Hallo,
nach einiger Zeit der Forumsabwesenheit und nur mitlesen brauche ich doch mal wieder eure Schwarmintelligenz, was die Gruppenkonstellation in meinem Rudel angeht. Ich werde versuchen, die Katzen und ihr Verhalten so genau wie möglich zu beschreiben. Falls ich etwas vergesse oder ihr noch Fragen habt, immer her damit.
Also, das Rudel wurde vor ca 5 Jahren durch den Einzug meiner Katze Käthe aus dem Tierheim gegründet. Nachdem ich so ziemlich alles falsch gemacht habe, was man falsch machen kann (Einzelhaltung, Trockenfutter, etc) zog nach eifrigem lesen hier im Forum 4 Wochen später Zoe aus dem Tierheim dazu. Die beiden haben aber total unterschiedliches Spielverhalten an den Tag gelegt, obwohl ich die Grundregeln der Partnerwahl (gleiches Alter, gleiches Geschlecht) versucht habe einzuhalten.
Es stellte sich heraus, dass Käthe wohl älter ist als gedacht und dementsprechend ruhig, aber gerne der Chef ist.
Zoe hingegen ist typisch Katze, frech, agil, lebhaft, eine Haubitze, die sofort quiekt und schreit, wenn ihr was nicht passt.
Daraufhin zog Kenji hier aus dem Forum, von Taskali, bei mir ein, um zwischen den beiden zu vermitteln.
Das hat perfekt funktioniert. Zoe hat einen Rauf-und Spielgefährten und Käthe ihre Ruhe.
Vor etwa eineinhalb Jahren entdeckte ich in einer Kleinanzeige einen Kater,der zusammen mit anderen Katzen beim Umzug in der Wohnung allein zurückgelassen und erst Tage später gefunden wurde.
Er wurde von einer Bekannten der Verzogenen aufgenommen und die hat ihn dann vermittelt. Sie selbst hatte eine üble Vermehrung von Maine Coon Katzen, zig Hunde, zig Katzen, Kitten, schreiende Kinder und einen Verwahrlosungzustand in der Wohnung, der jeder Beschreibung spottete.
Der Kater saß mit dem Kopf zur Wand gedreht, völlig apathisch und psychisch am Ende in einer Ecke und ließ alles über sich ergehen.
Wir nahmen ihn mit und tauften ihn Kasimir.
Er wurde komplett tierärztlich versorgt und kam dann zu der Truppe dazu, frisch geschoren und abgemagert.
Die Vergesellschaftung lief problemlos.
Er ist ein eher ängstlicher Typ, der schnell überfordert war mit allem (Fummelbrett, Clickertrainig, etc stressen ihn).
Er hat ca 1 Jahr gebraucht, bis er richtig aufgetaut ist und nicht mehr für jede Kleinigkeit unters Bett rannte. Er verbringt dort immer noch seine Schlafenszeit, ist aber mittlerweile ein aufgeweckter, fröhlicher Kerl. Er spielt gerne mit allem, was sich bewegt, geht gerne in den Garten.
Bei Kasimir handelt es sich vermutlich um einen Mix, wo ein Norwegischer Waldkater drin steckt. Zumindest passt das eher als die anderen typischen Langhaar-Rassen. Er ist riesig groß und wiegt mittlerweile 8,5kg, ohne dick zu sein.
Jetzt zum Problem: seit einigen Wochen gibt es Stress zwischen ihm und Zoe.
Er starrt sie an, sie fängt sofort an zu knurren mit Kampfgeheul. Er rennt auf sie zu, packt sie teilweise auch. Sie ist aber viel agiler und schneller als er und flüchtet dann auf den Kleiderschrank, auf den er nicht kommt, weil er zu ungelenk ist.
Er sitzt dann teilweise weiterhin davor und beobachtet sie, so dass sie dann nicht runter kann. Teilweise aber auch nicht.
Es gibt Momente, da geben sie sich Nasenküsschen und gehen ein paar cm aneinander vorbei ohne Probleme. Sie kommen auch ohne Stress alle an die Tür, wenn ich nach Hause komme.
Aber in anderen Momenten ist halt Geschrei, Gefauche, knurren, jagen, etc.
Feliway und Zylkene hatte ich mit Erfolg im Einsatz, nach dem Absetzen fing das Problem wieder an.
Manchmal ist es so, dass Kasimir gar nichts macht, sondern nur um die Ecke kommt und Zoe schon zu knurren anfängt. Dann schaut Kasi verwirrt. Knurrt sie dann weiter, scheint es so, als ob er sich provoziert fühlt und fängt dann an zu fixieren.
Manchmal geht es aber auch von ihm aus. Er fängt dann an, sie zu fixieren und springt dann auf sie drauf. Meistens kommt es aber erst gar nicht zu einem Körperkontakt, da Zoe so flink weg ist.
Zoe ist Gott sei Dank selbstbewusst genug, dass sie sehr schnell wieder vom Schrank runterkommt und gewohnt in der Wohnung rumläuft. Also bisher ist es nicht so schlimm, dass ich über irgendwelche drastischen Maßnahmen wie eine Abgabe nachdenke. Trotzdem möchte ich nicht, dass die Situation sich weiter verschärft.
Zoe quiekt aber auch immer, wenn sie mit Kenji spielt. Sie darf ihn beißen, kloppen, etc. Wenn er aber nur den Fuß auf ihren Rücken legt, ist das Geschrei groß.
Dazu muss man noch sagen, dass Zoe nur 3kg wiegt und den Katern natürlich körperlich hoffnungslos unterlegen ist. Bei Kenji ist das kein Problem, da er sofort losläßt, wenn sie PIEP sagt.
Mit Kenji versteht Kasi sich gut. Manchmal versuchen sie ein wenig zu raufen, aber Kasi zwickt den Kenji dann teilweise schon heftig, so dass Kenji kurz quiekt. Kenji ist auch groß und wiegt knappe 7kg, aber ihm scheint Kasi auch ein wenig zu stark zu sein. Kasi läßt dann aber auch sofort gut sein und Kenji geht ruhig weg, also alles gut.
Was ich jetzt probieren will, sind regelmäßige Spielstunden mit Kasi, damit er evtl Energie loswird.
Ach ja, alle sind selbstverständlich kastriert.
Ich bin mir eben nicht sicher, ob die Aktionen zwischen Zoe und Kasi richtige Aggressionen sind, oder ob er einfach nur mit ihr spielen will, ob er evtl einer der Kater ist, der Spaß daran hat, wenn die Mädels quieken.
Wenn ihr noch Fragen, Ideen oder Anregungen habt, dann bitte her damit.
In seiner eigenen Truppe ist man ja manchmal etwas betriebsblind, vielleicht übersehe ich auch irgendwas.
Vielen Dank für eure Hilfe schon mal.