Danke für alle Daumen und Wünsche. Von Herzen!
Ich schreib gleich nen riesigen Roman, den kaum jemand lesen wird. Ich muss aber irgendwo hin damit.
Die Quintessenz: Jamie hat zwei Zähne gelassen plus zwei Wurzelreste an abgebrochenen Zähnen.
Joey kriegt hochdosiert Cortison und sollte hoffentlich in den nächsten 1,5 h wieder stabiler werden. Ich hab noch nie von meiner TÄ die Worte gehört "der ist grad ganz kritisch"

Die Nacht war eig. o.k. Jamie ist so ein lieber Bub. Geschlafen hab ich trotzdem kaum. 8.00 Uhr pünktlich abgeliefert, gegen 11.30 Uhr hätte der Anruf erfolgen sollen. Der kam aber 10.30 Uhr. Erster Herzinfarkt. TÄ wollte aber nur das weitere Vorgehen besprechen. Uff. 12.00 Uhr rief sie an, er ist wieder wach ich können ihn gegen 13.00 Uhr holen.
12.30 Uhr, ich zieh Schuhe an, schau mir Joey an der aufm Regal sitzt und denk: die Atmung gehört so überhaupt nicht. In den vier Minuten die mir blieben hatte ich jeden nur möglichen Gedanken im Kopf: Predni geben und hoffen, nichts tun und hoffen (soo schlimm sahs noch nicht aus)... in meine Praxis konnte ich ja nicht weil Jamie gewartet hat (dachte ich zumindest). Irgendwann hab ich in der Praxis wo Jamie war angerufen ob ich Joey mitbringen kann. Ja, geht. Eigentlich wollte ich dem die 20 Minuten Fahrt niemals antun. Eine andere Lösung fiel mir aber nicht ein.
Die TÄ hat mir dann super sorgfältig alle Bilder von Jamie gezeigt und erklärt und erklärt. Ich wollte nur wissen was mit Joey ist. Sie hört ihn ab, meint das klingt nicht gut, der zieht total (durch die Fahrt wars nat. schlimmer geworden). Nach ewigem hin und her hat sie ihn zum Röntgen mitgenommen weil sie Wasser ausschließen wollte. Sie kam dann wieder, meinte Lunge ist zwar auffällig, viel schlimmer sei aber der Darm. Völlig aufgegast. Das spräche für einen Darmverschluss. Sie könnten zwar, wenn die Internistin Zeit hätte Blut nehmen und Ultraschall machen, aber eine Not-Op könnten sie nicht. Mittlerweile war mir nur noch schwummrig und übel. Ich bin dann eine rauchen gegangen, kam mit der Entscheidung wieder dass wir den Schall machen und beten. Letztlich haben wir dann noch mal lange überlegt was sinnvoller wäre (Freitag nachmittag, inzw. fast 15.00 Uhr) und haben letztlich entschieden dass ich jetzt in meiner eigentlichen Praxis anrufe und frage ob ich kommen darf (die könnten operieren).
Also inzw. nach 15.00 Uhr, Jamie schon viel zu lange in der kleinen Box, in die alte Praxis gefahren. Im Wartezimmer hab ich zum ersten mal im leben eine Box aufgemacht weil ich dachte Joey wäre komplett kollabiert (der legt sich sonst nie seitlich in der box hin). Dann GsD "meine" Fach-TÄ. Joey inzw. am pumpen dass mir nur noch Angst wurde. Sie hat dann Herz und Lunge geschallt. Herz konnte sie nicht viel sehen weil die Lunge wohl total überbläht und "im Weg" war. Das wirklich, wirklich gute im ganzen Drama: sie sagt der gesamte Bauchraum ist voll mit Luft weil Joey ihn sich schlicht "vollgeatmet" hat. Dem Darm fehlt nichts! Er hat dann eine Cortisonspritze gekriegt. Die eigentlich inzw. fast schon wirken sollte. Er hat zwar gefressen und putzt sich intensiv. Pumpt aber immer noch wie verrückt.
Die Praxis wo ich zuerst war wollte ihn mit Doxy auf Verdacht behandelt (vorm Röntgen) weil sie sicher ist, dass er und alle anderen wegen Mykoplasmen so hustet. Ich hab dann meine TÄ direkt darauf angesprochen. Sie meinte nur: ja, mag sein. Joey hat aber trotzdem
Asthma und wird lebenslang Cortison brauchen. Und ihre Erfahrungswerte mit der Behandlung von Mykoplasmen wäre nicht gut. Reduzieren kann man, eliminieren im Mehrkatzenhaushalt fast unmöglich. Und eig. auch unnötig. Wichtiger wäre Immunsystem.
Ich soll lieber mal ALLE (

) Katzen mit fünf Tage Panacur behandeln weil das bei Lungenwürmern besser wäre als Milbemax. Ich hab sie dermaßen entgeistert angeschaut! Sie meinte dann: die Erwachsenen, die nicht husten reicht auch zwei oder drei Tage. Und es müssen auch nicht alle auf einmal sein.
Joey wurde ja erst durch die Entwurmung jetzt so dramatisch schlechter, was wohl dafür spricht, dass er verwurmt war (lebende Würmer machen wenig Probleme, absterbende leider schon).
So. Jamie soll sowieso drin bleiben, was er gerade ziemlich grantig zur Kenntnis nimmt. Fressen will er auch nicht (dürfte längst). Ihm muss ich nachher, weiß der Henker wie, das Buprenordings direkt ins Maul geben. Und dann mal rausfinden, was er ab morgen sonst noch alles kriegt.
Joey soll so jetzt eig. nat. auch nicht raus. Außer er regt sich zu sehr auf. Im Moment ist er viel zu beschäftigt, das Ultraschallgel loszuwerden. Blöd ist trotzdem, dass es fast unmöglich ist mein Schlafzimmer zu verlassen ohne dass einer von beiden rausflitzt.
Gott, hab ich fertig.
Die TÄ in der ersten Praxis hat mir irgendwann Wasser und Schokoriegel gebracht weil ich sichtbar kurz vorm Kollabieren stand. Ich wollte ja eig. nur kurz Jamie holen. Letztlich war ich glaub 4 h unterwegs.
Was mir gerade ein großer Trost im Chaos ist: ich musste heute nat. beichten, dass ich mit Jamie wo anders war. Ich bin unendlich erleichtert dass mir die TÄ das nicht übel zu nehmen scheint! Klingt für manche sicher seltsam. Mir ist es wichtig mit offenen Karten zu spielen.