Oh je, so viele!
Aaaalso wegen der schonenden Narkose werde ich mich erkundigen. Ob er dazu die Möglichkeiten hat weiß ich nicht. Natürlich gibt es hier andere Tierärzte, aber dieser ist wesentlich kompetenter als die zwei bei denen ich vorher war, Gemeinschaftspraxis mit moderner Ausstattung aber offenbar weniger Fachwissen.
Er verweist auf seiner Seite an eine Tierklinik. An die kann ich mich eventuell wenden und wegen der Narkose fragen. Manche Ärzte, die die entsprechende Ausstattung nicht haben ,,leihen'' sich ja bei Bedarf auch die Räumlichkeiten und operieren dort. Er sagte ja auch nicht, dass er die Narkose ganz ablehnt, nur, dass er wegen dem Alter Bedenken hat. Die Miez meiner Ma ist nur zwei Jahre jünger und wird nächste Woche vom selben Arzt operiert. Es gilt eben abwägen und aus eigener Erfahrung, ich habe selber etwa 8 Wochen lang je einen Termin beim Zahnarzt gehabt, weiß ich wie belastend das sein kann. Ich selber fühle mich ja auch mies wenn ich weiß, er hat Schmerzen. Aber vorher muss halt abgeklärt werden was da so noch so los ist um den Kater in seine bestmögliche Form zu bringen. Verständlich.
Nein, ich habe nicht die ganze Zeit Insulin gegeben, zum Glück. Und die Einheiten die ich gab waren minimal, habe nie die vom Arzt vorgeschlagene Dosis verabreicht, sondern mich langsam rangetastet und mir in einem Forum Hilfe gesucht von Leuten die schon Jahre mit der Krankheit zu tun haben. Habe mich dann was die Dosis anging gaaanz langsam versucht und auch erst als ich den Blutzucker zuverlässig messen konnte, das hat 2 Monate gedauert! War ein Drama das auf die Reihe zu kriegen. Ist mit das schwierigste an der Behandlung von Diabetes bei Katzen.
Ja, man misst den Blutzucker. Aber der hohe Wert im Blutbild muss nicht von einer echten Diabetes kommen, auch andere ,,Schäden'' können den hervorrufen. Um dann zu sehen ob es wirklich eine ausgewachsene Diabetes ist muss eben noch der Urin getestet werden, das ist aber damals nicht passiert weil ich es nicht wusste und der Arzt offenbar auch nicht. Sonst hätte ich das natürlich getan.
Der Blutzucker muss über den Tag verteilt mehrfach gemessen werden um ein Bild zu erstellen. Ist ganz normal, auch bei uns Menschen, dass der mal ordentlich aus der Reihe tanzt.
Entzündungen im Körper, Stress, zu viel Zucker in der letzten Mahlzeit und so weiter können den Wert dann mal in die Höhe schnellen lassen.
Das hat mich ja damals so stutzig gemacht. Er hat dann sehr schnell die kleinste Einheit Insulin bekommen die möglich war, weniger ging nicht in die Spritze. Und dann auch noch 6 Mahlzeiten am Tag um eine Unterzuckerung zu verhindern, da er ein Insulin bekam, dass über längere Zeit wirkt und somit auch über längere Zeit der Blutzucker reduziert wird. Und dennoch war er sehr oft nah an der Untergrenze und eine kurzweilige Unterzuckerung ist soviel gefährlicher als eine langwierige Überzuckerung! Also bekam er keins mehr und bis auf hier und da mal einen Ausrutscher, der sich aber schon durch das Erscheinungsbild des Katers bemerkbar machte, sodass ich eingreifen konnte, war sein BZ nicht mehr so sehr erhöht und ließ sich über das Futter (welches ich natürlich umstellen musste) regulieren.
Als der
Tierarzt mir heute sagte, dass es sein kann, dass er gar kein Diabetiker ist und die Ursachen woanders liegen setzten sich immer mehr Puzzleteile zusammen. Ich orderte damals neues Insulin, da ich mit dem für Katzen nicht klar kam bzw. Kater nicht klar kam. Dieses neue Insulin hat der keine drei Wochen bekommen und von den drei Wochen zweieinhalb die minimalste Menge: die Nadel der Spritze voll! Weniger geht nicht.
Die ganze Katze sah anders aus: glänzendes Fell, keine trockene Haut, Gewicht stabil. Er lag nicht nur in der Ecke und tat Dinge, die er nie zuvor gemacht hat, wie auf der Fensterbank sitzen. Wollte er nie. Seitdem macht er das dauernd. Als wenn die ganze Katze neu erblüht wäre und sich wieder am Leben freut. Er hat gespielt, geschmust, war einfach lustig drauf und aktiv. Drei Monate vor der Diagnose war das nicht der Fall, er baute immer mehr ab. Da machte es Sinn für mich mit den stabilen Werten und dem Wissen, dass Katzen in einen sogenannten Honeymoon gelangen können (Diabetes ja, Insulin wird aber nicht gebraucht), dass das Problem gefunden und beseitigt war. Zumindest behandelt, weg gehen würde es ja nicht mehr.
Mein Plan ist jetzt erstmal zu schauen ob die Spritze was gebracht hat und sich beim Knoten was tut. Dafür fahren wir morgen wieder hin. Dann sehen, wann Blutbild gemacht wird und ich an das Pipi komme um den Test machen zu lassen und dann sehen, was da los ist. Dann kann man ihn hoffentlich wieder in einen Zustand bringen, in dem man über eine Narkose und eine Zahnbehandlung nachdenken kann. Momentan würde ich das auch nicht riskieren wollen, dafür muss es ihm erst besser gehen. Da liegt einfach zu viel im Argen. Bevor wir Dornröschen spielen werden wir ja auch erst untersucht, nicht wahr? Und wir können melden wenn was wo hakt. Er nicht.
Dass er mit fast 14 noch nicht uralt ist weiß ich, da gibt es ältere. Beruhigen muss ich mich momentan nur mit aller Kraft, da ich selber nicht ganz gesund bin und seit Jahren unter anderem an einer Angststörung leide und eine meiner größten Ängste der Verlust meines Tigers ist- wie ein Abgrund bei dem ich weiß, dass ich da nicht mehr raus komme. Und der Kater, den meine Mutter vor fast 5 Jahren einschläfern lassen musste war 14! Das habe ich natürlich immer vor Augen.
Dass der
Tierarzt heute Bedenken wegen einer Narkose geäußert hat ist normal, denke ich. Heißt aber nicht, dass das letzte Wort in der Sache schon gesprochen ist. Ich möchte auch nicht, dass er dauerhaft Schmerzen hat und ihm helfen. Die Schuldgefühle würden mich sonst erdrücken.
Und wenn ich dann dafür einen anderen
Tierarzt finden muss, der mehr Erfahrung damit hat, werde ich das lieber tun als Dinge zu überstürzen.
Gibt es hier im Forum die Möglichkeit andere User zu fragen ob sie einen kennen? Müsste doch eigentlich gehen. Wohne in Mönchengladbach. Kann bis Neuss, Grevenbroich, Jüchen, Krefeld und Düsseldorf fahren wenn nötig für eine solche Operation. Nicht dauerhaft um zum
Tierarzt zu kommen, aber für sowas geht das.
Der
Tierarzt wo damals die Diabetes diagnostiziert wurde hat Top Bewertungen. Da bin ich nun natürlich vorsichtig nach dem heutigen Tag und wohl noch mehr wenn sich rausstellt, dass der neue
Tierarzt den richtigen Riecher hatte. Ich bin zu diesem gefahren, weil ich ihn durch diverse Besuche mit meiner Mutter und deren Miezen kannte und einfach mitbekommen habe, dass es ihm wirklich um das Wohl der Tiere geht, er nichts macht nur um was zu machen und er absolut nicht auf Profit aus ist, aber ohne dabei ein inkompetentes Ei zu sein, der im vorigen Jahrhundert stecken geblieben ist. Er weiß offenbar mehr über Diabetes bei Tieren als der andere mit seiner tollen Praxis.
Dazu muss man wissen: das Thema Diabetes hauen die standardmäßig im Studium der Veterinärmedizin in 90 Minuten durch und wenn Arzt sich nicht von alleine weiterbildet bleibt es dabei!!! Habe Berichte anderer Zuckerschnuten-Halter gehört, da war der
Tierarzt auf einem noch älteren, schlechteren Stand. Injektionen von Insulin im Halsbereich sind veraltet und tabu und einige haben ihren Kunden noch Milliliter statt der nun gängigen Internationalen Einheiten empfohlen. Das ist wirklich veraltet. Auch das alleinige testen des Blutzuckers nur durch Urin bei der Behandlung Zuhause oder gar, wie bei meiner
Tierarzt die damals die Diagnose stellte, das komplette Auslassen der Empfehlung den BZ zu testen und einfach lustig drauflos zu spritzen. Hätte ich ihm die empfohlene Dosis gegeben, hätte ich keine Katze mehr.
Die Zustände sind teilweise wirklich schlecht, das Wissen Basis oder weniger. Die Gründerin des Forums in dem wir Hilfe fanden musste sich mit über 50 mühevoll durch englischsprachige Internetseiten arbeiten um ihre Katze behandeln zu können. Und auch heute, etwa ein Jahrzehnt danach, ist noch viel Aufklärung nötig. Da schlagen hilflose Katzenhalter im Forum auf, die nicht vor und zurück wissen, kurz vor Nervenzusammenbruch, nur um dann festzustellen, dass sie ihrem
Tierarzt nicht vertrauen können weil der keinen Plan hat.
Von daher halte ich diesen für kompetent. Und ich habe sehen können, dass seine Behandlung den Katzen meiner Ma wirklich geholfen hat.
Jetzt hoffe ich erstmal, dass die Spitze was bringt und der Kater sich heute doch noch zur Herausgabe von etwas Pipi herablässt. Neben dem Katzenklo liegen Handschuhe, Spritze, Behälter und ein kleines Gefäß um aufzufangen was aus der Miez rauskommt. Mal sehen wie er das findet wenn ich die Hand unter den Poppes halte wenn er auf'm Klo sitzt... Folie ist schon im Klo ausgebreitet in der Hoffnung er pinkelt drauf, was ich bezweifle... :-|
Weia, da bin ich wohl etwas ausgeschweift. Wenn andere angespannt sind fangen sie an zu quasseln. Ich fange an zu tippen wie es scheint...
Update: Knoten ist kleiner geworden, ich würde sagen Haselnuss statt Walnuss!
Blutzucker sinkt auch leicht, obwohl er gefressen hat.