Liebe Verena und alle anderen,
zuerst einmal möchte ich mich entschuldigen, dass ich mich so lange nicht gemeldet habe. Da hat alles nun hinten anstehen müssen. Gerne gebe ich ein Update:
Nora, die Mamakatze, habe ich an ein liebes Paar als Einzelkatze (mit jetzt Freigang, das hatte ich auch vermutet, dass es darauf hinauslaufen wird) ca. eine halbe Stunde von hier entfernt vermittelt. Passt wie die Faust aufs Auge. Es ist die erste Katze für das Paar mittleren Alters und die liebe Nora ist dafür wie geschaffen. Sie haben sie damals bei mir besucht und sich sofort entschieden. Ich habe sie als Einzelkatze ausgeschrieben, da ich angenommen hatte, dass sie so glücklicher sein würde. Ich höre da immer auf mein Gefühl und denke, dass ich da auch meistens richtig liege. Seit Anfang April lebt sie dort, neulich durfte ich sie besuchen und sie hat mich in unsere alten Manier, Nase-Nase begrüßt. Sie ist sofort zu mir gekommen, und ich olle Heulsuse hatte mit den Tränen zu tun... ich war einfach so gerührt und hab mich so gefreut!
Kurz vor Noras Vermittlung haben ich noch einen Kater in Norberts Alter, also ca. September 2021 geboren, dazu bekommen. Er hört auf den Namen Schorschle, Bauernhofkater, megascheu, Muskeltonus immer maximal, lässt sich kaum anfassen und schlägt sofort (außer er hat Vertrauen gefasst, dann gehts meistens), immer auf der Hut. Das war so geplant, damit Norbert seine Raufwut ausleben kann, Nora hatte dazu nämlich null Lust. Hat super funktioniert, sie haben sich auf Anhieb verstanden (Quarantäne hatte Schorschle schon hinter sich und war zum Kennenlernen auch erstmal im Kennel). Schorschle ist eigentlich ein Schmuser, steht sich aber selbst im Weg und muss seine Anspannung immer erstmal lösen, in dem er mittendrin die Krallen wie ein Wahnsinniger wetzt. Er ist extrem vorsichtig, und zwar immer. Das wird nichts für Anfänger sein und man darf einfach nichts von ihm erwarten.
Norbert, mein Wunderkaterchen, anders kann ich das nicht bezeichnen... Parvo-Calici-Doppelinfekt mit einem Mäulchen voll offener Wunden, dann Fip, während Fip ein zweites mal Calicivirusinfektion... zwei Mal hatte die Tierarzt ihn aufgegeben, zwei Mal trotzdem dem Tod von der Schippe gesprungen, ständige Angst um sein Leben.
Ich habe ihm 84 Tage jeweils eine Spritze gegeben, die letzte am 16.04. Das war nicht immer ganz einfach und Routine war auch am Schluss immer noch was anderes. Ich hatte mir alles mögliche überlegt, wie ich ihn ablenken kann, wenn es wieder so weit war. Ich habe mir immense Mühe gegeben, nicht in die sich langsam bildenden Knötchen zu stechen, die sich unweigerlich nach so langer Spritzerei bilden und lieber ein zweites oder drittes Mal gestochen. Oder wenn er beim Einstich arg miaut hat. Das hat sich ausgezahlt.. die Tierarzt hatte mir danach gesagt, dass er das meinem vorsichtigen Spritzen zu verdanken hat, dass er keinerlei Abzess oder sonst eine wunde Stelle habe, da sähen sie auch ganz andere. Er hat auch keinerlei Knötchen mehr.
Unsere Wartezeit von weiteren 84 Tagen war letzten Samstag zu Ende. Vorgestern hatten wir die finale Blutuntersuchung, ich nehme an, dass sie in Ordnung ist, die Ergebisse habe ich noch nicht. Es geht ihm allerdings sehr gut und das Blutbild in der Hälfte der Wartezeit war tadellos. Somit wäre er Fipfree.
Wusstet Ihr, dass es ein Nase-Nase-Gen geben muss? Er macht das auch bei mir, wie seine Mutter, sehr ausgiebig, aber das langt dann auch mit Schmusen... und da er das so ausgiebig macht, hat Schorsch das jetzt adaptiert und mal ausprobiert, wie das so ist, ich glaube Schorsch findet das aber nur so semi-gut.
Ja... nun werde ich ihn zusammen mit Schorsch versuchen, zu vermitteln. Sie werden ausschließlich zusammen vermittelt. Ich würde nichts lieber, als ihn oder am besten beide behalten. Wenn man so viel zusammen durch hat, wie Norbert und ich, dann ist eine Trennung doch ein echter Brocken. Mein Partner sagt auch immer wieder, vielleicht sollten wir sie beide doch behalten. Nur wird Norbert nicht nach draußen dürfen, auch wenn die Ataxie kaum noch vorhanden ist und er sich mehrere sehr gute Strategien überlegt hat, seine Unsicherheit auszugleichen. Auch nicht mit GPS-Gerät, ohne gehen meine Katzen nicht raus.
Ich kann nicht zwei Freigänger-Katzen und zwei Nicht-Freigänger-Katzen parallel haben, irgendwann geht das schief, dann war er nie draußen und bekommt Panik. Leider muss ich dem ins Auge sehen.
Das wird hart, das ist ganz klar. Aber das war der Preis für das ihm zwei mal geschenkte Leben und das bezahle ich gerne für ihn. Seufz.
Alles Liebe
Meike