Hallo zusammen!
Ich weiß nicht, ob das hier schon mal Thema war, aber es beschäftigt mich nun, seitdem ich diese Youtube Videos gesehen habe.
Als ich Cosmo und Ted bekommen habe, habe ich natürlich auf allen möglichen Kanälen nach Infos und Tipps zur Katzenerziehung gesucht. So bin ich auch auf den Kanal einer deutschen Tierpsychologin gestoßen. Abgesehen davon, dass sie sicher viele gute Ratschläge gibt, hat sie vor ca einem halben Jahr ein Video hochgeladen, in dem Einzelhaltung “verteidigt” wird. Ich will ihren Kanal hier nicht posten (und weiß gar nicht, ob ich das darf), weil ich einfach verhindern will, dass dort eine negative Diskussion aufkommt. Wer mag, gern per pn.
Die Kernaussagen des Videos sind:
1. Katzen können auch Depressionen bekommen, unabhängig davon, ob sie einzeln oder zusammen gehalten werden - das ist oft menschengemacht, da die Katze nicht artgerecht gehalten wird.
2. Das Argument, ein Mensch würde einen Spielpartner ersetzen, sei kein Gutes - es sei eher so rum: eine zweite Katze ersetzt den Menschen nicht, sie ersetzt nicht die Lösung eines Problems mit dem Tier, sie ersetzt nicht die eigene Verantwortung.
3. Ein Mehrkatzenhaushalt mag zwar ein guter Schritt sein, aber der eigene Einsatz ist hier
wichtiger.
4. Mehr Katzen = mehr Aufwand (das sei weder positiv noch negativ konnotiert). Man soll sich bewusst sein, dass man, wenn man zwei Katzen hat, deutlich mehr Aufwand hat. Mehr Katzen machen einen nicht automatisch zum besseren Dosi. Wenn man bei einer Katze mit Problemen offensichtlich versagt hat, wieso will man sich dann eine zweite Katze ins Haus holen?
Was mir hier etwas aufstößt ist, dass das so doch am Thema vorbei geht. Sie behauptet, dass Menschen sich oft nicht mehr richtig kümmern, weil sie denken, das Problem sei mit einer zweiten/weiteren Katzen gelöst. Aber darum geht es doch gar nicht, oder?
Bei dieser Diskussion ist doch für die meisten klar, dass die Verantwortung bei uns liegt - genug Spielmöglichkeiten, gutes Futter, gute Vorbereitung etc. pp.
Meiner Meinung nach gehen also alle die Punkte am eigentlichen Thema vorbei. Ich finde das Video einfach verwirrend. Sie erwähnt zum Beispiel, dass nach dem Video das Gefühl aufkommen könnte, dass man mit einer Katze weniger Probleme hätte. Das sei auch so. Aber das entzieht nicht die eigene Verantwortung. Am Ende betont sie, dass sie keinen Tipp geben möchte, wieviele Katzen man halten soll. Es ginge eher um den eigenen Einsatz.
Es fallen auch solche Aussagen wie “ich habe das studiert” oder “ich sollte mich mich am Ende über solche dummen Aussagen wie “nimm einfach zwei Katzen” freuen, denn ich verdiene ja danach damit das Geld, wenn es doch nicht klappt und die Menschen mit mehreren Katzen überfordert sind”.
Sie selbst hat soweit ich weiß nur eine Katze, Bengal.
Jetzt fiel mir in den meisten Foren auf, dass die erste Frage bei Problemen mit einer Katze oft die ist, ob die Katze allein gehalten wird. Wenn ja, ist die Antwort dann oft, dass man sich eine zweite holen solle, da dadurch das Problem gelöst werden könne. Ich verstehe also schon ihren Punkt: Es mag vllt für manche so rüberkommen, als wäre mit einer zweiten Katze ein Problem wie Unsauberkeit/aggressives Verhalten etc. sofort gelöst. Wobei ich es schon so empfinde, dass alle hier im Forum immer darauf hinweisen, dass dadurch die eigene Verantwortung nicht entzogen ist.
Unter ihrem Video findet man dann natürlich viele Kommentare von Menschen, die nur eine Katze halten und sich durch das Video bestätigt fühlen - sowas wie “meine Katze lebt allein wegen xy, aber da ich sie artgerecht halte, hat sie ein tolles Leben”. DAS ist doch dann wieder ein Problem, oder? Dass sie im Grunde durch das Video Einzelhaltung bestärkt, weil die Diskussion am Thema vorbei geht. Oder?
Was meint ihr?
Ich bin jedenfalls froh, dass Cosmo und Ted sich gegenseitig haben. So wie die zusammen spielen und leben, das könnte ich nicht ersetzen.