Man hält eine taube Katze drinnen oder im gesicherten Freigang, weil sie gar keine Chance hätte, mit den Gefahren draußen klar zu kommen und diesen schutzlos ausgeliefert wäre. Eine gesunde Katze ist diesen Gefahren ebenfalls ausgeliefert, hat aber kein handicap, weswegen sie einen Teil der Gefahrenquellen gut einschätzen kann.
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Ist dem wirklich so? Die Katze kann Gefahren nicht über Vibrationen wahrnehmen? Geruchssinn z.B.? Es ist nur menschlich gedacht, das hat nichts mit der Natur der Katze zu tun. Wir zwingen in diesem Moment der Katze auch nur unsere Sichtweise auf, nichts weiter. Einen LKW kann eine
taube Katze über Vibrationen genauso gut einschätzen, oder auch nicht. Denn wenn sie zw parkenden Autos einem Vogel hinterher jagt, hört sie das Auto vielleicht, achtet aber dennoch nur auf den Vogel. Der Mensch sagt: eine
taube darf nicht mehr ungesichert raus, sie hört ja nichts. Die gesunde darf, sie kann alles besser einschätzen. Ich denke das ist grundlegend falsch gedacht, denn die menschlichen Gefahren, kann keine Katze wirklich einschätzen. Man kann es sich versuchen einzureden, aber dem ist nicht so. In der Natur und in ihren Instinkten kommen Gafhren wie Autos, Jäger, Giftköder usw nicht vor.
Eine handicap Katze mit Freiheitsdrang kannst du auch nicht in der Wohnung halten. Ihre Lebensqualität würde dadurch komplett eingeschränkt werden. Zum Glück gibt es ja noch Alternativen, wie zum Beispiel den gesicherten Freigang. Und wenn man selbst einer Katze mit Behinderung so etwas nicht bieten kann, sollte man sich ein alternatives Zuhause für sie suchen.
kann man doch auch auf gesunde Katzern auslegen, nicht? Sie leben im gesicherten Freigang nicht schlechter als die
taube, warum also das Maß nicht für alle gleich ansetzen?
Im besten Fall (manchmal ist aber auch hier die Erziehung fehlgeschlagen) ist der Mensch der Chef im Rudel und der Hund ordnet sich unter, vertraut dem Menschen und nimmt Entscheidungen des Herrchens ohne Bedenken hin. Bei Katzen und Menschen ist es ein anderes Verhältnis, es ist ein Nebeneinander. So lange es der Katze gut geht, ist doch alles prima, aber wenn das gefährdet wird, lösen Katzen die Symbiose zu ihrem Menschen eben auf und suchen sich eine Alternative.
Aber oist es nicht so, das in der freien Natur, es immer mal wieder zu Kämpfen kommt, weil einer an der Rangordnung knabbert und selber Chef sein will? Warum macht das der Hund mit dem Menschen nicht genauso? Warum beißt er nicht einfach ab und an seinen Menschen und schaut ob er nicht selber Chef sein kann?
Und nein, auch das glaube ich nicht so ganz. Katzen geht es nicht immer gleichermaßen gut. Kommt ein Neuzugang haben die anderen erst einmal Streß und sehen einen Eindringling in ihrem Revier, sehen dann wie diese Katze auch die Zuneigung von ihrem Menschen bekommt. Warum kämpfen Katzen darum? Warum ziehen dann die Freigänger nicht einfach weiter und kommen nie wieder? Warum gibt es Fälle wie die, das die Katze im Motorraum seines Besitzers saß, 40 km weiter offenbar rausgesprungen ist und dann Tage/ Wochen später zuhause auftauchte? Es sind außergewöhnliche Fälle, für uns. Aber wer weis wie oft es die wirklich gibt, ohne das je jemand darüber erfährt. Es gibt Katzen die Einbrecher angegriffen haben, die einen Hund verjagt haben, als er das Kind der Familie angriff. Warum tun sie das? Wäre es nicht eher in ihrerv Natur, wegzulaufen, wenn ihnen etwas Angst macht, bzw ihr Schutz bedroht ist?
Das ist aber lediglich ein Resultat aus Anpassung und Erziehung, nicht aus Anpassung ihres Naturells und ihrer Instinkte.
Nein, es ist das Resultat auch aus der Zucht. Ein Resultat daraus, was die Katze kennenlernt und was sie als normal betrachtet. Eine wohnungskatze passt sich nicht einfach so an, für sie ist das ihr Lebensraum, von Anfang an, sie hat es bereits von ihrer Mutter mit gelernt und ein Großteil des Wesens vererbt sich auch. Das heißt, auch in der Zucht wird/ und wurde immer versucht nicht nur typmerkmale zu züchten und Gesundheit, sondern auch das Wesen wurde berücksichtigt. Ein normaler Hund wird auch immer zuerst den Instinkt haben zu jagen, ich glaube nicht das man das aus ihm komplett rauszüchten kann. Wohl aber kann man ihn offenbar besser kontrollieren, was nicht zuletzt an hartem Training liegt und daran das er am Anfang dafür an der Leine ist.
Aber hier ist es doch mal wieder interessant zu sehen, dass man Hunden es zugesteht, draußen schnüffeln und buddeln gehen zu dürfen, Katzen können/sollen sich aber anpassen. Was aber an der Stelle sogar noch einen Ticken intensiver ist, denn Katzen sind - wie ich auch bereits ausreichend erklärt habe - vom Wesen her noch ein gutes Stück weit mehr freiheitsliebender als Hunde. Wie gesagt: Vergleiche doch mal den Freiheitsdrang von Katzen mit Pariahunden, nicht mit dem gewöhnlichen Haushund, dann kommen wir der Sache ein gutes Stück weit näher.
Wir haben aber alle Hauskatzen, keine Wildkatzen die wir halten. Also hinkt der Vergleich auch, denn sonst müssen wir immer und überall unsere Katzen laufen lassen, aber die Hunde ebenso. Die Pferde, Kanninchen usw. Nur das was wir als Haustiere halten, ist vom Wesen inzwischen weit entfernt von den Wildtieren. Denn Wildtiere würden nicht einmal in die Nähe eines sichtbaren Menschen kommen.
lg Juli