Hallo,
ich bin bestimmt Beitrag Nummer Bazillion zu diesem Thema, aber ich scheine einen besonders hartnäckigen Fall zu haben.
Kurzfassung: Meine Katze randaliert nachts, was sicher auch mit meine Schuld ist, da sie anfangs noch Aufmerksamkeit damit erreicht hat. Nun bin ich in Woche 6 des absolut, komplett und totalen nicht-reagierens und es bessert sich nicht. Im Gegenteil, die zweite Katze macht seit einer Woche genauso hartnäckig mit.
Ich habe mir zum Thema schon einiges durchgelesen, die Videos von Jackson Galaxy zum Thema kenn ich schon auswendig und habe umgesetzt, was geht. und vor allem ignorieren,ignorieren,ignorieren.
Beide Katzen sind 6 Jahre, weiblich, Perser-Siam-Mix, Schwestern, kastriert, reine Wohnugskatzen mit gesichertem Fenster. Regelmäßig, geimpft und beide gesund.
Mit ca. eineinhalb Jahren fing die große an nachts zu randalieren, an den Türen zu kratzen, an den Möbeln, Sachen vom Regal zu schmeißen oder einfach lautstark zu maunzen.
Ich habe verschiedenes versucht bzw. verschiedene Fehler gemacht:
Zunächst ein Nachtlicht, da ich gelesen habe, dass viele Katzen nachts nicht gut sehen und dann Angst haben.
Und ansonsten das ganze Programm an falschen Methoden, ablenken durch spielen, kuscheln, von der Tür wegschieben und "nein" sagen, Spielzeug nachts wegnehmen, aber eben auch schimpfen, und die Wasserspritzmethode *schäm*, ins Bett bringen, immer wieder zurück ins Körbchen setzen, wenn sie randaliert, ignorieren (halb konsequent), laut klatschen, wenn sie Blödsinn macht ich denke ihr kennt das... Ich habe auch alles was nicht kaputt gehen soll weggeräumt, damit ich weiß, es passiert nichts, die Türen habe ich abwechselnd mit verschiedenen Materialien beklebt, Klebeband, Stoff, damit kein Lärm mehr verursacht wird und am Schluss Karton, damit wenigsten die Türen nicht kaputt gehen (Altbau), die Türen haben solche Lüftungsgitter, damit kann man klasse Lärm machen...
nichts hat gewirkt.
Ich musste beide irgendwann mit in mein Schlafzimmer nehmen, da ich manches in meiner Wohnung nicht wegräumen kann, mein Fernseher hat schon unter den Krallen gelitten und ich glaube nicht, dass ne billige Glasvitrine von Ikea gut damit zurecht kommt, wenn Mieze drauf rumklopft. Das war Ende 2020 als es nicht mehr so heiß war und ich auch kein schlechtes Gewissen haben musste die beiden mit einem schwitzenden Zweibeiner einsperren zu müssen.
Das klappte anfangs ganz gut, sie wollten sogar mit ins Zimmer und dass die Tür zugemacht wurde. Irgendwann ging das kratzen an der Tür wieder los, und auch da habe ich wieder Fehler gemacht, keine regelmäßigen Zeiten, irgendwann wieder versucht sie abzulenken, wieder ins Bett zu setzen, letzteres hat sich lange als am erfolgreichsten bewährt auf den Kratzbaum setzen, kraulen und "Gute Nacht" sagen. Dazu gab es immer ein Abendritual und veränderte Essenszeiten, damit kurz vor dem Zubettgehen, der Bauch voll ist.
Abensritual: Wohnung wird gelüftet, währenddessen macht sich Mensch bettfertig, dann wird getobt, kurz mit mir gespielt, dann Essen Fellpflege, Leckerli im Bett. 23 Uhr Bett, 7 Uhr klingelt der Wecker, daran musste ich mich auch erst gewöhnen, auch am Wochenende zu festen Zeiten ins Bett zu gehen. Ich habe auch gelernt, dass ich nicht mehr fernsehen darf oder am Handy datteln sonst gibts Randale... aber es gibt auch so Randale...
Einige Zeit habe ich sogar mit der Matratze vor der Tür geschlafen um sie immer wieder anstupsen zu können, wenn sie wieder an die Tür geht, oder sie wenn ich früh um 5 aufs Klo musste schon rauszulassen, damit sie in der restlichen Wohnung schon Tageslicht hat. Alles hilft höchstens drei Wochen, dann geht es weiter.
Dazu kommt, dass über mir ne 6 köpfige Assi-Familie eingezogen ist, die es schafft 24 Stunden am Tag durch die Wohnung zu rennen, alle arbeitslos und durchgehend daheim, dass man mit Kindern auf einen Spielplatz gehen kann wissen sie wohl nicht. Das erzähle ich, weil ich durch ein Jahr Katzen und Nachbar-Terror meinen Job verloren habe, weil ich mit schweren Maschinen hantieren muss und dabei nicht total übermüdet sein kann...
Ich hoffte mit mehr Zeit daheim bessert sich die Situation, da ich tagsüber nun mehr mit ihnen spielen kann und sie nachts dann müde sind, alles wieder nur semi-nachhaltig...
Vor 5 Monaten bin ich umgezogen, da die Nachbar-Situation nicht besser wurde.
Von Anfang an war mein Schlafzimmer der Hauptraum, der wurde zuerst fertig gemacht, mit Essensplatz, einem Klo, ein großer Kratzbaum und Betten, erst nach und nach entstand die restliche Wohnung als Revier, Küche und Bad sind tabu, wenn ich nicht dabei bin, was gut klappt. Die Wohnung ist genauso eingerichtet wie die alte, ich habe nur einen Schrank und eine Matratze neu gekauft.
Es lief besser als gedacht, nach zwei Wochen haben sie sich eingewöhnt, wieder normal gegessen, gespielt, mit dem Klo gab es nie Probleme, nur die Randale fing nach zwei Wochen wieder an, daran habe ich gemerkt, dass sie sich zu Hause fühlt...Leider wurden wieder Fehler gemacht...
Der Vorteil an einer rein deutschen Nachbarschaft: Es ist sauber und ruhig.
Der Nachteil an einer rein deutschen Nachbarschaft: Es hat Ruhe zu herrschen!
Also gab es schnell Beschwerden, denn auch in dieser Wohnung sind wieder diese verdammten Lüftungsdinger in der Tür und wir wissen, die mach ganz toll Lärm...
Also wieder das alte Spiel: Klebeband, Stoff, Karton, versuchen sie von der Tür fernzuhalten, ins Bett bringen, alles nur damit die Nachbarn sich nicht beschweren und ich sie nicht weggeben muss...
Keine Chance, es ist mal drei Nächte Ruhe, dann denke ich es hat was bewirkt, dann geht es weiter.
Immer wieder lese ich, dass man das Kratzen ignorieren soll, das habe ich mich aber lange nicht getraut, nicht dass sich jemand beschwert, oder irgendwas in der Wohnung kaputt geht...Jetzt mache ich das seit 6 Wochen. Oft habe ich ihr nachts noch was zu essen gegeben, weil ich mir Sorgen gemacht habe, dass sie Hunger hat, mit Mäkeln am Essen und Hunger kriegt man mich rum, immer!
Abendritual, nochmal angepasste Futterzeiten, wenn sie mittags noch was kriegen schlafen sie den ganzen Tag und sind dann nachts wach, Licht, Fernseher aus und nicht mehr bewegen, nicht ansprechen, nicht hinsehen, null Reaktion, bis der Wecker klingelt. Auch wenn das heißt, ich liege die letzten zwei Stunden wach, oder kann gar nicht schlafen, ich leg mich ins Bett und bleib dort. Dafür lege ich mich tagsüber nicht rein. Und die Katze zerlegt mein Zimmer, inzwischen hat sie mehrmals, den Karton von der Tür gerissen, wirft Wecker und Wasserflasche vom Nachttisch, steht jetzt am Boden, dann wirft sie es um. Ich bleibe sogar liegen, wenn ich aufs Klo muss, zumindest bis sie kurz ne Pause macht. Randale=Tür bleibt zu und Mensch bleibt liegen! Dann kommt sie irgendwann kuscheln und das ist so selten bei ihr, dass ich weich werde. Aber darin sehe ich kein Problem.
Dann vor zwei Wochen endlich:Ruhe. Durchschlafen. Ich dachte das war es nun und seit einer Woche randaliert nun ihre Schwester. -.- Seit drei Tagen wechseln sie sich ab. Und geschlafen habe ich tagsüber wenn sie ihren Mittagsschlaf machen. Übrigens: wenn sie draußen sind und ich auf der Couch einschlafe wird genauso randaliert, irgendwie kann sie es nicht leiden, wenn ich schlafe...
Ich weiß ich habe mir das selber eingebrockt, ich habe einige Fehler gemacht, ich wollte einfach nur schlafen und damit ist das so tief in der Katze drin, dass es schwer ist ihr wieder abzugewöhnen, aber es muss doch eine Möglichkeit geben... Muss ich enfach nur länger durchhalten? Wie lange dauert es denn bis Katzen etwas eingesehen haben?
Es gibt Nassfutter, zweimal täglich, abends die größere Portion, mittags gibt es einen Löffel Nassfutter, da sonst Hunger angesagt ist und Gequengel bis abends. Als Leckerli getrocknete Entenfilets. in jedem Zimmer steht ein deckenhoher Kratzbaum und ein kleinerer. Es gibt Klettermöglichkeiten, alle Möbel wurden so ausgesucht, dass auch die Katzen was damit anfangen können, ein gesichertes Fenster im Wohnzimmer, dass auf einen Balkon schaut, der mit ungiftigen Kräutern bepflanzt ist (Katzennetz auf dem Balkon ist nicht erlaubt) , man kann Vögel, Igel, Eichhörnchen, Autos und Menschen beobachten. Die Wohnung ist warm, wird regelmäßig gelüftet, es gibt einen Trinkbrunnen, drei Toiletten, die immer sauber sind, Spielsachen zum selber beschäftigen, eine Schwester zu jagen, Sipelzeiten mit dem Zweibeiner, Fellpflege, eigentlich ist alles da.
Danke, dass ihr meinen Roman gelesen habt, aber das Thema geht eben schon sehr lange.