Ich hab jetzt lang überlegt, ob ich mal meine Erfahrung schreibe, weil ich dich auch nicht verschrecken will^^ Aber nach den ganzen positiven Erfahrungen zum Schlafzimmer schadet vielleicht auch eine "negative" nicht. Das negative bewusst in Anführungszeichen, da es subjektiv ist, ob man meine Situation als negativ empfinden kann.
Ich hab zwei Katzen, 2,5 Jahre alt, 5 und 4,5kg. Außerdem bin ich selbst totale Nachteule, da ich studiere und nachts am besten lernen kann. Am Anfang hab ich in einer Wohnung mit papierdünnen Wänden und Boden ohne Trittschalldämmung gewohnt, was zu einem knallharten Nachbarschaftskrieg mit meiner Nachbarin geführt hat, weil meine Katzen sehr nachtaktiv sind und auch gerne mal nachts um drei noch die Bude rocken. Mein Äquivalenz zu deinem schreienden Kater(?) sind also zwei tobende Katzen.
Die Ratschläge an mich waren damals ähnlich. Abends satt füttern, abends totspielen, ignorieren, ins Schlafzimmer lassen, etc.
Ich hab dann auch vieles versucht, die beiden "ruhigzustellen". Ignorieren, "schimpfen", Wohnzimmer (unter dem die Nachbarin ihr Schlafzimmer hatte) zumachen, vor der Nachtruhe kaputt spielen, mit Streicheln ablenken, vor der Nachtruhe große Portion Futter geben damit sie ins Fresskoma fallen, etc. Und nein, es hat NICHTS funktioniert. Außer das, sobald sie zusätzliche Aufmerksamkeit bekamen, sie erst recht loslegten. Aber auch beim ignorieren haben sie auch nach Wochen nicht weitergetobt. Und teilweise auch 1-2 Stunden durch.
Auch was man öfter liest, dass die Katzen sich dem Besitzer anpassen und schlafen wenn der Besitzer schläft, hat man meinen beiden Spezis offenbar nicht beigebracht. Getobt wird auch wenn Dosi im Bett liegt. Manchmal hat es zwar dahingehend was gebracht, dass sie, wenn ich abends um viertel vor 10 ins Bett ging, "nur" eine kleine Toberunde bis viertel nach 10 eingelegt haben (was mir auch Beleidigungen, Brüllerei, etc. von der Nachbarin einbrachte), dafür dann aber morgens um 4 Uhr mich (und die Nachbarin) wachgetobt haben.
Ich bin dann umgezogen (in eine Wohnung wo niemand unter mir wohnt), seitdem ist es zumindest etwas besser geworden: Inzwischen fahre ich knallhart den Kurs der Ignoranz. Wenn die beiden mit Toben loslegen ignoriere ich sie konsequent, egal wie laut und lange es dauert. Dadurch ist das Toben inzwischen wirklich weniger geworden. Sie toben zwar auch durchs Schlafzimmer wenn ich im Bett liege, meistens lese oder daddel ich im Bett aber auch noch vor mich hin. Ich bilde mir aber ein, (obs stimmt weiß ich nicht), dass, wenn ich wie schlafend da liege und Katzi dann angeprescht kommt, sie sofort stehenbleibt wenn sie mich liegen sieht und ganz oft kommt sie dann zu mir, schnüffelt vorsichtig an meinem Gesicht und verlässt dann meist das Schlafzimmer leise wieder. Kann aber auch mehr Einbildung als Realität sein^^ Außerdem, wenn die beiden ihre nächtliche Toberunde (meist ist es nur eine direkt nach dem ins Bett gehen) beendet haben, gehen sie dann auch schlafen und zumindest werde ich danach nicht mehr geweckt, wenn ich aufwache schlafen die beiden meistens auch irgendwo.
Was aber definitiv Einfluss hatte, war, dass der Terror der Nachbarin in der neuen Wohnung nicht mehr da war. Und das hat meiner Meinung nach das Toben der Katzen bei mir extrem beeinflusst, sie toben sehr viel weniger (vor allem auf die Länge bezogen) und auch sehr viel mehr miteinander. Ich hab wirklich den Eindruck, dass die Katzen das Gezeter und Gepolter der Nachbarin zusätzlich angefeuert hat. Ob jetzt im negativen Sinne, dass sie Stress hatten, oder im positiven Sinne, dass sie es als Aufmerksamkeit gewertet haben, weiß ich nicht, ich tendiere aber eher zu zweiterem.
Lange Rede, kurzer Sinn: Es gibt Katzen, die machen Abends einfach irgendeine Art von "Terror", sei es Brüllen, Toben, Kampfkuscheln, etc. und ich denke nicht bei allen Katzen kann man es abgewöhnen oder abtrainieren. Höchstens eventuell beeinflussen. Oder sich eben damit arrangieren. Mein Weg, wenn ich in deiner Situation wäre, ich würde den Katzen das Schlafzimmer öffnen, wenn du dich damit arrangieren kannst und das Geschreie komplett ignorieren, auch wenn es schwer fällt. Das ist anstrengend, ich musste (dank der Nachbarin) in den Monaten vor meinem Umzug teilweise tage- bis wochenlang am Stück mit nur 3-4 Stunden Schlaf die Nacht auskommen, ich weiß man geht dann echt auf dem Zahnfleisch. Aber auch wenn man das Verhalten dadurch vielleicht nicht abtrainiert bekommt, kann man es vielleicht zumindest reduzieren durch die Ignoranz, so war es zumindest bei uns (seitdem das Geschrei der Nachbarin bei uns weg ist).