Liebe Conny,
vielleicht tröstet Dich meine Geschichte ein wenig:
Meine Daisy hatte 2013 eine Aortenthrombose. Das war relativ spät abends, ich war daheim, und mir sind zum Glück ihre gelähmten Hinterbeine ziemlich schnell aufgefallen. Schmerzen hatte sie noch keine.
1 ½ Stunden später habe ich sie einschläfern lassen. Sie hatte keinen Puls und kein Gefühl mehr in den Beinen. Mein Tierarzt hatte mir dringend dazu geraten.
Etwas später hatte ich ein längeres Gespräch mit ihm – an dem Abend selber war ich dazu nicht in der Lage. Er erzählte mir, dass in Tierkliniken in ähnlichen, vor allem geringfügig leichteren Fällen häufiger alle möglichen Interventionen unternommen werden. Die Prognosen sind allerdings sehr schlecht. Selbst wenn – in seltenen Fällen – die direkte Intervention (stationärer Aufenthalt notwendig) gelingt (Versuch, den Thrombus aufzulösen), ist bei entsprechender Grunderkrankung eine erneute Symptomatik sehr wahrscheinlich. Er hat mir noch einmal versichert, dass er unter den gegebenen Umständen seine eigene Katze auch sofort eingeschläfert hätte.
Ich bin sehr froh, dass ich damals mit Daisy nicht weiter in eine Klinik gefahren bin, um sie dort stationär behandeln zu lassen. Klar, ich war total verunsichert, weil Daisy bis dato völlig „gesund“ war. Und dann so schnell eine solche Entscheidung zu treffen... Das war alles ein fürchterlicher Schock.
Die Wahrscheinlichkeit aber, dass sie dann dort in einer Klinik – alleine - gestorben wäre, wäre ja nicht gering gewesen. Und selbst wenn man ihr hätte helfen können – eine erneute Thrombose ein paar Wochen später, ich bei der Arbeit, Daisy allein, und dann die Schmerzen, die ja nach einiger Zeit einsetzen – unvorstellbar.
Für mich war das so, wie ich es entschieden habe, die unter den Umständen beste Entscheidung. Das hört sich vielleicht jetzt etwas „kühl“ an, ist aber absolut nicht so gemeint.
Ich drück Dich und bin mit Dir traurig. Und: Ich bin davon überzeugt, dass Du alles im Sinne von Max richtig gemacht hast!