Hallo, ja wie man bereits am Titel erkennen kann, überlege ich derzeit wirklich, ob ich meine beiden Katzen abgeben sollte, denn ich bin psychisch immer mehr am Ende.
Wir haben uns vor einem halben Jahr zwei Katzen geholt, weil ich schon seit zwei Jahren am überlegen war und ich Katzen (eigentlich) richtig toll finde.
Nun ist es so, dass eine Katze ein totales "Problem Kind" ist.
Sie ist einfach nur unsauber... sie pullert sich ständig an oder auch mal das andere und setzt sich überall damit hin ... Putzt sich da auch nicht ..es ist einfach nur eklig und ich fühle mich einfach nicht mehr wohl
Ich musste sie auch schon aus dem Schlafzimmer nehmen weil ich keine Lust habe ständig das Bett zu wechseln.
Mein Freunds geht morgen nochmal zum Arzt mit ihr, aber das Ding ist wir waren schon mal beim Arzt und er wusste auch nicht weiter! Ich bin ein sehr sensibler Mensch und werde echt von Tag zu Tag immer unglücklicher und ich habe auch das Gefühl, dass ich den Katzen einfach auch nicht gerecht werde. Das belastet mich alles. Ich habe auch kaum Zeit für die beiden.
Was meint ihr, sind die beiden woanders besser aufgehoben? Ich schaffe das irgendwie nicht mehr und werde langsam irre.
Hmm... wenn man Dir nur eine einfache Antwort darauf geben könnte.
Ich bin meinem ersten Katzentier einem Kater vor knapp 20 Jahren in Südkorea begegnet. Es war da in einem Käfig mit einem nervigen Hündchen im Schaufenster ausgestellt. Bin dann noch ein zweites und drittes Mal dran vorbei und habe mich dann entschlossen ihn mitzunehmen mit dem stillen Versprechen bis an seinem Lebensende für ihn da zusein.
Schon nach den ersten paar Tagen habe ich mir verzweifelt gedacht was ich da nur getan hab. Er hat sich nämlich als eine Mischung aus Satan und Kampfhund entpuppt. Ständig einen angesprungen, sich festgebissen, kratzend, beißend und rücksichtslos trettelnd, Purzelbäume geschlagen, ununterbrochen Tag und Nacht, 24h Stunden. Du glaubst garnicht wie die Nerven blankgelegen haben. Wenn man ihn dann Nachts ausgesperrt hat um überhaupt etwas schlafen zu können hing er ständig an der Glastür des Schlafzimmers und man sah ihn die ganze Nacht die Glassscheibe hoch und runtergleiten, erbärmlich mautzend, wie in einem Zeichentrickfilm.
Ich habe mich dann entschlossen ihm die volle Action zu bieten, wir sind zusammen unter die Dusche, im Park rumgerannt, gespielt, fast rund um die Uhr alles zusammen gemacht, und daheim apportiert, verstecken gespielt und natürlich immer mit einer Sprühflasche bewaffnet.
Mit der Zeit haben wir vieles gelernt und erlebt und er wurde mit den Jahren ein wunderbarer, aufgeweckter, äußerst intelligenter und liebevoller Kater, welcher von jedem bewundert wird. Ich weiß heute, dass in seinem Alter jeder Monat der letzte sein kann aber wenn ich zurückdenke, dann kann ich garnicht anders als schmuntzeln. Was haben wir alles schon durchgemacht Länder und Orte gewechselt. Manches war auch dramatisch bspw. die Reaktorkatastrophe von Fukushima und unsere Flucht bei Nacht und Nebel mit ihm und anderen Katzen links und rechts und um den Hals geschnallt.
Was ich sagen will ist, dass die einfachen Wege im Leben nicht unbedingt immer die besten sind. Aber erzwingen kann man natürlch nichts. Sieh es mal so... wenn Du irgendwann ein Kind hast wird es auch nicht einfacher. Es wird auch nicht stubenrein geboren werden, viel Arbeit verursachen, Umstellungen erfordern und viele Nerven kosten, die Kacka überall kleben.
Du musst nur den festen Entschluss fassen mit Deinen Katzen durch die Jahre zu gehen wollen oder nicht. Es bleibt nicht alles so wie es ist und Deine Katzen werden in einem Jahr oder drei Jahren ganz andere sein. reifer, verständiger, entwickelter.