Was ich gelernt habe bzw bestätigt wurde:
Die Zucht wird viel zu schlecht kontrolliert
Leider sind wirklich seriöse Züchter in der Unterzahl.
Für den Laien ist es gar nicht so einfach wirklich seriöse Züchter zu erkennen.
Outcrossing ist doch komplexer als es auf den ersten Blick erscheint
*unterschreib*
Deshalb - und das schreibe ich ja immer wieder - müssen WIR Konsumenten uns schlau machen, genau, wie wir es bei anderen Anschaffungen auch tun (und noch darüber hinaus, weil es sich um ein LEBEwesen handet).
Was ein Züchter erfüllen sollte (und was wir als Käufer überprüfen können):
Wenn ich einmal (Rasse-)Katzen züchten will...
Ansonsten:
Kauft nur bei seriösen Züchtern oder geht ins Tierheim
Zucht ist Rassismus??!!???
und so viele mehr..
Und was das "Mischlinge sind gesünder" angeht, hat Nic zum einen schon etwas gesagt, zum anderen ist es aber auch so, dass sich mitunter Gene nicht "logisch" verhalten. Man vermutet (Nic, gibt es da inzwischen neue Erkenntnisse?), dass es neben Genen mit ihreen
Allelen sogenannte "
Marker" gibt, die sich, bei Elterntieren nicht sichtbar, in der Nachwuchsgeneration zusammenschließen und dann z.B. zu einem Knickschwanz oder etwas ähnliches führen können, obwohl im Vorfeld wirklich nichts daraufhindeutete.
Verpaart man also zwei verschiedenen Rassen miteinander, kann es auf dem Papier, was die Genetik angeht, gut aussehen, aber keiner weiß, was da noch im Hintergrund dranhängt (ich weise mal z.B. auf die Aby-Einkreuzung bei den
OKH oder die Briten bei den "Siamesen", um hübsche runde Thais zu erhalten *schüttel* hin).
Aber es gibt sie, die seriösen und verantwortungsvollen Züchter (wie Nic und die anderen, die wir hier schon kennen und von denen wir lernen durften / Ausnahmen bestätigen die Regel) und deren jahrelange Arbeit kaputt zu machen, wäre ein gesunheitlicher Rückschritt für alle Katzen.
Die Züchter, die z.B. Genprojekte an Unis anstoßen, um Anomalien, die in den eigenen Linien aufgetreten sind, untersuchen zu lassen und dafür die eigenen Katzenkäufer und andere Züchter mit ins Boot holen, über Jahren um Gewebeproben/Untersuchungen (auch und vor allem an verstorbenen Tieren - daher sind Obduktionen so wichtig) haben sammeln lassen.
Ohne Zucht wären viele der Krankheiten die man heute erkennen und heilen oder zumindest behandeln kann, nie in dieser Deutlichkeit hervorgetreten. Klar, sie sind am Anfang (aber wann war das? Ende des 19., Anfang des 20. Jahrunderts?) oft unterschätzt und mitunter 'verbreitet' worden, indem man 'falsch' gezüchtet hat, aber auch damals, als noch nicht so viel (z.B. bezüglich der Genetik) bekannt war, gab es schon verantwortungsvolle Menschen, die dem nachgegangen sind und alles haben untersuchen lassen, was möglich war. Gentests auf diverse Krankheiten fallen nicht vom Himmel.
Und dass Mischkatzen auf den ersten Blick 'gesünder' wirken, weil es verlockend klingt, dass die Natur nur Gutes vererbt, ist doch in vielen Bereichen auch Augenwischerei. Ich habe ja nicht umsonst schon einmal die Manx erwähnt - wenn es "die Natur" doch macht, wie konnte sich der Letalfaktor dort so lange halten und verbreiten? Mag ein extremes Beispiel sein, zeigt aber eben, dass es nicht so eindimensional ist, wie es manche (finde ich zumindest) manchmal darstellen.
Und mal Hand aufs Herz - wie viele, die ihr kennt, lassen ihre verstorbenen Hauskatzen nach deren Tod obduzieren, um die GENAUE Todesursache herauszufinden? Bitte nicht falsch verstehen, ich kann nachvollziehen, dass man das nicht macht, es verursacht Kosten und bei vielen ein mulmiges Gefühl und oft hilft es ja auch niemandem weiter, weil man Eltern- und/oder Geschwistertiere oder gar nachfolgende Generationen, denen eine genaue Todesursache ggf. helfen könnte, gar nicht kennt oder nicht weiß, wo diese - wenn überhaupt noch - leben.
So sind die Datenbanken natürlich mit 'kranken' Rassekatzen gefüllt... Als Gegenbeispiel kann ich aber mal das der IG herzgesunde Katze anführen (habe ich ja auch schon diverse Male herangezogen und dokumentiert): Der Anteil der Katzen bei den Ärzten, die der IG angehören, die an
HCM erkrankt sind, sind nicht die Rassekatzen (und das, obwohl der Prozentsatz der Halter von Hauskatze, die diese schallen lassen, geringer ist).
Das soll keine Rechtfertigung für blauäugiges Verpaaren sein und wer mich kennt, weiß, dass ich hohe und strenge Kritertien an Züchter anlege und ich finde, dass man immer ALLES tun sollte als Züchter, um das zu verhindern, was man verhindern kann. Daher lieber, wenn man sich mit dem Thema nicht auseinandersetzen möchte (und ja, dazu braucht man ein bisschen Zeit, ein paar Jahre ggf. sogar) zum
Tierschutz. Aber wenn sich jemand damit auseinandersetzt und schaut, dass er einen guten Züchter findet, wüsste ich nicht, wieso man dort nicht kaufen sollte.
Und sind wir mal ehrlich - ja, es gibt auch schlechte und betrügerische Organisationen, die sich
Tierschutz-Orga nennen - sollte man daher alle verteufeln? Nein, auf keinen Fall und es soll auch nicht bedeutet, dass ich sage, nur weil es dort schlechte gibt, darf es die an anderer Stelle auch geben - mitnichten - aber es gibt eben auch gute und DIE sollte man unterstützen, indem man immer wieder aufklärt und aufklärt und aufklärt.
Zucht ist per se nichts Schlechtes, wenn es Menschen mit Sinn und Verstand und nicht dazu machen, um jedes WE auf einer Bühne zu stehen, Pokale zu gewinnen und Kohle zu verdienen. Diese Art von Menschen sollte man tatsächlich nicht unterstüzen, das ist Vermehrerei unter dem Deckmäntelchen der Vereinszucht.
Daher SCHAUT HIN, wenn ihr euch ein Rassetier anschaffen wollt, dass alle Faktoren, so gut es geht, stimmen die Adoption eines Rassetiers erfordert auch beim Halter ein gewisses Maß an Wissen und den Willen, nicht die Augen vor dem zu verschließen, was durchaus schief läuft (keine Frage!).
Aber wenn WIR Konsumenten bei solchen Menschen nicht mehr kaufen (das ist adäquat zu den papierlosen Vermehrern), werden sich die anderen irgendwann durchsetzen, das kostet aber eben etwas mehr und leider ist vielem Käufern das eigenen Portemaonnaie näher als Sinn und Verstand.
Und um noch einmal auf die Mischlingsproblematik zurückzukommen. Mischlinge wären bei gezielter Verpaarung ggf. gesünder, aber dann müsste man schauen, welche es wirklich sind und nur diese wieder weiterverpaaren und was wäre das dann? Richtig, ein Zuchtprogramm...
Solange sich verpaaren kann, was will (oder was der uninformierte Mansch für nett und hübsch hält), kann man ein pauschales "Mischlinge sind immer gesünder"- finde ich - nicht mit Überzeugung aussprechen.
So und jetzt muss ich weiternachen und wünsche euch schöne Weihnachten!