Hallo zusammen,
Vieles wurde hier ja schon angesprochen. Zweierlei möchte ich als Anregung kurz anmerken:
1. Wenn man den Wurmbefall schon dadurch sieht, dass Würmer irgendwo aus der Katze kommen oder sich Wurmteile irgendwo finden, dann ist das ein schon RIESIG großer Bandwurm oder die Katze sitzt VOLLER kleinerer Würmer. Ein so ausgeprägter Wurmbefall kann SEHR gesundscheitsschädlich für die Katze sein, die Würmer befallen Organe und schädigen sie damit zum Teil auch langfristig, sondern schädliche Abfallprodukte ihres Stoffwechsels ab und auch diese schaden dem Tier. Und schon bevor man Würmer sieht, scheidet die Katze Wurmeier aus, die man auch nicht sieht, an denen sich aber auch der Mensch infizieren kann und die Katze reinfizieren. Also für so harmlos sollte man Würmer keinesfalls halten.
2. Ganz entgegen der hier mehrfach geäußerten Annahme, muss eine gut grundimmunisierte Katze genau dann NICHT nachgeimpft werden, wenn sie ständig Kontakt mit kranken Katzen hat. Denn dann wird die Immunreaktion ja genau durch den Kontakt mit den infizierten Artgenossen wieder aufgefrischt. Nachimpfen ist ja nur dagegen gedacht, dass der Organismus seine spezifische Abwehr wieder vergisst, wenn der Erreger ewig lang nicht mehr aufgetaucht ist.
Also Hannibal, wenn jemand beruhigt sein kann, dann eigentlich Du! (Immer natürlich: Grundimmunisierung vorausgesetzt.)
Ich persönlich setze das für mich folgendermaßen um:
Ich entwurme nicht regelmäßig nach Kalender. Aber bei typischen Frühanzeichen (vermehrtes Niesen, Kugelbauch, Heißhunger, Gewichtsabnahme trotz normalen Fressens und Verhaltens) erinnere ich mich dann: Oh, ich sollte mal wieder entwurmen. Letztlich ist das dann normalerweise etwa einmal bis höchstens zweimal in Jahr. Wenn irgendwann ein Impftermin ansteht und ich längere Zeit nicht entwurmt habe, dann entwurme ich etwa 10 Tage vor dem Impfen, auch wenn es keine Frühanzeichen gibt. Unsere Tierärztin meint, bei Freigängern sei das empfehlenswert, denn Freigänger kommen regelmäßig in Kontakt mit Würmern. Impfen, wenn (unbemerkt) Wurmbefall vorliegt, sei schädlich. Wenn man von Würmern weiß, würde man sowieso erst impfen, wenn die Würmer weg sind.
Da die Katzen bei uns im Umfeld alle geimpft und gesund scheinen, kann ich nicht davon ausgehen, dass meine Katzen ihre Imunität über die Jahre durch Kontakt mit dem Erreger erhalten. Aber ich kann auch nicht davon ausgehen, dass sie nicht - zum falschen Zeitpunkt, wenn ihr Imunsystem gerade den Erreger vergessen hat - einem infizierten Tier begegnen und sich doch anstecken.
Ich impfe deshalb nach jeweiliger Impfempfehlung meiner von mir sehr geschätzten Tierärztin, die immer die Impfstoffe nimmt, die die am wenigsten schädlichen Adjuvantien haben.
Da unsere immer Freigänger sind und wir an einem Naturschutzgebiet leben, wo auch Füchse leben, impfen wir auch gegen Tollwut. Da ich um Himmels Willen nie erleben will, dass meine Lieblinge so leiden müssen wie der vor vielen Jahren an Leukose erkrankte Kater der Nachbarn meiner Eltern, impfe ich auch dagegen.
Aber letztlich ist das konkrete Verhalten dann im Ermessen des jeweils Einzelnen, wie er/sie mit den individuellen Gegebenheiten vor Ort und dem Wissen um die verschiedenen Erkrankungen umgeht.
Als Grundlage fehlten mir in diesem Thread aber die beiden obigen Informationen.
Liebe Grüße,
Seidenschnabel