• Wenn dein Tier krank ist oder erscheint, suche bitte immer erst den Tierarzt auf, bevor du hier Rat und Hilfe suchst. Wir alle hier sind Laien, können und dürfen keinen Tierarzt ersetzen oder gar Ferndiagnosen stellen, das wäre unverantwortlich. Erst wenn du die Diagnose eines Tierarztes hast, kannst du hier nach Erfahrungen oder Tipps fragen, die du eventuell für deinen Tierarzt mitnehmen kannst. Bei der Suche nach einem Tierarzt, vor allem Notärzten in der Nacht oder am Wochenende, könnten wir aber behilflich sein.

Mammatumor: Was würdet Ihr tun?

Diskutiere Mammatumor: Was würdet Ihr tun? im Tumore und Geschwürerkrankungen Forum im Bereich Katzenkrankheiten; Hallo zusammen, gerade habe ich eine sehr schlechte Neuigkeit erhalten. Wir hatten bei unserer Katze einen Knoten am Bauch getastet. Der wurde in...
  • Mammatumor: Was würdet Ihr tun? Beitrag #1
IsiBerlin

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Hallo zusammen,

gerade habe ich eine sehr schlechte Neuigkeit erhalten. Wir hatten bei unserer Katze einen Knoten am Bauch getastet. Der wurde in der Tierklinik mit der Stanze entfernt und vom Pathologen untersucht. Wie wir schon befürchtet hatten, ist es ein Mammakarzinom. Jetzt stehen wir vor der Frage, was wir tun sollen. Die Klinik empfiehlt uns die komplette Entfernung der betroffenen Milchleiste. Ansonsten sei ein Wiederauftreten dieses sehr aggressiven Krebs quasi garantiert. Jetzt fragen wir uns, ob wir ihr das wirklich antun sollen und dazu würden mich Eure Meinungen und Erfahrungen interessieren. Hier noch ein paar "Eckdaten" zu unserer Lissy:

- Sie ist 14 Jahre alt
- Der Tumor wurde sehr früh entdeckt. Er war bei der Entfernung ca. 1 cm groß, wie ein Kirschkern
- Eine Untersuchung, ob es bereits Metastasen gibt, steht noch aus
- Lissy hat CNI im Stadium 2 und Bluthochdruck. Laut Tierklinik ist beides gut eingestellt, so dass das Narkoserisiko kaum größer ist als bei gesunden Katzen.

Hat jemand diesen Eingriff schon mal machen lassen müssen? Wie schlimm war das für das Tier und was hat es gebracht? Was meint Ihr zu der Sache? Wie würdet Ihr entscheiden?

Viele Grüße von der traurigen Isi.
 
  • Mammatumor: Was würdet Ihr tun?

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  • Mammatumor: Was würdet Ihr tun? Beitrag #2
Oooh meine Liebe, das tut mir so Leid!:(

Katzi ist zwar schon älter, hat so ihre Päckchen mit sich, ist aber Alles in Allem noch recht fit. Ohne den Krebs kann man ihr gut noch ein paar Jahre zutrauen. Von daher würde ich es zumindest nicht gleich ausschließen.
Was weitere Untersuchungen nun ergeben und was die TÄs über eine so große OP sagen ist aber sicher Teil der Abwägung.

Ich drück Dich mal.:confused:
 
  • Mammatumor: Was würdet Ihr tun? Beitrag #3
Sehr schwierige Entscheidung...
Wenn es denn nicht gestreut hat und die Ärzte eine op mit guten Aussichten für möglich halten, könnt ihr noch eine gute Zeit haben... ??
 
  • Mammatumor: Was würdet Ihr tun? Beitrag #4
Man Isi, dass ist wirklich eine schlimme Diagnose. Da er so klein ist und rechtzeitig entdeckt wurde, ich würde es machen lassen. Bei Gioa, sie war zwar ein Hund doch, da haben wir innerhalb eines Jahres beide Milchleisten entfernen lassen und sie hatte noch 6 schöne Jahre und da war sie 8 .

Und wenn das Narkoserisiko = gesunde Katze ist.... würde ich es eher gestern als morgen machen.

lg
Verena
 
  • Mammatumor: Was würdet Ihr tun? Beitrag #5
Das ist wirklich sehr traurig. Ich bin sehr ambivalent, was eine doch so große OP anbelangt. Mammakarzinome haben die Eigenschaft, in die Lunge zu metastasieren, (so war es bei unserer Cora) oder die Lymphknoten zu befallen ( so war es bei unserem Kasimir). Cora haben wir operieren lassen im Alter von 10 Jahren, sie hatte dann noch ein relativ beschwetdefreies Jahr. Kasimir haben wir auf Anraten unserer TÄinnen nicht operieren lassen, obwohl der Knoten sehr klein war. Er war auch 14 Jahre alt, als das Karzinom entdeckt wurde, er hatte noch drei schöne Jahre. Wenn es keine Metastasen gibt, was m.E. nur sehr schwierig festzustellen ist, da ja schon wenige Zellen genügen um sich auszubreiten, würde ich mich noch einmal beraten lassen, evtl. auch eine Zweitmeinung einholen. Meine Tendenz nach meinen Erfahrungen spricht eher gegen einen so großen Eingriff.
Es tut mir so leid für Euch.
LG
Christa
 
  • Mammatumor: Was würdet Ihr tun? Beitrag #6
Inhaltlich kann ich höchstens aus dem Bauch raus sagen: wenn es noch keine Metastasen gibt würde ich es wohl machen lassen.

Es tut mir leid.
 
  • Mammatumor: Was würdet Ihr tun? Beitrag #7
Ich glaube, ich würde es auch machen lassen.

Wenn ihr euch noch ich sicher seid, Befunde geben lassen und eine Zweitmeinung einholen.
 
  • Mammatumor: Was würdet Ihr tun? Beitrag #8
Liebe Isi,
es tut mir sehr leid, dass bei eurer Lissy ein MammaCa diagnostiziert wurde. Ich an eurer Stelle würde keine Milchleistenentfernung vornehmen lassen, bevor kein Befund über weitere Metastasen vorliegt. Denn sollte das der Fall sein, bringt die OP für Lissy keinen weiteren Überlebensvorteil mit sich, sondern nur unnötige Belastung und Schmerzen, bevor sie unweigerlich an der metastasierten Krebserkrankung sterben würde.
Der Befund von Metastasen oder nicht ist der Dreh- und Angelpunkt für eure weiteren Entscheidungen. Sollten die weiteren Untersuchungen zeigen, dass keine bildlich feststellbaren Metastasen vorliegen, müsst ihr die Entfernungs-OP der Milchleisten vornehmen lasen, denn in diesem Fall wäre Lissy wiederum ohne OP unrettbar, da der Mammatumor unweigerlich später noch streuen würde. Trotzdem wäre das keine Garantie, denn "nicht bildlich feststellbar" heißt nicht, dass sich nicht doch schon Mikrometastasen im Körper befinden.
Hast du von der Klinik schon konkrete Diagnostikvorschläge, um evtl. Metastasen festzustellen? Welche?
Alles Gute!
 
  • Mammatumor: Was würdet Ihr tun? Beitrag #9
Mit Mammakarzinomen habe ich keine Erfahrung, aber mein nierenkranker Max, der auch gut eingestellt ist hat letztes Jahr mit 13 eine große, schwere Zahn-OP gehabt und alles wunderbar überstanden.

Wenn er nicht metastasiert, würde ich es wohl auch machen lassen.
 
  • Mammatumor: Was würdet Ihr tun? Beitrag #10
Etwas ist vielleicht noch zu bedenken: bei älteren Tieren, wie auch bei älteren Menschen, schreitet die Zellteilung langsam voran, was heißt, dass auch der Tumor langsamer wächst. Was wiederum heißt, dass auch ohne OP deiner Katze noch ein längeres beschwerdefreies Leben beschieden sein kann. Mein Kasimir war, als wir die Diagnose bekamen, ansonsten gesund. Wir haben dem Rat unserer TÄinnen Folge geleistet und ich würde wieder so handeln. Ich kann aber nur aus meinen Erfahrungen berichten, jeder Fall liegt sicherlich anders. Leider kann man Metastasen nicht endgültig erkennen, wie es bei meiner Cora der Fall war. Bei ihr war die OP die falsche Entscheidung. Es ist so unglaublich schwierig, zu entscheiden und wie immer man sich letztendlich entscheidet, Vorwürfe macht man sich immer.
LG
Christa
 
  • Mammatumor: Was würdet Ihr tun? Beitrag #11
Liebe Isi,
ich kann mich nur den Vorreden meiner Kolleginnen anschließen. Lass deine Lissy noch einmal von einem anderen Tierarzt, besser ist Tier-Chirurgen (gibt es leider nur in der TK) untersuchen. Erst dann finde deine Entscheidung!

Ich kann dir leider nur den Fall eines Menschen schildern der auch ein Mamakarzinom hatte. Als dieser entdeckt wurde, gab es gleich zwei Tage später eine OP und alles was dazu gehört. Bestrahlung, Chemo. Den Krebs hatte die betreffende Dame (meine Frau) damals besiegt, doch er kam wieder. Diesmal sind die Knochen betroffen gewesen. Aber auch das schaffte sie, dank Chemo. Doch leider schlug der Krebs ein drittes mal zu. Das ist es dann gewesen. Nach 6,5 Jahren Kampf hat der Krebs gesiegt.

Ich will damit sagen, ein Kampf lohnt sich immer!!!!

Versuche es und lass dir auf jeden Fall eine zweite Meinung geben!

Gruß Helmut
 
  • Mammatumor: Was würdet Ihr tun? Beitrag #12
Ach, je, das ist keine schöne Nachricht. Ich würde das Tier auf jeden Fall operieren lassen (beide Milchleisten raus) und ihr dadurch (hoffentlich) eine Chance geben. Ich kenne Katzen, bei denen das wunderbar funktioniert hat.

Wie auch immer du dich entscheidest, alles GUTE!
 
  • Mammatumor: Was würdet Ihr tun? Beitrag #13
Oh Gott!
Mir tut sehr leid, dass Lissy so eine Diagnose bekommen hat. :-(

Ich kann nichts beisteuern, aber ich kann mit Dir fühlen und meine Daumen dafür drücken, dass Deine Süße noch eine lange Zeit vor sich hat.

Liebe Grüße
Melanie
 
  • Mammatumor: Was würdet Ihr tun? Beitrag #14
Danke Euch allen Für Eure Meinungen und guten Worte!

Gerade bin ich vom Zweitmeinungs-Tierarzt zurück. Er sagte, es sei eine rein gefühlsmäßige Entscheidung. Ob der Eingriff hilft, nichts bringt oder gar schadet, weiß man erst hinterher. Wenn es seine Katze wäre, sagte er, würde er vor der Schwere des Eingriffs vermutlich zurückschrecken, aber vielleicht auch nicht ... Er gab noch folgendes zu bedenken: Oft geht eigentlich kranken Katzen gut, weil der Körper trotz der Krankheit in einem stabilen Gleichgewicht ist. Mit einer Narkose und chirurgischen Eingriffen kann man dieses Gleichgewicht zerstören und die Katze kommt nie wieder richtig auf die Beine, obwohl alle alles richtig gemacht haben. Erklären kann man den Effekt nicht so recht, aber man beobachtet ihn immer wieder.

Einerseits bin ich nun so schlau wie vorher. Andererseits weiß ich nun, dass keine Entscheidung völlig falsch ist und das beruhigt ein wenig.

Cora haben wir operieren lassen im Alter von 10 Jahren, sie hatte dann noch ein relativ beschwerdefreies Jahr.

Christa, danke für Deine Erfahrungen. Gleich zwei Katzen mit diesem blöden Krebs, Du Arme! Wie ist Cora mit dem Eingriff zurechtgekommen? Und was meinst Du mit "relativ beschwerdefrei"?

Hast du von der Klinik schon konkrete Diagnostikvorschläge, um evtl. Metastasen festzustellen? Welche?

Sie erwähnten Röntgen der Lunge und Ultraschall des Bauchraums. Ob das alles ist, was sie vorgesehen haben, weiß ich nicht.

Ich denke, ich werde jetzt erst einmal die Metastasen-Fahndung machen lassen. Sollten welche gefunden werden, ist die Lage klar. Und was ich machen soll, wenn keine gefunden werden, weiß ich immer noch nicht so recht.

Fällt noch jemand etwas bedenkenswertes ein?
 
  • Mammatumor: Was würdet Ihr tun? Beitrag #15
Relativ beschwerdefrei heißt, dass Cora in den ersten Monaten völlig beschwerdefrei war und in den letzten drei Monaten zunehmende Atembeschwerden hatte. Mit der OP ist sie nicht so gut zurecht gekommen, sie war sehr geschwächt, obwohl sie noch relativ jung war und ansonsten gesund.
Ich sehe es übrigens ähnlich wie der Zweitmeinungstierarzt hinsichtlich des stabilen Gleichgewichts. Mit ähnlichen Worten hatten mir meine TÄinnen von der OP bei Kasimir abgeraten. Ich finde das und die Tatsache der verlangsamten Zellteilung bei alten Katzen bedenkenswert.
Sicher kann man es nicht eins zu eins vergleichen aber es gibt inzwischen valide Ergebnisse bei Prostatakarzinomen bei älteren Männern. Da ist die Lebenserwartung mit und ohne OP in etwa gleich lang, mit OP allerdings mit vielen Nebenwirkungen.
Die OP die deiner Lizzy bevorstünde ist ein sehr großer Eingriff. Ich habe mich damals entschieden, meinem Kasimir einen solchen Eingriff zu ersparen und finde meine Entscheidung bis heute richtig. Meine TÄinnen sagten mir damals, dass sie der Meinung seien, dass man nicht alles machen müsse, was machbar sei, im Interesse des Tieres. Aber wer weiß wie ich dazu gestanden hätte, hätte Kasimir nicht nach der Diagnose noch drei schöne Jahre gehabt.
Die Entscheidung ist so schwierig und ich wünsche dir von Herzen, dass du die Entscheidung triffst, zu der du auch im Nachhinein ohne Selbstvorwürfe stehen kannst. Ich kenne das nur zu gut, wenn Selbstvorwürfe einen Namen hätten müssten sie Christa heißen. :oops:
LG
Christa
 
  • Mammatumor: Was würdet Ihr tun? Beitrag #16
Sie erwähnten Röntgen der Lunge und Ultraschall des Bauchraums. Ob das alles ist, was sie vorgesehen haben, weiß ich nicht.

Ich denke, ich werde jetzt erst einmal die Metastasen-Fahndung machen lassen. Sollten welche gefunden werden, ist die Lage klar. Und was ich machen soll, wenn keine gefunden werden, weiß ich immer noch nicht so recht.

Hi Isi,
noch aussagekräfiger, bzw. ergänzend aussagekräftig dazu wären eine Ganzkörper-CT- oder Ganzkörper-Mrt-Untersuchung, um Tumorabsiedelungen sichtbar zu machen; allerdings sind diese Untersuchungen nicht billig und erfordern außerdem eine Vollnarkose (Röntgen der Lunge allerdings auch). Ich würde mit der am wenigstens belastenden Methode, dem Ultraschall, beginnen. Sollte sich dort schon etwas zeigen, sind weitere Untersuchungen evtl. nicht notwendig.

Er gab noch folgendes zu bedenken: Oft geht eigentlich kranken Katzen gut, weil der Körper trotz der Krankheit in einem stabilen Gleichgewicht ist. Mit einer Narkose und chirurgischen Eingriffen kann man dieses Gleichgewicht zerstören und die Katze kommt nie wieder richtig auf die Beine, obwohl alle alles richtig gemacht haben. Erklären kann man den Effekt nicht so recht, aber man beobachtet ihn immer wieder.

Man kann als Mensch dazu eigentlich nur spekulieren, aber klar ist, dass Tieren bei sehr belastenden Behandlungsmethoden im Gegensatz zum Menschen der gr0ße Vorteil des kognitiven Verständnisses fehlt. Wenn ich als Mensch schwer erkrankt bin, und Behandlungen wie z.B. Operationen oder Chemotherapie ausgesetzt bin, kann ich die Belastungen, die mich noch viel kränker fühlen lassen, dadurch besser ertragen, weil ich weiß, dass sie helfen (könnten). Ein Tier kann das nicht. Es fühlt nur das Belastende und die Gewissheit, sehr krank zu sein und vielleicht auch die Gewissheit, sterbenskrank zu sein.

Wenn ich dich abschließend richtig verstehe, ist es außerdem schwer für dich, einzuschätzen, ob beim Mamma-Karzinom bei Katzen überhaupt noch eine Heilungsoption besteht. Du hast von einer sehr aggressiven Tumorart gesprochen. Ich persönlich habe dazu keine Infos, aber ich würde erwarten, dass behandelnde Tierärzte dazu eine Aussage machen können. Könnte das ein Ansatzpunkt für dich sein? Nochmal klar zu fragen, wie die TÄ die Heilungschancen nach Milchleistenentfernung einschätzen?
 
  • Mammatumor: Was würdet Ihr tun? Beitrag #17
Hallo Isi,
es tut mir ganz furchtbar leid, daß jetzt zur CNI und dem Bluthochdruck auch noch Tumore hinzukommen. Wie schrecklich. Auch wenn ich leider inhaltlich zu diesem Thema nichts Kompetentes beitragen kann, sind hier alle Daumen und Pfoten gedrückt, daß Deine Mietz noch eine schöne Zeit mit guter Lebensqualität bei Dir verbringen kann.

Alles Gute,

Malena
 
  • Mammatumor: Was würdet Ihr tun? Beitrag #18
Ich stand vor gut 4,5 Jahren auch vor der Entscheidung OP ja oder nein. Meine Katze war 6 Jahre alt, der Knoten Reiskorn groß. Durch Ultraschall und Röntgen der Lunge wurden Metastasen ausgeschlossen. Zwei Tage später die OP. Alles verlief gut, die ca 35 cm lange Naht heilte gut. Nach einem 3/4 Jahr musste auch die zweite Gesäugeleiste entfernt werden. Hier war Antibiotikum nötig, die Heilung verlief dafür schneller. Nun ist mein Mädchen fast 11 Jahre und es geht ihr gut.
Ich würde wieder so entscheidend.

Dennoch denke ich, das muss man leider immer selbst abwägen, eventuell auch auf sein Bauchgefühl hören.

Viel Kraft für deine Entscheidung und alles gute für die Maus.

LG Gabriele
 
  • Mammatumor: Was würdet Ihr tun? Beitrag #19
Die Entscheidung ist so schwierig und ich wünsche dir von Herzen, dass du die Entscheidung triffst, zu der du auch im Nachhinein ohne Selbstvorwürfe stehen kannst. Ich kenne das nur zu gut, wenn Selbstvorwürfe einen Namen hätten müssten sie Christa heißen.

Das war für mich ein sehr hilfreicher Aspekt des Gesprächs mit dem Zweitmeinungs-Tierarzt. Er sagte, zum jetzigen Zeitpunkt kann mir niemand auf der Welt sagen, welche Entscheidung die richtige ist. Dazu müsse man in die Zukunft sehen können: wird die Op die Katze aus der Bahn werfen oder nicht? Hat sie bereits nicht sichtbare Metastasen oder nicht? Wir geben unser Bestes, eine verantwortungsvolle Entscheidung zu treffen und müssen dabei dummerweise raten. Es kann sein, dass wir falsch raten. Sich deswegen Selbstvorwürfe zu machen ist ähnlich sinnvoll wie sich vorzuwerfen, dass man aus einem Lostopf eine Niete gezogen hat.

Sehr ermutigend an Deinem Bericht finde ich die drei glücklichen Jahre von Kasimir, Christa. Noch drei Jahre mit ihr, das wäre ein Traum.


Man kann als Mensch dazu eigentlich nur spekulieren, aber klar ist, dass Tieren bei sehr belastenden Behandlungsmethoden im Gegensatz zum Menschen der gr0ße Vorteil des kognitiven Verständnisses fehlt. Wenn ich als Mensch schwer erkrankt bin, und Behandlungen wie z.B. Operationen oder Chemotherapie ausgesetzt bin, kann ich die Belastungen, die mich noch viel kränker fühlen lassen, dadurch besser ertragen, weil ich weiß, dass sie helfen (könnten). Ein Tier kann das nicht. Es fühlt nur das Belastende und die Gewissheit, sehr krank zu sein und vielleicht auch die Gewissheit, sterbenskrank zu sein.

Genau der Punkt macht mir auch zu schaffen. Die Gute hat keine Ahnung, warum ihr dass alles angetan wird und muss leiden.

Wenn ich dich abschließend richtig verstehe, ist es außerdem schwer für dich, einzuschätzen, ob beim Mamma-Karzinom bei Katzen überhaupt noch eine Heilungsoption besteht. Du hast von einer sehr aggressiven Tumorart gesprochen. Ich persönlich habe dazu keine Infos, aber ich würde erwarten, dass behandelnde Tierärzte dazu eine Aussage machen können. Könnte das ein Ansatzpunkt für dich sein? Nochmal klar zu fragen, wie die TÄ die Heilungschancen nach Milchleistenentfernung einschätzen?

Es ist eher die Frage, ob die Op überhaupt etwas bringt. Gemäß Zweitmeinungs-Tierarzt gibt es keine Statistik, die dazu etwas sagt: wie lange leben Katzen im Schnitt ohne die Op, wie lange mit. Hinzu kommt noch, dass eine Katze zwei Milchleisten hat. Bei der Op wird "nur" die betroffene entfernt. Beide gleichzeitig entfernen sie nicht, weil der Eingriff zu heftig ist und es dann oft Probleme mit der Heilung gibt. Was, wenn ein paar Wochen an der zweiten Milchleiste ein Tumor auftritt?


Ich stand vor gut 4,5 Jahren auch vor der Entscheidung OP ja oder nein. Meine Katze war 6 Jahre alt, der Knoten Reiskorn groß. Durch Ultraschall und Röntgen der Lunge wurden Metastasen ausgeschlossen. Zwei Tage später die OP. Alles verlief gut, die ca 35 cm lange Naht heilte gut. Nach einem 3/4 Jahr musste auch die zweite Gesäugeleiste entfernt werden. Hier war Antibiotikum nötig, die Heilung verlief dafür schneller. Nun ist mein Mädchen fast 11 Jahre und es geht ihr gut.
Ich würde wieder so entscheidend.

Danke Glady, für Deine Erfahrungen. Das liest sich ganz anders als Christas Bericht und zeigt, dass es den einzig richtigen Weg mal wieder nicht gibt. Warum muss immer alles so kompliziert sein im Leben?

Danke auch an all die anderen, die mir geschrieben haben! Auch wenn ich nicht direkt geantwortet habe, waren sie mir sehr wichtig.
 
  • Mammatumor: Was würdet Ihr tun? Beitrag #20
Wie geht es Euch denn, gibt es schon was Neues?
 
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Mammatumor: Was würdet Ihr tun?

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