Nevada,
ich habe über dein Problem nachgedacht und dabei ist mir ein Gedanke gekommen, wo die Ursache womöglich zu finden ist.
Du schreibst, dass deine Katze jederzeit raus kann, wenn sie möchte. Aber offenbar (und falls ich das richtig verstanden habe) kann sie nicht jederzeit auch wieder rein, wenn du nicht da bist. Draußen muss sie sich das Revier/den Garten mit der Mieter-Katze teilen, mit der sie sich nicht versteht und die sie als Feind betrachtet. Das ist für die Miez eine äußerst stressige Situation, wenn ihr der Fluchtweg in "ihr" ausschließliches, nur ihr gehörendes, Revier in der Wohnung nicht offen steht. Wahrscheinlich muss sie mehrmals täglich draußen vor ihrer Feindin flüchten, kann sich aber nicht wirklich in Sicherheit bringen.
Als Reaktion auf diesen permanenten Stress und die Angst markiert sie ihr ganz privates Revier, also deine Wohnung, in einer Art overkill so intensiv, dass dort jede Ecke schon mal prophylaktisch "verteidigt" wird. Sie kann ja nie wissen, ob die feindliche Katze nicht doch mal eindringen kann.
So fixiert wie sie auf dich ist, bedeutet das Rausgehen nicht nur die reine Freude für sie, sondern auch stundenlangen Ärger und Warten auf deine Rückkehr. Freigänger brauchen unbedingt einen sicheren Rückweg in "ihr" Nest, schon alleine um sich bei Verletzungen retten zu können. Wie das technisch bei dir gelöst ist, dass sie zwar jederzeit raus, aber nicht mehr zurück kann, würde mich interessieren, da ich mir das nicht so recht vorstellen kann.
Von einer Zweitkatze würde ich in dieser Situation dringend abraten, das könnten in blanken Horror ausarten. Dieses Über-Markieren zeigt ja, dass ihre Welt nicht in Ordnung ist. Ich interpretiere das so, dass sie sich draußen ständig bedroht fühlt und außerdem muss sie - aus ihrer Sicht - dich ja auch noch beschützen. Also pieselt sie jeden Quadratzentimeter zu, um auf Nummer sicher zu gehen.
Vielleicht hilft dir das als Denkansatz, um dem Problem auf die richtige Spur zu kommen.