Wenn selbst der Katzenexperte versagt, was dann?

Diskutiere Wenn selbst der Katzenexperte versagt, was dann? im Verhalten und Erziehung Forum im Bereich Katzenfreunde; Hallo, ich bin bestimmt Beitrag Nummer Bazillion zu diesem Thema, aber ich scheine einen besonders hartnäckigen Fall zu haben. Kurzfassung...
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Filius.Felinus

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Hallo,

ich bin bestimmt Beitrag Nummer Bazillion zu diesem Thema, aber ich scheine einen besonders hartnäckigen Fall zu haben.

Kurzfassung: Meine Katze randaliert nachts, was sicher auch mit meine Schuld ist, da sie anfangs noch Aufmerksamkeit damit erreicht hat. Nun bin ich in Woche 6 des absolut, komplett und totalen nicht-reagierens und es bessert sich nicht. Im Gegenteil, die zweite Katze macht seit einer Woche genauso hartnäckig mit.
Ich habe mir zum Thema schon einiges durchgelesen, die Videos von Jackson Galaxy zum Thema kenn ich schon auswendig und habe umgesetzt, was geht. und vor allem ignorieren,ignorieren,ignorieren.

Beide Katzen sind 6 Jahre, weiblich, Perser-Siam-Mix, Schwestern, kastriert, reine Wohnugskatzen mit gesichertem Fenster. Regelmäßig, geimpft und beide gesund.

Mit ca. eineinhalb Jahren fing die große an nachts zu randalieren, an den Türen zu kratzen, an den Möbeln, Sachen vom Regal zu schmeißen oder einfach lautstark zu maunzen.
Ich habe verschiedenes versucht bzw. verschiedene Fehler gemacht:
Zunächst ein Nachtlicht, da ich gelesen habe, dass viele Katzen nachts nicht gut sehen und dann Angst haben.
Und ansonsten das ganze Programm an falschen Methoden, ablenken durch spielen, kuscheln, von der Tür wegschieben und "nein" sagen, Spielzeug nachts wegnehmen, aber eben auch schimpfen, und die Wasserspritzmethode *schäm*, ins Bett bringen, immer wieder zurück ins Körbchen setzen, wenn sie randaliert, ignorieren (halb konsequent), laut klatschen, wenn sie Blödsinn macht ich denke ihr kennt das... Ich habe auch alles was nicht kaputt gehen soll weggeräumt, damit ich weiß, es passiert nichts, die Türen habe ich abwechselnd mit verschiedenen Materialien beklebt, Klebeband, Stoff, damit kein Lärm mehr verursacht wird und am Schluss Karton, damit wenigsten die Türen nicht kaputt gehen (Altbau), die Türen haben solche Lüftungsgitter, damit kann man klasse Lärm machen...

nichts hat gewirkt.
Ich musste beide irgendwann mit in mein Schlafzimmer nehmen, da ich manches in meiner Wohnung nicht wegräumen kann, mein Fernseher hat schon unter den Krallen gelitten und ich glaube nicht, dass ne billige Glasvitrine von Ikea gut damit zurecht kommt, wenn Mieze drauf rumklopft. Das war Ende 2020 als es nicht mehr so heiß war und ich auch kein schlechtes Gewissen haben musste die beiden mit einem schwitzenden Zweibeiner einsperren zu müssen.


Das klappte anfangs ganz gut, sie wollten sogar mit ins Zimmer und dass die Tür zugemacht wurde. Irgendwann ging das kratzen an der Tür wieder los, und auch da habe ich wieder Fehler gemacht, keine regelmäßigen Zeiten, irgendwann wieder versucht sie abzulenken, wieder ins Bett zu setzen, letzteres hat sich lange als am erfolgreichsten bewährt auf den Kratzbaum setzen, kraulen und "Gute Nacht" sagen. Dazu gab es immer ein Abendritual und veränderte Essenszeiten, damit kurz vor dem Zubettgehen, der Bauch voll ist.

Abensritual: Wohnung wird gelüftet, währenddessen macht sich Mensch bettfertig, dann wird getobt, kurz mit mir gespielt, dann Essen Fellpflege, Leckerli im Bett. 23 Uhr Bett, 7 Uhr klingelt der Wecker, daran musste ich mich auch erst gewöhnen, auch am Wochenende zu festen Zeiten ins Bett zu gehen. Ich habe auch gelernt, dass ich nicht mehr fernsehen darf oder am Handy datteln sonst gibts Randale... aber es gibt auch so Randale...

Einige Zeit habe ich sogar mit der Matratze vor der Tür geschlafen um sie immer wieder anstupsen zu können, wenn sie wieder an die Tür geht, oder sie wenn ich früh um 5 aufs Klo musste schon rauszulassen, damit sie in der restlichen Wohnung schon Tageslicht hat. Alles hilft höchstens drei Wochen, dann geht es weiter.

Dazu kommt, dass über mir ne 6 köpfige Assi-Familie eingezogen ist, die es schafft 24 Stunden am Tag durch die Wohnung zu rennen, alle arbeitslos und durchgehend daheim, dass man mit Kindern auf einen Spielplatz gehen kann wissen sie wohl nicht. Das erzähle ich, weil ich durch ein Jahr Katzen und Nachbar-Terror meinen Job verloren habe, weil ich mit schweren Maschinen hantieren muss und dabei nicht total übermüdet sein kann...

Ich hoffte mit mehr Zeit daheim bessert sich die Situation, da ich tagsüber nun mehr mit ihnen spielen kann und sie nachts dann müde sind, alles wieder nur semi-nachhaltig...

Vor 5 Monaten bin ich umgezogen, da die Nachbar-Situation nicht besser wurde.

Von Anfang an war mein Schlafzimmer der Hauptraum, der wurde zuerst fertig gemacht, mit Essensplatz, einem Klo, ein großer Kratzbaum und Betten, erst nach und nach entstand die restliche Wohnung als Revier, Küche und Bad sind tabu, wenn ich nicht dabei bin, was gut klappt. Die Wohnung ist genauso eingerichtet wie die alte, ich habe nur einen Schrank und eine Matratze neu gekauft.

Es lief besser als gedacht, nach zwei Wochen haben sie sich eingewöhnt, wieder normal gegessen, gespielt, mit dem Klo gab es nie Probleme, nur die Randale fing nach zwei Wochen wieder an, daran habe ich gemerkt, dass sie sich zu Hause fühlt...Leider wurden wieder Fehler gemacht...

Der Vorteil an einer rein deutschen Nachbarschaft: Es ist sauber und ruhig.
Der Nachteil an einer rein deutschen Nachbarschaft: Es hat Ruhe zu herrschen!
Also gab es schnell Beschwerden, denn auch in dieser Wohnung sind wieder diese verdammten Lüftungsdinger in der Tür und wir wissen, die mach ganz toll Lärm...

Also wieder das alte Spiel: Klebeband, Stoff, Karton, versuchen sie von der Tür fernzuhalten, ins Bett bringen, alles nur damit die Nachbarn sich nicht beschweren und ich sie nicht weggeben muss...

Keine Chance, es ist mal drei Nächte Ruhe, dann denke ich es hat was bewirkt, dann geht es weiter.

Immer wieder lese ich, dass man das Kratzen ignorieren soll, das habe ich mich aber lange nicht getraut, nicht dass sich jemand beschwert, oder irgendwas in der Wohnung kaputt geht...Jetzt mache ich das seit 6 Wochen. Oft habe ich ihr nachts noch was zu essen gegeben, weil ich mir Sorgen gemacht habe, dass sie Hunger hat, mit Mäkeln am Essen und Hunger kriegt man mich rum, immer!

Abendritual, nochmal angepasste Futterzeiten, wenn sie mittags noch was kriegen schlafen sie den ganzen Tag und sind dann nachts wach, Licht, Fernseher aus und nicht mehr bewegen, nicht ansprechen, nicht hinsehen, null Reaktion, bis der Wecker klingelt. Auch wenn das heißt, ich liege die letzten zwei Stunden wach, oder kann gar nicht schlafen, ich leg mich ins Bett und bleib dort. Dafür lege ich mich tagsüber nicht rein. Und die Katze zerlegt mein Zimmer, inzwischen hat sie mehrmals, den Karton von der Tür gerissen, wirft Wecker und Wasserflasche vom Nachttisch, steht jetzt am Boden, dann wirft sie es um. Ich bleibe sogar liegen, wenn ich aufs Klo muss, zumindest bis sie kurz ne Pause macht. Randale=Tür bleibt zu und Mensch bleibt liegen! Dann kommt sie irgendwann kuscheln und das ist so selten bei ihr, dass ich weich werde. Aber darin sehe ich kein Problem.
Dann vor zwei Wochen endlich:Ruhe. Durchschlafen. Ich dachte das war es nun und seit einer Woche randaliert nun ihre Schwester. -.- Seit drei Tagen wechseln sie sich ab. Und geschlafen habe ich tagsüber wenn sie ihren Mittagsschlaf machen. Übrigens: wenn sie draußen sind und ich auf der Couch einschlafe wird genauso randaliert, irgendwie kann sie es nicht leiden, wenn ich schlafe...

Ich weiß ich habe mir das selber eingebrockt, ich habe einige Fehler gemacht, ich wollte einfach nur schlafen und damit ist das so tief in der Katze drin, dass es schwer ist ihr wieder abzugewöhnen, aber es muss doch eine Möglichkeit geben... Muss ich enfach nur länger durchhalten? Wie lange dauert es denn bis Katzen etwas eingesehen haben?

Es gibt Nassfutter, zweimal täglich, abends die größere Portion, mittags gibt es einen Löffel Nassfutter, da sonst Hunger angesagt ist und Gequengel bis abends. Als Leckerli getrocknete Entenfilets. in jedem Zimmer steht ein deckenhoher Kratzbaum und ein kleinerer. Es gibt Klettermöglichkeiten, alle Möbel wurden so ausgesucht, dass auch die Katzen was damit anfangen können, ein gesichertes Fenster im Wohnzimmer, dass auf einen Balkon schaut, der mit ungiftigen Kräutern bepflanzt ist (Katzennetz auf dem Balkon ist nicht erlaubt) , man kann Vögel, Igel, Eichhörnchen, Autos und Menschen beobachten. Die Wohnung ist warm, wird regelmäßig gelüftet, es gibt einen Trinkbrunnen, drei Toiletten, die immer sauber sind, Spielsachen zum selber beschäftigen, eine Schwester zu jagen, Sipelzeiten mit dem Zweibeiner, Fellpflege, eigentlich ist alles da.

Danke, dass ihr meinen Roman gelesen habt, aber das Thema geht eben schon sehr lange.
 
Zuletzt bearbeitet:
  • Wenn selbst der Katzenexperte versagt, was dann?

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  • Wenn selbst der Katzenexperte versagt, was dann? Beitrag #2
Eine Idee, die ich noch hatte: Schallschutzmatten an die Tür kleben, so macht das kratzen wenigstens keinen Lärm und die Tür bleibt heil. Theoretisch müsste das ignorieren leichter fallen und die Nachbarn sollten nichts mehr hören.
 
  • Wenn selbst der Katzenexperte versagt, was dann? Beitrag #3
Oh, das ist in der Tat eine Leidensgeschichte, die ich streckenweise nachempfinden kann dank meines Randalekaters Obelix.
Zu all dem, was Du schon versucht hast fällt mir nichts Zusätzliches an Verhalten ein, außer, es ggf. noch mit einer Therapeutin/einem Therapeuten zu versuchen. Manchmal haben die noch einen anderen Blick drauf.
Hast Du es schon mit einem Feliway Stecker versucht?
Wären es meine Katzen, würde ich ihnen versuchsweise Sedarom zur Beruhigung/Entspannung verabreichen. Es ist, wie auch Zylkene, ein Nahrungsergänzungsmittel kein Psychopharmakon und wirkt, wenn es denn nützt, schneller als Zylkene. Bei meinem Obelix hat es sehr gut gewirkt.

Wenn man wirklich verzweifelt ist, und das war ich, geht man auch mal neue, ungewöhnliche Wege.
In Obelix schlimmster Phase, als an nächtlichen Schlaf fast gar nicht mehr zu denken war, hat er ein Mittel aus der chinesischen Heilmedizin namens Destress erhalten, das sehr gut half. Wenn es Dich interessiert, schau mal auf die Homepage von „Naturheilkunde- bei- Tieren.de“.
Das sind meine Ideen zu Deinem Problem, zu dessen Lösung Du ja schon so viel, leider ohne durchschlagenden Erfolg, versucht hast.
 
  • Wenn selbst der Katzenexperte versagt, was dann? Beitrag #4
Auch auf die Gefahr hin einen Shitstorm zu ernten: Wenn es sich wirklich nicht bessert, egal was ich machen, muss ich mir ein neues Zuhause für die beiden suchen. Denn all die Liebe nützt nichts, wenn meine Gesndheit darunter leidet.

Einen Katzen-Experten kann ich mir ohne Job nicht leisten, einen neuen Job kann ich ohne Schlaf nicht ausführen. :`(

Ich will aber nicht, dass es so weit kommt, was soll ich denn ohne meine Babys?
 
  • Wenn selbst der Katzenexperte versagt, was dann? Beitrag #5
haben sie nachts Futter zur Verfügung?
 
  • Wenn selbst der Katzenexperte versagt, was dann? Beitrag #6
haben sie nachts Futter zur Verfügung?

Ja, ich mache abends den Teller extra voll, damit noch etwas übrig bleibt und sie nachts knabbern können, wenn nichts mehr da ist, darf ich gar nicht erst ins Bett gehen.
Nach dem Motto: "Warte mal Papa, der Teller ist leer, so geht das nicht" Auch wenn dann nichts mehr gegessen wird, es muss was da sein für die Nacht.
Die Quittung bekomme ich schnell serviert, wenn der Vorrat doch mal ausgeht.
 
  • Wenn selbst der Katzenexperte versagt, was dann? Beitrag #7
Hast Du es schon mit einem Feliway Stecker versucht?
Wären es meine Katzen, würde ich ihnen versuchsweise Sedarom zur Beruhigung/Entspannung verabreichen. Es ist, wie auch Zylkene, ein Nahrungsergänzungsmittel kein Psychopharmakon und wirkt, wenn es denn nützt, schneller als Zylkene. Bei meinem Obelix hat es sehr gut gewirkt.

Über den Feliway-Stecker habe ich mal gelesen, dass es auch den gegenteiligen Effekt haben kann, deshalb habe ich mich bisher noch nicht getraut.
Manchmal hilft tagsüber ein Katzenminze oder Baldrian-Rausch. Allerdings auch nicht immer, da kommt es dann drauf an, wie der restliche Tag lief, ob sie mich wieder mit dem halben Hungertod weichgeklopft haben z.B.
 
  • Wenn selbst der Katzenexperte versagt, was dann? Beitrag #8
Schallschutzmatten oder nen Teppich an der Tür könnten den Lärm nach außen etwas dämmen. Den Futterteller würde ich richtig voll machen, egal ob morgens noch was drauf ist. Du könntest noch Snacks in der Wohnung verstecken damit sie ne Zeit lang beschäftigt sind. Haben sie zusätzliche klettermöglichkeiten? Catwalk, oder auf Schränke?
 
  • Wenn selbst der Katzenexperte versagt, was dann? Beitrag #9
Den Futterteller mache ich abends voll, und nachts naschen sie auch öfter davon, wenn ich aber tagsüber den Teller stehen lasse, wird irgendwann rumgemäkelt, ich muss also am Tag gemein sein und nach einer Zeit alles wegstellen. Beim Schreiben merke ich gerade, dass ich wenig konsequent bin, was essen angeht, ich will Zeiten einführen, damit sie nachts schlafen, lasse mich aber oft erweichen und stelle was hin, wenn Bedarf besteht. Wenn ich Mittags aber zu viel fütter oder spät nachmittags noch was gebe, pennen sie den restlichen Tag und sind nachts fit.
Snacks verstecken ist schwierig. Beide sind emfindlich und bekommen von zu vielen Leckerli Durchfall oder Probleme mit den Anal-Drüsen, mit Trockenfutter, auch hochwertigem das Gleiche. Ich suche noch nach dem richtigen.
Ja, sie haben zusätzliche Klettermöglichkeiten, die Wände tragen nicht viel, dafür habe ich aus zwei Sofas eine Art Catwalk gebaut, der zu den Kratzbäumen führt, ich habe Regale in unterschiedlichen Höhen, auch im Flur und sie dürfen überall hoch, auch aufs Bücherregal. Einer der deckenhohen Kratzbäume besteht nur aus einem dicken Stamm, der ist besonders beliebt.
 
  • Wenn selbst der Katzenexperte versagt, was dann? Beitrag #10
Vom gegenteiligen Effekt habe ich noch nichts gehört, höchstens, dass der Stecker nichts bringt. Bei uns hat er etwas gebracht.
Versuche es doch mal mit Sedarom. Schaden tut es nicht und der Nutzen war, zumindest hier, groß. Wenn sie innerlich etwas runter kommen, würde sich die Gesamtsituation, auch Deine Anspannung, doch etwas bessern.

Ich sende Dir mal meine Nachricht an eine Bekannte über den Besuch unserer Therapeutin.
Unsere Probleme sind sicher nicht deckungsgleich, vielleicht kannst Du aber dennoch das Ein oder Andere für Dich rausziehen:


Aber nun erst einmal zu der Therapeutin: Mein Mann und ich hielten sie für sehr kompetent. Da ja Tiertherapeutin keine geschützte Bezeichnung ist, gibt es sicher auch viele schwarze Schafe. Ich kann mich da eher auf mein Bauchgefühl und bestimmte Erfahrungen verlassen, mein Mann als Wissenschaftler schaut anders hin, prüft Methoden etc., aber auch er war angetan.

Sie meinte, dass die Beschreibung des Verhaltens von Obelix (nächtliches Schreien –Vokalisieren-, Kratzen an der Tür, Haare ablecken etc.) für eine unbewusst positive Verstärkung oder Ritual durch uns bzw. die letzten Besitzer spräche, es sei ein sogenanntes ritualisiertes Kommunikationsverhalten.

Dabei passiere folgendes: die Katze miaut oder fordert durch andere Aktivität (Kratzen an der Tür) Aufmerksamkeit. Der Besitzer reagiert indem er mit ihr redet, sie füttert, streichelt, spielt usw. Durch diese positiven Verstärkungen intensiviert sich das Verhalten der Katze in Frequenz, Intensität und Dauer. Besonders effektiv wirke eine positive Verstärkung durch Zufallsbestärkung, das bedeutet, wenn das Verhalten mal belohnt wird und dann auch mal wieder nicht.

Die Uhrzeit des Vokalisierens sei ebenfalls bedeutsam, so bedeute ein morgendlicher Weckruf zwischen 3 – 5 Uhr, dass die innere Uhr der Katze auf Jagd in den frühen Morgenstunden eingestellt sei – eine katzenübliche Zeit, um auf Beutefang zu gehen.

Um das Aufmerksamkeit einfordernde Verhalten von Obelix zu beenden, gäbe es nur ein wirksames Mittel, nämlich überhaupt gar nicht zu reagieren, weder tagsüber noch nachts, sondern NIE. Nicht reagieren hieße: kein Wort (auch kein NEIN!), nicht anschauen, wirklich komplett ignorieren; nachts: nicht im Bett umdrehen, nicht hochnehmen, um ihn woanders hin zu tragen; nicht aufstehen, nicht füttern, einfach nichts tun.

Ganz schlimm wäre es, wenn wir z. B. 30 Min. durchhielten und ihn miauen ließen und dann doch reagierten! Dadurch würde er lernen, dass er nur lange genug miauen müsse, damit etwas passiere und das Verhalten verschlimmere sich noch.

Obelix solle natürlich auch weiterhin Aufmerksamkeit bekommen, doch ab jetzt nur noch, wenn er sich ruhig verhielte. Dadurch solle er lernen, dass er nur Aufmerksamkeit bekommt, wenn er ruhig ist.
Natürlich sollten Katzen auch bespielt und bespaßt werden. Statt nur einmal am Abend (wie wir es bis jetzt überwiegend getan haben) länger zu spielen, sollten öfter kleinere Spieleinheiten angeboten werden.

Sinnvoll wäre es auch, wenn sie sich einen Teil ihres Futters erarbeiten müssten. Trockenfutter ließe sich gut überall verstecken, z. B. in Futtertrainern oder Fummelbrettern, damit sie auch denken müssen.
Alle Aktionen, die wir mit den Katzen veranstalten, sollten von uns initiiert werden, also immer BEVOR Obelix anfinge etwas einzufordern. Ein Rat war auch die Katzen tagsüber ruhig zu wecken um sie zu bespielen. Die Katzen sollten sich nach und nach an unseren Schlaf- und Wachrhythmus gewöhnen. Clickertraining sei eine sinnvolle Beschäftigung, die vor allem für intelligente Katzen sehr gut geeignet ist (ist ein wenig schwierig mit Obelix, da er Leckerchen unspannend findet).
So, dass waren die Empfehlungen. Umgesetzt haben wir bisher die Erhöhung der Spieleinheiten, wir haben einen Futterspender für Trockenfutter beschafft und wir ignorieren, da wo es passt. Wenn er laut schreiend durch die Wohnung rennt (immer vorausgesetzt er ist gesund, es fehlt ihm an nichts), ignorieren wir das Schreien. Wenn er nachts an meinen Haaren zieht, muss ich ihn zur Seite schieben, da er sonst meinen Skalp nähme.

Ich füttere ja zwischen vier und fünf Uhr nachts da er sonst wirklich keine Ruhe gibt (ist aber für mich ok, da ich danach wieder einschlafen kann). Ich bleibe dann solange bei den Beiden stehen, bis sie gefressen haben, weil sie das sehr genießen. Der Ratschlag der Therapeutin war, das nicht zu tun, sondern wegzugehen und sie alleine fressen zu lassen. Da habe ich mich aber entschlossen, den Rat nicht anzunehmen, da meine Gesellschaft die sie während des Fressens sehr genießen, Teil des gewollten Verwöhnprogramms ist.

Fazit ist, dass sich schon nach wenigen Tagen eine Verbesserung eingestellt hat. Die Nächte sind wesentlich ruhiger und entspannter geworden, ich kann fast immer die Tür zu meinem Schlafzimmer die gesamte Nacht geöffnet lassen. Das freut mich, da ich gerne Katzen im Bett habe. Sie meinte aber auch, dass schon allein ein entspannteres Verhalten der Besitzer sich positiv auf das Verhalten der Katzen auswirke. Und ich muss sagen, dass ich durch die Ratschläge der Therapeutin sehr viel entspannter geworden bin. Schon allein das Wissen darum, dass es Stellschrauben gibt, an denen man drehen kann, dass ich entscheide, was ich umsetze und was nicht, und dass sich auch schon etwas tut, wenn ich nur einen Teil umsetze, hat sich sehr positiv ausgewirkt.
Zu erwähnen ist noch, dass sie auch eine Angststörung von Obelix (ich hatte ja berichtet, dass ich annehme, dass er unter Verlassensängsten litte, da er als Deckkater vermutlich separiert wurde) nicht ausschließt, dass ihre Empfehlungen aber auch da die gleichen seien.
 
  • Wenn selbst der Katzenexperte versagt, was dann? Beitrag #11
Hast mal über Zylkene nachgedacht?
 
  • Wenn selbst der Katzenexperte versagt, was dann? Beitrag #12
Der Teil mit der positiven Verstärkung und der Bestätigung fürs randalieren klingt sehr nach mir. Irgendwann werde ich weich, weil ich einfach meine Ruhe will. Ich denke ich werde erst mal meine Tür polstern, es macht wirklich ne Menge Krach trotz dem Karton. Ich weiß ja auch nicht, was ich im Halbschlaf unbewusst mache, ob ich dann doch schimpfe oder mit ihr rede und das bestätigt ja wieder.
Ab und an hatte ich das auch, dass ich drei Tage konsequent ignoriert habe und dann in der nächsten Nacht "Schluss jetzt!" gesagt habe...alles Kleinigkeiten eigentlich.

Ich gehe nochmal durch die Wohnung und schaue, wo ich noch KLettermöglichkeiten einbauen kann. Auf so ein Kallax passt ja immer noch ein weiterer Würfel. Da ist wohl noch ne Menge Luft nach oben.

Den Feliway-Stecker versuche ich auf jeden Fall, wenn er keinen negativen Effekt hat. Der Umzug ist ja noch gar nicht soo lange her, evtl. ist es doch Stress?

Alle anderen Tipps behalte ich im Hinterkopf und muss wohl noch genauer hinschauen, was ich beitrage ohne es zu merken.

Danke für alle Antworten. <3
 
  • Wenn selbst der Katzenexperte versagt, was dann? Beitrag #13
  • Wenn selbst der Katzenexperte versagt, was dann? Beitrag #14
Es gibt gefriergetrocknetes Fleisch in verschiedenen Sorten. Z.B. von Cosma - Snackis, von Miamor, von Thrive. Du kannst aber auch Huhn kochen , kleinfitzeln und im Backofen trocknen. Das ist ne gute Alternative
 
  • Wenn selbst der Katzenexperte versagt, was dann? Beitrag #15
Es gibt gefriergetrocknetes Fleisch in verschiedenen Sorten. Z.B. von Cosma - Snackis, von Miamor, von Thrive. Du kannst aber auch Huhn kochen , kleinfitzeln und im Backofen trocknen. Das ist ne gute Alternative

werde ich versuchen. :)
 
  • Wenn selbst der Katzenexperte versagt, was dann? Beitrag #16
Es gibt Nassfutter, zweimal täglich, abends die größere Portion, mittags gibt es einen Löffel Nassfutter, da sonst Hunger angesagt ist und Gequengel bis abends.

Wieviel Gramm Futter bekommen die Tiere am Tag? Ein Teller voll …für beide bedeutet wieviel?

Siammixe bedeutet auch sehr kommunikationsfreudig. Um wieviel Uhr randalieren sie ?

lg
Verena
 
  • Wenn selbst der Katzenexperte versagt, was dann? Beitrag #17
Ich habe auch so einen Randalenkater wie Nelly 12. Hatte gehofft, er wird mit dem Alter ruhiger, aber leider hat sich da nichts geändert. Jetzt bin ich endlich soweit ihn nachts komplett zu ignorieren, egal was er macht. ( an den Schränken kratzen, Schubladen öffnen, Sachen runter schmeißen etc. ) Mittlerweile klappt es sogar sehr gut und ich kann bis auf ab und zu kurze Unterbrechungen durchschlafen. Wenn er morgens ab 6:00 Uhr oder auch später randaliert stehe ich aber auf und fülle die Näpfe der Kater ( nachts sind sie auch gefüllt ) Warum er sich so verhält kann ich mir ehrlich gesagt nicht erklären, da sein Bruder das genaue Gegenteil ist und die Beiden unter gleichen Bedingungen zusammen aufgewachsen sind ( mutterlos mit der Flasche auf einer Pflegestelle aufgezogen, danach 1 Jahr im Tierheim und jetzt fast bereits 10 Jahre bei uns. Bruder Emil würde neben mir im Bett ohne Probleme 12 Stunden durchschlafen, ohne sich auch nur zu bewegen 😂
Da ich aber schon vorher mit meinem weißen stocktauben Sternenkater Rambo Einiges gewöhnt war ( teilweise schlimmer als mit Rasmus ) bin ich in der Beziehung abgehärtet gewesen. Soll wohl so sein, dass mein Göga und ich jeweils einen braven und einen Chaotenkater erwischen.
 
  • Wenn selbst der Katzenexperte versagt, was dann? Beitrag #18
Wieviel Gramm Futter bekommen die Tiere am Tag? Ein Teller voll …für beide bedeutet wieviel?

Siammixe bedeutet auch sehr kommunikationsfreudig. Um wieviel Uhr randalieren sie ?

lg
Verena

Beide wiegen um die 3,5-3,8 Kilo ich füttere nach der Empfehlung für eine 4 Kilo Katze. Jede bekommt eine 200g Dose pro Tag. Ich achte darauf, dass lieber etwas übrig bleibt, und bei Bedarf gibt es immer Nachschlag, bis sie vom Futternapf weggehen. Abends gibt es die größere Portion wenn aufgegessen wurde gibt es noch ne viertel bis halbe Portion zur Nacht.

In Gramm sind es zwischen ca. 100g pro Mahlzeit, ein zwei Löffel zum Mittag, da sie bei einer ganzen Portion träge werden und dann nachts wach sind. Und eben Nachschlag bei Bedarf.
Nassfutter von, Catz Finefood, Macs, Feringa, Bozita mit Soße. Ich suche noch nach nem guten Trockenfutter wegen der Zähne.
Meist randalieren sie kurz nach dem Zubettgehen. Oder wenn sie nachts zwischendurch wach werden.
 
  • Wenn selbst der Katzenexperte versagt, was dann? Beitrag #19
Du solltest es vielleicht mal so halten, dass der Napf immer voll ist.
Ich mache das bei meinen Wohnungskatzen auch so und sie nehmen nicht zu (Und Simba bekommt Dauercortison, auch sie nimmt trotzdem nicht zu).
Das was du machst klingt nach viel zu wenig ehrlich gesagt. Und hungrife Katzen nerven utopisch!
Trockenfutter brauchst du nicht, dass das den Zähnen helfen soll ist Quatsch!
 
  • Wenn selbst der Katzenexperte versagt, was dann? Beitrag #20
Ein immer voller Napf führt leider oft dazu, dass immer wieder an einzelnen Futtersorten rumgemäkelt wird und so lange Drama gemacht wird, bis das gewünschte auf den Teller kommt.
 
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