Hallo,
ich bin ganz neu hier und bin durch etwas Recherche in den letzten Tagen immer wieder auf euer Forum gestoßen. Ich glaube, hier ist man gut aufgehoben!
Deshalb habe ich mich entschieden einmal von der Geschichte mit meinem 6-jährigen Kater Johnny zu berichten. Die Geschichte ist gerade mitten am laufen und ich mache mir große Sorgen, wie es wohl ausgehen wird, vielleicht erfahre ich durch euch ja sogar etwas Beruhigung, dass alles wieder gut wird.
Eigentlich ist Johnny sehr verschmust, verspielt und nie krank. Er ist eine Wohnungskatze und war noch nie draußen, deshalb hatte ich ihn auch nie impfen lassen.
Gestern Vormittag passierte es dann das erste Mal: Ich bekam mit, wie er auf dem Teppich lag, stark hechelte und sich einnässte. Er war ansprechbar, aber sehr schwach.
Im ersten Moment dachte ich an eine Vergiftung, gerade das unkontrollierte Einnässen kam mir so ungewöhnlich vor..
Ich bin dann sofort mit ihm zum
Tierarzt gefahren, auf dem Weg dorthin hatte er sich etwas beruhigt, beim
Tierarzt selbst konnte die Ärztin nichts unauffälliges erkennen bis auf etwas erhöhten Herzschlag. Sie hat Blut abgenommen und einen Termin mit einem Kardiologen für nächste Woche vereinbart.
Zuhause war er den Tag über immer wieder etwas am schwächeln, aber schließlich hat er gefressen und getrunken und auch bei mir geschlafen. Er wirkte ziemlich normal und hat auch mal wieder zugehauen, macht er gern mal wenn er genug gestreichelt wurde..
Heute morgen passierte es dann das zweite Mal: Gleich nach dem Aufstehen merkte ich, dass mit ihm wieder etwas nicht stimmt. Er lag wieder stark hechelnd da und kotete sich ein. Danach lief (oder eher kroch) er ein paar Schritte, fiel wieder auf die Seite. Da hab ich ihm etwas Diazepam gegeben, dass ich vom
Tierarzt bekommen hatte, weil auch der Verdacht auf Epilepsie aufkam.
Johnny war dementsprechend etwas neben der Spur als ich mit ihm los fuhr, ich sollte nämlich direkt wieder zum Arzt, wenn erneut etwas bei ihm passierten würde. Ich bin dann mit ihm in die Tierklinik gefahren, weil meine
Tierarzt noch nicht offen hatte.
In der Klinik angekommen, ging es ihm soweit ganz gut. Die Atmung schien schon bei der Fahrt normal, er war nur etwas schlapp. Im Behandlungszimmer passierte es dann - kurz nachdem ich die Vorgeschichte erzählt hatte, fing Johnny noch im Korb an zu schreien und kippte plötzlich um. Wir holten ihn heraus, sein Kreislauf schien völlig im Keller. Er wurde als Notfall gleich behandelt. Er hatte nur 34 Grad, seine Beine waren ganz kalt, seine Zunge hing heraus und er atmete kaum.
Ich weiß nicht warum, aber irgendwie haben wir es geschafft ihn wieder auf die Beine zu kriegen. Nach und nach wurde er wieder wacher und wärmer. Die Ärztin in der Klinik legte ihm einen Zugang und gab ihm eine durchsichtige Flüssigkeit, ich weiß nicht ob es nur Kochsalzlösung oder etwas anderes war.. jedenfalls waren es bestimmt 20ml auf einmal, leider habe ich vergessen nachzufragen.
Der restlichen Tag verbrachten wir in der Klinik. Alles wurde untersucht: Blutwerte, Organe, Herzultraschall, Röntgen der Lunge. Sogar eine Neurologin hat sich ihn angeschaut. Alles unauffällig, obwohl von Anfang an so viel auf eine Herzkrankheit schließen ließ. Nur ein MRT wurde noch nicht gemacht - wir liegen jetzt schon bei über 500€ Behandlungskosten und das MRT würde noch einmal 800€ kosten..
Die
Tierarzt hat mir erstmal ein Antibiotika gegen
Toxoplasmose mitgegeben. Das soll er zwei Wochen lang nehmen, vielleicht hat er das nämlich, eine genaue Untersuchung wäre aber auch hier sehr kostspielig und so sei die Antibiotikgabe erst einmal sinnvoll. Irgendwas muss ja gemacht werden. Bevor er wieder zusammenbricht..
Nun sitze ich mit ihm im Bett. Johnny ist sehr schwach und versucht seit wir zu Hause sind zu schlafen, manchmal habe ich das Gefühl, so richtig zur Ruhe kommen kann er aber nicht. Es macht mir Sorgen, weil er sich wieder ziemlich kalt anfühlt, besonders seine Pfoten. Er mag gar nicht Essen oder Trinken, deshalb hat er das Antibiotika auch noch nicht zu sich genommen.. das macht mir noch mehr Sorgen, wie soll es ohne denn besser werden? Habt ihr einen Tipp, wie ich seinen Appetit zurückhole? Oder muss er sich erstmal ausschlafen nach diesem langen Tag?
Die
Tierarzt sagte, ich könne die Tablette zerstoßen und in Wasser auflösen und versuchen das mit einer Sprite, wie bei Babykatzen, in seinen Mund zu geben.. das würde aber super viel Stress für ihn bedeuten und ich habe Angst, dass der Stress ein Auslöser für seine Zusammenbrüche wie heute in der Klinik sein könnte..
Ich werde ihn jetzt erstmal etwas aufwärmen und hoffen, dass sein Appetit und Durst morgen zurück ist, wenn er ausgeschlafen ist. Ansonsten rufe ich gleich morgen früh beim
Tierarzt an..
Ich bin gespannt, wie es weiter geht und hoffe, dass das Antibiotika bald irgendwie den Weg in seinen Magen findet - und dass es hilft. Ich hatte noch nie eine kranke Katze, das ist wirklich schrecklicher Stress, diese Sorge und dann noch Hilflosigkeit, wenn keine Diagnose auftaucht..
Ich halte euch auf dem Laufenden, wenn Interesse besteht. Vielleicht macht ja jemand gerade eine ähnliche, unklare Situation durch?
Viele Grüße
