Meine Güte, ich war seit 2018 nicht mehr hier. Hab grad nachgeschaut, zuletzt als meine Loona gestorben ist.
Seit dem hat sich viel getan (zwischenzeitlich auch ein Katerchen an FIP verloren).
Meine aktuelle Truppe:
Lizzy, 11 Jahre (ruhiger, etwas mehr für und keine große Schmuserin mit den anderen, aber meist bei ihnen in der Nähe, manchmal etwas zickig, wenn jemand ihre Grenzen nicht wahrt)
Lucky, 10 Jahre (absolutes Engelchen, versteht sich gut mit allen, sehr sanftes Gemüt)
Trixie, 7 Jahre (Wenn Katzen ADHS hätten... Chaos-Energiebündel aber super lieb und sozial, stellt sich sehr gut auf alle und ihre Wesen ein)
Leo, 6 Jahre (typisch roter Kater, Dussel, Tollpatsch, kann beim Spielen etwas grob werden aber ein riesiger Schmuser, der von allen gemocht werden möchte und alle mag)
Im November war ich (wie fast jedes Jahr) in Ägypten zum Tauchen. Dort im Resort gibt es immer viele Katzen. Äußerlich geht es denen gut, sie haben ne tolle Anlage, bekommen Futter. Aber das Management stellt sich gegen Bemühungen vom Tierschutz quer, die Weibchen kastrieren zu lassen. Es gibt sehr viele Würfe, insbesondere in letztem Herbst. Wo die dann irgendwann mal enden, wenn es zu viele für so ein Hotel werden, kann sich jeder ausmalen.
Seit meinem Ankunftstag lief mir ein etwa 3 Monate altes Katzenädchen hinterher, wartete vor meinem Bungalow jedes Mal wenn ich kam und ging, fand irgendwann den Weg auf meinen Balkon und wich mir nicht mehr von der Seite. Fünfte Katze schlechte Idee, aber ich brachte es einfach nicht übers Herz, mir vorzustellen, dass sie noch als Jungtier das erste Mal schwanger wird und irgendwann entweder durch Revierkämpfe, Schwangerschaft, andere Krankheiten oder gewaltsam stirbt. Also zu einer Orga gebracht und auf Ausreise vorbereiten lassen. Mit allen Auflagen und Flugpatensuche dauerte das 5 Monate. (Dort war sie in einem Freiluftzwinger wie bei deutschen THen mit 2 weiteren Weibchen untergebracht, mit denen sie sich wohl verstanden hat).
Am 21.04. war sie dann endlich hier, mittlerweile ca. 8 Monate alt. Ihr Name ist Nala.
Schlafzimmer für sie eingerichtet und für mich die Couch. Da bisher jede Zusammenführung ziemlich spielerisch ohne große Trennung klappte, und sie sich wie gesagt mit den anderen beiden verstanden hatte, ging ich hier auch von 'smooth sailing' aus - insbesondere da meine 4 alle Zusammenführungserfahren und sehr sozial sind. Allenfalls bei Lizzy dachte ich, sie wird sich etwas zurückziehen, Abstand halten, vielleicht etwas grummeln, aber dann damit okay sein.
Pustekuchen.
Nachdem ich sie erst mal hatte ankommen lassen, dachte ich, ich lass die super neugierige Trixie mal kurz gucken. Das ging gehörig daneben. Nala ging direkt auf sie los, Trixie verteidigte sich, es flogen Haarbüschel und Nala nahm dann doch reißaus und versteckte sich im Schlafzimmer.
Also Trennung, Gittertür, Geruchsaustausch, positive gemeinsame Erfahrungen am Gitter mit Leckerli und Spielen... half alles nix. Nala empfand die Tür wohl als Affront und sprang ständig fauchend und kreischend dagegen. Irgendwelche positiven Erfahrungen an der Tür waren undenkbar. Sie stieß die Tür auch mehrfach auf, sodass ich sie weiter absichern musste, riss dann aber trotzdem am Netz und biss daran rum. Also ging das gar nicht.
Ich hab dann die Bulgarin kontaktiert - woher ich mein verstorbenes FIP-Katerchen hatte und Trixie habe; meine Mutter hat auch eine Katze von ihr - und gefragt wie sie das mit ihren vielen Straßenschützlingen macht. Bei ihr kommen sie erst mal in einen Dog Kennel/Käfig, mitten zu den anderen, sodass sich beide Parteien in Sicherheit aneinander gewöhnen können. Dann öffnet sie vorsichtig für kurze Zeit die Tür, bis sie die Katze vollständig und dauerhaft rauslassen kann. Das funktioniert bei ihr immer.
Also ich Käfig gekauft, kleines Klo, Hängematte, sehr skeptisch probiert, und siehe da, es ging echt gut. Nala beschwerte sich ein wenig, aber nahm den Käfig gut an. Nachts kam sie dann wieder ins Schlafzimmer, um sich da frei zu bewegen, während ich mit den anderen 4 im Wohnzimmer schlief. An Office Tagen genauso, und wenn ich im Haus war eben wenigstens 2x mehrere Stunden im Käfig hier mit uns.
SORRY ES IST NE LANGE STORY aber ich denke die Details sind wichtig.
Am Gitter des Käfigs gab es immer mal wieder freundliches Geschnupper. Irgendwann habe ich dann mal Lucky - das Engelchen - mit zu Nala ins Schlafzimmer genommen, und oh Wunder - mit ihm kann sie. Es gibt vorsichtiges, ruhiges Fauchen wenn einer zu nah kommt, aber sonst viele zaghafte Annäherungen, auch mal Nässchen Schnuppern, ruhiges neben einander sitzen etc. Mit Lucky läuft es SUPER.
Mit den anderen... so la la.
Mittlerweile darf Nala sich meist frei bewegen. Sie kommt nachts in den Käfig zum Schlafen, kommt da auch zum Essen rein, damit sie ungestört ist und kein Fressneid entsteht (der scheint bei ihr SEHR groß). Wenn ich außer haus bin, ist sie im Schlafzimmer, und wenn es tagsüber mal kracht, kommt sie in den Käfig, um wieder runterzukommen.
Manchmal ist es alle sehr harmonisch, sie läuft an Leo und Trixie vorbei, ohne einen Ton, schnüffelt auch mal. Alles prima.
Dann gibt es wieder Momente, in denen sie kreischt und brummt und ausschlägt (nie mit Krallen, und meist eher angedeutet, aber sie gebärdet sich vokal bedrohlich).
Insbesondere Trixie jagt sie oft ins Schlafzimmer und dort unter die Kommode. Trixie wehrt sich noch nicht mal und faucht nur. Sie ist Gott sei Dank ein Sonnenscheinchen und davon irgendwie nicht mitgenommen, aber Vertrauen zu Nala kommt natürlich nicht auf.
Leo ist ein wenig mehr "Mir doch egal", faucht und pfötelt zurück, aber lässt sich nicht so ganz aus der Ruhe bringen. Und Lizzy haut eher ab oder grummelt und brummt warnend. Also von niemandem kommt WIRKLICH aggressives Verhalten zurück. Keiner fängt an außer mit Fauchen, wenn Nala nah kommt. Und wie gesagt geht es manchmal auch gut.
Von Nala kommt aber halt immer wieder aus Unsicherheit diese 'Aggression' - also lieber zuerst angreifen, bevor sie einer angreifen kann. Was niemand tut und in gut 2 Monaten nicht getan hat.
Ich frag mich halt, wann ich damit rechnen kann, dass es sich deutlich bessert. Oder ob überhaupt. Und was ich noch tun könnte, um das "Gezicke" zu unterbinden.
Ich bleibe immer ruhig, rede ruhig auf sie ein, auch mal mit bestimmtem Ton, aber nie laut oder wütend. Wenn ich sie zum 'chillen' in den Käfig stecke, mache ich das auch ganz ruhig und rede dabei freundlich auf sie ein. Manchmal ist sie so außer sich, dass sie auch gegen mich angeht (aber nie wirklich heftig, auch eher verbal und mit angedeuteten Bissen und Hieben, die aber alle nicht landen).
Sorry, dass es so unfassbar lang geworden ist; ich hab kaum alles richtig erfassen können, was mir wichtig erscheint - also das hier ist schon die Kurzfassung ;-)
Hat jemand von euch Erfahrungswerte zu sehr langwierigen Zusammenführungen? Oder sonstige Tipps?
Danke im Voraus!