Andros-Reise August 2024
Kapitel 5: Vom Werden und Vergehen.
Die Kapitelüberschrift lässt es erahnen - die beiden folgenden Tage halten weniger Arbeit (es ist Wochenende), aber sehr unterschiedliche Gefühle bereit.
Doch zunächst widmen wir uns den Katzen an den Futterstellen im Ort - hier eine kleine Fotosammlung der beiden Tage.
Also - aufgestanden und los! Das Bett ist eh von Medea und Pino besetzt…
Als erstes wird natürlich Tabitha, die die gestrige Kastration gut überstanden hat, freigelassen. Miss Meier erwartet sie schon.
Dem Duft des frischen Futters kann Tabitha nicht widerstehen, …
… doch zuerst muss sie ihren Durst löschen!
Die nach ihrer Kastration wieder in die Freiheit entlassenen Katzen meiden die Futterstelle dann oft oder kommen nur zum Fressen, wenn nichts mehr los ist und vor allem die bösen Katzenfänger nicht anwesend sind. Umso schöner, dass Tabitha bereits am Abend ohne Scheu wiederkam!
Zu Tisch kam auch wieder die wunderschöne, bunte Katze, die im vorigen Kapitel bereits erwähnt wurde. Jörg hofft aus diesem Grund, dass sie in der kommenden Woche ebenfalls anwesend sein wird.
Immerhin erschien sie auch am Sonntag wieder - hier mit Miss Meier:
Tigre ist auch sehr oft vor Ort.
Und eine Überraschung hielt das Wochenende auch bereit: die seit 2020 an dieser Futterstelle lebende Amelie scheint ein Zuhause gefunden zu haben! Als sich Jörg von dieser Futterstelle entfernte, schaute am nächsten Haus - ungefähr hundert Meter entfernt - eine Katze über eine niedrige Mauer, die den Parkplatz am Haus einfasst.
Als Jörg näherkam, verzog sie sich umgehend unter eins der Autos - aber es war unverkennbar unsere Amelie!
An Futterstelle 1 treffen wir die üblichen Verdächtigen wie Chará, …
… Günni, ...
… Salem, …
… Dante...
… und Niko.
Schmusebär Onni hat dem Reisenden den unfreiwilligen Ausflug zum Tierarzt längst verziehen.
Diese kleine unkastrierte Katze setzt sich ganz provokant in Szene, so als wüsste sie, dass die Tierärztin am Wochenende nicht arbeitet und sie somit vor den Katzenfängern sicher ist. Na, warte nur! Der Reisende treibt sich hier noch eine ganze Woche herum!
Bevor sich Jörg zu einem kurzen Besuch bei A. (2) und den Katzen an Futterstelle 2 aufmacht, noch ein Foto von Salem und Dante…
… sowie von Dante und Onni mit ihrer Gruppe.
An besagter Futterstelle 2 war am Wochenende einiges los!
Beginnen wir doch gleich mit der Überraschung des Tages! So, als wäre nichts geschehen, saß plötzlich Garidas, den wir seit September 2023 vermissten, auf der Mauer!
Aber er wird vermutlich heimlich immer wieder mal dagewesen sein, denn die anderen Katzen fanden das überhaupt nicht der Rede oder gar eines Fauchers wert:
Zino & Garidas
Garidas & Nyota
Gin, Scotty (@kexi) & Garidas
Nyota weiß sich stets gut in Szene zu setzen.
Zino ebenfalls.
Gella, die Schwester von Garidas, Gin und Zino, ist auch mal wieder da.
Seit kurzem lässt sich ein sehr scheuer, schon recht alter Kater hier sehen. Niemand in der kleinen Siedlung kennt ihn oder weiß, wo er herkommt.
Auch hier ein wunderschöner Anblick - eine zufriedene, friedliche Katzengruppe, da für alle genug Futter vorhanden ist!
Der Reisende nimmt sich hinterher ein wenig Zeit, um im Ort und am Meer herumzubummeln, …
… und begegnet dieser gepflegt aussehenden Katze:
Offensichtlich kastriert, wie das linke Ohr mitteilt. Aber selbst mehrfaches Blättern durchs Lexikon, auch in der Rubrik "vermisst", hilft nicht weiter. Ebensowenig weiß die um Rat gefragte Vorstandskollegin Lavinia, welche Katze das sein soll. Vor unserer Androszeit kann sie nicht kastriert worden sein, denn bis ungefähr Anfang 2021 setzte die Tierärztin als Kennzeichnung die Kerbe im linken Ohr. Jörg nimmt sich daher vor, unsere Griechen zu fragen, ob sie diese Katze kennen.
Für alle, die gern einmal Aktivurlaub auf Andros machen möchten - die Insel ist inzwischen als international anerkanntes Wandergebiet bekannt geworden - hier eine Schautafel im Ort mit den Wanderrouten im südlichen Inselteil:
Das "Andrus"-Bier schmeckt nicht nur sehr gut, sondern die Firma hat auch marketingmäßig was drauf und rief in diesem Jahr erstmalig das "Andrus Beer Trail Race Festival" ins Leben, wie man auf der Karte an einem Routennamen sehen kann.
Für Interessierte gibt’s hier den Link zur Veranstaltung im kommenden Jahr, denn wir wollen schließlich auch gern von Andros außerhalb unserer Katzensicht berichten:
Andrus Beer Trail Race Festival 2025
Da das diesjährige Festival schon lange vorbei und Jörg außerdem an sportlichen Aktivitäten völlig uninteressiert ist, überlegte er, wie er dem Tag noch etwas androskatzenmäßig Sinnvolles abgewinnen könnte.
Hmm… wie wäre es mit einem Besuch beim Einheimischen G. III, den wir schon mit einigen Kastrationen unterstützten?
Dieser wusste zwar schon von Jörgs Reiseplänen, aber die beiden hatten sich noch nicht für einen konkreten Tag verabredet. Doch Jörg verweilte schon mehr als zwei Wochen in Griechenland. Da färbt die südländische Mentalität schon ziemlich ab. Warum nicht spontan hinfahren, auch wenn man dazu hinüber auf die andere Inselseite muss? Wenn G. III da ist und Zeit hat - fein! Wenn nicht, dann gibt´s eben eine bummelige Inselrundfahrt!
Gedacht, getan!
Und unser Freund war daheim, hatte viel Zeit und so stand der Nachmittag im Zeichen einer wenn auch kleineren, aber nicht minder wertvollen Zusammenarbeit! Man sprach wieder einmal über dies und jenes, über das Weltgerschehen der beiden letzten Jahre und natürlich über Katzen.
Jörg selbst bekam nur zwei Fellnasen zu sehen. Erstens war es früher Nachmittag, wo eh alle irgendwo im Schatten dösen. Zweitens sind im Sommer alle Häuser in der Gegend bewohnt, so dass die Katzen sich auch gern woanders aufhalten; im Winter kommen sie aber alle zurück.
G III. sandte jedoch in den kommenden Tagen noch einige Fotos, so dass wir unsere dort lebenden Androskatzen hier gebündelt zeigen können.
Wir beginnen gleich mal mit einer Katze, die gar nicht unsere ist. Barbara ließ G. III nämlich irgendwann 2022 selbst kastrieren - ein schönes Beispiel gemeinsamen Handelns!
Von Cadis haben wir im Januar 2023 das letzte Mal etwas gehört:
Dorea ließ sich noch länger nicht auf einem Foto blicken, genauer gesagt seit Juli 2022 nicht mehr.
Menelaos und…
… Komma sahen wir seit ihren Kastrationen im April 2023 nicht mehr.
Einige andere wollten sich weder von Jörg noch von G. III fotografieren lassen. Das sind Holly, Mister Barbarossa Meier und Nele. Es geht ihnen gut, aber sie gehören zu denen, die wie erwähnt gern in der Nachbarschaft herumstreunern.
Leider vermisst er auch zwei Katzen. Aber es kommt wohl auch immer mal wieder vor, dass sich Katzen ein anderes Für-Immer-Zuhause suchen oder sogar gestohlen werden. Da G. III sie nicht tot auffand, teilen wir seine Hoffnung, dass es Felis und Georgi gut geht!
Und wer möchte, kann sich schon für eine Kastrationspatenschaft dieser beiden Katzen vormerken lassen, die G. III demnächst zur Tierärztin bringen möchte und schlicht Ioli 1…
… und Ioli 2 nennt.
Die Zeit verging wie im Fluge, und es war ein sehr schönes Wiedersehen mit einem Einheimischen, der sich um die Katzen in seiner Gegend kümmert!
Mit diesen frohen Gedanken fuhr Jörg dann wieder zurück und beschloss, noch an einer Siedlung vorbeizuschauen, in der wir früher Katzen kastrieren ließen, aber von dort schon lange keine Nachrichten mehr erhielten.
Jörg ahnte daher schon, was ihn da erwarten würde, und er sollte recht behalten.
Das war die Siedlung, in der wir nur 2019 und 2020 bei der Einheimischen V. und ihrem Nachbarn G. Katzen kastrieren ließen. Als Jörg dort ankam, regte sich nirgendwo etwas, nicht einmal ein Hund bellte. Dennoch ging er zu V.s Haus, und zu seiner Überraschung öffnete sie die Tür!
Allerdings nur, um ihm mitzuteilen, dass sie hier zwei, drei Wochen verbringt, um nach dem Rechten zu sehen. Seit längerem lebt sie die ganze restliche Zeit in Athen. Ebenso ihr Nachbar G., der bereits die 90 überschritten hat und daher aus gesundheitlichen Gründen zu seiner Familie nach Athen zog. Und auch sonst wäre hier niemand mehr, außer um mal kurz zu schauen, ob das Haus noch steht...
Es huschte dann auch nur eine unbekannte Schildpattkatze scheu vorbei, von unseren Katzen war weit und breit nichts mehr zu sehen.
Uns bleibt daher nur die Gewissheit, dass Adolpho, Dream, Elli, Enola, Floyd, Helga, Mýti, Nadia, Nerida, Occhio, Rika, Sia, Smilla, Roxana und Vicky wenigstens eine Zeitlang versorgt und sie vor allem kastriert wurden.
Und es bleibt uns die Hoffnung, dass sie rechtzeitig abgewandert sind und sich neue Plätze gesucht haben. Immerhin gibt es immer mehr Einwohner, die Katzen zumindest mit Futter versorgen - das jedenfalls fiel Jörg auf, und das ist vielleicht auch eine der positiven Folgen des zunehmenden Tourismus´ auf Andros.
Warum schreiben wir über so etwas? Wollte Jörg nicht einen schönen Androsbericht verfassen? Von all den gut versorgten Katzen erzählen, damit Ihr seht, was Eure Spenden und vielseitigen Engagements, mit denen Ihr uns unterstützt, Gutes bewirken?
Weil es einfach passiert. Und wir nicht verschweigen wollen, dass es nicht immer geradlinig und nur bergauf geht.
Es ändern sich Dinge; was gestern war, ist heute nicht mehr. Aber es tun sich auch immer wieder neue Möglichkeiten auf, und darauf wollen wir uns konzentrieren!
Und auch dieses Erlebnis lässt Jörg auf seine erste Androsreise im Oktober 2019 zurückblicken. Eine seiner damaligen Reisekatzen war Dora-Ciari - die letzte, die an einer ebenfalls aufgegebenen Stelle noch verblieben war, an der Marie vorher so viele Katzen hat kastrieren lassen!
Recht nachdenklich fuhr unserer Reisender zurück in seine Unterkunft.
Zurück zu Medea und Pino, die von alldem nichts wissen, die jetzt die Ruhe genießen und denen wir eine glückliche Zukunft in Deutschland bereiten wollen.
Dieser Gedanke und auch, dass Medea und Pino sich zwar nicht heiß und innig lieben, aber doch gut miteinander auskommen, ist tröstlich für Jörg, und er legt sich für eine Weile mit dazu.
Das Wochenende beschließt Jörg dann noch mit einem kurzen Ausflug zum Kirchlein Agios Ioannis.
Dem Schaukasten mit den Wanderrouten konnte man auch noch Detailinformationen zu einzelnen Sehenswürdigkeiten entnehmen, so auch zu dieser Kirche:
Agios Ioannis ist eine frühchristliche Kirche des 5. und 6. Jahrhunderts. Sie gilt als eins der besterhaltenen Denkmäler dieser Zeit in Griechenland. Den Wandmalereien nach zu urteilen, wurde die Kirche mindestens bis ins 12. Jahrhundert genutzt.
Die Ruhe dieser kleinen Kirche und ihrer Umgebung, abseits zwischen Olivenhainen, tat unserem Reisenden gut - nach den Erlebnissen heute und dem bevorstehenden Tag morgen bei unseren Freundinnen H. & I.!
Und es geht weiter... Demnächst...
Euer CaAT