Erstmal: Sehr netter, lustiger und extrem kompetent wirkender Arzt. Er hat eine Stunde mit mir gesprochen und auch viel über Erkenntnisse aus bestimmten Publikationen geredet. Diese Publikationen hat er dann im Plan auch aufgeführt. Das finde ich mal richtig cool!
Es besteht Verdacht auf FASS (Felines Atopie Skin Syndrom). Also vermutlich ist es nicht futterinduziert. Trotzdem muss als allererstes nochmal eine Ausschlussdiät durchgeführt werden. Diesmal mit Pferd. Im Gegensatz zu meinem
Tierarzt hält das der Dermatologe auch bei Freigängern für sinnvoll und notwendig.
Sollte das nicht funktionieren ist der nächste Schritt eine multimodale symptomatische Therapie (z.B. Antihistaminika, Ciclosporin und Apoquel in höherer Dosierung) und zeitgleich ein Allergietest (Blut- und Hauttest). Dieser macht dann Sinn, wenn neben der Futtermittelallergie auch die Flohspeichelallergie ausgeschlossen werden kann. Das tut es bei uns wg. der monatlichen Gabe von Credelio. Man sucht dann quasi nur unter den Umweltallergenen.
An den Allergietest würde sich dann eine Allergen-spezifische Immuntherapie (ASIT) anschließen. Also eine Desensibilisierung. Der Dermatologe wendet dabei ein neues Verfahren an, bei dem die Allergene zunächst nicht subcutan, sondern direkt in einen Lymphknoten gespritzt werden. Später wird subcutan weitergespritzt, was ich aber dann zu Hause machen kann.
Allgemein - also auch bei der multimodalen medikamentösen Therapie - ist das Ziel, mich zur "Managerin" der Krankheit auszubilden. Ich bekomme dann auch ganz genau erklärt, bei welchen Problemen ich welche Medikamente wie oft geben muss. Ich habe dann quasi das Werkzeug daheim und entscheide je nach Symptomen selber, was ich wie oft gebe.
Das finde ich natürlich toll, wenn ich die elendigen Tierarztbesuche auf ein Minimum runterschrauben kann.
Bzgl. des Allergietests bin ich, nach allem was ich gelesen habe, noch skeptisch, allerdings wird das Ganze inkl. dieser Lymphknoten-Injektionen an der Uniklinik Zürich durchgeführt. Dort hat er es als Oberarzt wohl auch kennengelernt. Er macht das jetzt schon mehrere Jahre bei vielen Katzen und hätte da ganz tolle Ergebnisse erzielt. Ich werde da noch ein bisschen recherchieren.
Nächster Schritt ist jetzt erst mal Pferde-Diät. Idealer Zeitpunkt, da Hugo ja gerade ALLES frisst

.
Was ich auch noch schön finde: In dem Plan ist auch eine Seite "Stressreduktion für Katzen" dabei. Um den "Wohlfühlfaktor" zu erhöhen. Da gibt's auch ne Publikation dazu, die einen Einfluss auf das Krankheitsbild nachweisen kann.
Jedenfalls stehen da so die üblichen Klassiker drauf bzgl. Katzenklo-Design, Sitzplätze auf höheren Ebenen, Schüsseln, bei denen die Schnurrhaare nicht anstoßen....
Aber eines finde ich interessant: "Regelmäßiger Wechsel von Futterplätzen". Das steht im Zusammenhang mit der Tatsache, dass Katzen Jäger sind. Hab ich so noch nie gehört. Vielleicht interessiert das ja auch den ein oder anderen von euch

.