Also wenn das das Video ist von dem hier die Rede ist,ich hab´s gestern mal kurz angeschaut. Und hoffe das richtige erwischt zu haben
Ich finde es fragwürdig. Ganz einfach deshalb,da sie null Hintergrundinfos dazu gibt/geben möchte,warum ihre Katze alleine ist. Ok,ist ihr gutes Recht nicht weiter drauf einzugehen,keine Frage. Aber in diesem Moment glaube ich nicht sooo schlau. Sie beschwert sich das sie angegangen wird wegen der Einzelhaltung. Ich denke,wenn sie auf Gründe eingehen und erklären würde,warum,könnte sie den Angriffen ein wenig den Wind nehmen.
Brauch eine Katze einen Artgenossen zu einem guten Leben ? Nein,nicht nur. Es gehört mehr dazu. Natürlich spielt man auch als Mensch dabei eine Rolle und die Umgebung.
Was nützt es wenn man 2-3 Katzen hat,die Tiere haben aber nichts in der Wohnung was im Ansatz katzengerecht ist,wo sie spielen können,sich verstecken,rauf und runter toben,man selbst sich nicht mit ihnen beschäftigt usw.
Ich erinnere mich da an viele Folgen der Serie "My Cat from Hell" aus den USA mit Jackson Galaxy ... wo ich mir sooo oft an den Kopf gepackt habe. Die Leute hatten stellenweise nicht 1 Kratzbaum im Haus oder in der Wohnung. Von Spielzeug einmal ganz abgesehen. Aber dann sich wundern und schreien,meine Katze zerschreddert das Sofa oder so. Nur mal als Beispiel.
Das Video von dem Mädel kommt allerdings grundsätzlich verkehrt rüber find ich. Natürlich wissen wir nicht warum ihr Tier alleine ist. Sie sagt es nicht. Im Grunde bekomme ich den Eindruck,das sie schlichtweg sich nur VERSUCHT zu rechtfertigen,warum sie sich nur eine Katze angeschafft hat. Bzw. gibt dafür ja keine Erklärung.
Für mich hört sich das so an als wenn sie sich die Katze angeschafft hätte und für sie persönlich keine weitere in Frage gekommen ist. Ohne sich weiter damit zu beschäftigen,würde mein Tier nicht gern einen Artgenossen haben.
Ich finde wenn man eine Reichweiter hat ... Insta,Youtube whatever ... hat man eine Verantwortung den Leuten gegenüber die zugucken. Und da zu suggerieren,es ist völlig in Ordnung wenn ihr eure Katze alleine haltet,egal ob diese nun Artgenossen begrüßen würde oder "asozial" ist und keine anderen Katzen mag,ist falsch.
Wie ich oben schon gesagt habe,man muss auf das Tier gucken. Wenn man sich unsicher ist ob es EINEM PERSÖNLICH in den Kram passt,mehr als ein Tier zu haben,oder man auch nur 1 Katze möchte,dann entweder lassen oder wirklich expliziet nach einer Katze schauen,die wirklich wirklich wirklich null mit Artgenossen anfangen kann.
Mir persönlich ist das bisher noch nicht passiert. Also das ich eine Katze hatte,die nichts mit anderen anfangen konnte. Auch wenn sie sich nicht immer 100%ig verstanden haben,was letztendlich mein Anfängerfehler war.
Ich habe 2002 mir einen kleinen Kater aus dem Tierheim geholt. Angeblich war er 3 Monate alt,aber rückblickend deutlich jünger. Sam war ein Problemkater. Von MIR selbst gemacht. Aus Unwissenheit. Kitten alleine geht nun einmal nicht.
Er wurd aggressiv,unsauber,verhielt sich unmöglich und ich war völlig überfordert.
Nachdem er kastriert war (was zudem auch noch zu spät passierte) holte ich eine zweite dabei. Allerdings ein Mädel. Und dann auch noch ein Kitten,was in Kombination mit ihm völlig falsch war. Da hätte es ein halbstarker 2ter Kater wesendlich besser getan. Sam ging raus bzw. war Freigänger bis das er 6 Jahre alt war.
Das Verhältnis zwischen Sam und Jule war in der Zeit immer etwas angespannt. Da Sam ein typischer Kater war,nicht viel Spaß verstand und schnell ernst machte. Sie mochte das nicht. Aber wenn er sie in Ruhe lies,war soweit alles in Ordnung. Sam änderte sich auch merklich von seinem Verhalten her. Er wurd ausgeglichener,zufriedener und weniger aggressiv (auch mir gegenüber)
Als ich dann 2007 mit meinem Mann zusammenzog,holten wir ENDLICH (Herr schmeiß Hirn vom Himmel *
gg*) einen zweiten Kater dabei. Zwar auch ein Kitten,aber es passte. Das war Momo.
Das war das beste was ich/wir je machen konnten. Freigang fiel für Sam da leider weg,da unsere Vermieterin es nicht erlaubte. Hätte da Sam nicht mitgespielt,weiter auf seinen Freigang bestanden,hätten wir ihn abgeben müssen. Aber er machte keine Anstalten das ihm die reine Wohnungshaltung nicht passte.
So und nun hatte ich die Dreierbande von Julchen,Sam und Momo. Das Verhältnis zwischen Sam und Jule entspannte sich innerhalb von Wochen,Sam hatte endlich endlich einen Kumpel mit der er sich auslassen konnte. Die zwei waren wie Ar... und Eimer. Und Julchen wurd in Ruhe gelassen *
gg*
Momo wurde nach dem Tod von Sam auch "problematisch" Aber nicht das er "asozial" wurd,nein. Er hatte Schwierigkeiten andere ausser Sam zu akzeptieren. Sam war für ihn quasi "Papa" Die zwei hatten nun einmal einen Altersunterschied von 6 Jahren. Aber sie kamen wunderbar miteinander aus. Als dann Ian einzog,ein Jahr nachdem Sam tot war,hat´s doch etwas gedauert bis er den nicht mehr scheiße,ja sogar ganz ok fand. Mit der Zeit verstanden die zwei sich allerdings wirklich gut.
Jetzt mach ich einen kleinen Zeitsprung. Und zwar war das 2018. Da starb Ian. Ian war der große "Bruder" von Merle. Bzw. wir mussten ihn mit nur 6 Jahren einschläfern wegen Lungenfibrose.
Da hatte ich "nur" noch Momo und Merle hier laufen. Ansich wollte ich keine Katze dabei holen vorerst oder überhaupt. Bzw. einfach zu schockiert um mich damit zu beschäftigen.
Aber Merle zeigte schnell sehr deutlich,ich alleine bekomme sie nicht ausgelastet. Momo war da "schon" 11 Jahre alt,Merle war 4 Jahre alt. Ian war immer der Buffer/Vermittler. Er war ein sehr sehr soziales Tierchen was alles und jeden liebte. Er war nicht typisch Kater,sondern generell eher sehr sanftmütig. Natürlich steckte ihm auch mal der Schalk im Nacken und dann hat er sich mit Momo auch angelegt. Aber sonst,er respektierte seine Grenzen und es lief sehr entspannt zwischen den dreien.
Nun war Ian nicht mehr da. Merle ist stellenweise sehr Kater,sehr respektlos und auch durchaus ein Haudrauf. Zumindest Momo gegenüber.
Ich hab´s versucht sie irgendwie zu bändigen,auszulasten etc. Aber das Verhältnis zwischen ihr und Momo wurd schnell recht angespannt und stressig.
Also entschlossen wir uns einen Sozialarbeiterkater zu suchen der zu den beiden passte. Kitten kam null in Frage.
Wie´s der Zufall wollte,fanden wir allerdings "nur" zwei Katerbrüder,unzertrennlich,nur zusammen.Aber dafür soziale Jungs.
Wenn ich zwischendrin gemerkt hätte,das hier jemand wirklich nichts mit anderen Katzen anfangen kann,dadurch Stress hat,sich "problematisch" zeigt,dann hätte ich reagieren müssen. Eine Lösung suchen müssen,die für alle in Ordnung und für die betroffene Katze das beste ist.
Natürlich ist sowas immer leichter gesagt als getan,wenn man nicht in der Situation steckt. Wer gibt schon gern ein Tier ab ? Ich meine wir kennen das alle,sie wachsen einem innerhalb kürzester Zeit ans Herz

Und eigentlich will man sie gar nicht abgeben. Aber im Grunde haben WIR Menschen die Verantwortung,WIR müssen im Interesse des Tieres handeln. Und dazu gehört nun einmal auch,eher unbequeme Entscheidungen zu treffen.