• Wenn dein Tier krank ist oder erscheint, suche bitte immer erst den Tierarzt auf, bevor du hier Rat und Hilfe suchst. Wir alle hier sind Laien, können und dürfen keinen Tierarzt ersetzen oder gar Ferndiagnosen stellen, das wäre unverantwortlich. Erst wenn du die Diagnose eines Tierarztes hast, kannst du hier nach Erfahrungen oder Tipps fragen, die du eventuell für deinen Tierarzt mitnehmen kannst. Bei der Suche nach einem Tierarzt, vor allem Notärzten in der Nacht oder am Wochenende, könnten wir aber behilflich sein.

Einschläfern: Warum machen wir das?

Diskutiere Einschläfern: Warum machen wir das? im Tumore und Geschwürerkrankungen Forum im Bereich Katzenkrankheiten; Hallo zusammen, wie einige von Euch wissen, habe ich eine schwer krebskranke Katze. Und falls sich jemand wegen vorangegangener Posts von mir...
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IsiBerlin

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Hallo zusammen,

wie einige von Euch wissen, habe ich eine schwer krebskranke Katze. Und falls sich jemand wegen vorangegangener Posts von mir wundert: ja, wir (einschließlich Tierarzt) haben im letzten halben Jahr schon einige Male gedacht, dass sie in den nächsten Tagen stirbt. Aber dann hat sie es sich doch noch anders überlegt und wollte noch ein bisschen leben. Sie lebt also noch.

Jetzt zu der Frage, die mich gerade beschäftigt. Da würden mich Eure Meinungen interessieren. Warum schläfern wir unsere Katzen eigentlich ein statt sie natürlich sterben zu lassen? Sicher gibt es eindeutige Fälle: Wenn die Katze Schmerzen hat, die nicht mit Schmerzmitteln bekämpft werden können. Oder wenn der natürliche Tod, der ihr bevorsteht, ein sehr unerfreulicher sein wird wie beispielsweise ersticken bei Lungenkrebs. Das alles sollte man natürlich dem Tier ersparen und es einschläfern. Aber was, wenn die Katze schmerzfrei gehalten werden kann und nicht qualvoll sterben wird? Warum können wir sie dann nicht natürlich sterben lassen wie wir es bei Menschen auch tun? Ich habe da die vielleicht etwas esoterische Vorstellung, dass sie natürlicherweise dann stirbt, wenn es wirklich soweit ist und sie dazu bereit ist. Und nicht dann, wenn wir Menschen beschließen, dass sie keine Lebensqualität mehr hat. Vielleicht sieht das für uns nur so aus, aber sie braucht noch die Zeit, um sich zum Gehen durchzuringen.

Wie denkt Ihr darüber?
 
  • Einschläfern: Warum machen wir das? Beitrag #2
Ein sehr schwieriges Thema, dass in letzter Zeit schon ein Mal hier diskutiert wurde und teils (heftige) Reaktionen hervorgerufen hat. Ich habe dir den Beitrag mal verlinkt. Vielleicht hilft es dir ja weiter.



Die Frage ist hier immer wie weit wir die Tiere vermenschlichen.
Du schreibst:
Aber dann hat sie es sich doch noch anders überlegt und wollte noch ein bisschen leben. Sie lebt also noch.
Hat sie es sich wirklich "überlegt"? Oder hat der Instinkt die Kontrolle übernommen.

Ich habe bereits vier Mal eine Katze auf die letzte Reise geschickt. Ich richte mich immer danach ob die Katze noch frisst/spielt und wie der allgemeine Gesundheitszustand der Katze ist. Alle Katzen waren medizinisch austherapiert und es gab keine Hoffnung mehr auf eine gesundheitliche Besserung.
Ich vertrete die persönliche Ansicht, dass man als verantwortungsbewusster Katzenhalter auch die Pflicht hat seine Samtpfoten vor Leid und Qual zu schützen und habe mir die Entscheidung in keinem Fall leicht gemacht.

Katzen sind keine Menschen und ich bin der festen Überzeugung, dass sich so mancher, todkranker Mensch eine "Sterbehilfe" wünscht.

Mehr möchte ich in diesem Thema nicht schreiben. Falls du noch Fragen hast schicke mir bitte eine PN.

LG
Tina
 
  • Einschläfern: Warum machen wir das? Beitrag #3
Danke, Tina, für deinen Beitrag und den Link. Die Diskussion damals habe ich nur am Rande mitverfolgt. Ich möchte jedoch auf einen wesentlichen Unterschied zwischen Jules Situation und meiner Katze aufmerksam machen: Katzi hat tiermedizinische Betreuung. Alle zwei oder drei Wochen wird sie angeschaut. Wir kennen ihre Krankheit, wir wissen, worauf wir zu achten haben, und sie bekommt Schmerzmittel. Das ist für mich ein anders gearteter Fall.
 
  • Einschläfern: Warum machen wir das? Beitrag #4
Ich habe letztes Jahr wieder mal die Erfahrung gemacht, dass ein Tier sehr wohl eines natürlichen Todes sterben kann. Es war für mich nicht immer einfach zu sehen, wie sie sich langsam verabschiedete.

Dennoch würden wir es immer wieder so machen, diese 4 Wochen nach der Diagnose Wanda Palliativ zu begleiten. Es war die intensivste Zeit, die wir erlebt haben. Wanda hat selbstbestimmt , ohne sich zu verkriechen, sozusagen mitten im Leben sich auf ihren Weg gemacht. Leider war ich einen Tag zu spät da war sie schon verstorben.

Aber mein Mann war da und ihm war so als hätte sie nur auf ihn gewartet. Es war wie seit vier Wochen.... hoch und rein zu den Kleinen ...... Jens holt Futter für die Welpen stellt ihr einen Teller mit hin.....dann stellte er fest, Wanda ist einfach eingeschlafen.

Es sollte natürlich einem immer Klar sein, einzugreifen wenn eine Schmerztherapie nicht mehr den gewünschten Erfolg bringt, das Tier nicht mehr den Grundbedürfnissen alleine nachkommt....und nur noch apathisch vor sich hinvegetiert.

Wanda war bis zum Schluß aktiv im Rahmen ihrer Kräfte ob Treppen, oder Sofa erklimmen sie war da wo es lebendig war, entweder bei den Kleinen, bei den anderen Katzen oder im Zwinger Vögel schauen.

Und gerade weil es sich der Todestag von Wanda bald jährt , dürfen auch meine anderen Tiere so begleitet gehen ....wenn der Zeitpunkt gekommen ist.

lg
Verena
 
  • Einschläfern: Warum machen wir das? Beitrag #5
.......Die Frage ist hier immer wie weit wir die Tiere vermenschlichen.......


......Hat sie es sich wirklich "überlegt"? Oder hat der Instinkt die Kontrolle übernommen.......

Ich glaube in dem Fall "vertierlichen" wir eher die Menschen.

Menschen die im Koma liegen, keine Kontrolle mehr über ihren Körper und dessen Funktionen haben, und bei denen wir auch nicht so genau wissen, wie es um ihr Bewusstsein steht, werden in der Regel nicht so schnell "eingeschläfert".
Bei Katzen "oder anderen Haustieren", treffen wir viel schneller die Entscheidung, ab wann ihr Leben aus unserer Sicht nicht mehr lebenswert ist, und übernehmen die Verantwortung.

Ob wir das zu recht tun weiss ich nicht.
Ich bin keine Katze und kann deshalb nicht sagen, wann sie selbst sterben will und natürlich ist der "Überlebensinstinkt" bei Menschen und Tieren sehr ausgeprägt.

Ich glaube das Thema hat auch viel mit "loslassen" zu tun.
 
  • Einschläfern: Warum machen wir das? Beitrag #6
Das einschläfern finde ich nicht schlimm.
Wenn die Katze keinen Lebensmut mehr hat, nichts mehr frisst und sich durch die Krankheit zurückzieht, würde ich persönlich auch einschläfern, natürlich nur dann, wenn es keinen Ausweg mehr gibt..

Den Tod hätte ich mir für meinen jacky so sehr gewünscht.. beim einschläfern könnte ich bei ihm bleiben, ihm sagen, dass ich ihn so unglaublich liebe, ihn streicheln und einfach nur da sein für ihn..
Leider kam es nicht so.. er wurde überfahren und ich habe 2 Wochen nach seinem tod erfahren, dass er überfahren wurde.. er war allein.. 😭 ich konnte nicht da sein...
Ich hoffe so sehr, dass er keine Schmerzen hatte und es schnell ging..
 
  • Einschläfern: Warum machen wir das? Beitrag #7
Ich würde immer den Weg bevorzugen,das Katz selbst die Koffer packt und einfach einschläft. Vorrausgesetzt natürlich sie ist qual und leidfrei.
Wir hatten bislang nicht die Situation und mussten eingreifen. Unser ältester Kater damals mit Überraschungsdiagnose Kieferkrebs,Endstadium. Wir haben ihn nicht mehr aus der Narkose holen lassen. Auch wenn die Option bestand ihn noch mal nach Hause zu holen für wenige Tage. Aber dem Katzer zu Liebe,nein. Unsere Kätzin Lymphom ... nach 4 Monate kämpfen,ging es nicht mehr.
Und zuletzt unser Pumpkin Kater letzten Oktober. Lungenfibrose,akutes Lungenversagen/ersticken. Da stellte sich auch kaum die Frage ob oder ob nicht einschläfern.
Bislang wurde uns immer die Entscheidung abgenommen,das WIR reagieren MUSSTEN um Katz noch mehr Leid,Schmerz etc. zu ersparen. Ich fand jedes einzelne Mal furchbar. Jedes Mal ging ein Tierarztmarathon vorraus oder Klinikaufenthalt. Sowas hab ich keinem der drei gewünscht.

Natürlich klar,"Vorteil" beim einschläfern ist,man ist garantiert dabei und sein Tierchen ist nicht alleine. Vllt hardere ich auch nur damit,weil unsere drei Regenbogenländer im Vorfeld noch so ein Drama haben mussten.
 
  • Einschläfern: Warum machen wir das? Beitrag #8
Das einschläfern finde ich nicht schlimm.

Oh doch es ist es schon sehr schlimm.
Die schlimmste Entscheidung , die man treffen kann-

Sowohl für den der Entscheidung trifft, als auch für den, den sie betrifft
Aber das war es was ich meinte, es hat mit "loslassen" zu tun..
 
  • Einschläfern: Warum machen wir das? Beitrag #9
Oh doch es ist es schon sehr schlimm.
Die schlimmste Entscheidung , die man treffen kann-

Sowohl für den der Emtscheidung trifft, als auch für den, den sie betrifft
Aber das war es was ich meinte, es hat mit "loslassen" zu tun..
Nein, nein so meinte ich das nicht.. natürlich ist das schlimm. Das kam echt falsch rüber sorry. Ich meinte das einschläfern ist nicht schlimm für die Katze, weil ihr ja leid erspart bleibt.
 
  • Einschläfern: Warum machen wir das? Beitrag #10
Ich persönlich finde eine palliative Begleitung vollkommen in Ordnung. Wichtig ist eben wie Du schreibst, dass gesichert ist, dass der Schmerz medikamentös gut eingestellt ist

Auch wenn es nicht vergleichbar ist will ich kurz erzählen.
Eine meiner Ratten hatte einen Tumor, dieser saß vor der Brust. Sie sollte von mir aus den Weg selbst gehen, denn Krebs zehrt aus (und ja das war mit einem Tierarzt genau so angestimmt, auch sie bekam Schmerzmittel) . Leider ist der Tumor eines Tages aufgebrochen, in diesem Moment habe ich sie erlösen lassen denn von da an war es nicht mehr zu verantworten.
Mein letzter Hamster hatte einen Tumor an Fuß, eigentlich sollte ihr der Fuß amputiert werden das ging leider nicht, da mehrfacher Versuch zu narkotisieren nicht gelang (Herzstillstand). Sie ist dann mit 3! Jahren wohl eher an Altersschwäche als am Tumor verstorben.

Von daher kann ich deinen Wunsch sehr gut verstehen! Versucht es doch einfach, diese Entscheidung ist nicht in Stein gemeißelt, man kann sich doch jederzeit anders entscheiden wenn die Lage warum auch immer kippen sollte.
 
  • Einschläfern: Warum machen wir das? Beitrag #11
Ich wünschte, wir hätten die Möglichkeit gehabt unsere zwei palliativ zu begleiten, bis sie von selbst ihren Weg machen. Leider war uns das nicht möglich.
Zoe hatte den Tumor im Mund und er ist nach innen gewuchert und hat dadurch die komplette Mundhöhle gefüllt. Zuerst haben wir ihn wegmachen lassen, doch nach nur 3 Wochen war er größer als zuvor und sie konnte wieder nicht mehr fressen, hat sich nur noch verkrochen und kam auch nicht mehr streicheln. Da haben wir sie gehen lassen, denn sonst wäre sie auf Dauer verhungert.
Lulu hatte den Tumor an Magen und Bauchspeicheldrüse. Sie wollte nicht mehr fressen und hat sich obwohl sie Schmerzmittel und Medikamente gegen die Übelkeit bekam täglich übergeben manchmal auch mehrfach. Als sie dann anfing unter sich zu machen und beim erbrechen nicht Mal mehr aufzustehen sondern einfach über sich selbst drüber, haben wir auch sie gehen lassen. Besonders mein Mann hätte bei ihr alles darum gegeben ihr einen natürlichen Tod zu schenken. Sie war seine Herzenskatze.

Ich hoffe, dass es bei Ernie und Bert noch lange dauert. Doch ich würde immer palliative Begleitung vorziehen wenn, aber nur wenn es keine Qual für die Katze ist und es nicht mit einem leidvollen Tod einhergeht.
 
  • Einschläfern: Warum machen wir das? Beitrag #12
Ich glaube, jeder träumt davon dass seine Katze in möglichst hohem Alter in seinen Armen (oder sonstwo) einfach friedlich einschläft.

Bei meiner ersten Katze hat mir die TÄ immer wieder gesagt, es ist zu früh, sie will noch leben..... erst als ich sie anrief und ihr gesagt hab, dass die Katze unter sich macht und darin liegen bleibt war sie bereit. Das habe ich mir sehr, sehr lange vorgeworfen. Denn das war alles nur kein würdevolles gehen dürfen.

Bei Zoe hat mir meine TÄ (entgegen meinem Eindruck) immer wieder gesagt, dass Anämie zu einem sehr schönen und friedlichen Tod führen wird. Darauf und/oder auf die noch mögliche Heilung habe ich gewartet. Am letzten Tag habe ich auf einem Ultraschall bestanden. Der die vorherige Aussage, dass sie keine Schmerzen haben könne derart Lügen gestraft hat..... sie wäre qualvollst erstickt oder verhungert :cry:

Solange Du mit gutem Gewissen sagen kannst die Katze leidet nicht sehe ich persönlich auch keinen Anlass Ihr über den Bogen zu helfen.
Was mich manchmal schon etwas erschreckt sind Aussagen wie: es gibt ja eh keine Hoffnung mehr, dann lieber früher als später. Das teile ich nicht. Solange das Tier einigermaßen am Leben teilnimmt würde ich den Weg nicht verkürzen wollen.
 
  • Einschläfern: Warum machen wir das? Beitrag #13
Ich finde eine Palliative Begleitung für unsere Miezen unglaublich gut!
Nicht jeder ist leider emotional oder auch finanziell in der Lage das zu leisten.
Ich bin diesen Weg mit meiner Mutter gegangen und würde ihn auch jederzeit meinen Katern gehen. Es war für alle Beteiligten eine Zeit des intensiven Abschieds .
 
  • Einschläfern: Warum machen wir das? Beitrag #14
Ich glaube bei dem Thema kommt es alleine auf eines an- auf unser das Feingefühl.

Bisher hatte ich nur einmal diese schwierige Entscheidung zu treffen. Mein Sternchen hatte CNI und ich wusste seit ein paar Tagen das sie sich langsam auf ihre letzte Reise macht. Dann lag sie komplett weg getreten auf dem Sofa und reagierte auf nichts mehr. Sie war wohl geistig auf dem Weg auf die andere Seite, aber ihr Herz schlug noch regelmäßig.
Sollte ich nun warten bis irgendwann endlich ihr Herz stehen bleibt oder sollte ich ihr das Warten auf den Tot ersparen? Sichtlich hatte sie zumindest keine Schmerzen.
Ich wusste das sie bereit für ihre letzte Reise war, ich ersparte ihr, und ich gebe zu auch uns, das Warten. Ich bin der Meinung es war die richtige Entscheidung und ich würde es wieder so machen.

Ich hoffe es ist in Ordnung das ich das Beispiel geschrieben habe. Ich denke es kommt wirklich immer auf den einzelnen Fall an.
 
  • Einschläfern: Warum machen wir das? Beitrag #15
Danke bis hierhin für Eure Beiträge! Auch wenn ich jetzt nicht auf jeden einzelnen eingehe, habe ich sie doch alle gelesen und jeder steuert einen anderen Aspekt bei.

WinstonvonWensin: Wie es bei Wanda gelaufen ist, klingt fast nach einer Idealvorstellung vom Tod, wenn man in diesem Zusammenhang von einer Idealvorstellung sprechen möchte. Du hast Recht, das Begleiten ist intensiv, aber auch schwierig und traurig. Wobei ich den Eindruck habe, dass man schon in der Begleitphase einiges an Trauerarbeit leistet. Vermutlich bleibt der Kummer in Summe gleich, verteilt sich aber über einen anderen Zeitraum als beim Einschläfern.

Monterosa: ja, das Loslassen! GöGa sagt, wir müssen jetzt loslassen, damit sie unbefangen gehen kann, wenn sie das möchte. Klingt richtig, ist aber nicht einfach. Man lernt sehr viel bei Sterbegleitung ...

abvz: richtig, eine Entscheidung ist nicht in Stein gemeißelt und das ist gut so. Wenn die Schmerzbekämpfung nicht mehr klappen sollte, müssen wir einschläfern, das ist klar.

claudiskatzis: Das ist ein trauriger Aspekt bei der Sache, dass die Palliativmaßnahmen durchaus am Geld scheitern können. Und dass nicht alle zur Sterbebegleitung emotional in der Lage sind, kann ich inzwischen verstehen. Es ist keine einfache Übung. Das merke ich gerade.

Was mir aufgefallen ist, dass alle, die sich zur Sterbebegleitung entschlossen haben, damit nicht hadern. Niemand scheint das Gefühl zu haben, der Katze damit etwas angetan zu haben, im Gegenteil.
 
  • Einschläfern: Warum machen wir das? Beitrag #16
Auch wenn eine Palliative Begleitung enorm viel Kraft kostet, so ist es für mich auch eine Bereicherung gewesen. Natürlich ist das alles sehr emotional aber dennoch sehr beruhigend zu wissen das ( immer unter der Voraussetzung das keine Schmerzen und Qualen vorhanden sind) es ein letzter intensiver gemeinsamer Gang ist.
Ergänzung ()

... mir hat es übrigens sehr geholfen das Loslassen auch auszusprechen.... das war unglaublich schwer aber es tat auch irgendwie gut - für beide Seiten.

Ich drück dich mal 😘
 
  • Einschläfern: Warum machen wir das? Beitrag #17
Was mir aufgefallen ist, dass alle, die sich zur Sterbebegleitung entschlossen haben, damit nicht hadern. Niemand scheint das Gefühl zu haben, der Katze damit etwas angetan zu haben, im Gegenteil.

Ich muss ehrlich sagen, bei Zoe habe ich lange mit mir gehadert danach ob er nicht noch zu früh war, ob wir nicht noch ein paar Tage hätten warten sollen. Sie hat kaum gefressen und sich zurückgezogen, dennoch. Wir haben sie gestreichelt und mit ihr geredet bis zum Schluss...
Bei Lulu hatte ich danach genau das Gegenteil. Ich habe (im Nachhinein betrachtet) das Gefühl, dass wir zu lange gewartet haben. Eine Woche früher wäre für Lulu wahrscheinlich besser gewesen. Bei Lulu haben wir wirklich gewartet bis es wirklich nicht mehr anders ging und hart am Limit war. Und ich empfinde es im Nachhinein als egoistisch. Mein Mann konnte sie einfach nicht loslassen.(noch weniger als ich) Sie war seine Herzenskatze. Er hat sie gehalten bis zu ihrem letzten Atemzug, ihrem letzten Herzschlag. Hat sie gehalten während der Tierarzt die Ader gesucht hat obwohl sie (trotz dass sie nur ein Drittel des Mittels bekommen hatte) schon gegangen war. Und noch immer während ich das schreibe laufen mir die Tränen übers Gesicht.
(Sorry wollte den Fred nicht zumüllen, nur auch äußern dass man sich im Nachhinein schon viele Gedanken dazu macht. Ob es der richtige Moment war oder zu spät oder falsch oder oder oder)
 
  • Einschläfern: Warum machen wir das? Beitrag #18
Ich hab mir immer gewünscht das mein Seelenkater Smokey einfach einschlafen wird, wenn er uralt ist. Am Schluss hieß es man würde ihm viel Leid ersparen (Ersticken und vieles mehr) darf gar nicht dran denken. Er hatte auch das Fressen eingestellt. Trotzdem wollte ich es nicht wahrhaben als es "soweit" war. Ich hätte alles gemacht, aber es hieß ich könnte ihm nicht mehr helfen. Hab ein Trauma von dem Tag. Immerhin war ich bei ihm und konnte mich verabschieden. Aber es kam mir viel zu kurz vor. Ich denke jeden Tag an ihn . ❤
 
  • Einschläfern: Warum machen wir das? Beitrag #19
Ja die Palliative Begleitung ist eine sehr heilende Trauerverarbeitung. Mir hat es bei meinen Eltern geholfen und auch tatsächlich bereichert, dieses bewusste Sterben so erleben zu können. Wenn keine erschwerende Prognose hinzukommt...werden meine drei Katzen auch so sterben dürfen.

Es gibt ja eben nicht nur das qualvolle Sterben, dass sollte nie ein Tier erleiden müssen.... aber inmitten der Umgebung wo das Tier sich sicher fühlt, ist das natürliche Sterben an sich ein glücklicher Moment.

lg
Verena
 
  • Einschläfern: Warum machen wir das? Beitrag #20
Dazu fällt mir mein Opa ein. Er sagte zu meiner Mama "So (wie meine Oma) möcht ich auch sterben." Daraufhin fragte meine Mutter "Wie? Im Bett mit Knochenkrebs und vollgepumpt mit Schmerzmitteln?" Woraufhin er erwiderte "Nein, aber daheim!" Das hat meine Mama ihm dann versprochen und gehalten. Fast 5 Jahre bettlägerig. Aber er durfte Zuhause sterben inmitten der Umgebung wo er sich sicher fühlte, um es in Verena Worten zu sagen.
Sorry OT
 
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