Reinrassigkeit - ein überholtes Dogma?

Diskutiere Reinrassigkeit - ein überholtes Dogma? im Zucht und Genetik Forum im Bereich Katzenzucht und Nachwuchs; Das Problem ist doch hier u.a., dass die Regelungen nicht unbedingt konkret genug sind - oder sagen wir mal so: immer noch genug Dinge zulassen...
  • Reinrassigkeit - ein überholtes Dogma? Beitrag #201
Wir haben ja immerhin ein Tierschutzgesetz und ein Gutachten zur Auslegung von § 11b des Tierschutzgesetzes.
Wenn das alles mal endlich konsequent zur Anwendung kommt, sind wir schon einen Schritt weiter.
Das Problem ist doch hier u.a., dass die Regelungen nicht unbedingt konkret genug sind - oder sagen wir mal so: immer noch genug Dinge zulassen, die man besser nicht machen sollte.

Die Hundewelt hat immerhin seit 1.1.2022 die neue Tierschutzhundeverordnung (TierSchHuV) in Kraft gesetzt. Diese sieht u.a. ein Ausstellungsverbot für bestimmte Hunde vor.
Da habe ich jetzt mal reingeschaut - heißt das, dass bestimmte Hunderassen nicht ausgestellt werden dürfen, wenn sie diese offenbar ja jährlich vorschriebenen Gesundheitstest nicht bestehen? Das ist ja dann schon mal echt ein Fortschritt.

Das könnte doch nachahmenswert für die Katzenwelt sein, oder?
Ich bin ja aus dem Show-Geschäft schon länger raus, aber ich weiß, dass sie irgendwann angefangen haben, zu verbieten, dass Folds ausgestellt werden dürfen - und in einigen Bundesländern dürfen weiße Katzen nicht (oder nur mit Bear-Test?) ausgestellt werden. Das geht ja schon mal in die Richtung.

Hier noch ein sehr ausführlicher Artikel von einem Genetiker zur Wichtigkeit genetischer Vielfalt:
Das hört sich spannend an - aber der ist mir jetzt heute abend zu lang. Ich muss mich mal gleich noch um das Weihnachtsessen kümmern und bin dann erst einmal offline.
 
  • Reinrassigkeit - ein überholtes Dogma?

Anzeige

  • Reinrassigkeit - ein überholtes Dogma? Beitrag #203
Es gibt Fakten - und es gibt die Möglichkeit diese zu bewerten und die Bewertung von Fakten ist eine Meinung. Deine Aussage ist entweder eine Tatsache oder eine Verleumdung!
Das lasse ich jetzt mal so für sich stehen.

Ich wollte lediglich Lillifees Geschichte mit Euch teilen und bin dann wieder raus hier. An mich gerichtete Aussagen mit Ausrufezeichen schätze ich nämlich nicht.
 
  • Reinrassigkeit - ein überholtes Dogma? Beitrag #204
...
Da habe ich jetzt mal reingeschaut - heißt das, dass bestimmte Hunderassen nicht ausgestellt werden dürfen, wenn sie diese offenbar ja jährlich vorschriebenen Gesundheitstest nicht bestehen? Das ist ja dann schon mal echt ein Fortschritt.
...
Da hat es ordentlich geknallt, als doch tatsächlich Anfang Mai 2022 bei der Ausstellung in Erfurt zur Tat geschritten wurde:
 
  • Reinrassigkeit - ein überholtes Dogma? Beitrag #205
Ich habe jetzt, an Weihnachten, nachdem unser lieber Besuch gegangen ist, einige Beiträge verschoben.
@Gast53712 bitte weiche demnächst in den anderen Thread aus, wenn es nur noch um Deine Meinung geht und/oder Deine Beiträge inhaltlich nichts mehr zum Thema beitragen.
Es nervt einfach nur, diese Endlosschleifen lesen zu müssen, die inhaltlich keine Substanz haben.

Liebe Grüße
Melanie
 
  • Reinrassigkeit - ein überholtes Dogma? Beitrag #206
Und hier noch ein aktuelles Beispiel aus der Schweiz, das zeigt, dass es doch geht:

Behörden stoppen obersten Katzenzüchter wegen Qualzucht
Zuchtverbot für seine sämtlichen Katzen
"«Wir haben in den letzten Jahren gemerkt, dass sich die Züchter selber zu wenig mit dem Thema befassen und zu wenig darauf schauen, gesunde Tiere zu züchten.» Da müsse die Behörde auch einmal durchgreifen."
 
  • Reinrassigkeit - ein überholtes Dogma? Beitrag #207
Krasses Gegenbeispiel, WCF Best Cat 2023 Platz 1-10, davon 6 Qualzuchten:
1.Platz SFL
2.Platz Per
3.Platz SPH
6.Platz SPH
8.Platz SFL
9.Platz SFL71

(Sitz in Deutschland)
 
  • Reinrassigkeit - ein überholtes Dogma? Beitrag #208
Um mal bei Hundezucht zu bleiben bei Schäferhunden hat sich HD deutlich verbessert da wirklich darauf geachtet wurde. Das nur noch mit HD max. B Hunden gezüchtet worden ist. Das ist aber den Schäferhund Verein und den Richtern zuzu schreiben, da sie das so rigeros durch Gesetz haben. Bei Schäferhunden wird auch zwischen Show und Arbeitshund extrem Unterschieden inzwischen.
Ja es geht auch anders aber meistens doch erst, wenn Auflagen von Verein kommen leider. Deswegen würde ich auch nie bei dissidenzen kaufen, da der Inzuchtfaktor deutlich höher ist, wegen weniger Züchter und lascheren regulieren.
Aber das Problem ist doch es muss sich bei den Vereinen und Richtern was ändern. Dann müssen sich alle Züchter danach richten, was aber wieder erstmal extremer Aufwand ist. Sich aber lohnt siehe Schäferhund.

Aber da ist auch der Verbraucher gefragt, nur welcher Käufer. Recherchiert dafür genau so wie für ein Auto, Fernseher usw. Die meisten sehen nur die niedlichen Kitten haben Stammbaum sind geimpft dann ist alles super. Die Probleme die danach kommen ist wieder Rassebedingt oder Rasse Katzen sind alle krank. Das man mit ein bisschen recherche sowas verhindern kann oder auf Gen Test besteht wissen die meisten auch gar nicht, oder Interessiert sie nicht.

Ausgenommen bei Hundezucht z.b. Mops da nur dessidenz.

Finde jetzt Rassenzucht super wenn sie gut umgesetzt wird, und nicht ins extreme geht. Und ja Rassenzucht ist tierschutz in der Regel da wenn eine Katze von Züchter im Tierheim landet, wird sie trotzdem schneller vermittelt als eine ohne wenn sie überhaupt im Tierheim landen. Kann jeden verstehen den das Thema zu viel oder nervig ist und deswegen zum Tierschutz geht.
 
  • Reinrassigkeit - ein überholtes Dogma? Beitrag #209
Und ja ich finde so Qualzuchten wie scotish fold, exotic shorthair, munchkin, Nackt Katzen ohne Fibrisen, Perser und BKH und BKL ohne Nase sollten verboten werden. Genau so bei der Hundezucht amerikanische Bulldogen und XXL bullys. Aber da ist der Verkäufer gefragt wenn er die Rassen nicht kauft, dan Züchtet die auch keiner mehr da weniger abnehmer.
 
  • Reinrassigkeit - ein überholtes Dogma? Beitrag #210
Und ja ich finde so Qualzuchten wie scotish fold, exotic shorthair, munchkin, Nackt Katzen ohne Fibrisen, Perser und BKH und BKL ohne Nase sollten verboten werden. Genau so bei der Hundezucht amerikanische Bulldogen und XXL bullys. Aber da ist der Verkäufer gefragt wenn er die Rassen nicht kauft, dan Züchtet die auch keiner mehr da weniger abnehmer.
Wenn es so einfach wäre.
Da liest man einen Artikel in der Zeitung über eine Jubiläumsausstellung und die "Grande Dame" der Katzenzüchterszene, Anneliese Hackmann, die nicht nur "....Vorsitzende des Vereins Deutsche Edelkatze, sondern auch Präsidentin der World Cat Federation (ist und) noch im Alter von inzwischen 88 Jahren reist die fitte Seniorin durch die Welt ..."
Zitat Frau Hackmann:"„Wenn sie auch schön aussehen soll, muss sie aber vor allem gesund sein“, betonte sie."


Und dann schaut man sich die "10 Besten" an und ist sprachlos.
 
  • Reinrassigkeit - ein überholtes Dogma? Beitrag #211
Und ja ich finde so Qualzuchten wie scotish fold, exotic shorthair, munchkin, Nackt Katzen ohne Fibrisen, Perser und BKH und BKL ohne Nase sollten verboten werden. Genau so bei der Hundezucht amerikanische
Und da stelle ich die Frage: Wo zieht man die Grenze? Nur bei den offensichtlichen Defektzuchten, also in erster Linie Tieren mit dysfunktionaler Anatomie? Oder sollte man auch weniger offensichtliche Dinge mit eineziehen?

Die Nacktkatzenliebhaber werden mir jetzt wieder aufs Dach steigen und ich möchte da eigentlich auch kein Fass aufmachen, sondern einfach meinen Standpunkt darlegen, der gern neben anderen Ansichten stehen kann.

Meiner Meinung nach sollte es auch Nackkatzen mit Vibrissen nicht als Rasse geben. Weil ich grundsätzlich das Konzept einer Rasse, die ohne menschliche Betreuung nicht wirklich überlebensfähig wäre, in Frage stelle. Mag ja sein, dass sie in der Wohnung zurecht kommen, aber Tieren, die sich schnell den Arsch abfrieren oder im Sommer in der Sonne verbrennen, die aufgrund des fehlenden Fells auch schneller schwerer verletzt werden - denen rechne ich draußen keine hohe Chance aus.

Gilt umgekehrt auch für Langhaarrassen, die auf so viel Fellmasse gezüchtet werden, dass sie ohne menschliche Hilfe wahrscheinlich entweder an einem Hitzschlag oder an einem Darmverschluss versterben würden.
Wer jetzt das Argument bringt, dass es auch natürlich entstandene Langhaarkatzen gibt - LHK ist nicht gleich LHK, es kommt auch auf die Fellstruktur an. Und ich nehme mal an, dass die bei den ursprünglichen Maine Coons, NFO etc outdoortauglicher war.

Und nicht falsch verstehen - ich bin sehr froh dass unsere EHK nicht mehr das harte Leben eines Streuners leben müssen. Aber zumindest Sally würde ich weitaus größere Chancen ausrechnen.

Ich hinterfrage einfach den Ansatz, Tiere durch Zucht in eine derartige Abhängigkeit vom Menschen zu bringen und das nur, weil man eine besondere Optik will - ist natürlich auch auf andere Tierarten zu übertragen - bei den Nutztieren geht es dann ofg eher um "Leistung", aber was da gezüchtet wird, spottet mitunter ja auch jeder Beschreibung.

Meine Präferenz für möglichst "natürlich" oder nah am Ursprung aussehende Tiere spielt da sicher mit hinein.
 
Zuletzt bearbeitet:
  • Reinrassigkeit - ein überholtes Dogma? Beitrag #212
Und ja Rassenzucht ist tierschutz in der Regel da wenn eine Katze von Züchter im Tierheim landet, wird sie trotzdem schneller vermittelt als eine ohne wenn sie überhaupt im Tierheim landen
Gerade erst gelesen...

Nicht unbedingt. Wenn ich mich recht erinnere, waren der Stammbaum - Ragdollkater, um den es weiter vorne ging, und seine Stammbaum-Ragdollfreundin Ladenhüter im Tierheim. Allerdings auch schon älter. Die Umstände, warum sie ins Tierheim kamen, sind mir allerdings nicht bekannt.
 
  • Reinrassigkeit - ein überholtes Dogma? Beitrag #213
Ich meinte in der Regel Ausnahmen gibt es immer. Aber die meisten Katzen die im Tierheim landen sind Wald und Wiesen Katzen. Klar landen auch mal Züchter Katzen dort. Aber das ist der geringste Anteil, weil gute Züchter auch Katzen wieder zurück nehmen oder beim weiter vermitteln helfen.
Das gleiche gilt auch für Hunde weil gute Züchter vorher schauen an wenn sie welche Hunde/Katzen verkaufen.

Das Problem sind auch nicht die Züchter sondern vermehrer und die vielen unkastrierte Katzen. Den Züchter haben in der Regel mit Ausnahmen die Auflagen wenn nicht Frühkastriert das sie mit je nach Züchter 6 bis 12 Monaten Kastriert werden und dann den Stammbaum bekommen.
 
  • Reinrassigkeit - ein überholtes Dogma? Beitrag #214
Das Problem sind auch nicht die Züchter sondern vermehrer [...]
Aber die Diskussion hat doch gezeigt, dass das eben nicht so einfach ist ....🤷‍♀️

Ja, Vermehrer sind immer ein Problem.

Aber eingetragener Züchter allein reicht als Qualitätsmerkmal halt auch nicht aus.
 
  • Reinrassigkeit - ein überholtes Dogma? Beitrag #215
Es gibt Vereine egal wie gut der Züchter ist ich Dort nie ne Katzen kaufen werde. Da sie mir zu unseriös und zu dubiose sind.
Und auch bei guten Vereinen muss man seriöse Züchter sich suchen. Das Problem hab ich wenn ich mir Katzen von Züchter hole zum Glück nicht. Da alle meine Züchter auf Genetik und Gesundheit schauen manche Verzichten schon freiwillig auf weiß Zucht. Auch wenn der Inzuchtfaktor bei meiner Rasse kein unwesentlicher teil ist leider weil, immer noch ziemlich unbekannt und kleiner Züchter Kreis.
Kommt mir dann ne Rasse Katze davon in die Wohnung wenn unsere 3 nicht mehr sind.

Das ist das was ich meine da ist der Verbraucher gefragt, das er sich mal mit den Vereinen und Züchter auseinander setzt. Und mal nach schaut welche Kriterien gute Vereine und seriöse Züchter haben. Das es Lebewesen sind und kein Gegenstand der nach 1 bis 3 Jahren wieder weg kann, da zu anstrengend oder ungemütlich wird oder der Urlaub ansteht.
 
  • Reinrassigkeit - ein überholtes Dogma? Beitrag #216
Finde jetzt Rassenzucht super wenn sie gut umgesetzt wird, und nicht ins extreme geht
Das ist jetzt aber sehr pauschal und angesichts der bisher geführten Diskussion zu kurz gedacht.

Und ja ich finde so Qualzuchten wie scotish fold, exotic shorthair, munchkin, Nackt Katzen ohne Fibrisen, Perser und BKH und BKL ohne Nase sollten verboten werden
Auch hier machst du jetzt den kompletten Rundumschlag - BKH ohne Nasen? Sorry - da weiß ich jetzt nich, wo du die siehst. Und BKL? Ist das ein Vertipper und du meinst BLH? Auch die gibt es nicht “ohne Nasen”.

Ich hinterfrage einfach den Ansatz, Tiere durch Zucht in eine derartige Abhängigkeit vom Menschen zu bringen und das nur, weil man eine besondere Optik will
Pfft … da ich nie Freigänger hatte (und mir auch nicht vorstellen könnte, meine “Babys” unbeaufsichtigt laufen zu lassen, hatte dieser Ansatz bei mir nie Priorität. Ok - ich habe recht früh damit angefangen, neben den BKH auch BLH zu züchten und musste dann feststellen, dass man die Qualität des Fells züchterisch nur bedingt bis gar nicht beeinflussen konnte. Je älter die Katzen wurden, umso schwieriger und aufwändiger war die Fellpflege Und verzottelte Knoten sind für die Katzen auch kein Spaß. Ich habe dann beschlossen, an dem Ansatz nicht mehr weiterzumachen.

Und ja - du hast natürlich recht - bei Coons oder NFOs ist die Fellstruktur mal eine ganz andere als bei Briten.

Das Problem sind auch nicht die Züchter sondern vermehrer und die vielen unkastrierte Katzen
Das ist jetzt sicher ein Problem - aber nicht das, um das es in dieser Diskussion ging.

Das ist das was ich meine da ist der Verbraucher gefragt, das er sich mal mit den Vereinen und Züchter auseinander setzt.
Wenn man den Ansatz diskutieren will, ob Reinrassigkeit selbst das Problem ist, dann hilft auch dieser Ansatz nicht wirklich weiter und geht komplett am eigentlichen Thema vorbei.

Ich habe jetzt aber auch nicht wirklich eine Lösung - das hohe IZQ massive Probleme erzeugen ist ja hinlänglich bekannt. Aber da greift ja auch kein Gesetz. Hier könnte man natürlich über eine Vorschrift zu Begrenzung nachdenken, was aber tatsächlich erfordern würde, dass jedes Zuchttier in einer Datenbank erfasst wäre.
 
  • Reinrassigkeit - ein überholtes Dogma? Beitrag #217
a der Inzuchtfaktor deutlich höher ist, wegen weniger Züchter und lascheren regulieren.
Würde ich so nicht unterschreiben, weil dort weniger ausstellungsorientiert gezüchtet wird, schon aus Mangel an Ausstellungen. Danach sehen die Hunde dann teilweise auch aus.
 
  • Reinrassigkeit - ein überholtes Dogma? Beitrag #218
Ich hinterfrage einfach den Ansatz, Tiere durch Zucht in eine derartige Abhängigkeit vom Menschen zu bringen
Alle Haustiere sind vom Menschen abhängig, weil sie von Anfang an abhängig gemacht werden. Was wäre denn in unserer heutigen Welt die Alternative? Ein Streunerdasein?
 
  • Reinrassigkeit - ein überholtes Dogma? Beitrag #219
Alle Haustiere sind vom Menschen abhängig, weil sie von Anfang an abhängig gemacht werden. Was wäre denn in unserer heutigen Welt die Alternative? Ein Streunerdasein?
Ich würde @Vitellia s Post etwas abändern.
Klar ist, dass fast alle unsere Haustiere nicht mehr auf sich gestellt überlebensfähig wären, Ausnahme am ehesten einige Hunde und Pferde.

Die Frage ist, ob man deshalb nun Rassen züchtet, die so weit vom ursprünglichen Typ weg sind, dass sie nicht mehr artgemäß leben können oder sogar Leiden und Schmerzen hinnehmen müssen.
 
Zuletzt bearbeitet:
  • Reinrassigkeit - ein überholtes Dogma? Beitrag #220
Alle Haustiere sind vom Menschen abhängig, weil sie von Anfang an abhängig gemacht werden. Was wäre denn in unserer heutigen Welt die Alternative? Ein Streunerdasein?
Naja, um Tiere zu domestizieren, braucht es aber nicht drölfzigtausend Haustierrassen mit "besonderem" Aussehen.

Wenn man meinen Ansatz konsequent zu Ende denkt, müsste man aus Sicht der Tiere tatsächlich von Grund auf gegen Rassezucht sein, weil sie immer das Interesse des Menschen in den Mittelpunkt stellt.
(Tatsächlich wäre mir das in der Praxis wohl auch zu radikal, weil ich Vielfalt schätze (aber eben nicht auf Kosten der Tiere) und ein Teil von mir es vielleicht schon etwas bedauern würde, wenn es die eine oder andere Rasse nicht mehr gäbe. Aber das wäre dann auch von mir egoistisch, den Katzen an sich dürfte es ziemlich egal sein).

Das menschliche Interesse kann ich bis zu einem gewissen Grad nachvollziehen - z. B. eine etwas bessere Milch- oder Fleischleistung, um die Versorgung sicherzustellen - aber bitte nicht in den heutigen Ausmaßen, die schweres Tierleid verursachen (und auch da kann man wieder drüber streiten, inwieweit die Versorgung des Menschen durch Tiere wirklich notwendig ist, das kann man meiner Meinung aber auch nicht nur Schwarzweiß sehen).

Eher positiv wäre der Ansatz, robustere Rassen zu züchten, da hätten dann tatsächlich auch die Tiere was von.

Aber rein auf Optik zu züchten und dafür Tierleid in Kauf zu nehmen (auch wenn das bei Katzen vielleicht nicht so ausgeprägt ist, aber offensichtlich schafft der Mensch es, selbst Reptilien krank zu züchten) - da bin ich raus.

Und ich bin wohl einfach gegen Extreme und da gehören z. B. Nacktkatzen für mich dazu. (Die Nacki-Diskussion haben wir hier, glaube ich, aber schon geführt und sind nicht auf einen Nenner gekommen, das müssen wir also nicht noch einmal tun).

Aber wie wir hier schon festgestellt haben - man kann das Rad nicht zurückdrehen. Und das Argument, dass bei einem generellen Zuchtverbot, dann noch mehr Schwarzzüchter auf den Plan treten, halte ich auch für valide. Also muss man sehen, wie man die Dinge zum Wohl der Tiere so optimal gestalten kann wie möglich (dass wir hier da erstmal nur drüber theoretisieren können, ist mir auch klar. Aber es schadet ja nicht - ob als Züchter oder Käufer - sich Dinge mal bewusst zu machen oder sie zu hinterfragen).
 
Zuletzt bearbeitet:
Thema:

Reinrassigkeit - ein überholtes Dogma?

Oben Unten