Guten Morgen Community.
Heute ist ein sehr schwarzer Tag für mich.
Gestern musste ich das erste Mal die Entscheidung über das Leben eines Tieres treffen - mein gelibter Schmusebär ist gestern für immer gegangen :-(
Er war nicht das erste Tier, das ich in meinem Leben verloren habe, aber bisher sind meine Tiere immer einfach eines Tages tot gewesen, sowohl unser früherer Familienkater als auch mein Wellensittich und vor ein paar Tagen mein Pflegepferd, die alle einfach tot in der Wohnung/dem Käfig/dem Paddock gefunden wurden.
Gestern jedoch war das erste Mal, dass ich mit einem meiner Tiere in die Klinik gefahren bin, weil es ihm schlecht ging und dort von der Tierärztin gesagt bekam "es tut mir leid, ich sehe keine Möglichkeit, wie das irgendjemand wieder hinbekommen kann".
Aber von vorne.
Vor ein paar Tagen fiel mir auf, dass Lennys Bauch immer dicker und aufgedunsener wurde, er war immer etwas dicklich, aber während er am restlichen Körper dünner wurde, sah der Bauch langsam so aus, als sei er trächtig. Außerdem war er ruhiger als sonst, nicht mehr so eine Quatschbacke und gleichgültiger seiner Umwelt gegenüber.
Ich sprach mit meinem Freund ab, dass er heute früher Feierabend macht, damit ich das Auto haben kann und ihn mal beim
Tierarzt durchchecken zu lassen.
Gestern verschlechterte sich dann sein Zustand rapide, er fing an, sehr schwer zu atmen, er sah fast ständig so aus, als würde er sich gerade übergeben durch die heftige Atembewegung und er fraß den ganzen Tag nichts - selbst, als wir ihm sein geliebtes Trockenfutter anboten, hat er es ignoriert. Auch seine Schleimhäute waren plötzlich sehr hell.
Also haben wir ihn eingepackt und sind in die Klinik gefahren.
Die Tierärztin stellte starke Untertemperatur fest und eben auch die hellen Schleimhäute.
Sie musste ihn röntgen, weil sie im Wassergefüllten Bauch nichts ertasten konnte.
Einige Minuten später kam sie mit dem Röntgenbild zurück und zeigte es uns.
Ich verstehe nicht besonders viel von den Feinheiten in Röntgenbildern, aber ich habe in der Tierphysio-Ausbildung genug Röntgenbilder gesehen, um zu erkennen, dass dieses hier absolut nicht gut aussah.
Die Tierärztin bestätigte das dann auch: sein ganzer Körper war voll mit einem Erguss, vermutlich Gewebeflüssigkeit. Sie konnte nicht ganz genau sagen, warum das so war.
Ihre Worte waren in etwa, eigentlich ist so etwas typisch für
FIP, aber dazu ist er eigentlich zu alt, es könnte auch eine tumoröse Ursache haben, aber eigentlich ist das auch egal, denn sie sehe so oder so keine Möglichkeit, wie wir ihn wieder hinbekommen könnten. Oder wie irgendjemand das wieder hinbekommen könnte.
Die schwere Atmung kam daher, dass das ganze Wasser in seinem Bauch die Lunge zusammengedrückt hatte, so dass sie jetzt nur noch ca. ein Viertel so groß war, wie sie eigentlich sein sollte. Die Organe waren kaum als solche Erkennbar, weil alle vom Wasser zusammengedrückt wurden....
Letzten Endes hatte ich also die Wahl, ihn weiter leiden zu lassen in dem sinnlosen Versuch, das irgendwie wieder hinzubekommen, um ihn noch möglichst lange bei mir zu haben oder ihn zu erlösen.
Wenn es nur ums Geld gegangen wäre, hätte ich gesagt, scheiß drauf, wir bekommen das irgendwie hin, nur retten sie meinen Kater, aber so... So war es eigentlich keine Wahl, die Entscheidung war in dem Moment gefallen, als ich das Röntgenbild gesehen habe :-(
Sie ist dann gegangen, um ihm den Venenzugang zu legen und hat ihn dann wieder zu uns ins Zimmer gebracht.
Wir durften uns verabschieden und dann ist er in unseren Armen eingeschlafen.
Ich bekomme jetzt heute einen Anruf, wann und wo ich seine Asche abholen darf
Jetzt weilt mein geliebter Teddybär also unter den Engeln :-(
Ich weiß, dass ich nicht um ihn trauere - ihm geht es jetzt sicher besser als vorher :-(
Ich trauere um mich. Darum, dass ich ihn nie wieder schnurren höre. Nie wieder Gespräche mit ihm führe. Ihn nie wieder in den Arm nehmen kann. Er nie wieder morgens auf dem Sofa liegt und mich anquakt, wenn ich aufstehe.
Aber das ist auch mein gutes Recht. Ich habe ihn gehen lassen, damit er nicht weiter unnötig leiden muss, nur damit er möglichst lange bei mir bleibt. Das habe ich für ihn getan.
Also darf ich jetzt für mich so egoistisch sein, darum zu trauern, dass er nicht mehr da ist.
"Ein Leben lang gilt Liebe mehr als Tod, sie ist es, die gebot: bleib bei mir, mehr als ein Leben lang!"
Run free, mein geliebter Teddybär, nun musst du keine Schmerzen mehr haben <3
Ich werde dich immer lieben. Und du wirst immer bei mir sein :-*
Schlaf gut </3
