tierarzt diese Marken auch noch unterstützt - ja, dann ist Hopfen und Malz verloren :roll:

Kann der Tierschutz denn überhaupt die Tiere "artgerecht" halten?
Und was genau ist "artgerecht" bei der Ernährung? Wir wissen alle dass Dosennahrung nicht wirklich "artgerecht" für die Katze ist, auch das hochwertige nicht.
Also laut Tierschutzbund, Tierheimen, Tierärzten ist Rohfleisch auch keine Nahrung für Katzen. Was sollen wir ihnen also geben. Dose ist Mist, Rohfleisch auch - und nun? :shock::shock::shock:

Klar - das ist ja auch das erste was einem geraten wird, dass man die Katzen erstmal mit dem füttern soll was sie zuvor auch bekommen haben bis sie sich eingewöhnt haben.

Ach was und danach darf sie wieder auf Schrottfutter umgewöhnen oder wie darf ich das verstehen?



Und da wären wir dann wieder bei dem Problem wer denn die Texte für die fraglichen "Flyer" machen soll...
Na Leute die Ahnung haben!



Die Tierärzte leben von den Folgen...
Und das rechtfertigt ihren schlechten Futterempfehlungen?



Was lernt man denn bei diesem Sachkundenachweis? Kann man das irgendwo nachlesen?
Was kostet dieser Schein?

Man lernt das, was Pflegestellen während der Verpflegung der Pflegekatzen machen. Grundwissen halt. Nur dass keine Pflegestelle diesen Sachkundennachweis jemals gemacht hat. Das Wissen wird meist von den "erfahrenen Leuten" im Verein an jede Pflegestelle weitergegeben. Da jeder Verein mindestens eine Person braucht, die diese Sachkundenachweis hat, müsste jeder Verein seine Leute auch intern ausbilden können. Das wird aber nicht so gehandhabt, weil keiner Zeit dafür hat. Tierschutzvereinen spielen Feuerwehr und gehen dabei zugrunde. In jeglicher Hinsicht. Die Preise variieren von Bundesland zu Bundesland. Du musst mit Kosten um die 100-150€ rechnen.


Zur Verfügung stellen allein reicht halt leider nicht wenn's dann nicht gelesen wird.
Was schreibt eigentlich Wikipedia zum Thema?

Wikipedia ist keine seriöse Quelle.


Die Adoptanten die schon einen Tierarzt haben sind vermutlich weit weniger problematisch - diejenigen die überhaupt erstmalig ein Tier halten und noch garnicht über Ernährung usw. nachgedacht haben könnten schwieriger werden...

Das sehe ich anders. Wenn der Tierarzt schrott ist und der Besitzer dem Tierarzt hörig ist, ist es egal, ob sie sich schon kannten oder nicht. Der Schaden bleibt derselbe.


Die wissenschaftlichen Belege fehlen nicht nur Dir - es gibt zwar jede Menge einzelne Quellen zu einzelnen Themen (die kannst Du Dir hier im Forum auch aus den entsprechenden Threads rauspicken), aber meines Wissens gibt es keine einzige AKTUELLE wissenschaftliche Abhandlung darüber welche Ernährung für eine Katze tatsächlich am gesündesten ist.
Aber dafür um so mehr Theorien. Der "Konsens in Katzenforen" gehört dazu, und ist - zumindest in meinen Augen - nicht der schlechteste.
Leider können sich viele das garnicht leisten so zu füttern. Ob damit den Katzen dann geholfen ist?

Sagt mal, wofür braucht ihr denn eine wissenschaftliche Abhandlung zu artgerechter Katzenernährung, wenn doch schon vor Jahrzehnten (oder sogar länger) erforscht wurde, dass Katzen reine Carnivore sind??? Was ist denn daran missverständlich? Jeder weiss, dass die typische Beute einer Katze und damit artgerechte Nahrung, Mäuse sind. Also muss ich mir doch im Prinzip nur die Zusammensetzung einer Maus anschauen und dann weiss ich Bescheid, was die Katze braucht. Ich habe bis jetzt noch keine Maus gesehen, die aus reinem Trockenfutter besteht. Auch habe ich ncoh keine Maus gesehen, die nur 4% Fleischanteil hatte und der Rest der Maus aus Industrieabfällen bestand. WOFÜR BRAUCHT IHR WISSENSCHAFTLICHE BEWEISE? Die Indizien liegen doch auf der Hand! Ich bin selbst beruflich in der Wissenschaft angesiedelt und bin der Meinung, dass die Wissenschaft bereits alle notwendigen Informationen über katzengerechte Ernährung (siehe oben) erforscht hat. Der Rest ist Verkaufsmasche und Problemlösung. Ich meine irgendwo müssen ja auch die Industrieabfälle hin, also tut man sie halt in Katzenfutter und macht ein schönes Logo auf die Dose. Problem gelöst ;-):-D

Ich hatte das Eingangspost schon so verstanden, daß es hauptsächlich um die Ernährungsfrage ging...

Nein ging es nicht. Das mit der Ernährung war nur ein Beispiel das ich gerade zur Hand hattte durch das kürzlich erlebte in der besagten Tierschutzeinrichtung. Es ging mir generell um die Vorbildfunktion, nicht nur in Ernährungsfragen, sondern das betrifft genauso Haltungsfragen etc.

und da steckt dann immer auch die Frage hinter, warum diese Leute Tierschutz machen, denn nicht immer steckt auch tatsächlich Tierliebe drin, wo welche drauf steht... ;-)

Das sehe ich auch so ;-) Meine Motivation ging über die Tierrettung hinaus. Von Anfang an. Ich hatte mich als Pflegestelle gemeldet weil ich nicht nur Tiere retten und ihnen ein besseres Leben als auf der Strasse ermöglichen wollte, sondern weil ich dazu beitragen wollten, dass Haustiere auch artgerecht gehalten werden. Leider kollidierte dann meine Erwartungshaltung an den Tierschtuz mit der Realität.

Ich find es toll von dir Taskali und auch von Mascha, dass ihr euch hier zu Wort gemeldet habt. Gerade von Tierschutzkollegen, die mehr an der Basis verwurzelt sind als ich und dennoch in eine ähnliche Richtung ihre Tierschutz-Arbeit vollziehen, fehlte mir die Perspektive. Es gibt ja nicht nur eine Sichtweise und ich habe auch damit gerechnet kritisiert zu werden, was ich persönlich jetzt nicht schlimm finde. Ich fand es für mich aufgrund meines Erlebnisses mich kurz nochmal in Frage zu stellen und mich auch mit GLeichgesinnten auszutauschen. Mag sein, dass meine Erwartungshaltung mit der Realität nicht konform geht oder konform gehen kann. Aber allein die Tatsache, dass ihr beiden trotzdem anerkennt, dass es wünschenswert wäre, reicht mir schon aus.

Das ist im Grunde eine Luxusdiskussion. Wichtig ist erst mal dass diese Katzen versorgt werden, fast egal womit. Die Bauernhöfe, und nicht nur die, füttern auch hier noch eingeweichtes Trockenfutter und Brot mit Milch. Da geht es ums Überleben und evtl. fangen die Katzen sich noch was dazu. Diesen Menschen klar zu machen, dass Hundefutter in großen Dosen für die Katzen nicht gut ist, erfordert einiges an Überzeugungsarbeit. Ob sie es dann umsetzen ist eine andere Frage. Auch die Tierheime können kein hochwertiges Futter geben, da gibt es noch ganz andere Probleme.

Ich hatte diese Antwort befürchtet. Ich habe mit einigen TSVs zusammengearbeitet, die mir eine ähnliche Antwort gegeben haben. Wie gesagt, ich habe nie an der Front zu tun gehabt, sondern hab immer nur das Elend aufgenommen und dann hochgepäppelt. ich weiss nicht wie es ist diese Massen an Katzen im Elend zu sehen, ich habe noch nie Futterstellen betreut. Vielleicht bekommt man durch diese Arbeit auch einfach einen anderen Blick für die Dinge, als wenn man jetzt "nur" Pflegestelle ist. In dem mehrstufigen Tierrettungsprozess ist die Pflegestellenarbeit ja ziemlich weit am Ende angesiedelt.

Jdas sind aus meiner Sicht erstmal die Dinge, die sich ändern müßen. So lang selbst diese Dinge nicht funktionieren, sehe ich die Frage nach der Ernährung irgendwo weit unten in der "To learn" Liste...

Das ist interessant. Von einer To-learn-Liste habe ich bis jetzt noch nichts gehört. Interessant finde ich auch, wie du die Prioritäten setzt, das erklärt einiges was ich am eigenen Leibe in TSVs und Tierheim erlebt habe.

Wenn man grundsätzlich erstmal frei nach dem Motto lebt: Der Tierschutz rettet Tiere! Kann ich damit leben. Erstmal! :mrgreen:
 
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  • Hat der Tierschutz eine Vorbildfunktion? Beitrag #62
Ich glaub Du verstehst mich falsch: Ich fänd's ja auch gut wenn's anders wäre.
Aber die Realität ist leider nicht so, könnte das Tierheim tatsächlich "artgerechte" Haltung und hochwertige Fütterung leisten, dann könnte es auch Vorbild sein.
So wie's aber nun mal ist kann das Tierheim höchstens Empfehlungen abgeben.
Und bei den Empfehlungen wird's schwierig - selbst hier im Forum wo man sich doch größtenteils einigermaßen einig ist unter den "Profis" gibt's ja immer wieder heftige Diskussionen was denn nun wirklich richtig ist und was nicht. Von den Abweichungen bei den Bedarfswerten aus seriösen Quellen ganz zu schweigen - auch die sind sich ja uneins.

nein mir ging es explizit um die Vorbildfunktion.
Vorbild würde bedeuten dass dort eben genau das passiert was man sich für die Tiere wünscht: Schön viel Platz, hochwertiges Futter, enger Kontakt zum eigenen Menschen usw.
Das geht aber nun mal nicht im Tierheim - schon von Platz und Zeit her nicht.

Das ist genau der Punkt und meine Ausgangsfrage gewesen.
Dass eine Pflegestelle das kann aber das Tierheim nicht?
Kann man das denn überhaupt vergleichen? Eine Pflegestelle ist doch eine private Unterbringung in einem ganz normalen Haushalt unter eben den Bedingungen wie man sie sich für die Pflegist auch später vorstellt, absolut nicht zu Vergleichen mit einem Tierheim!
Eine Pflegestelle kann natürlich Vorbild sein, denn da können die Tiere auch entsprechend gehalten werden.

Was kann man eurer Meinung nach - und mit euch meine ich nicht nur die Allgemeinheit, sondern auch andere aktive Tierschützer - vom Tierschutz erwarten?
Ich finde das muss man differenzieren - im Tierheim geht's nun mal anders zu als auf Pflegestellen.

Naja, eine offizielle Richtlinien wäre z.B. das Tierschutzgesetz. Das kennt ja auch keiner im Detail.
Wieso nicht? Auch hier gilt dass man ein Buch kaufen kann oder eben im Internet nachlesen kann:


Dann haben wir ja festgestellt, dass der DTB Flyer zur Haltung von jeglichen Heimtieren online stellt. Für mich wäre der DTB jetzt schon eine Institution, die Richtlinien vorgibt.
Sorry - aber es wurde doch schon festgestellt dass da z.B. drin steht dass Rohfleisch nicht gefüttert werden sollte. Soweit ich mich erinnere bist Du aber doch auch eine Verfechterin der (zumindest teilweisen) Rohfleischfütterung?

Das ist interessant.
Warum findest Du das interessant? Ich glaube das geht den meisten so...
Wenn man trotzdem gute Tipps usw. bekommt ist das natürlich super. Aber ich hatte das nicht erwartet.

Ich habe gerade mal geschaut bei Zooplus. Felix kostet das Kilo 4,63€, Whiskas kostet das Kilo 3,33€. Sheba = 5€ (!) das Kilo. Für den Dreck wollen die tatsächlich 5€ haben. Alle Pflegis, die ich hier hatte, haben von Sheba Durchfall bekommen. Als günstiges Mittelklasse-Futter liegt Macs mit en 800g Dosen weit unter diesen Preisen, nämlich mit einem Kilopreis von 2,60€ (bei Futterplatz) exklusive Rabattcodes.
Langsam - Du kannst natürlich nicht 100gr-Schälchen mit 800gr-Dosen vergleichen vom Preis her.
Felix kostet in 400gr-Dosen auch "nur" 1,95€/kg (Zooplus), ist also selbst in kleineren Dosen schon deutlich billiger als MAC's - nur mal als Beispiel.

Natural Cat von Cats Country kostet im Kilo ca. 4,50€ und hat 95% Fleischanteil. Bioforpets mit 99% Fleischanteil und Bio-Fleisch liegt bei knapp büer 5€ das Kilo.
Da muss man schon noch die Feuchte rausrechnen - 99% Fleisch gibt's in KEINER Dose. Alles 'ne Frage der Deklaration. Bei Bozita steht auch 95% Fleisch drauf...

... aber wenn ich die Schälchen schon aufmache, kommt es mir hoch).
Warum fütterst Du es dann? Kann ich nicht nachvollziehen...

Es gibt noch weitere Mittelklasse Futtersorten wie Catz Finefood, Granata Pet usw. die alle im 4-5€ Bereich pro Kilo liegen.
Da muss man aber schon sehr große Mengen abnehmen und viele Rabatte kriegen damit man da unter 5€/kg zu kommen. Sorry, aber allzu sehr sollte man da die Realität auch nicht schönen.
Zumal es mehr als genug Leute gibt die für ihre Katzen garnicht mehr als 3€/kg ausgeben können, auch hier in diesem Forum...

Also laut Tierschutzbund, Tierheimen, Tierärzten ist Rohfleisch auch keine Nahrung für Katzen.
Tja - schon deshalb wird sich der Text nicht als Info-Flyer eignen...

Was sollen wir ihnen also geben. Dose ist Mist, Rohfleisch auch - und nun?
Ich hab nicht gesagt dass man Nassfutter nicht füttern sollte - nur ist es halt tatsächlich nicht "artgerechet". Artgerecht wäre Maus, Vogel usw... - roh selbstverständlich.
Nassfutter ist eine Alternative die zwar nicht "artgerecht" ist, aber die Katze mit allem versorgen kann was sie braucht. Noch näher an einer "artgerechten" Ernährung ist sicherlich BARF.

Ach was und danach darf sie wieder auf Schrottfutter umgewöhnen oder wie darf ich das verstehen?
Wie kommst Du denn auf sowas?
Fakt ist, dass einem überall empfohlen wird erstmal das Futter zu nehmen, das zuvor gefüttert wurde. Sowohl in diesem als auch in anderen Foren, aber auch beim Tierschutz, von Tierärzten, in Büchern und natürlich im Internet.
Entsprechend wird doch jeder spätestens wenn der "seine" Katzen abholt, noch fragen was denn bisher gefüttert wurde. Und wenn's nur ist damit überhaupt schon mal was da ist was Katz sicher frisst.
Was dann später tatsächlich gefüttert wird muss sich jeder selbst überlegen. Wäre halt erfreulich wenn's nicht nur Schrott wäre.

Na Leute die Ahnung haben!
Wie z.B. der Tierschutzbund der Rohfleischfütterung ablehnt?

Und das rechtfertigt ihren schlechten Futterempfehlungen?
Mir hat noch kein Tierarzt Futter empfohlen - weder gutes noch schlechtes.
Ich habe auch noch nie Tierfutter beim Tierarzt gekauft, das einzige was ich ab und an beim Tierarzt kaufe sind so Sachen wie z.B. Wurmkur.
Ich wurde beim ersten Besuch gefragt was wir denn so füttern (berechtigte Frage in meinen Augen) und "gutes Nassfutter, kein Trockenfutter, ca. 20% Rohfleisch" wurde als Antwort abgenickt und das war's auch schon.

Man lernt das, was Pflegestellen während der Verpflegung der Pflegekatzen machen.
Da stand aber doch was bezüglich Tierheim-Angestellter? In meinen Augen ist das wie gesagt was völlig anderes als 'ne private Pflegestelle.

Das Wissen wird meist von den "erfahrenen Leuten" im Verein an jede Pflegestelle weitergegeben.
Hoffentlich nicht nach dem Motto "Das haben wir schon immer so gemacht, da müssen wir nichts ändern..."
Mein Aha-Erlebnis diesbezüglich war ja mal der Stammtisch einer Katzenhilfs-Organisation bei dem mir ausführlich erklärt wurde warum Trockenfutter so wichtig ist...
Ich bin da ein typischer Fall von Aufklärungsresistenz.

Das wird aber nicht so gehandhabt, weil keiner Zeit dafür hat. Tierschutzvereinen spielen Feuerwehr und gehen dabei zugrunde. In jeglicher Hinsicht.
Soviel zum Thema "artgerechte" Haltung...

Wikipedia ist keine seriöse Quelle.
Klar nicht. Aber diverse Foren, Blogs und Websites noch viel weniger weil da niemand Einspruch erheben bzw. korrigieren kann.

Das sehe ich anders. Wenn der Tierarzt schrott ist und der Besitzer dem Tierarzt hörig ist, ist es egal, ob sie sich schon kannten oder nicht. Der Schaden bleibt derselbe.
Also besser garkein Tierarzt?
Woher soll denn ein Anfänger überhaupt wissen was von Tierärzten im Besonderen und im Allgemeinen zu halten ist?

Sagt mal, wofür braucht ihr denn eine wissenschaftliche Abhandlung zu artgerechter Katzenernährung, wenn doch schon vor Jahrzehnten (oder sogar länger) erforscht wurde, dass Katzen reine Carnivore sind??? Was ist denn daran missverständlich?
Wenn's damit schon erledigt wäre, wär's ja einfach.
Zumal der Tierschutzbund das anscheinend ja auch anders sieht.

Also muss ich mir doch im Prinzip nur die Zusammensetzung einer Maus anschauen und dann weiss ich Bescheid, was die Katze braucht.
Und wie wäre sie denn, die Zusammensetzung der Maus? Die kennt ja auch niemand so ganz genau, zumal die Maus vom Deich sicherlich anders zusammengesetzt ist als die Maus in Oberbayern (Jod), die Frühlingsmaus anders als die Herbstmaus usw...
Davon mal ganz abgesehen dass bisher - meines Wissens nach - nur Zuchtmäuse untersucht wurden.
Und Maus allein reicht ja nicht - draußen futtern Katzen ja auch Vögel, Reptilien, Insekten usw. Und gelegentlich ein paar Kräutchen...

Auch habe ich ncoh keine Maus gesehen, die nur 4% Fleischanteil hatte und der Rest der Maus aus Industrieabfällen bestand.
Das mit den 4% ist ein gängiges Missverständnis, das bezieht sich nur auf die "geschmacksgebende Komponente", da ist schon noch mehr Fleisch drin, selbst bei Supermarktfutter sind 55-60% Fleisch (& Nebenprodukte) enthalten.
Ich finde Du vereinfachst das jetzt viel zu sehr.

WOFÜR BRAUCHT IHR WISSENSCHAFTLICHE BEWEISE? Die Indizien liegen doch auf der Hand!
OK - dann nehmen wir doch einfach mal das Beispiel Taurin, Du kannst uns ja sicher sagen wieviel Taurin eine Katze denn nun tatsächlich so braucht und dass Überdosierungen tatsächlich nachweislich ungefährlich sind?
Indizien sind so 'ne Sache...

Ich bin selbst beruflich in der Wissenschaft angesiedelt und bin der Meinung, dass die Wissenschaft bereits alle notwendigen Informationen über katzengerechte Ernährung (siehe oben) erforscht hat.
Sicherlich wurde da viel geforscht - nur sind die Ergebnisse, zu denen man da gekommen ist, leider sehr unterschiedlich und die Werte weichen stark voneinander ab.
Hier hat mal jemand schön zusammengefasst wie sehr schon die wichtigsten Werte voneinander abweichen:
 
  • Hat der Tierschutz eine Vorbildfunktion? Beitrag #63
Liebe Kath, es ist einfach so, leider. Meine eigenen Katzen und die Pflegis versuche ich auch mit einigermassen ordentlichem Futter, wie Macs, Ropocat oder ähnlichem zu füttern. Wenn Trockenfutter, dann nur in geringen Mengen als Leckerlie. Leider sieht das für die Streuner draussen etwas anders aus. Die bekommen auch Bozita, Macs, Smilla und Carny, wenn ich das gespendet bekomme. Das für die Streuner zu kaufen, kann ich mir einfach nicht leisten. Öfter koche ich was für sie aus Geflügelklein, ob das besser ist weiss ich nicht. Sie mögen es aber vor allem im Winter gerne. Und jetzt bekommen sie vor allem Trockenfutter, obwohl ich da eigentlich ein Gegner von Trockenfutter bin, aber es geht im Moment nicht anders, sie brauchen einfach Kalorien um zu überleben.

Ich glaube, du sprichst da auch mehr von den Katzen in Tierheimen. Da habe ich auch festgestellt, dass viele Mitarbeiter von artgerechter Ernährung keine Ahnung haben. In der Auffangstation O.-E. bekommen die Katzen nur morgens Nassfutter und über den Tag stehen da Trockenfutterschüsseln. Auch werden Katzen mit Struvit nur mit dem speziellen Trockenfutter vom Tierarzt gefüttert, weil einfach nicht die Zeit da ist sich mit anderer Ernährung zu beschäftigen. Ich weiss nicht ob den Adoptanten dann gesagt wird, wie sie die Katzen in Zukunft füttern sollten. Dafür fehlt einfach die Zeit und auch das Wissen, du kannst das einfach nicht mit dir als Pflegestelle gleichsetzen.

Viele Katzenhalter wissen auch gar nicht, dass man besseres Katzenfutter über den Internethandel bestellen kann. Die kennen nur das Supermarktfutter, ist ja so bequem beim wöchentlichen Einkauf und alle Bekannten füttern das ja auch. Es ist schon eine Gratwanderung dann nicht als Besserwisser rüber zu kommen.

Louisella hat es wirklich gut zusammen gefasst, dem kann ich nichts hinzufügen. Solange es dieses große Katzenproblem hier gibt, ist die Fütterung nur ein Nebenschauplatz.
 
Zuletzt bearbeitet:
  • Hat der Tierschutz eine Vorbildfunktion? Beitrag #64
@Louisella: wir reden aneinander vorbei ;-) Sei mir nicht bös, wenn ich nicht wieder jedes Zitat von dir kommentiere um dir näher zu bringen worum es mir wirklich geht. Das wäre in einem persönlichen Gespräch sicherlich einfacher als in so einem virtuellen Raum

@Brigitte: Sicherlich hast du Recht und ich kritisiere das auch nur bedingt. Es gibt einfach Orte im Tierschutz da halte ich es einfach für wichtig, vor allem wenn da Adoptanten mit drin hängen. Aber das grosse Ganze drumherum ist natürlich genauso wichtig. Manchmal vergesse ich das wenn ich so in meinem Mikrokosmus lebe. Ich finde es ja schon interessant, dass man Tierschutzkatzen in verschiedene Kategorien einteilt (Katzen an der Futterstelle vs. Katzen im Tierheim vs Katzen auf einer Pflegestelle). Sicherlich muss man da unterscheiden. Mir geht es auch nicht nur um mein Verständnis bzw. Unverständnis, sondern um eine Art Sensibilisierung dem Thema allgemein gegenüber, denn in diesem Forum wird ja immer wieder implizit dem Tierschutz diese Vorbildfunktion unterstellt.

Aber wie man sehr schön an den Beiträgen hier gesehen hat, hat man die "ob-Frage" noch gar nicht geklärt und bevor die nicht geklärt ist bzw. da Einigkeit besteht braucht man gar nicht erst ins Detail gehen, sprich worin denn genau diese sogenannte Vorbildfunktion bestehen sollte und welche Kriterien man dafür auswählt. DAS war für mich erstmal wichtig zu klären, nämlich ob man sich über die ob-Frage generell einig ist.

In diesem Sinne stimme ich Taskali zu, der Tierschutz und seine Problematiken sind vielschichtig und sehr komplex. Vor diesem Hintergrund wirkt das Verabreichen laktosehaltiger Milch an 50 Katzen die in einer Tierschutz- Einrichtung leben wie eine Lappalie. Thema Ernährung ist ja nur eine Baustelle.
 
  • Hat der Tierschutz eine Vorbildfunktion? Beitrag #65
Huch, falscher Thread.
 
  • Hat der Tierschutz eine Vorbildfunktion? Beitrag #66
@Louisella: wir reden aneinander vorbei ;-)
Ich sag doch: Du hast mich völlig falsch verstanden...
Es wäre schön wenn's anders wäre, aber ein Tierheim ist nun mal kein Vorbild für die spätere Haltung zuhause. Das kann ein Tierheim einfach nicht leisten.
Eine Pflegestelle kann das schon eher, vor allem wenn auch noch die finanziellen Kapazitäten vorhanden sind. Da klappt das mit dem Vorbild schon eher.

Sei mir nicht bös, wenn ich nicht wieder jedes Zitat von dir kommentiere um dir näher zu bringen worum es mir wirklich geht.
Das brauchst Du auch nicht nochmal.
Ich frage mich nur weiterhin wie Du Dir das vorstellst wie das in einem Tierheim funktionieren soll mit der "artgerechten" Fütterung und Haltung? Und der Zuwendung durch den Menschen?
Woher das Geld nehmen? Und den vielen Platz? Und die vielen vielen Menschen die da mitarbeiten müssten?

Mir geht es auch nicht nur um mein Verständnis bzw. Unverständnis, sondern um eine Art Sensibilisierung dem Thema allgemein gegenüber, denn in diesem Forum wird ja immer wieder implizit dem Tierschutz diese Vorbildfunktion unterstellt.
Eine Aufklärungsfunktion sicher - aber eine Vorbildfunktion wohl weniger, das ist ja garnicht möglich. Oder kennst Du ein Tierheim in dem Katzen tatsächlich "artgerecht" gehalten werden können?

Aber wie man sehr schön an den Beiträgen hier gesehen hat, hat man die "ob-Frage" noch gar nicht geklärt ...
Meiner Meinung nach hat der Tierschutz KEINE Vorbildfunktion, vor allem Tierheime können das ja garnicht leisten. Aufklärung wäre trotzdem überall, nicht nur im Tierschutz, eine sinnvolle Sache.
Leider scheiden sich ja die Geister darüber was denn da genau aufgeklärt werden muss - es geht ja eben nicht nur drum zu wissen was ein Carnivore ist und dass Katzen keine Käfigtiere sind.
 
  • Hat der Tierschutz eine Vorbildfunktion? Beitrag #67
Ich sag doch: Du hast mich völlig falsch verstanden...

Oder du mich :mrgreen: Einigen wir uns darauf, dass wir aneinander vorbeireden? :mrgreen:



Ich
frage mich nur weiterhin wie Du Dir das vorstellst wie das in einem Tierheim funktionieren soll mit der "artgerechten" Fütterung und Haltung? Und der Zuwendung durch den Menschen?
Woher das Geld nehmen? Und den vielen Platz? Und die vielen vielen Menschen die da mitarbeiten müssten?

Mir geht es gar nicht die Tierheime, das ist eines unserer Missverständnisse.

Eine Aufklärungsfunktion sicher - aber eine Vorbildfunktion wohl weniger, das ist ja garnicht möglich. Oder kennst Du ein Tierheim in dem Katzen tatsächlich "artgerecht" gehalten werden können?

Die Aufklärung gehört ja zum Vorbild. Du kannst den Leuten ja nicht nur sagen: "So sollte es sein!". Die brauchen auch schon eine Begründung.Tatsächlich läuft es so ab: So sollte es sein, weil A und B, achso ja und dann aufgrund C und D und x, y und z sind auch noch Gründe. Ab dem "weil" fängt die Aufklärung an. ;-)
Nochmal: mir geht es nicht um artgerechte Haltung in Tierheimen.

Meiner Meinung nach hat der Tierschutz KEINE Vorbildfunktion, vor allem Tierheime können das ja garnicht leisten. Aufklärung wäre trotzdem überall, nicht nur im Tierschutz, eine sinnvolle Sache.
Leider scheiden sich ja die Geister darüber was denn da genau aufgeklärt werden muss - es geht ja eben nicht nur drum zu wissen was ein Carnivore ist und dass Katzen keine Käfigtiere sind.

In jedem Tierschutz-Verein oder Tierheim ist anderes Wissen vorhanden. Selbst wenn sie die Zeit dafür hätten, würde einige sicherlich falsch aufklären. Sicherlich wäre das keine böse Absicht, aber das war ja der Anlass für die Erstellung meines Threads. Mich nervt es einfach, dass aufgrund mangelndem Wissen und falschen Informationen diese so weitergegeben werden. Sicherlich können die nichts dafür - ist ja alles ehrenamtlich. Aber wie wir ja gesehen haben, selbst Tierheimleiter werden während ihrer Ausbildung als Heimleitung mit Infos versorgt, die sie dann natürlich an alle Mitarbeiter weitergeben, wo hier jeder den Kopf schütteln würde.

Ich bin übrigens kein Anhänger der Rohfleischfütterung, barfe selber nicht, mir ist nur aufgefallen, dass auch hier im Forum immer mehr Leute Barfen. Der DTB würde den Barfern hier aber erklären, dass Barfen höchst gefährlich für die Katzen ist, weil eine erhöhte Anzahl an Keimen und Bakterien im Rohfleisch vorhanden ist im Vergleich zum Nassfutter und dadurch das Risiko einer Erkrankung steigt.

Ich habe Pflegestellen in TSVs kennengelernt, auf denen völlig kranke Tiere durch das Barfen wieder gesund geworden sind. Die haben es alle also falsch gemacht??? Die Frage ist doch: wo liegt die Wahrheit? Bei dem Was der DTB an Richtlinien vorgibt oder in der Erfahrung die, die Tierschützer vor Ort mit den Tieren machen?

Gehen wir mal von der Ernährung weg. Ich kenne TSV, die Kitten (teils unter 12 Wochen) in Einzelhaltung vermitteln. "Wäre alles kein Problem für die Katz", erklärte man mir, "die sind doch gut versorgt im neuen Zuhause". Was sagt eigentlich der DTB dazu? :cool:
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:
  • Hat der Tierschutz eine Vorbildfunktion? Beitrag #68
Mir geht es gar nicht die Tierheime, das ist eines unserer Missverständnisse.
Gehören Tierheime denn nicht zum "Tierschutz"?
Ich würde annehmen dass das erste, was Leuten einfällt wenn man von "Tierschutz" redet, die Tierheime sind. Dass es auch sowas wie Pflegestellen gibt ist nicht flächenübergreifend bekannt.

Die Aufklärung gehört ja zum Vorbild.
Wie gesagt - ich finde den Begriff "Vorbild" hier falsch angewendet.
Ein Vorbild ist etwas / jemand der's optimal macht. Und das kann ein Tierschutz, der auf Spenden angewiesen ist, nun mal nicht leisten, dafür reichen weder Geld noch Manpower.
Aufklärung zu leisten ist natürlich vorbildlich - aber selbst Vorbild zu sein geht z.B. bei einem Tierheim nun mal nicht.

Du kannst den Leuten ja nicht nur sagen: "So sollte es sein!". Die brauchen auch schon eine Begründung.Tatsächlich läuft es so ab: So sollte es sein, weil A und B, achso ja und dann aufgrund C und D und x, y und z sind auch noch Gründe. Ab dem "weil" fängt die Aufklärung an.
Ist halt die Frage ob die Leute das überhaupt hören wollen - aber das haben wir ja schon durchgekaut.

Nochmal: mir geht es nicht um artgerechte Haltung in Tierheimen.
Ich hab's kapiert. Nur habe ich - wie ein Großteil der Bevölkerung - bei Tierschutz nun mal in allererster Linie an Tierheime gedacht.

In jedem Tierschutz-Verein oder Tierheim ist anderes Wissen vorhanden. Selbst wenn die Zeit dafür hätten, würde einige sicherlich falsch aufklären.
Selbst wenn sie sich streng an den Flyer vom Tierschutzbund halten würden wär's ja auch nicht recht... Und genau daran hängt das Problem zumindest in meinen Augen schon gewaltig. Wer soll sich denn da aus dem Fenster lehnen?

Mich nervt es einfach, dass aufgrund mangelndem Wissen und falschen Informationen diese so weitergegeben werden.
Wer entscheidet denn was falsch und was richtig ist? Wir drehen uns im Kreis...

Der DTB würde den Barfern hier als erklären, dass Barfen höchst gefährlich für die Katzen ist, weil eine erhöhte Anzahl and Keimen und Bakterien im Rohfleisch vorhanden ist im Vergleich zum Nassfutter und dadurch das Risiko einer Erkrankung steigt.
Und eben da hast Du schon den größten Streit unter den "Profis".
Wobei ich nicht nur BARF meinte sondern durchaus auch die berühmten 20% oder auch nur ab und an ein Stückchen Rohes.

Die Frage ist doch: wo liegt die Wahrheit? Bei dem Was der DTB an Richtlinien vorgibt oder in der Erfahrung die, die Tierschützer vor Ort mit den Tieren machen?
Genau. Und was genau wolltest Du aufklären? Die Wahrheit des Tierschutzbundes? Oder die der diversen Pflegestellen? Oder die der Katzenstammtische und Foristen? Oder die der Tierärzte?
Da liegt meiner Meinung nach ja eben der Hund begraben.

Gehen wir mal von der Ernährung weg. Ich kenne TSV, die Kitten (teils unter 12 Wochen) in Einzelhaltung vermitteln. "Wäre alles kein Problem für die Katz", erklärte man mir, "die sind doch gut versorgt im neuen Zuhause". Was sagt eigentlich der DTB dazu? :cool:
Es gibt ja von vielen Tierschutzvereinen entsprechende Aufklärungs-Flyer zu allen möglichen Bereichen, z.B. den hier von der "Tierärztlichen Vereinigung für Tierschutz e.V.":
 
  • Hat der Tierschutz eine Vorbildfunktion? Beitrag #69
Das Problem liegt meiner Meinung nach auch darin, dass es fast unmöglich ist, irgendetwas zu verallgemeinern. Das fängt schon damit an, dass eine Pflegestelle eben ganz andere Möglichkeiten hat sich um die Tiere zu kümmern, über artgerechte Haltung aufzuklären etc. als ein Tierheim. Auch haben die verschiedenen Tierheime untereinander schon nicht dieselben personellen & finanziellen Möglichkeiten.

Man könnte Tierheime z.B. verstaatlichen und verpflichtende Richtlinien in Zusammenarbeit mit Tierärzten, Züchtern, Verhaltensbiologen etc. entwickeln.

Man könnte eine Kastrationspflicht einführen, wie sie, glaube ich, manche Bundesländer schon haben. Und nur Leuten, "das Vermehren" erlauben, die regelmäßig kontrolliert u z.B. irgendwelche Prüfungen abgelegt haben.
 
  • Hat der Tierschutz eine Vorbildfunktion? Beitrag #70
Louisella, es ist wichtig zu differenzieren!

Genau. Und was genau wolltest Du aufklären? Die Wahrheit des Tierschutzbundes? Oder die der diversen Pflegestellen? Oder die der Katzenstammtische und Foristen? Oder die der Tierärzte?
Da liegt meiner Meinung nach ja eben der Hund begraben.

Ich bin immer davon ausgegangen, dass die Leute, die mich in den Vereinen begleitet haben, richtig aufgeklärt haben. Hinzu kommt das Wissen, dass man übers Internet wie z.B. auch Foren erlangt, bis ich festgestellt habe, dass, je mehr man sich einliest und glaubt die Wahrheit zu kennen, immer mehr von der Praxis und so wie es tatsächlich gehandhabt wird entfernt und das kollidiert dann irgendwann. Bei mir vor kurzem mal wieder.

Wenn ich davon ausgehe, dass mein Wissensstand aktuell ist (Beispiele: Kitten brauchen einen Artgenossen, Rohfleisch ist nicht gefährlich, Katzen sind laktoseintolerant) bin ich genervt, wenn ich Tierschützern
begegne, die das nicht wissen, aber meiner Meinung nach wissen sollten.

Wenn aber alle der Meinung sind, Kitten kann man ruhig in Einzelhaltung vermitteln, Rohfleisch darf auf keinen Fall gefüttert werden, Katzen sind nicht laktoseintolerant, dann können wir den Thread schliessen. Denn dann ist er obsolet :mrgreen:

Man könnte Tierheime z.B. verstaatlichen und verpflichtende Richtlinien in Zusammenarbeit mit Tierärzten, Züchtern, Verhaltensbiologen etc. entwickeln.

Das klingt nach einer guten Idee. Aber ist sie umsetzbar?
 
  • Hat der Tierschutz eine Vorbildfunktion? Beitrag #71
Das klingt nach einer guten Idee. Aber ist sie umsetzbar?

Die Frage ist eher, warum Tierheime (bisher) nicht verstaatlicht sind. Ich denke, es liegt daran, dass Art. 20 a des Grundgesetzes, der u.a. den Tierschutz verankert, noch recht jung ist. Ich bin mir grad nicht sicher, ob er in den 1990er oder gar erst in den 2000er Jahren eingeführt wurde.

Zum Vergleich: das Tierheim Berlin gibt es z.B. seit ca. 1900!

Was man beobachten kann ist, dass sich die Einstellung vom Mensch zum Haustier grade in den letzten Jahren sehr geändert hat. Hin zum Positiven. Haustiere werden mehr und mehr wie vollwertige Familienmitglieder behandelt für die man nur das Beste will. Wobei die vermeintliche "Tierliebe" bei manchen Leuten evtl. auch etwas übertrieben ist. Extremes Beispiel: die alte Oma/der alte Opa, die ihr Haustier quasi zu Tode füttern.

Tierschutz ist in der Politik aber eher ein Randthema. Und ich denke, der Grad der Wichtigkeit des im speziellen Haustierschutzes für die Politik hängt auch vom allgemeinen Wohlstand der Gesellschaft ab. Haustierschutz ist eher ein absolutes Luxusproblem verglichen mit anderen politischen Problemen.
 
  • Hat der Tierschutz eine Vorbildfunktion? Beitrag #72
Ich bewundere ehrlich das enorme Engagement und auch Wissen (wenngleich gerade das manchmal zu ganz unterschiedlichen Interpretationen führt!) hier im Forum. Da ich kaum Ahnung von Details habe, außer seit 14 Jahren für Katzen sorge, will ich mich keineswegs einmischen. Aber ein Gedanke drängt sich mir bescheiden auf: Bei der vehementen Forderung nach artgerechter Haltung - warum läßt man nicht alle Katzen in die Freiheit und sorgt für große, gesunde Mäusepopulationen im Umfeld?

Vielleicht überlege ich, daß, nachdem es Haustiere geworden sind, sie sowieso nicht artgerecht leben. Wir als Menschen im übrigen auch nicht, oder sind wir alle Rohköstler oder Mammutverspeiser geblieben? Also Katzen, die nachts im Bett den Kuschel machen, das ist doch wohl nicht "Natur"?

Dann kenne ich Menschen, die wohl gerne Katze/n haben, aber keineswegs gewillt sind, blutige Futterorgien in der Küche zu veranstalten.

Ich meine ja nur, und das ist kein Diskussionsbeitrag.
 
  • Hat der Tierschutz eine Vorbildfunktion? Beitrag #73
Louisella, es ist wichtig zu differenzieren!
Meine Rede.

Ich bin immer davon ausgegangen, dass die Leute, die mich in den Vereinen begleitet haben, richtig aufgeklärt haben.
Wie gesagt, siehe mein Aha-Erlebnis diesbezüglich.
Aber ich hab schon vorher längst nicht mehr alles geglaubt was mir so erzählt wurde...
Man kann auch 30 Jahre lang was falsch machen.

Hinzu kommt das Wissen, dass man übers Internet wie z.B. auch Foren erlangt, ...
Soviel zum Thema "seriöse Quellen"...

... bis ich festgestellt habe, dass, je mehr man sich einliest und glaubt die Wahrheit zu kennen, ...
Das ist ja eben das Problem, man "glaubt" die Wahrheit zu kennen. Nur welche?
Klar - hier im Forum herrscht ein gewisser Konsens. Aber der widerspricht ja offensichtlich z.B. dem was der Tierschutzbund meint.

... immer mehr von der Praxis und so wie es tatsächlich gehandhabt wird entfernt und das kollidiert dann irgendwann.
Welche Praxis meinst Du jetzt? Die auf einer Pflegestelle?
Die Pflegestellen handhaben das doch auch durchaus unterschiedlich - und nicht nur bei der Ernährung.
Ist halt auch 'ne Frage der finanziellen Möglichkeiten. Für Dich mag CFF vielleicht mittelmässiges Futter in einer Preisklasse sein, die völlig normal ist, aber da bist Du sehr weit weg von der Realität, viele können das nicht als Standardfutter finanzieren, und ja, auch hier im Forum. Und für viele gehört CFF durchaus zu den höherwertigen Futtern.
Ich glaub zwischen "Wahrheit", individueller "Praxis" und "Realität" gibt's jede Menge Spielraum.
Und die finanziellen Realitäten sollte man da auch nicht vernachlässigen - auf dem Niveau von CFF zu füttern können sich wie gesagt viele Halter nicht leisten, würdest Du dann denen keine Katzen vermitteln?

Und wie gesagt: Ich krieg jetzt ein schlechtes Gewissen weil ich Smilla spenden wollte. Muss ich das jetzt wegwerfen?

Wenn ich davon ausgehe, dass mein Wissensstand aktuell ist (Beispiele: Kitten brauchen einen Artgenossen, Rohfleisch ist nicht gefährlich, Katzen sind laktoseintolerant) bin ich genervt, wenn ich Tierschützern begegne, die das nicht wissen, aber meiner Meinung nach wissen sollten.
Dann wende Dich doch einfach mal an den Tierschutzbund und erklär denen das mit dem Rohfleisch und warum das falsch ist und sie ihre Flyer ändern müssen.

Wenn aber alle der Meinung sind, Kitten kann man ruhig in Einzelhaltung vermitteln, Rohfleisch darf auf keinen Fall gefüttert werden, Katzen sind nicht laktoseintolerant, dann können wir den Thread schliessen. Denn dann ist er obsolet :mrgreen:
Es sind nicht alle Katzen laktoseintolerant. Katzen die von klein auf immer mit Milch gefüttert wurden (häufig bei Bauernhofkatzen) haben auch als Erwachsene keine Probleme mit Laktose.

Aber da sind wir doch genau bei dem Punkt:
Du wirst keine Meinung finden bei der sich die Profis einig sind.
Entsprechend wirst Du auch nicht allgemein aufklären können sondern immer nur Deinem besten Wissen und Gewissen nach.

Das klingt nach einer guten Idee. Aber ist sie umsetzbar?
Solange es keine einheitliche Meinung gibt ist das natürlich nicht umsetzbar.
Sonst könnte man doch einfach gleich die Flyer vom Tierschutzbund nehmen.
 
  • Hat der Tierschutz eine Vorbildfunktion? Beitrag #74
Die Frage ist eher, warum Tierheime (bisher) nicht verstaatlicht sind.

Das kann ich dir ganz schnell beantworten: Tiere haben in der Politik keine Lobby. Wo keine Lobby, da keine Kohle. Ist ganz einfach! Ich meine wenn man bedenkt, dass Deutschland hoch verschuldet ist (das Land an sich), warum sollten sie sich mit dem Tierschutz noch mehr verschulden. Ich kann dir versichern, der Staat wird der letzte Zeit, der die Hand heben wird, wenn es um Verstaatlichung der Tierheim geht. Daran hat er überhaupt kein Interesse und gar keinen Nutzen.

Wenn du anders siehst, überzeuge mich und wir verfassen eine Petition für den Bundestag :mrgreen:

Ich bewundere ehrlich das enorme Engagement und auch Wissen (wenngleich gerade das manchmal zu ganz unterschiedlichen Interpretationen führt!) hier im Forum. Da ich kaum Ahnung von Details habe, außer seit 14 Jahren für Katzen sorge, will ich mich keineswegs einmischen. Aber ein Gedanke drängt sich mir bescheiden auf: Bei der vehementen Forderung nach artgerechter Haltung - warum läßt man nicht alle Katzen in die Freiheit und sorgt für große, gesunde Mäusepopulationen im Umfeld?

Vielleicht überlege ich, daß, nachdem es Haustiere geworden sind, sie sowieso nicht artgerecht leben. Wir als Menschen im übrigen auch nicht, oder sind wir alle Rohköstler oder Mammutverspeiser geblieben? Also Katzen, die nachts im Bett den Kuschel machen, das ist doch wohl nicht "Natur"?

Dann kenne ich Menschen, die wohl gerne Katze/n haben, aber keineswegs gewillt sind, blutige Futterorgien in der Küche zu veranstalten.

Ich meine ja nur, und das ist kein Diskussionsbeitrag.


Sehr guter Punkt! Ich danke dir dafür! :mrgreen:
 
  • Hat der Tierschutz eine Vorbildfunktion? Beitrag #75
Das kann ich dir ganz schnell beantworten: Tiere haben in der Politik keine Lobby. Wo keine Lobby, da keine Kohle. Ist ganz einfach! Ich meine wenn man bedenkt, dass Deutschland hoch verschuldet ist (das Land an sich), warum sollten sie sich mit dem Tierschutz noch mehr verschulden. Ich kann dir versichern, der Staat wird der letzte Zeit, der die Hand heben wird, wenn es um Verstaatlichung der Tierheim geht. Daran hat er überhaupt kein Interesse und gar keinen Nutzen.

Das habe ich in meinem Beitrag doch so ähnlich auch geschrieben. ;-)

Aber ein Gedanke drängt sich mir bescheiden auf: Bei der vehementen Forderung nach artgerechter Haltung - warum läßt man nicht alle Katzen in die Freiheit und sorgt für große, gesunde Mäusepopulationen im Umfeld?

Manche Menschen halten sich aus genau dem Grund Katzen: Sie sollen Mäuse & Ratten fangen. Für meine Eltern war das z.B. auch ein Grund, sich Katzen anzuschaffen.

Wenn man sich aber nunmal Katzen ins Haus holt, damit sie das tun, hat man ggü. den Katzen auch eine Verantwortung. Und da legt nicht jeder Mensch dieselben Maßstäbe an.

Es gibt ja z.B. auch Katzenhalter, deren Katzen zwar Freigänger sind. Sie hängen ihren Katzen aber Glöckchen um den Hals, damit sie keine Tiere töten. Für mich haben solche Leute z.B. einen grenzdebilen Knall, wenn ich das mal so böse ausdrücken darf. Muss ich das näher erläutern? Ich denke nicht.

Vielleicht überlege ich, daß, nachdem es Haustiere geworden sind, sie sowieso nicht artgerecht leben. (....) Also Katzen, die nachts im Bett den Kuschel machen, das ist doch wohl nicht "Natur"?

Ich finde schon, dass es Katzen gibt, die ziemlich artgerecht leben, wie z.B. die meiner Eltern. Sie sind den ganzen Tag draußen (mit wärmgeschützter Rückzugsmöglichkeit im zugänglichen Schuppen), schlafen aber trotzdem z.B. gern freiwillig mit im Bett.

Ich habe auch lange überlegt, ob ich mir Katzen in die Wohnung hole. Ich habe meine Katzenliebe entdeckt, nachdem ich in verschiedenen WG's das Vergnügen hatte, mit ihnen zusammen leben zu dürfen. Ich wurde dann von einer Freundin beraten, die Tierärztin und Tierschützerin ist und meinte, "Ja, kannst du machen. Wenn die Katzen eben die Freiheit = nach draußen gehen, noch nicht kannten. Meine beiden haben wirklich keinen Drang nach draußen zu wollen, obwohl ich schon oft gedacht habe, dass ihnen das gut tun würde. Leider ist es in meiner aktuellen Wohnsituation aber nicht umsetzbar. Ich werde sie deswegen aber nun nicht weggeben, weil ich schon den Eindruck habe, dass sie sich bei mir sehr wohl fühlen.

Ich habe aber z.B. mal Hasen weggegeben, weil ich fand, dass man sie in einer Wohnung nicht mal annähernd artgerecht halten kann. Denn sie knabberten einfach an allem rum: Tapeten, Kabeln etc. Und ich fand es schlimm für die Tiere ständig von mir von diesem natürlichen Bedürfnis zu knabbern abgehalten zu werden. Sie sind nämlich "intellektuell" offenbar nicht so weit entwickelt, als dass sie irgendwann kapieren, woran sie knabbern dürfen und woran nicht.


Wir als Menschen im übrigen auch nicht, oder sind wir alle Rohköstler oder Mammutverspeiser geblieben?

Ich frage mich eben auch, wie man Menschen, die sich z.B. eine Katze aus dem Tierschutz holen über artgerechte Katzenernährung aufklären können soll, so dass es fruchtet, wenn sie sich selbst nicht mal "gut" ernähren.

Ich suche übrigens immer noch nach einem guten Biofutter für meine Katzen. Konnte bisher aber noch keins finden.

Dann kenne ich Menschen, die wohl gerne Katze/n haben, aber keineswegs gewillt sind, blutige Futterorgien in der Küche zu veranstalten.

Ich wundere mich auch, warum es verboten ist, lebendige Futtermäuse zu kaufen und zu verfüttern. Es gibt sie ja in den Tierläden, sie sind aber den Schlangenhaltern vorbehalten, soweit ich das weiß. Gleichzeitig darf man Katzen aber als Freigänger halten, wo es zu ihrem normalen Tagesablauf gehört, Tiere zu jagen und zu töten.

Ich habe kürzlich gesehen, dass man online nicht nur tiefgekühlte Eintagsküken, sondern sogar tiefgekühlte Mäuse kaufen kann. Mit toten Mäusen habe ich da ein kleines Problem, weil ich selbst mal welche gehalten habe, früher, weil ich sie als Hautiere mochte und später welche, die ich als Notfall bei mir aufgenommen habe. Die sind natürlich auch gestorben irgendwann... daher ist es für mich schwierig derzeit eher schwierig tote Mäuse zu kaufen. Außerdem waren die Mäuse auf den Bildern des Anbieters alle weiß und weiße Mäuse stammen, soweit ich das weiß, in der Regel aus Laboren. Man weiß halt auch nicht, wie die Tiere aufgewachsen sind etc.

Ich meine ja nur, und das ist kein Diskussionsbeitrag.

Ich finde deinen Beitrag interessant, deshalb möchte ich antworten. :-D
 
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  • Hat der Tierschutz eine Vorbildfunktion? Beitrag #76
@toshie - hallöchen!
Manche Menschen halten sich aus genau dem Grund Katzen: Sie sollen Mäuse & Ratten fangen. Für meine Eltern war das z.B. auch ein Grund, sich Katzen anzuschaffen.

Wenn man sich aber nunmal Katzen ins Haus holt, damit sie das tun, hat man ggü. den Katzen auch eine Verantwortung. Und da legt nicht jeder Mensch dieselben Maßstäbe an.
Ich wollte ja den Begriff "artgerecht" hernehmen, weil mit dem so oft argumentiert wird, was für Katzen gut sei. Und da scheint mir, daß schon die Mutation zum Haustier nicht artgerecht war und seitdem auch kein "artgerecht" mehr völlig hergestellt werden kann. Ist es ja bei den Nutztieren genau so wenig. Alle waren mal frei und lebten jedes auf seine Art, schlecht und recht. Weil wir was von ihnen wollten, haben wir sie domestiziert, und dadurch eine Verantwortung. Meine Meinung ist ja, daß es ihnen besser geht bei uns als in der freien Wildbahn, selbst wenn es "Mäuse satt" geben würde. Trotz des nicht optimal artgerechten Lebens, mit Fertigfutter und so, werden sie manchmal sehr alt und nicht alle kranken vor sich hin. Die freien Katzen sind meistens gesundheitlich sehr geschädigt. Drum meine bescheidene Ansicht, da wir Menschen ja genauso suboptimal gehalten werden, daß wir als Schicksalsgemeinschaft dastehen mit allen Vor- und Nachteilen. Wir kriegen es sowieso nicht hin, trotz aller Mühen und Diskussionen nicht. Es bleibt bei einem So-gut-es-geht und Es-könnte-besser-sein.

Betr. Biofutter
Herrmanns?

 
  • Hat der Tierschutz eine Vorbildfunktion? Beitrag #77
@toshie - hallöchen!

Ich wollte ja den Begriff "artgerecht" hernehmen, weil mit dem so oft argumentiert wird, was für Katzen gut sei. Und da scheint mir, daß schon die Mutation zum Haustier nicht artgerecht war und seitdem auch kein "artgerecht" mehr völlig hergestellt werden kann. Ist es ja bei den Nutztieren genau so wenig. Alle waren mal frei und lebten jedes auf seine Art, schlecht und recht. Weil wir was von ihnen wollten, haben wir sie domestiziert, und dadurch eine Verantwortung.

Soweit ich das weiß, haben sich Katzen aber selbst domestiziert.

Und es macht ja noch heute einen Unterschied, ob eine Katze in den ersten 3 Lebensmonaten z.B. Kontakt zu Menschen hatte oder nicht und auch wie der Kontakt aussah. Die eine Katze meiner Eltern stammt z.B. vom Bauernhof, wo sie und ihr Bruder erst nach 2-3 Monaten entdeckt wurden, weil die Mutti sie versteckt hielt. Die Katze kuschelt wenig, ist scheu und lässt sich in der Regel nur von meiner Mutter und mir (vermutlich rieche ich ähnlich wie meine Mutter, auch unsere Stimmen ähneln sich) streicheln. Sie schläft aber nachts z.B. meistens in den Armen meiner Mutter. :-D

Vogel und Maus fängt sie täglich u frisst sie komplett auf. Ab und zu lässt sie Gedärme liegen. Sie frisst aber auch Nassfutter.


Meine Meinung ist ja, daß es ihnen besser geht bei uns als in der freien Wildbahn, selbst wenn es "Mäuse satt" geben würde. Trotz des nicht optimal artgerechten Lebens, mit Fertigfutter und so, werden sie manchmal sehr alt und nicht alle kranken vor sich hin.

Die Lebenserwartung von Hund und Katze ist seit den 80er Jahren extrem gestiegen. Es wird davon ausgegangen, dass dies gerade auch durch die Einführung von Fertigfutter (und eine bessere tierärztliche Versorgung) bedingt ist.

Die freien Katzen sind meistens gesundheitlich sehr geschädigt.

Eben.

Drum meine bescheidene Ansicht, da wir Menschen ja genauso suboptimal gehalten werden, daß wir als Schicksalsgemeinschaft dastehen mit allen Vor- und Nachteilen. Wir kriegen es sowieso nicht hin, trotz aller Mühen und Diskussionen nicht. Es bleibt bei einem So-gut-es-geht und Es-könnte-besser-sein.

Auch bei uns westlich zivilisierten Menschen ist die Lebenserwartung extrem gestiegen.

Deinen letzten Satz unterschreibe ich gern.
 
  • Hat der Tierschutz eine Vorbildfunktion? Beitrag #78
Ich glaube schon, dass man eine Vorbildfunktion haben kann, ohne ALLES selber leben zu können.

Wichtig ist meiner Meinung nach, dass man erst mal das WISSEN hat, was (z.B. fachterminologisch) richtig ist... daran krankt es meiner Meinung nach.

Dass z.B. ein Tierheim keine optimalen Haltungsbedingungen bieten kann, weil sie aufgrund der hohen Unterbringungszahl der Katzen absolut überbelegt und finanziell gebeutelt sind, bedeutet für mich nicht, dass sie nicht trotzdem eine Vorbildfunktion haben können, indem sie die Interessenten darüber aufklären, wie es RICHTIGER wäre und auch (im Rahmen) darauf achten, dass das umgesetzt wird (VK, NK) und AUSFÜHRLICH aufklären. Das sollte jedem einigermaßen intelligenten Interessenten auch einleuchten.

Für mich liegt die (leider in vielen Bereichen aber fehlende) Vorbildfunktion darin, die eigenen Unzulänglichkeiten zu kennen, anzuerkennen und daran zu arbeiten, diese nicht weiterzugeben, sondern da eben dazulernen zu wollen.

So sollte der Tierschutz meiner Meinung nach u.a.
- keine "Rasse(mix)katzen" anbieten, wenn sie das nicht nachweisen können, denn dadurch bestätigen sie unwissende Menschen darin, dass das Aussehen die Rasse macht,
- Katzen nicht in Einzelhaft geben, nur weil diese sich vielleicht in einem Gehege mit 15 Katzen nicht wohlgefühlt haben,
- Kitten nicht mit 8 oder 10 Wochen abgeben und natürlich auch nicht alleine,
- alle Katzen kastriert abgeben
- ...

Ob es bei Katzen, die inzwischen als Haustiere gezüchtet werden, "artgerecht" ist, sie alle nach draußen zu jagen, damit sie sich selber versorgen, wage ich zu bezweifeln und warum es nicht erlaubt ist, Futtermäuse in der Wohnung laufen zu lassen und warum es ein Unterschied dazu ist, wenn sich die Katzen Wildmäuse in der Natur selber suchen, sollte schon einleuchten, aber ich denke, das ist eine ganz andere Diskussion ;-).
 
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  • Hat der Tierschutz eine Vorbildfunktion? Beitrag #79
Ob es bei Katzen, die inzwischen als Hautiere gezüchtet werden, "artgerecht" ist, sie alle nach draußen zu jagen, damit sie sich selber versorgen, wage ich zu bezweifeln und warum es nicht erlaubt ist, Futtermäuse in der Wohnung laufen zu lassen und warum es ein Unterschied dazu ist, wenn sich die Katzen Wildmäuse in der Natur selber suchen, sollte schon einleuchten, aber ich denke, das ist eine ganz andere Diskussion ;-).

Magst du das evtl hier näher erläutern? :-D
 
  • Hat der Tierschutz eine Vorbildfunktion? Beitrag #80
Also beim Thema Ernährung habe ich in unserem Tierheim auch schon so einiges erlebt. In der kurze Zeit in der ich dort ehrenamtlich tätig war, wurde dort eine ca. 10 Jahre alte Katze ausschließlich nur mit gekochter Hähnchenbrust gefüttert. (schon monatelang)
Natürlich hatte sie ganz stuppiges Fell und man hat ihr die Mangelernährung wirklich schon richtig deutlich angesehen.
Auf meine Nachfrage kam dann auch nur, dass das Tier von einer älteren Frau kommt die gestorben ist und die Katze hier im Tierheim nur dieses Futter frisst. Als ich dann vorgeschlagen habe es mit Rohfütterung oder zumindest mit der Zugabe von wirklich wichtigen Supplementen (z.B Taurin etc) zu versuchen, wurde auch nur wehement der Kopf geschüttelt. Von Mitarbeitern und Heimleitung. Ne, ne. Das Tier kann sich ja sonst was dabei einfangen wenn das Fleisch roh gegeben wird. Und dieses ganze Zusätze gehen auch nicht. Da kann man ja schnell mal falsch dosieren....
Ich hatte sogar angeboten das aus meiner Tasche zu bezahlen. Nix zu machen. Mietz hat weiter jeden Tag nur totgekochte Hähnchenbrust bekommen.
 
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