Puhh - das liest sich ja alles ganz schön blöd!
Erst mal zum akuten Fall: Ob die Wunde entzündet ist, siehst du wenn die Wundränder rot werden oder anfangen zu "suppen" (also irgendwie Wundwasser absetzen). Wenn du das beobachten kannst und meinst es ist ok (falls du dir hier eine qualifizierte Meinung zutraust), dann sollte es so gehen.
Die meisten Katzen brauchen weder Body noch Kragen. Doch es gibt durchaus Ausnahmen, die so weit gehen können, dass die Katze die Naht wieder aufreißen. In so einem Fall muss nochmals (unter Narkose) genäht werden. Dann würde ich der Katze den Body noch in Narkose anziehen lassen.
Mit so extrem Schissern ist das immer total blöd. Aber wenn ich das richtig verstanden habe, haben die beiden ja auch einiges hinter sich. Erst bei deinem Schwager, jetzt ganz frisch bei dir, dann Tierarzt und Kastra. Da hilft nur ganz viel Geduld. Aber selbst da gibt es Katzen, bei denen das für so Tierarzt Situationen nicht wirklich anders wird. Um den Stress so gering wie möglich zu halten, hilft dann wirklich nur die "harte Tour" - z.B. mit Handtuch und rein in den Korb. Alles andere, was nur so halbherzig passiert und dann nicht gelingt, stresst sie wesentlich mehr.
Die Sache mit der Trächtigkeit - das ist jetzt schwierig.
Wenn die Katze tatsächlich soweit ist, dass es nur noch ein, zwei Wochen sind und du tatsächlich schon Kitten fühlen kannst, wird sie kaum ein Tierarzt noch kastrieren.
Jetzt hört sich das aber bei dir überhaupt nicht danach an, als wenn ihr der Situation gewachsen wärt (ist jetzt nicht böse gemeint, sonderen eine sachliche Bewertung der von dir geschilderten Situation)
Normalerweise lässt man eine Katze ab dem 63 Tag nicht mehr alleine - auch nicht nachts. Es ist ein Märchen, dass "die Katze das schon macht" - ist halt Natur. Die Natur ist grausam - und nicht selten sterben dabei Mutter und/oder Kitten.
Läuft alles prima, sind die ersten drei Wochen recht unkompliziert - außer Kontrolle und tägliches Wiegen hat man nicht viel zu tun. Aber das worst-case-Szenario ist tatsächlich es läuft etwas schief und du musst alle zwei Stunden (Tag UND Nacht) fütter - für mindestens drei Wochen ... danach kann man die Abstände etwas vergrößern. Spätestens wenn die Zwerge mobil werden, fangen sie auch an Arbeit zu machen (vor allem ist jetzt hier Putzen angesagt). Man muss sich mit ihnen beschäftigen und sie ordentlich sozialisieren. Auch hier sind zwei Vollzeitberufstätige nicht wirklich Ideal. Mit ca. 6-8 Wochen fressen sie fast komplett selbstständig und das bedeutet, dass sie jetzt anfangen richtig Geld zu kosten (ich habe keine Ahnung, in wie weit das bei euch eine Rolle spielt). Dann brauchen sie zwei Impfen, die pro Kitten ca. 30-50 Euro pro Stück kosten.
Will man alles richtig machen, werden sie jetzt noch gechippt und kastriert, bevor sie ins neue Zuhause ziehen (was man ja auch erst mal suchen muss).
Ich schreibe das jetzt nicht, um dir Angst zu machen - das ist einfach alles die Realität. Und ich würde wirklich überlegen, ob du die Verantwortung übernehmen willst - oder eben lieber nicht. Im Zweifelsfall wäre eine Pflegestelle - wo man sich mit Geburt und Trächtigkeit auskennt dann nämlich die bessere Lösung um die Gesundheit und das Leben von Mama und Babys sicherzustellen.
Ich fände es absolut legitim, wenn jemand in so einer Situation sagt: kann ich nicht stemmen. Das ist deutlich fairer den Tieren gegenüber, als zu sagen "oh - probier ich mal".
Und ich denke auch hier wird jeder, der schon mal mit Kittenaufzucht zu tun haben, nachvollziehen können, dass man sowas auch eben nicht leisten kann oder will.
Es spricht ja auch nichts dagegen, die Katze anschließend von der Pflegestelle zurück zu holen.
Aber bitte gib sie in erfahrene Hände, wenn du dir das selbst nicht zutraust.
Das ist viel schwieriger, als die meisten sich vorstellen können. Wir haben auch - gerade hier im Forum - schon alle möglichen Geschichten erlebt.
Grüße,
Nic