Reinrassigkeit - ein überholtes Dogma?

Diskutiere Reinrassigkeit - ein überholtes Dogma? im Zucht und Genetik Forum im Bereich Katzenzucht und Nachwuchs; Die Manx lebten und leben aber nicht isoliert ohne Menschen (und ihre Hilfe) und normale Hauskatzen zum Outcross. Durch den mischerbigen Erbgang...
  • Reinrassigkeit - ein überholtes Dogma? Beitrag #141
Jo, hat den Manx Katzen wohl niemand gesagt...

Und bitte nicht falsch verstehen, ich bin keinesfalls dafür, solche Katzen zu züchten! Aber dass sie sich so lange halten konnten, zeigt doch, dass die Natur da auch nicht immer die besten Bausteine und Regularien hat.

Jetzt aber wirklich frohe Weihnachten 🎄🌟
Die Manx lebten und leben aber nicht isoliert ohne Menschen (und ihre Hilfe) und normale Hauskatzen zum Outcross.
Durch den mischerbigen Erbgang sind sie durch die Verpaarung mit "normalen" Katzen in der Lage, sich fortzupflanzen und auch lebensfähige Nachkommen hervorzubringen.
Wie lange das ohne menschliche Einflüsse auf der Insel gelaufen wäre, bleibt offen.
Ob sie irgendwann aufgrund des rezessiven Letalfaktors ausgestorben wären, wenn es zu viele Träger gegeben hätte, oder eine weitere Mutation sie vielleicht gerettet hätte?
 
  • Reinrassigkeit - ein überholtes Dogma?

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  • Reinrassigkeit - ein überholtes Dogma? Beitrag #142
Nochmal ein Gedankenspiel zu der Aussage "Ohne Zucht wären viele Krankheiten nicht in dem Maße erforscht worden".

Das ist auf den 1. Blick ein Pro-Argument, das für mich einleuchtend klingt.

Aber beißt sich die Katze da nicht in den Schwanz? Wir wissen, dass Rassezucht nicht ohne Inzucht geht und Inzucht Probleme mit sich bringt. Vielleicht wären ohne Zucht viele Krankheiten gar nicht in dem Maße aufgetreten? Sucht man hier nicht nach Lösungen für Probleme, die man selbst geschaffen hat?

Und wenn HCM auch bei Hauskatzen so verbreitet ist, hätte es nicht sein können, dass auch ohne Zucht irgendein*e findige*r Forscher*in irgendwann gesagt hätte "Das schaue ich mir mal genauer an?"

Das sind natürlich sehr hypothetische Überlegungen
 
  • Reinrassigkeit - ein überholtes Dogma? Beitrag #143
Aber beißt sich die Katze da nicht in den Schwanz? Wir wissen, dass Rassezucht nicht ohne Inzucht geht und Inzucht Probleme mit sich bringt
Was willst du eigentlich erreichen?

Vielleicht wären ohne Zucht viele Krankheiten gar nicht in dem Maße aufgetreten? Sucht man hier nicht nach Lösungen für Probleme, die man selbst geschaffen hat?
Sagen dass alles ohne Zucht besser wäre?

Du hast keine Rassekatze und noch nie gezüchtet oder?

Ich verstehe nicht was das Ganze soll, es kommt bei mir so an - dass hier Manche die Welt verbessern wollten.

Die keine Rassekatze wollen müssen doch keine kaufen, die sollen ihre Wald Wiesenkatzen halten und gut ist.
 
  • Reinrassigkeit - ein überholtes Dogma? Beitrag #144
Wie der Titel sagt soll der Thread eine offene Diskussion über Reinrassigkeit sein. Ich finde den Austausch sehr interessant, vor allem auch was hier ehemalige Züchterinnen beitragen.

Niemand ist hier ausgeschlossen, es dürfen auch Leute mitdiskutieren die nicht züchten und die keine Rassekatze haben.

Genauso wird doch niemandem hier verboten eine Rassekatze zu halten.

Die Frage ist also eher, was willst du eigentlich?
 
  • Reinrassigkeit - ein überholtes Dogma? Beitrag #145
Hier findet ein offener und interessanter Austausch über das für- und wieder von Reinrassigkeit statt. Ich lerne hier gerade etwas. Das finde ich gut und ich bin für jeden sachdienlichen Beitrag dankbar.


Die Frage ist also eher, was willst du eigentlich?
@Gast53712 vielleicht könnt ihr diese Frage ja einfach mal beantworten.
 
  • Reinrassigkeit - ein überholtes Dogma? Beitrag #146
Ich will vielleicht einfach Dinge hinterfragen? Und selbst was dazu lernen? Vielleicht finde ich das Thema Zucht und Genetik spannend?

Ich finde es übrigens super, dass sich auch Leute wie @Westpark-Nic und @saurier beteiligen, die ich übrigens für ihre doch differenzierte Argumentation schätze. Wir kommen aus unterschiedlichen Richtungen, sind uns aber trotzdem in vielen Dingen einig. Und ich kann etwas von Menschen lernen, die einen besseren Einblick in die Thematik haben als ich. Deswegen darf ich das aber trotzdem hinterfragen. Genau so wie sie meine Argumentation hinterfragen dürfen.
 
  • Reinrassigkeit - ein überholtes Dogma? Beitrag #147
  • Reinrassigkeit - ein überholtes Dogma? Beitrag #148
Ich will vielleicht einfach Dinge hinterfragen? Und selbst was dazu lernen? Vielleicht finde ich das Thema Zucht und Genetik spannend?
Ok. Aber warum sind deine Fragen immer so gestellt dass sie sich gegen eine Zucht richten?
 
  • Reinrassigkeit - ein überholtes Dogma? Beitrag #149
Ich finde es übrigens super, dass sich auch Leute wie @Westpark-Nic und @saurier beteiligen, die ich übrigens für ihre doch differenzierte Argumentation schätze
Das schätze ich auch sehr.
 
  • Reinrassigkeit - ein überholtes Dogma? Beitrag #150
Ok. Aber warum sind deine Fragen immer so gestellt dass sie sich gegen eine Zucht richten?
Weil ich dem Konzept skeptisch gegenüber stehe.

Und ja auch weil für mich EHK einfach schon perfekt sind. Auch wenn es, wie schon gesagt, Rassen gibt, die ich außerordentlich hübsch finde.

Ich bin aber durchaus offen dafür, dass meine Argumente widerlegt werden und ich meine Meinung in Teilen auch revidiere.
 
  • Reinrassigkeit - ein überholtes Dogma? Beitrag #151
Weil ich dem Konzept skeptisch gegenüber stehe.
Siehst du da unterscheiden wir uns wohl.
Und ja auch weil für mich EHK einfach schon perfekt
Ich finde EKH toll aber perfekt ist etwas anderes.
Ich bin aber durchaus offen dafür, dass meine Argumente widerlegt werden und ich meine Meinung in Teilen auch revidiere.
Ich denke es wird dich keiner anderweitig überzeugen. Vielleicht auch nicht wollen.
Denn wozu? Du magst und hältst Lastramis und gut.

Für andere sind bestimmte Rassekatzen perfekt und sie finden diese toll, deshalb halten die Menschen diese Rasse und wollen keine anderen Katzen.
Auch hier wirst du die Menschen nicht umstimmen können.

Das sind einfach zwei Meinungen die man denke ich beiderseits akzeptieren sollte.
 
  • Reinrassigkeit - ein überholtes Dogma? Beitrag #152
Für andere sind bestimmte Rassekatzen perfekt und sie finden diese toll, deshalb halten die Menschen diese Rasse und wollen keine anderen Katzen.
Auch hier wirst du die Menschen nicht umstimmen können.

Das sind einfach zwei Meinungen die man denke ich beiderseits akzeptieren sollte.
Das ist alles schön und gut aber darum geht es in diesem Faden überhaupt nicht.
 
  • Reinrassigkeit - ein überholtes Dogma? Beitrag #153
Ich versuche nochmal zu differenzieren.

Ich finde Rassekatzen nicht doof, weil sie Rassekatzen sind. Aufs Individum bezogen, finde ich auch ganz viele Rassekatzen absolut herzig und/oder wunderschön, seien es @saurier s Oris oder deine Ragdolls @Emily-3 (Nur als Beispiele). Weil sie einem durch die Schilderungen ubd ihren Charakter ja durchaus ans Herz wachsen. Und wenn es sie nicht mehr gäbe, würde ich das bedauern und es täte mir für euch Dosis absolut leid. Genauso wie ich Mitgefühl habe, wenn jemand seine Lastrami verliert.

Bezogen auf das Konzept Rasse insgesamt stellt sich die Rationalistin in mir aber die Frage, für wen es schlimmer wäre, wenn es einige Rassen weniger gäbe? Für die Spezies Katze oder für uns Menschen, weil wir uns dann an gewissen Optiken oder Charaktereigenschaften nicht mehr erfreuen könnten?

Dass Liebhaber einer Rasse das anders sehen, kann ich auf emotionaler Ebene aber trotzdem nachvollziehen
 
  • Reinrassigkeit - ein überholtes Dogma? Beitrag #154
Dieser Faden betrachtet das "Schicksal" von Rassekatzen aus der Sicht von Rassekatzen.
Es geht nicht um das, was Du, ich oder Heinz-Herbert gut finden. Also nicht um unsere Sicht auf die Ästhetik der Tiere und auch nicht um unsere persönlichen Vorlieben und Emotionen.
Es geht sozusagen um die Bioethik hinter der Reinrassigkeit.
 
  • Reinrassigkeit - ein überholtes Dogma? Beitrag #155
Siehst du da unterscheiden wir uns wohl.

Ich finde EKH toll aber perfekt ist etwas anderes.

Ich denke es wird dich keiner anderweitig überzeugen. Vielleicht auch nicht wollen.
Denn wozu? Du magst und hältst Lastramis und gut.

Für andere sind bestimmte Rassekatzen perfekt und sie finden diese toll, deshalb halten die Menschen diese Rasse und wollen keine anderen Katzen.
Auch hier wirst du die Menschen nicht umstimmen können.

Das sind einfach zwei Meinungen die man denke ich beiderseits akzeptieren sollte.
Ich finde es total ok, verschiedene Meinungen nebeneinander stehen zu lassen. Ich will in dem Sinne auch niemanden überzeugen, weil mir im Grunde klar ist, dass das nicht gelingen wird. Aber vielleicht wird man (da schließe ich mich ein) durch die Diskussion angeregt nochmal über den einen oder anderen Punkt nachzudenken.
Nenn es einfach Neugier, möglichst viel über das Thema zu erfahren und möglichst alle Seiten dazu zu hören.

Was mir an der Diskussion hier gefällt ist, dass sie trotz unterschiedlicher Standpunkte doch weitestgehend sachlich und auf Augenhöhe abläuft.
 
  • Reinrassigkeit - ein überholtes Dogma? Beitrag #156
Dieser Faden betrachtet das "Schicksal" von Rassekatzen aus der Sicht von Rassekatzen.
Es geht nicht um das, was Du, ich oder Heinz-Herbert gut finden. Also nicht um unsere Sicht auf die Ästhetik der Tiere und auch nicht um unsere persönlichen Vorlieben und Emotionen.
Es geht sozusagen um die Bioethik hinter der Reinrassigkeit.
Das hast du jetzt besser zusammengefasst als ich es je gekonnt hätte 😅
 
  • Reinrassigkeit - ein überholtes Dogma? Beitrag #157
danggeschöön!! :a010:
 
  • Reinrassigkeit - ein überholtes Dogma? Beitrag #158
Ich finde EKH toll aber perfekt ist etwas anderes.
EKH ist eine eigenständige Katzenrasse, die hier evtl. gerade (wie so oft) mit einer Hauskatze gleichgesetzt wird.

Ich wünsche allen hier schöne Weihnachten 🎄
(auch dir @Gast53712 trotz deiner despektierlichen Art)
 
  • Reinrassigkeit - ein überholtes Dogma? Beitrag #159
Als sei der Umstand, dass man den Tieren ein paar Lebensjahre klaut, vollkommen normal und nicht an für sich schon schlimm.

Das sehe ich ganz genauso. Ich habe mich ja parallel zu meiner Zucht auch in einem Tierschutz Verein engagiert und da jede Menge Elend gesehen. Und habe mich natürlich auch gefragt, ob es überhaupt gerechtfertigt ist, weitere Tiere bewusst in die Welt zu setzen, obwohl es viele arme Seelen da draußen gibt.

Für mich war die einzige Legitimation dann tatsächlich, dass ich neben dem Verfolgen meiner Zuchtziele, absolut alles tue, um so gesunde Kitten, wie möglich “zu produzieren”.

Meine Zweifel, ob man das wirklich verantworten kann, noch weitere Tiere in die Welt zu setzten, hat allerdings der Vorsitzende unseres Tierschutz-Vereins zerstreut: er sagte: es wird immer Menschen geben, die eine Rassekatze wegen der besonderen Optik haben wollen. Und wo Kaufinteressenten sind, sind auch immer Produzenten. Da ist es doch besser, es macht jemand wie du, der es wirklich ordentlich macht.

Ich musste aber in all den Jahren meiner Zucht (und heute noch) erleben, dass es leider verdammt viele Züchter gibt, die diese Ansprüche nicht haben.

Zucht ist per se nichts Schlechtes, wenn es Menschen mit Sinn und Verstand und nicht dazu machen, um jedes WE auf einer Bühne zu stehen, Pokale zu gewinnen und Kohle zu verdienen.

Das ist sicherlich richtig - aber wie viele gibt es von denen? Ja - du und ich wir kennen ein paar Züchter, bei denen wir das “seriöse” und “verantwortungsvoll” sofort unterschrieben würden - aber inzwischen glaube ich, dass das nur eine verschwindend kleine Gruppe ist. Zumindest kenne ich deutlich mehr, die es nicht ordentlich machen.

Du hast an einer anderen Stelle gesagt, dass wir deshalb immer weiter unermüdlich aufklären müssen (ich habe irgendwie jetzt das Zitat verloren) - und auch hier glaube ich inzwischen, dass das zwar ein tolles Ideal ist, aber ebenfalls nicht zielführend ist. Früher war es irgendwie überwiegend der Kampf gegen die Schwarzzüchter und das unermüdliche Erklären, warum man kein Tier ohne Papiere kauft … inzwischen würde ich bei 90% der Vereinszüchter auch nichts mehr kaufen ….

Wir wissen, dass Rassezucht nicht ohne Inzucht geht und Inzucht Probleme mit sich bringt. Vielleicht wären ohne Zucht viele Krankheiten gar nicht in dem Maße aufgetreten?
Hier muss man immer etwas differenzieren: Viele Menschen halten Inzucht für die Wurzel des Übels in Bezug auf Krankheiten. Erst einmal “erzeugt” Inzucht keine Krankheiten, sondern macht sie sichtbar. Was dem Züchter die Möglichkeit gibt, sie zu eliminieren.
Der einzige “Nachteil” ist, dass man durch die Reduzierung der genetischen Vielfalt das Immunsystem schwächt. Ein Effekt, den Züchter, die wiederholt eng verpaaren schnell beobachten können. Aus einem geschwächten Immunsystem heraus ergeben sich jetzt natürlich weitere Erkrankungen (wie z.B. so Autoimmunerkrankungen, von denen du berichtet hast).
An der Stelle bleibe ich dabei, dass Inzucht ansich nichts Negatives ist - aber wie bei vielem, kommt es auf das Maß an.

Und da schließt sich der Kreis, zu dem was ich oben gesagt habe: für dieses Maß benötigt es drei Eigenschaften, die ich bei einem ZÜchter unerlässlich finde: die drei Vs: Verantwortung - Verstand - Vermögen.

Nur wenn jemandem in allen Konsequenzen klar ist, dass man mit Lebewesen arbeitet und nicht irgendein “Bastelhobby” hat, wird er genug Verantwortung besitzen, richtige Entscheidungen zu treffen (auch wenn die für ihn persönlich zum Nachteil sind).
Dass ein Züchter Verstand benötigt, um zum Beispiel medizinische und genetische Aspekte wirklich zu durchdringen, sollte nach diesem Thread hier schon klar sein. (Hier sehe ich übrigens das größte Defizit in der Züchterwelt)
Und zuletzt das Vermögen: Neben Arztkosten, Kosten für Tests muss man es sich vor allem leisten können, z.B. ein Tier, dass man für richtig viel Geld gekauft hat, kastrieren zu lassen, wenn sich ein Verdacht herausstellt. Und ich weiß nicht, bei wievielen Züchtern ich mir schon den Mund fusselig geredet habe, die stolz ein neues Tier präsentierten und ich (nur mit einem Blick in den Stammbaum) auf mögliche Probleme hingewiesen habe. Natürlich bin ich jetzt nicht die Königin aller Weisheiten - aber selbst mit Nachweisen, dass Tiere aus dem Stammi an HCM verstorben sind, wurde trotzdem mit dem ach so teuren Tier gezüchtet.

Oder ganz großartig: es wurden Tiere im ehemaligen Ostblock gekauft. Tatsächlich haben die Russen, Ungarn, Polen usw. richtig großartige Tiere vom Standard - nur testen steht da eher weniger auf dem Programm. Manch einer, der viel nach Deutschland verkaufte hatte dann mal eine “HCM negativ” auf der Seite und wenn man es hinterfragte, dann waren die Tiere mit knapp einem Jahr und danach nie wieder getestet.
 
  • Reinrassigkeit - ein überholtes Dogma? Beitrag #160
Meine Zweifel, ob man das wirklich verantworten kann, noch weitere Tiere in die Welt zu setzten, hat allerdings der Vorsitzende unseres Tierschutz-Vereins zerstreut: er sagte: es wird immer Menschen geben, die eine Rassekatze wegen der besonderen Optik haben wollen. Und wo Kaufinteressenten sind, sind auch immer Produzenten. Da ist es doch besser, es macht jemand wie du, der es wirklich ordentlich macht
Danke erstmal für deinen Beitrag, mit dem ich absolut mitgehen kann.
Ich stehe dem Konzept Zucht, besonders wie es jetzt praktiziert wird, immer noch kritisch gegenüber, aber rein pragmatisch und realistisch gesehen gesehen (es wird immer Menschen geben für die die Optik Priorität hat. Hat sie bei mir bis zu einem gewissen Grad auch, nur dass es bei mir halt EHK "getroffen" hat. Und ich bei der Auswahl meiner Katzen die Priorität eher auf "muss in die bestehende Gruppe passen und für Freigang geeignet sein" lege. Was viele Rassekatzen von vornherein ausschließt, sei es aufgrund körperlicher Merkmale oder vertraglicher Klauseln) macht das Argument für mich oben absolut Sinn.
Das ist sicherlich richtig - aber wie viele gibt es von denen? Ja - du und ich wir kennen ein paar Züchter, bei denen wir das “seriöse” und “verantwortungsvoll” sofort unterschrieben würden - aber inzwischen glaube ich, dass das nur eine verschwindend kleine Gruppe ist. Zumindest kenne ich deutlich mehr, die es nicht ordentlich machen.
Ja, das ist das, was ich auch befürchte, ohne sonderlich tief im Thema zu stecken.
Du bist jetzt schon die 2. ehemalige Züchterin die meint, dass der größte Teil der Züchterwelt eigentlich nicht viel Ahnung hat von dem, was sie da tun. Das stimmt irgendwie nicht hoffnungsfroh ....

Ich wollte noch mal auf das Thema Optik und Genetik zu sprechen kommen.

Für mich als Laien stellt es sich so dar:

In der Hundezucht wurde anfangs noch auf bestimmte Einsatzzwecke gezüchtet. Das Unheil nahm seinen Lauf, als verstärkt auf Optik gezüchtet wurde. Jetzt vereinfacht zusammengefasst. Zynisch könnte man sagen "Für Schönheit muss der Züchter halt auch mal ein paar Krankheiten in Kauf nehmen."
Und leider ist es ja wohl so, dass zu viele Züchter so oder ähnlich denken? Oder ihnen halt einfach das Wissen fehlt.

Jetzt hat man Katzen ja von Anfang an auf Optik gezüchtet. Es gibt keine Herdenschutzkatzen, keine Jagdkatzen, keine Wachkatzen. Das meine ich, wenn ich sage an der EHK gibt es nichts zu verbessern. Für ihren "Einsatzzweck" (Beute fangen) ist sie ja von der Natur bestens ausgestattet. Die "Verbesserungen" zielen also in erster Linie darauf ab, dass der Mensch was fürs Auge hat.
Wenn ich jetzt aber lese, wie es in der Züchterwelt zugeht und das mit so wenig echter Expertise gezüchtet wird - ist das nicht ein "Recipe for Desaster?"

Wie kann man verhindern, dass es eben nicht so weit kommt wie bei den Hunden?

Kann man da wirklich nur an die Sorgfalt der Züchter und Käufer appellieren, oder müsste da der Gesetzgeber nicht viel stärker eingreifen? Damit nicht jeder Hinz und Kunz sich Züchter schimpfen darf?
Hier muss man immer etwas differenzieren: Viele Menschen halten Inzucht für die Wurzel des Übels in Bezug auf Krankheiten. Erst einmal “erzeugt” Inzucht keine Krankheiten, sondern macht sie sichtbar. Was dem Züchter die Möglichkeit gibt, sie zu eliminieren.
Der einzige “Nachteil” ist, dass man durch die Reduzierung der genetischen Vielfalt das Immunsystem schwächt. Ein Effekt, den Züchter, die wiederholt eng verpaaren schnell beobachten können. Aus einem geschwächten Immunsystem heraus ergeben sich jetzt natürlich weitere Erkrankungen (wie z.B. so Autoimmunerkrankungen, von denen du berichtet hast).
An der Stelle bleibe ich dabei, dass Inzucht ansich nichts Negatives ist - aber wie bei vielem, kommt es auf das Maß an.
Danke für die Erläuterungen. Das hat für mich noch mal einige Aspekte ans Licht gebracht, die ich so nicht bedacht hatte.
Und da schließt sich der Kreis, zu dem was ich oben gesagt habe: für dieses Maß benötigt es drei Eigenschaften, die ich bei einem ZÜchter unerlässlich finde: die drei Vs: Verantwortung - Verstand - Vermögen.
Absolute Zustimmung.
 
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