NEUES VON NOTFELLCHEN LABROS
Seit den letzten Informationen vom 26. Juni 2025 hat sich sehr viel ereignet, jedoch nicht wie erwartet.
Labros konnte nicht wie geplant Mitte Juli die Klinik verlassen. Die Tierärztin war beunruhigt wegen der Hautreizung, die sofort wieder auftrat, wenn er nicht täglich gewaschen und gepflegt wird. Zwar benutzt Labros die Toilette und kann seine Blase kontrolliert entleeren, doch es läuft ständig tröpfchenweise Urin aus dem künstlichen Harnröhrenausgang.
Für uns war klar: Wir mussten schnell handeln. Wir stellten mit den Befunden und Röntgenbildern aus Athen Konsilanfragen an deutsche Spezialisten für Urologie und Weichteilchirurgie. Nur drei Antworten kamen zurück. Ein Tierarzt riet telefonisch und kurz angebunden zur Einschläferung. Die beiden anderen sahen eine Operation als letzte Möglichkeit, doch die Erfolgsaussichten klangen alles andere als ermutigend. Trotzdem – ein kleiner Hoffnungsschimmer blieb. Und dieser reichte uns.
Wir setzten alles daran, Labros nach Deutschland zu holen. Glücklicherweise fanden wir Flugpaten und konnten einen Platz auf einem Flug am 14. August nach Hannover sichern. Unsere Athener Freundin A. wollte ihn am Reisetag abholen, zum Flughafen bringen und den Check-in übernehmen. Parallel dazu sicherten wir bei einem der beiden Spezialisten, die uns eine Operation als möglich schilderten, Termine für Voruntersuchung und Operation – direkt für die Folgewoche. Dieser Tierarzt hat seine Praxis in Berlin.
Noch fehlte nur ein Pflegestellenplatz für ein möglicherweise inkontinentes Katerchen in Berlin oder Umgebung. Doch auch das fügte sich nach nervenzehrender Suche. Alles war vorbereitet. Unser „Transpurrter“ Jörg hatte bereits den Ankunftstermin in Hannover notiert: 15. August, 1:45 Uhr. Alles lief nach Plan.
Doch dann schlug das Schicksal zu.
Am Montag, nur drei Tage vor dem Abflug, erfuhren wir: Unsere Freundin A. konnte aus dringenden persönlichen Gründen nicht in Athen sein. In fieberhafter Eile begannen wir, Ersatz zu suchen. Stunden voller Telefonate, WhatsApp- und Viber-Nachrichten folgten. Erst am Dienstagabend dann die rettende Zusage: Eine Tierschützerin in Athen, die wir von früheren kleineren Aktionen kennen, sprang ein. Uns fiel ein Stein vom Herzen!
Am Mittwochmorgen endlich waren in der WhatsApp-Gruppe mit beiden Vereinsvorständen, den Flugpaten und der Athener Tierschützerin alle notwendigen Informationen ausgetauscht. Doch da traf die nächste Hiobsbotschaft ein – die Pflegestelle sagte ab. Alles stand wieder auf der Kippe, nur einen Tag vor dem Abflug!
Der entscheidende Ratschlag voller Hilfsbereitschaft kam von unerwarteter Seite. Jörgs Frau, die die Planungen vorher natürlich kannte und von der kurzfristigen Absage ebenso schockiert war, meinte nur: "Der Kleine kann doch nicht in Athen bleiben! Warum teilst Du im Wintergarten nicht eine Ecke ab, wo er erstmal unterkommen kann?"
Kurzerhand baute Jörg dort ein provisorisches Quarantäneabteil – ein Wettlauf gegen die Zeit. Donnerstagabend, die letzte Schraube saß, die A2 war frei, und Jörg fuhr mit Herzklopfen nach Hannover. Zum Glück hatte er sowieso Urlaub...
Labros wurde von unserer Helferin in Athen pünktlich zum Flughafen gebracht, ...
... der Flug verlief problemlos und landete mit einem kleinen Labros in einer großen Box, ...
... die Rückfahrt auf der nächtlich-leeren A2 wurde in Rekordzeit abgespult, und Labros konnte sein Quartier beziehen, in dem bereits ein kleiner Willkommensimbiss auf ihn wartete.
Doch die Erleichterung währte nicht lange.
Am Freitag zeigte sich: Die Hautreizung war schlimmer als befürchtet. Fotos gingen an die Berliner Praxis, und sofort kam der dringende Rat: „Bringen Sie ihn gleich vorbei.“ Zwei Tierärztinnen untersuchten ihn, doch eine endgültige Einschätzung war nur unter Narkose möglich. Gleich am Montag und durch den Chef selbst (der uns damals auch auf unsere Anfrage antwortete).
Das Wochenende verging mit bangen Gedanken und einem Labros, der sich von alledem in seiner kindlichen Lebensfreude nicht stören ließ. Er fraß mit gutem Appetit, genoss die Aufmerksamkeit und ließ sich zu kleinen Spielen hinreißen. Könnt Ihr Euch vorstellen, wie schnell so ein kleines Fellnäschen einem ins Herz kriecht? Gerade das machte die Warterei zur Qual.
Montagmorgen. Die Stunden bis zum Anruf des Arztes zogen sich endlos. Dann die niederschmetternde Auskunft: Labros´ künstlicher Harnröhrenausgang kann dort, wo er jetzt ist, nicht bleiben, da die bereits großflächig und tief gereizte Bauchdecke sonst nicht mehr heilt und dauerhaft schmerzen würde. Nur eine große Operation bot noch eine Chance – mit minimalen Erfolgsaussichten. Unsere beiden Vereinsvorstände berieten und wogen ab – und entschieden: Labros soll diese letzte Chance bekommen!
Am 21. August dann die Operation. Zweieinhalb Stunden voller Anspannung, jeden Moment auf das Klingeln des Telefons gefasst. Mit jeder Minute die verstrich, ein wenig mehr Hoffnung. Dann endlich der erleichternde Anruf: Der Eingriff war geglückt!
Der Tierarzt hatte die Harnröhre wieder nach hinten durch den Beckenbereich verlegt und unter dem After herausgeführt, der Penis musste amputiert werden. Die gereizte Bauchdecke kann nun endlich heilen. Die Harnröhre selbst ist durch die bisherigen Maßnahmen vernarbt, die Öffnung sehr klein. Wenn sich das in den kommenden Wochen bis 3 Monaten nicht verschlechtert, dann hat er es geschafft. Er bleibt jetzt erst einmal bis Anfang nächster Woche in der Praxis, um im Notfall gleich eingreifen zu können. Jörg wird vom Arzt täglich informiert, wie es Labros geht.
Ihr könnt Euch die Erleichterung in der Vereinsgruppe vorstellen, die natürlich auf dem Laufenden gehalten wurde und voller Hoffen und auch Bangen auf eine Information wartete!
Der Anruf am Tag nach der Operation war ebenso erfreulich wie am Vortag. Der Tierarzt ist soweit zufrieden. Labros hat die OP sehr gut überstanden und fühlt sich den Umständen entsprechend recht wohl. Der Katheter ist noch drin, wird aber heute entfernt.
Noch immer ist seine Zukunft ungewiss. Doch Labros kämpft. Und wir kämpfen mit ihm! Helft Ihr uns bitte dabei? Unterstützen könnt Ihr uns wie folgt:
Euer Cats at Andros Team
PS: Labros´ Geschichte und die der anderen Notfellchen findet Ihr auch auf unserer
Notfellchen-Seite.