Auch wenn ich dein Engagement bewundere und es toll finde, dass du helfen willst, sehe ich das Ganze immer noch kritisch und glaube, dass du etwas zu naiv an die Sache heran gehst.
Wir sind Tierlieb und ich hoffe das es in dem Fall einfach ausreicht
Gut gemeint ist leider allzu oft schlecht gemacht. Und auch wenn ich ein großer Freund von "ausprobieren" bin, finde ich das hier sehr grenzwertig, da es um das Leben der Kitten geht.
Ich kann nur noch einmal betonen, dass es
Tierschutz-Organisationen gibt, die auf so etwas spezialisiert sind. Und klar - das was ihr macht, ist besser, als wenn es keiner macht - ABER es gibt Leute, die es besser machen können! Und habe die Minis nicht das Beste verdient? Ich verstehe, dass sie euch ans Herz gewachsen sind - aber wenn du so tierlieb bist, solltest du die allerbeste Option für die Zwerge finden.
Du schreibst, dass deine Tochter 24/7 Zeit hat. Ich habe keine Ahnung, wie alt sie ist - aber die Babys alle 2-3 Stunden füttern (und das eben auch nachts) - ist ein mörderischer Knochenjob. Und der steht ihr dann noch gut vier Wochen bevor.
Wann ist denn eigentlich die Gefahr das es doch schief geht vorbei??
Vorbei ist die nie - grundsätzlich sagt man, kritisch ist immer die "3" - drei Tage, drei Wochen, drei Monate ... aber selbst bei einer normalen Aufzucht, mit top gesundem Muttertier kann auch immer mal etwas schief gehen. Ihr habt ja schon beschissene Ausgangsvoraussetzungen: das Muttertier ist als unkastrierter Freigänger von wer weiß wem gedeckt worden. Der Vater könnte also alle möglichen übertragbare Krankheiten gehabt haben.
Und ich schrieb bereits oben, dass eine gesunde Mutter nie ihre Babys im Stich lässt - auch wenn sie keine Milch mehr hat. Ich selbst hatte bei meinem zweiten Wurf einen Kaiserschnitt und die Mutter hatte danach keine Milch mehr. Sie hat sich mit der Mega-Naht zu ihren Babys gelegt und sie geputzt und gewärmt und mit ihnen gekuschelt - die Minis haben mit ihren spitzen Krallen direkt an der Naht getretelt und an leeren Zitzen genuckelt und sie hat es alles stoisch ertragen.
Das Katzenmütter sich gar nicht um ihre Babys (alle oder einzelne) kümmern gibt es allerdings auch. In dem Fall weiß man als Züchter in der Regel, dass man Null Chancen hat. Diese Babys haben nämlich normalerweise Defekte/Krankheiten, die die Mütter instinktiv "erkennen". Diese Babys sterben in der Regel - egal, was man versucht. Es scheint, als wüsste die Katze instinktiv, dass "es nicht lohnt" Energie in diesen Wurf zu stecken. (Sorry - aber die Natur ist da gnadenlos).
Bezuglich sozialisieren werden wir uns natürlich auch noch einlesen, derzeit ist erstmal kuscheln, füttern und schlafen wichtig.
Du kannst keine Katze sozialisieren, indem du ein Buch liest! Andere Katzen können Katzen sozialisieren ... du kannst ihnen kein kätzischens Verhalten beibringen.
Ich kann nur noch mal einmal raten, schau nach
Tierschutz-Vereinen, Pflegeeinrichtungen, Privatpersonen, die hier besser Möglichkeiten haben als ihr! In Bochum gibt es beispielweise einen
Tierschutz-Verein (Tiere in Not - Bochum e.V.), der sich auf genau so etwas spezialisiert hat. Die haben z.B. auch einen "Katzenkindergarten" - wo solche Zwerge mit anderen Katzen zusammen spielen und aufwachsen können. Auf Grund der angespannten Lage kann es sein, dass die Aufnahmestopp haben - aber vielleicht kennen die vergleichbare Organisationen in eurer Nähe.
Überlege dir gut, wie du damit umgehen willst, wenn du sie nicht alle durchbekommst - und weißt, dass du nicht die allerbesste Lösung gesucht hast.
Grüße
Nic