Um 9.30 Uhr fahren wir in die Tierklinik. Ich bin ziemlich angespannt und hoffe inständig, dass Eddies Nierenwerte weiterhin im Normbereich sind. Die Caliciviren sollten in den Griff zu bekommen sein.
Doch vor einer CNE habe ich Angst, auch wenn ich weiß, dass sie mit den entsprechenden Mitteln - zumindest im Anfangsstadium - einigermaßen zu händeln ist.
Die letzten Tage waren wirklich hart. Eddie lässt sich zwar super füttern, er ist - auch da - völlig unkompliziert und wehrt sich nicht, aber die Erinnerung an Kitty kommt dabei natürlich hoch und es ist gerade alles ist überschattet von der Ungewissheit, ob er wieder gesund wird.
Ich habe die letzten Tage miserabel geschlafen, was mir an sich nichts ausmacht, denn ich komme gut mit wenig Schlaf zurecht. Im Zweifel ist es wirklich besser, gar nicht zu schlafen, denn so bald ich eingeschlafen bin, habe ich blödes Zeug geträumt und bin nassgeschwitzt wieder aufgewacht. Essen konnte ich auch nichts - das ist wirklich sehr ungewöhnlich für mich.

Möglicherweise ist das
Calicivirus, das Larry eingeschleppt hat, für die ganze Misere zuständig, ich habe mich einer Gruppe für nierenkranke Katzen angeschlossen und dort schließen sie das - im Gegensatz zu der Tierklinik - nicht aus.
Der Leitung der Tierklinik habe ich übrigens eine Mail geschrieben, weil das unempathische und zum Teil wirklich äußerst unfreundliche Verhalten der Tierärtzinnen dort wirklich grenzwertig war.
Wir haben noch einmal ein paar Situationen Revue passieren lassen. Bei allem Verständnis dafür, dass sie mehrfach betont haben, viele Notfälle zu haben, entschuldigt das nicht den zum Teil wirklich harschen Umgangston und die unhöfliche Art der meisten Tierärztinnen dort.
Schlimm fand ich jedoch vor allem, dass in dem Telefonat vor der zweiten Blutprobe angeklungen hat, dass sie wenig Hoffnung haben (vorsichtige Prognose), dass Eddies Zustand sich nochmals verbessert und mir nahegelegt wurde, ihn dann nicht zu lange leiden zu lassen.
Mit etwas mehr Fingerspitzen- und Taktgefühl hätten sie dieses Gespräch erst mit mir geführt, wenn die Blutprobe, die für den nächsten Tag vorgesehen war, keine positive Tendenz aufgezeigt hätte.
Neben der großen Sorge um Eddie war das eine wirklich große emotionale Belastung.