Hallo,
das ist wirklich eine schwierige Situation, die du vor dir hast. Bei einem älteren, kranken Tier zeigt das Tier dir in den meisten Fällen, wenn es keine Kraft mehr hat, so dass es leichter ist, die Entscheidung zu treffen, wann das Leben nicht mehr lebenswert ist.
Bei Raffi sind zwei Dinge wichtig: er sollte nicht ständig starke Schmerzen haben, das wäre wenn keine Heilung oder Verbesserung mehr möglich ist, ein Grund, sein Leiden zu beenden. Und er sollte noch Nahrung zu sich nehmen können, damit er keinen Hunger und keinen Durst hat. Ich würde auch die Nahrungsaufnahme dann nur so durchführen, dass er noch selber frisst, entweder wie bisher in kleinen Mengen aus dem Napf, von einem Löffel oder auch aus einer Pipette.
Was ich persönlich nicht machen würde, ist ihm die Nahrung zuführen zu lassen über einen direkten Zugang zum Magen. Damit würde er zwar nicht weiter an Gewicht verlieren, aber das wäre mit einem Eingriff verbunden und es wäre aus meiner Sicht auch keine Lebensqualität mehr, wenn er überhaupt nicht mehr selber Nahrung zu sich nehmen könnte.
Wichtig ist auch, dass das Tier noch Lebensqualität hat, und das hat Raffi, so wie du es beschreibst, auf alle Fälle noch. Mach ihm diese letzte Zeit so schön, wie es irgendwie möglich ist.
Der Kater einer Freundin von mir hat leider gerade auch diese Diagnose erhalten, er ist 15 Jahre alt und kann noch ein bisschen fressen, gegen die Schmerzen erhält er Medikamente, aber auch bei ihm wird die Zeit leider knapp. Er hat wenigstens ein langes, schönes Leben mit seiner Familie erleben dürfen.
Dein Katerchen hat durch dich und deinen Freund noch einmal die Chance erhalten, liebevoll umsorgt zu werden. Was er vorher in seinem Leben erlebt hat, weiß keiner, aber jetzt muss er diese schwere Zeit nicht allein durchstehen. Du wirst ihm auch helfen dürfen, dass er nicht mehr leiden muss, wenn die Zeit dafür gekommen ist. So schwer das für dich ist, für Raffi ist das dann ein sanftes Ende seines Leidens.