Danke Euch fürs Mitüberlegen. Nein, es gibt keine dritte Person, die zusammen mit meiner Haushaltshilfe die „Aktion“ durchführen könnte.
Mein Tierarzt steht der nicht zugelassenen Behandlung nicht negativ gegenüber, was ich aber tun könnte, um Nelly die Behandlung zu erleichtern, das weiß er nicht und...was sollte das sein.
Ich habe meine Betreuerin bei facebook angeschrieben und die Situation geschildert, bisher erfolgte keine Antwort.
Ich möchte es noch mal klarstellen, es geht mir nicht um mich und meine Ängste und meinen Stress. Es geht mir nur darum, was ich Nelly zumuten kann und sollte. In der Mehrzahl der Fälle bei facebook handelt es sich um todsterbenskranke Katzen, die nach einigen Injektionen zumindest körperlich aufblühen. Nelly ging es ja trotz der Diagnose gut und sie baut nun nach den Injektionen körperlich und seelisch ab. Was ist hier der richtige Weg?
Ich vertraue hier auf ein nicht zugelassenes Medikament, die Betreuung erfolgt durch facebook.
Ergreife ich die Möglichkeit nicht, kann ich Nelly beim Sterben zusehen, mit dem Medikament vielleicht auch.
Und, auch die Diagnose steht nur zu 90% fest, ist es am Ende gar kein FIP.
Ich möchte nur mal das Dilemma skizzieren, in dem ich mich, im Sinne von Nelly, befinde.
Ein Update: Meine Betreuerin bei facebook schrieb mir, dass das Mittel keine Nebenwirkungen habe, bis auf ein evtl. Brennen beim Spritzen. Dann war Nellys Reaktion doch psychischer Natur und dem kleinen Bluterguss, der gestern beim Spritzen durch Herausrutschen der Nadel entstanden war, geschuldet. Sie hat ja auch mit Biopsie und OP viel hinter sich.
Heute Nacht hat sie sehr gut gefressen und kam auch zu uns. Heute ging das Spritzen deutlich besser, jetzt hat sie sich mal erst wieder zurückgezogen.
Der Plan sieht, so nichts sehr Schlimmes dazwischenkommt, so aus, dass sie für vier Wochen gespritzt wird und dann wird das Blutbild entscheiden. Da bin ich mit Euch einer Meinung.
Eire Unterstützung ist schon sehr wichtig, danke Euch.
Liebe Christa,
ich kann gut verstehen, dass jetzt, wo die Behandlung begonnen hat, erneut Zweifel bei dir aufkommen, ob das der richtige Weg ist, ob man Nelly, die vorher relativ gut drauf war, diese Behandlung zumuten kann. Ich bin froh, dass sie jetzt gefressen hat und auch eure Nähe sucht, das sind doch schon mal positive Nachrichten.
Dass das Medikament brennt, ist etwas, was Nelly sich merkt und was die Behandlung sicherlich nicht einfacher macht. Wir hatten eine ähnliche Situation vor vielen Jahren, als bei Minas eine Vergiftung vermutet wurde. Letztendlich wurde nie genau herausgefunden, woran er sich vergiftet haben könnte, oder ob es doch etwas ganz anderes war, er war jedenfalls dem Tod ziemlich nahe gewesen. Minas musste über etwa zwei Wochen täglich Spritzen mit Vitamin K (gegen Rattengift) bekommen, die wohl auch sehr gebrannt haben. Er hat das gehasst und er hat gefaucht und sich mit Zähnen und Krallen gewehrt, hat schon im Wartezimmer und auf der Fahrt zur Tierärztin gefaucht und konnte nur noch mit Handschuhen angefasst werden. Aber er war wohl damals seine einzige Chance, zu überleben. Deshalb mussten wir auch trotz seiner Abwehr und obwohl wir mit ihm gelitten haben, diese schwierige Zeit durchstehen.
Minas hat die Behandlung gut überstanden, Tierärzte mochte er seitdem überhaupt nicht mehr. Bei euch ist natürlich die Zeitdauer der Behandlung viel länger, und die Spritzen werden zuhause verabreicht, du selber hältst Nelly fest... das macht das Ganze nicht leichter. Minas hat in der Situation natürlich auch nach mir gehauen und hätte mich auch verletzt, wenn ich nicht aufgepasst hätte, aber er hat mir das Ganze nie übel genommen, sobald wir wieder zuhause waren, war er wieder freundlich und hat sich streicheln und auf den Arm nehmen lassen. Ich hoffe, das Nelly das bei dir auch macht.
Auch wenn die Ungewissheit bleibt, ob die Diagnose nun wirklich zutrifft, ob dieses Medikament, das ja erst erprobt wird, wirklich hilft, ob Nelly es verträgt und gesund wird... es ist die Chance, die Nelly hat, wenn es wirklich
FIP ist, eine Chance, die bis vor kurzem gar nicht vorhanden gewesen wäre. Ihr werdet das schaffen, Nelly übersteht die Behandlung, das Medikament wird helfen und Nelly wird gesund werden. Das muss einfach so sein, bei so vielen gedrückten Daumen wird es am Ende alles gut werden.
Ich drücke also weiterhin die Daumen, ich drücke dich und ich schicke dir eine dicke Portion Kraft und Hoffnung, dass alles gut wird.
