ich hoffe, dass alle Freigängerhalter hier wissen, wie gefährlich ein Marder für eine Katze sein kann.
Sockie ist jetzt ziemlich genau 5 Jahre alt und Freigängerin.
Sie wurde diesen Montag von einem Marder angegriffen. Das hintere Drittel ihres Rückens ist komplett zerbissen, 2 kleinere Bisswunden hat sie am linken Oberschenkel hinten.
Sockie wurde direkt Montag nachmittag behandelt, leider nicht in der Tierklinik bei unseren Stammtierärzten sondern bei einem Tierarzt der näher dran ist an uns. Den Fehler schreib ich mir voll und ganz zu, ihr musste sofort geholfen werden, ich hatte Panik und ich dachte eben, der weiss schon was er tut. In Narkose wurden die Wunden ausgespült, sie bekam Schmerzmittel und Antibiotika (Baytril - dazu gleich mehr). Montag abend kam Sockie wieder nach Hause.
Die Nacht zu Dienstag war für uns beide besch....eiden. Sockie hatte sehr starke Schmerzen, solche Geräusche möchte ich nie wieder von ihr hören müssen :-(
Wir sind also Dienstag morgen wieder zu dem Tierarzt, Dr. L.
Sockie bekam erneut Baytril und Schmerzmittel - ich bekam sie nach Hause mit den Worten "das wird schon stellen Sie sich mal nicht so an". Ich wollte noch gern die Ergebnisse vom Blutbild haben, was gemacht werden sollte: "wir haben kein Blutbild gemacht die hat ja nur ein paar Bisse". Jep.....somit ist dann mal klar welcher Tierarzt keine meiner Katzen jemals wieder in die Finger bekommt! (wie wir hier vorgehen sehen wir noch, das hat Zeit, aber das werde ich nicht auf sich beruhen lassen.)
Sockie und ich fuhren daraufhin in die Tierklinik. Frau Dr. K. hat sie untersucht, sie sagte mir die Wundbehandlung wäre so verlaufen wie sie es auch getan hätte. Allerdings wird in der Klinik kein Baytril verabreicht, da es ein umstrittenes Medikament ist und für sie die Nebenwirkungen stärker sind als der Nutzen. Aber Sockie ging es zu dem Zeitpunkt soweit gut. Sie war stabil.
Seit Mittwochmittag befindet sich Sockie in akut bedrohlichem Zustand in der Klinik. Ihre Nieren haben versagt, der Nierenwert ist zu hoch als dass er noch gemessen werden kann.
Ihr Röntgenbild ist ohne Befund.
Das weisse und das rote Blutbild sind ohne Befund.
Der Hämokritwert schwankte.
Sie hat eine ANI (akute Niereninsuffizienz).
Gestern abend habe ich lange mit Frau Dr. K. gesprochen. Der Marder hat Sockie an den Nieren erwischt. Zudem zeigt sie starke Nebenwirkungen von Baytril. Beides wird jetzt bekämpft.
Wir stehen vor Problemen, ganz klar. Es ist wahrscheinlich, dass sie eine CNI davonträgt, ausgelöst durch die momentane ANI.
Leukose wird durch Marderbisse übertragen. Sockie ist dagegen geimpft.
Sockie hat gestern abend keine Reaktionen mehr auf Ansprechen/ Anfassen gezeigt, ihre Chancen die Nacht zu überleben waren nicht gut. Wir haben uns dann entschieden, dass Sockie selbst entscheiden soll ob sie nachts gehen möchte oder ob sie kämpfen will.
Ganz ehrlich ich habe nicht geglaubt dass sie kämpfen will.
Aber das tut sie. Wir sind jetzt ganz vorsichtig optimistisch.
Sie hat die Nacht überstanden. Der Hämokrit ist stabil. Sockie reagiert auf meinen Mann. Sie schnurrt bei ihm, sie lässt sich streicheln, er hat sie erfolgreich gefüttert.
Ja, es kann jederzeit passieren dass ihr Zustand sich verschlechtert.
Ja, es kann passieren dass sie nicht mehr will, dass sie aufgibt.
Das wird beides akzeptiert. Wir wissen dass Sockie ihren Kampf verlieren kann. Wenn sie nicht mehr kann, lassen wir sie gehen.
Aber solange Sockie kämpfen will, kämpfen wir mit.