Bloss keine Tiere retten

Diskutiere Bloss keine Tiere retten im Tierschutz Forum im Bereich Katzenfreunde; Es geht hier um einen Artikel der Süddeutschen Zeitung von gestern 9.06.2017 um die die Situation der Streuner in Galicien (Spanien)...
  • Bloss keine Tiere retten Beitrag #1
Monterosa

Monterosa

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Es geht hier um einen Artikel der Süddeutschen Zeitung von gestern 9.06.2017 um die die Situation der Streuner in Galicien (Spanien).

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• In der spanischen Region Galicien gibt es jetzt einen Bußgeldkatalog wenn streunende Hunde und Katzen gefüttert oder aufgenommen werden.
• Die Maßnahme soll sich den Behörden zufolge gegen improvisierte Tierheime richten, die sich jeglicher amtlicher Kontrolle entziehen.
• Tierschützer protestieren gegen die neue Verordnung.
Kann denn Liebe Sünde sein? Ja, meint die konservative Mehrheit im Regionalparlament von Galicien, der kühlen und verregneten Nordwestecke Spaniens. Dann nämlich, wenn es um übersteigerte Tierliebe geht. Und um diese handele es sich, so befanden jedenfalls die Regionalpolitiker kalten Herzens, wenn streunende Hunde und Katzen ohne Erlaubnis der Behörden gefüttert oder gar aufgenommen werden. Dafür gibt es nun einen Bußgeldkatalog, und nach dem können bis zu 5000 Euro fällig werden bei fortgesetzter, schwerer Missachtung der neuen Vorschriften.

Die Tierschützer und die links orientierten Oppositionsgruppen in der ehrwürdigen Pilgerstadt Santiago de Compostela, der Hauptstadt Galiciens, sind deshalb nun in heller Aufregung. Einen "barbarischen Akt" nennen sie das. Es sei "ein Verstoß gegen das Gebot der christlichen Liebe, wie sie der heilige Franziskus, der zu den Tieren sprach, vorgelebt hat". Besonders empört es sie, dass die neuen Bestimmungen als Beitrag zum Tierschutz deklariert*werden.

Doch das galicische Veterinäramt weist diese Proteste zurück. Die Verordnung richte sich keineswegs gegen Altruisten, die bedrohten Kreaturen helfen wollen. Denn sie ziele erstens darauf ab, kranke Tiere abzusondern, zweitens sollen Streuner sterilisiert werden. Doch Tierschutzorganisationen nennen diese Erklärungen Schönfärberei. Denn wenn ein Streuner einmal in einem kommunalen Tierheim gelandet ist, droht ihm der Tod: Meldet sich binnen drei Wochen der Besitzer nicht und findet sich auch kein neuer, kann das Tier eingeschläfert*werden.


In einem Jahr wurden in Spanien 140 000 Hunde und Katzen gefangen

Die Behörden stellen klar, dass sich ihre Maßnahme durchaus auch gegen die improvisierten Tierheime richtet, die sich jeglicher amtlicher Kontrolle entziehen. Doch nicht betroffen sind demnach Initiativen, die Tiere mit Gesundheitszertifikat zur Adoption vermitteln wollen, vor allem nach Deutschland. Diesen Initiativen wird bescheinigt, dass sie in guter teutonischer Tradition mit den Behörden zusammenarbeiten. Es sind vor allem nach Spanien übergesiedelte deutsche Frauen, die Webseiten betreiben und Geld einwerben, um ausgesetzten Hunden und Katzen eine bessere Zukunft nördlich der Alpen zu ermöglichen.
Doch gerettet werden kann auf diese Weise nur ein Bruchteil der Streuner. Nach Angaben der spanischen Behörden wurden 2015 im ganzen Land 140 000 herrenlose Hunde und Katzen eingefangen. Untersuchungen zeigen, dass viele von ihnen zu Beginn der Ferien für Kinder angeschafft werden, aber dann die Heimfahrt in den Alltag nicht mit antreten dürfen. Immer wieder greifen Kulturwissenschaftler dieses Phänomen auf, sie schlagen einen Bogen vom Kult um den Tod des Stiers in der Arena bis zum mitleidlosen Umgang mit Haustieren.
Die Behörden streben an, zumindest jeden Hund in einem zentralen Register zu erfassen. Dafür bekommen die Tiere einen hauchdünnen Chip in die Hautfalte am Hals eingesetzt, jeder Tierarzt kann sie dann mit einem Lesegerät identifizieren. So sollen auch die Halter ermittelt werden, die ihre Hunde aussetzen. Und dafür sind immerhin noch deutlich härtere Strafen vorgesehen als für das Füttern der Streuner.
--------------------------------Zitat Ende------------------------------------------------

Wie seht Ihr das ?
 
Zuletzt bearbeitet:
  • Bloss keine Tiere retten Beitrag #2
mir kommt das spanisch vor :razz:

immerhin verstehen sie, daß ein körperlicher eingriff von vorteil ist.
sterilisieren dürfte günstiger als kastrieren sein?

das ist die kruz: vom stierkampf zum schlechten umgang mit haustieren.
die orga, wo Tinta herkommt, vermittelt auch Podenco´s(rennhunde).
die werden dort einfach im tierheim abgegeben. Tierheim bedeutet euthanasie. (stand ja im artikel.)
da spannt sich der bogen, vom stierkampf zur dummheit, leicht

werner
 
  • Bloss keine Tiere retten Beitrag #3
So brutal es klingt, aber ob das mit der Euthanasie in den Fällen nur "Dummheit" oder Grausamkeit ist oder nicht, ist die Frage. Wenn da jährlich 140.000 Tiere eingefangen werden, dann wohin damit? Alle in total überfüllte Tierheime stecken, wo die Gelder fehlen, sie alle zu versorgen? Und wo sie, wenn man sieht, wie viele Tiere da überhaupt ausgesetzt und sich selbst überlassen werden, eh nie vermittelt werden? Ich hab keine wirkliche Antwort darauf, aber ich frage mich dann schon, ob es nicht sinnvoller ist, so ein elendes Leben zu beenden statt es in jahrelanger Hoffnungslosigkeit verweilen zu lassen. :-(

Aber zu dem Thema an sich mit der Strafe: das finde ich auch blöd ohne Ende. Diese Tiere sind doch eh auf der Straße. Wenn sich jemand wenigstens ein bisschen drum kümmert oder sie gar mit nach Hause nimmt und ihnen ein Plätzchen bietet, dann find ich da nichts dran, was falsch sein sollte. Die Leute, die ihre Tiere aussetzen oder nicht kastrieren, DIE sollte man richtig hart angehen. Wobei das ja zumindest beim Aussetzen der Fall ist - zumindest auf dem Papier. Wird aber wohl trotzdem viel gemacht, also dieses Gesetz vielleicht nicht streng genug verfolgt.

Traurige Situation. Generell hab ich den EIndruck, dass in vielen südlichen Ländern die Einstellung solchen Haustieren gegenüber unter aller Sau ist.
 
  • Bloss keine Tiere retten Beitrag #4
• In der spanischen Region Galicien gibt es jetzt einen Bußgeldkatalog wenn streunende Hunde und Katzen gefüttert oder aufgenommen werden.
• Die Maßnahme soll sich den Behörden zufolge gegen improvisierte Tierheime richten, die sich jeglicher amtlicher Kontrolle entziehen.

Wenn es sich wirklich nur um die sogenannten "selbsternannten" Tierheime handelt, die die Tiere einfangen und dann nicht oder nur unzureichend versorgen, fände ich diese Maßnahme sehr begrüßenswert.
 
Zuletzt bearbeitet:
  • Bloss keine Tiere retten Beitrag #5
Hm... dann würden wohl kaum die Tierschutz-Orgas dagegen protestieren...
Ich befürchte eher, dass das auf Lobbyarbeit der Tötungsstationen beruht, denen die Tötungsobjekte "ausgehen" bzw reduziert werden. Die kriegen für jedes Tier Geld. Weniger Tiere, weniger Geld. So jedenfalls das System hierzulande...
 
  • Bloss keine Tiere retten Beitrag #6
Ja, aber das hier:

"Doch nicht betroffen sind demnach Initiativen, die Tiere mit Gesundheitszertifikat zur Adoption vermitteln wollen, vor allem nach Deutschland."

spricht doch dafür, dass man einen anderen Ansatz wählen möchte.

Ich verstehe es so, dass es einen Bußgeldkatalog für "illegale" Tierheime geben soll (wenn man mal die Bilder aus solchen sieht, verstehe ich das durchaus).

Aber vielleicht habe ich es ja auch falsch verstanden.
 
  • Bloss keine Tiere retten Beitrag #7
Das fänd ich ja auch okay. Aber was, wenn jemand wirklich ein Tier mitnimmt und bei sich aufnimmt, für immer, ohne gleich ein wüstes Tiersammelsorium zu haben? Das wäre ja laut des Textes auch schon nicht erlaubt.
 
  • Bloss keine Tiere retten Beitrag #8
Das fänd ich ja auch okay. Aber was, wenn jemand wirklich ein Tier mitnimmt und bei sich aufnimmt, für immer, ohne gleich ein wüstes Tiersammelsorium zu haben? Das wäre ja laut des Textes auch schon nicht erlaubt.

Ich lese in dem Text nichts von Bußgeldern gegen Privatpersonen, sondern es scheint tatsächlich in erster Linie um die illegalen Tierheime zu gehen, oder?:?
 
  • Bloss keine Tiere retten Beitrag #9
Ich lese in dem Text nichts von Bußgeldern gegen Privatpersonen, sondern es scheint tatsächlich in erster Linie um die illegalen Tierheime zu gehen, oder?:?

Das hier meinte ich:
Und um diese handele es sich, so befanden jedenfalls die Regionalpolitiker kalten Herzens, wenn streunende Hunde und Katzen ohne Erlaubnis der Behörden gefüttert oder gar aufgenommen werden.

Gut, kann jetzt auch einfach ein bisschen missverständlich rüber kommen. Vielleicht reicht es in Spanien ja, die Behörden anzurufen und zu sagen "ich hab hier ne Katze gefunden und sie aufgenommen." Trotzdem, ich finds etwas overkill, und es klingt hier für mich schon so, als ob sich das gegen JEDEN richtet, der das macht, auch mit nur einem Tier.
 
  • Bloss keine Tiere retten Beitrag #10
Doch doch, ich denke, es ist auch auf Privatpersonen gemünzt, denn die sind den Tötungsstationen auch ein Dorn im Auge.
Tierschutz ist leider in der alleruntersten Schublade angesiedelt, und worum es eigentlich geht, ist das Geld. Leider.
 
  • Bloss keine Tiere retten Beitrag #11
Doch doch, ich denke, es ist auch auf Privatpersonen gemünzt, denn die sind den Tötungsstationen auch ein Dorn im Auge.
Tierschutz ist leider in der alleruntersten Schublade angesiedelt, und worum es eigentlich geht, ist das Geld. Leider.

Aber in dem Artikel steht nichts von Privatpersonen, oder habe ich das überlesen?

Die Maßnahme soll sich doch angeblich nur gegen die illegalen Tierheime richten. So habe ich es jedenfalls verstanden.

Aber Papier ist ja bekanntlich geduldig und dass Tierschutz in Spanien und in vielen anderen Ländern noch in den Kinderschuhen steckt, ist ja bekannt.:-(
 
  • Bloss keine Tiere retten Beitrag #12
Das hier meinte ich:





Gut, kann jetzt auch einfach ein bisschen missverständlich rüber kommen. Vielleicht reicht es in Spanien ja, die Behörden anzurufen und zu sagen "ich hab hier ne Katze gefunden und sie aufgenommen." Trotzdem, ich finds etwas overkill, und es klingt hier für mich schon so, als ob sich das gegen JEDEN richtet, der das macht, auch mit nur einem Tier.


Hier ist es so. Ein zugelaufenes Tier, egal in welchem Zustand, muss ich in eine Fourriere bringen. Dort gucken sie nach dem Chip/dem Tattoo, und wenn es keins hat, hat das Tier 8 Tage bis zur Tötung, wenn es nicht vom Tierschutz rausgeholt wird. Wen nimmt der Tierschutz? Gesunde, liebe Tiere. Ängstlich? Krank? => weg damit.
Wenn das Tier gechipt oder tätowiert ist, wird der Eigentümer benachrichtigt. Will er das Tier wiederhaben, muss er eine Gebühr dafür zahlen. Teils horrend. Es gibt einige, die sagen "nee dann nicht." Dann bleibt das Tier in der Tötung, nach 8 Tagen entweder Übernahme vom Tierschutz oder => weg damit. Privatpersonen dürfen kein Tier aus der Tötung holen, ausser es ist ihres (aber dann Gebühr zahlen).
Der Grundsatz : im Zweifel gegen das Tier. So sollte es nicht sein, ist aber so.
 
  • Bloss keine Tiere retten Beitrag #13
Hier ist es so. Ein zugelaufenes Tier, egal in welchem Zustand, muss ich in eine Fourriere bringen. .

Nur zum Verständnis. Eine Fourriere ist doch eine Tötungsstation, oder?:-(

Und wer überprüft, ob Du das tatsächlich machst?
 
Zuletzt bearbeitet:
  • Bloss keine Tiere retten Beitrag #14
Nur zum Verständnis. Eine Fourriere ist doch eine Tötungsstation, oder?:-(

Und wer überprüft, ob Du das tatsächlich machst?



Ja, sowas ist das.
Kontrollieren tut das keiner. Aber wenn es rauskommt, kann es Ärger geben.
 
  • Bloss keine Tiere retten Beitrag #15
Das ist echt furchtbar :-( Selbst wenn du sagst, du übernimmst die Verantwortung für das Tier. Was haben die denn davon, dir das vorzuenthalten?

Trau mich kaum zu fragen, aber warum kriegen die Stationen geld fürs Töten? Welchen Nutzen hat das tote Tier?
 
  • Bloss keine Tiere retten Beitrag #16
Kontrollieren tut das keiner. Aber wenn es rauskommt, kann es Ärger geben.

Und Du (als Privatperson) hättest nach der "Überprüfung" in dieser Fourriere auch keine Möglichkeit, so ein Tier dort rauszuholen?:|
 
  • Bloss keine Tiere retten Beitrag #17
Die bekommen Geld dafür, dass sie die Tiere einsammeln. Wenn ich so ein Tier aufnehme, entgeht ihnen Geld.
Die Stationen sind staatlich geförderte, private Einrichtungen, die dafür da sind, streunende Tiere aufzusammeln und von der Straße zu holen (Stichwort Hygiene). Dafür gibts Steuergelder. Das Tierwohl ist dabei nicht ausschlaggebend.
Auch bei den Tötungsstationen gibt es Unterschiede. Teils arbeiten da ganz tolleLeute drin und sehen zu, dass die Tiere beim Tierschutz landen und vermittelt werden. Verwilderte Katzen haben da allerdings null Chance.
Die Betreibergesellschaften wollen damit Profit machen. Das hat aber nichts mit den Leuten zu tun, die die Tiere versorgen/füttern usw.
Die Tierärzte da, die sind teils schrecklich. Was ich da mitgekriegt habe - ich darf nicht dran denken. Bevor ein Tier da raus darf, MUSS es geimpft werden. Habe so fertige Tiere da rauskommen sehen, denen man noch Impfungen reinhaut - die wieder aufzupäppeln, das ist dann sehr schwer und langwierig. Man verzweifelt am Menschen, wenn man sieht, was da läuft.

Und Du (als Privatperson) hättest nach der "Überprüfung" in dieser Fourriere auch keine Möglichkeit, so ein Tier dort rauszuholen?:|


Nur Tierschutz-Orgas und Tierheime dürfen Tiere da rausholen. Das ist so vorgeschrieben.
Nur wenn ein Eigentümer sein eigenes Tier (gegen Gebühr, das kann 180€ betragen) rausholen will, geht das. Sonst nicht.
 
Zuletzt bearbeitet:
  • Bloss keine Tiere retten Beitrag #18
Die bekommen Geld dafür, dass sie die Tiere einsammeln. Wenn ich so ein Tier aufnehme, entgeht ihnen Geld.

Genau daran müsste man arbeiten finde ich. Und nicht die Tiere als profitable "Einnahmequelle" sehen.:-o
 
  • Bloss keine Tiere retten Beitrag #19
PS: ich weiss das, weil ich jahrelang bei Vereinen mitgemacht/geholfen habe, die Tiere aus der Tötung zu holen, zu versorgen und zu vermitteln. Ich konnte das irgendwann nicht mehr weitermachen :cry:
 
  • Bloss keine Tiere retten Beitrag #20
Ich hab ja hier mehrere spanische "Straßen"-Katzen, die zum Glück bei einer Tierschutz-Orga Aufnahme fanden und weiter vermittelt werden durften.
Nicht auszudenken, wenn Mogli, Mano, Mili, Mikesch, Maja und Murmel in einer Tötungsstation gelandet wären:-o
 
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