Carlo kam irgendwann mal vor ca. 2 Jahren als ganz scheuer kleiner Kater auf den Hundeplatz und blieb. Er wurde mehr wie zahm und sass teilweise beim Unterordnung/Schutzdienst mit auf dem Platz und schaute sich alles ganz genau an. Dreimal in der Woche, wenn Übungsbetrieb ist, wird er gefüttert und kuschelt sich von Einem zum Anderen. Wo er sich die anderen Tage aufhält weis niemand. Wohnhäuser oder Kleingärten sind keine in der Gegend, nur ein riesengroßes Hotel, wo keine Katzen geduldet wird. Seine Mutter lebt auch am Hundeplatz, will aber keinen Menschenkontakt, bleibt auf Abstand :smile:
Am 24.11.2009 kam Carlo auf drei Beinen ins Vereinsheim und legte sich auch sofort hin, sehr verhalten und wollte einfach nur seine Ruhe. Ich bin mit ihm zu meiner Tierklinik gefahren und dort wurde ein Bruch am linken Hinterbein festgestellt. Er bekam min. 6 Wochen Boxenruhe verordnet, danach sollte noch mal ein Röntgenbild gemacht werden.
Die erste Nacht war sehr ruhig, kein Rumgemauze. Nur am Morgen nach der ersten Nacht war er extrem unruhig und schrie war das Zeug hält. Auf dem Röntgenbild war auch zu sehen, das er vollgefressen war und so hatte ich mir ein bisschen Sorgen gemacht, wie und wann er wohl sein (unbekanntes) Katzenklo benutzen würde. Aber meine Sorgen waren unberechtig, den die Natur hat gefordert, was nun mal sein muß.
Das ist das erste Röntgenbild
Leider war eine OP nicht drin, keiner im Hundeverein hat soviel Geld, um solch eine OP bezahlen zu können, aber jeder hat was für die Untersuchung gegeben. Die Alternative ist Boxenruhe über einen längeren Zeitraum, sodass der Bruch sich selber richten kann.
6 Wochen später sieht der Bruch so aus
Carlo bekam nochmal zwei Wochen weitere Käfigruhe und dann ist der Bruch soweit verheilt, das er in der Wohnung wieder laufen lernen kann und Muskulatur aufbauen kann
Und so sieht der Katerknast aus
Was mich am meisten in diesen jetzt knapp 7 Wochen verwundert, ist, das der Kater, der frei geboren und frei gelebt hat, nicht rumstresst und versucht aus seinem "Gefängnis" zu entkommen. Er meckert nicht, benutzt wie selbstverständlich sein Katzenklo und es scheint so, als wenn er mit sich und der Welt zufrieden ist. Ein Kater (unkastriert!!!!), der noch nie in einer Wohnung war. Leider wird sein Bein immer ein wenig instabil bleiben und es ist fraglich, ob er sich in seinem Revier, wo sich vielleicht schon ein anderer Kater breit gemacht hat, später wieder behaupten kann. Wer wird sein restliches Leben humpeln, aber damit kann er gut leben.
Kann so ein Kater auch glücklich in "nur" Wohnunghaltung werden??