Bei uns gibt es leider keine guten Nachrichten. Wir arbeiten seit über 10 Monaten mit den Katzen, seit dem
Frühjahr mit einer sehr renommierten Praxis für Katzen-Verhaltensmedizin zusammen. Die TÄ, die für Nelson und die Jungs zuständig ist, wurde bei Dr. Schroll in Krems, von der ich sehr viel halte, ausgebildet, ist sehr kompetent, ehrlich und agiert im Sinne und Interesse der Katzen.
Wir, insbesondere Sir Nelson, hat intensiv mit allen Katzen gearbeitet, zudem investiert er sehr viel Zeit, um beiden Katzengruppen und allen Katzen gerecht zu werden (Spielen, kuscheln etc, mit Olli und Luca muss man getrennt spielen, damit Luca auch zu seinem Recht kommt).
Leider hat sich die Situation nicht gebessert. Luca reagiert, wie schon anfangs, aggressiv auf Nelson. Sieht er ihn (und sei es nur durch die Gittertür) geht er sofort in Angriffshaltung. Als die beiden noch zusammenkamen, kam es oft ohne Vorwarnung zu Angriffen auf Nelson, wenn dieser z.B. frass. Da es komplett unmöglich war und ist, Luca und Nelson miteinander allein zu lassen (Angriffe, Luca versucht, Nelson aus dem Revier zu vertreiben), leben die kater und Sir Nelson ein kompliziertes Time-Sharing-Konzept. Olli konnte bis vor 2 Wochen mittels Chipklappe beide Hälften der Wohnung nutzen. Nach einem sehr unglücklichen Zwischenfall (Nelson erschrak vor Olli und Olli dann vor Nelsons Fauchen) greift nun auch Olli Nelson an… das wäre evtl noch zu kitten, aber zwischen luca und Nelson wird es lt TÄ nie mehr als einen äußerst zerbrechlichen Waffenstillstand geben, der durch eine Kleinigkeit zerstört werden kann.
Nelson ist ein sehr unsicherer Kater, Luca hingegen sehr offensiv (selbstbewusst, intelligent und dominant). Nelson wird immer in der Gefahr leben, gemobbt zu werden. Die TÄ schätzt es so ein, dass Luca gut mit Olli zusammenleben kann, den er seit der Kittenzeit kennt, und es ein Glück ist, dass die zwei sich so gut verstehen.
Wir haben überlegt, ob ich die beiden Schätze zu mir und meinen Katzen hole, aber lt TÄ könnte es auch mit Katzen, die selbstbewusst Ansagen machen wie meine Luzie (an sich ist sie sehr sozial, aber eben Ex-Zuchttier wie Luca auch), Probleme geben, da Luca das ebenfalls als Herausforderung ansehen könnte. Im Züchterhaushalt hat es ja leider auch nicht funktioniert, noch mit der selbstbewussten Kätzin noch mit der ängstlichen Handycat. Beider Bewegungsspielraum wurde immer mehr eingeengt. Letztlich war das ja auch der Grund für die Abgabe.
Die Züchterin der Jungs hat uns nun gebeten, dass Nelson zu mir kommt, damit die Jungs bei Sir N. bleiben können und ihr Zuhause nicht verlieren. Sir Nelson wird mit der TÄ sprechen, sobald sie aus dem
Urlaub zurück ist, um zu sehen, was sie davon hält. Er liebt die Jungs und möchte sie ungern verlieren. Ich kenne Nelsie seit Jahren, würde ihn mit Freuden bei mir aufnehmen und denke auch, dass meine sehr sozialen Katzen das mit ihm hinkriegen. Aber: auch bei uns stünde dann in absehbarer Zeit ein erneuter Zusammenführungsversuch zwischen Nelson, meinen Birmchen (beides ehemalige Zuchttiere und sehr sozial, aber beide traumatisiert, chronisch krank, die Maus mit
Asthma, der Kater mit V.a. beginnende
HCM, und mit Mobbingerfahrungen im Züchterhaushalt) und den Jungs an. Zwar auf neutralem Boden, aber trotzdem sehe ich Schwierigkeiten, sowohl zw. Luca und Nelson als auch Luca und meinen Katzen. Der kleine „Stinker“

ist einfach zu selbstbewusst und intelligent für sein eigenes Gutes. Sir N. und ich sind beide katzenerfahren und geduldig, wir haben kompetente Unterstützung, und trotzdem gab es schon jetzt große Probleme.
Und: ich fände es sehr unfair, Nelson, der seit fast 10 Jahren bei Sir Nelson lebt, sein Revier, in dem er sich halbwegs sicher fühlt, und insbesondere seine geliebte Haupt-Bezugsperson wegzunehmen. Ich möchte Sir N. ermöglichen, die Jungs zu behalten, fürchte aber, dass das keine Lösung im Sinne aller Katzen ist.
Lt. TÄ haben wir und insbesondere Sir Nelson alles getan, was möglich ist. Sie sieht keine echte Chance auf ein dauerhaft entspanntes Zusammenleben insbesondere zw Luca und Nelson, da diese charakterlich nicht wirklich kompatibel sind und sich zudem überhaupt nicht mögen.
Was nun?
Ich wäre für eine Abgabe der jungen, gesunden Kater in ein schönes und artgerechtes Zuhause, wo sie Wohnraum
und Menschen nicht mit anderen Katzen teilen müssen… ich habe einfach große Sorge, dass alle Kater gesundheitlich und emotional schaden nehmen, wenn das so weitergeht. Sir Nelson tut sich damit schwer, würde es aber machen, wenn es die beste Lösung für die Katzen wäre.