Danke für all eure lieben Worte und euer Mitgefühl.
Ich bin heute einfach fertig, so ein Wechselbad der Gefühle muss ich erstmal verkraften.
Ich hatte mit meinen Söhnen, den Schwiegertöchtern und Finnley ein wunderschönes Wochenende in Holland, wir haben die Zeit zusammen und die Spaziergänge am Meer alle genossen und waren sehr glücklich, dass wir alle an diesem Wochenende die Zeit für diese Kurzreise hatten (das ist gar nicht so einfach bei meinen Kindern). Wir haben uns gefreut, dass der Regen bei unserer Ankunft aufhörte, dass wir gemeinsam viele schöne Dinge unternommen haben und es uns allen so gut ging.
Heute bei unserem letzten Spaziergang am Strand, den wir eigentlich in aller Ruhe machen wollten, bekam mein kleiner Sohn einen Anruf von der Tante, die mit mir Haus an Haus lebt und die die Katzen versorgt hatte. Obwohl sie beide Katzen von klein an kennt und immer versorgt hat, wenn wir verreist waren, konnte sie die beiden nicht richtig auseinander halten. Sie hat Martin also gesagt, dass Peewee gestorben wäre. Ich war ein paar Meter entfernt - ich kann wegen meines Knies nicht gut im Sand gehen und war daher oben auf der Düne geblieben. Die Kinder kamen dann und meinten, sie wollten doch lieber früher nach Hause fahren und den Spaziergang direkt beenden, ohne mir von dem Anruf zu erzählen.
Als wir beim Auto waren haben sie mich dann alle vier in den Arm genommen und mir die schlimme Nachricht überbracht. Sie haben mir auch angeboten, dass sie später mit zu mir kommen, aber ich bin dann doch nach der knapp vierstündigen Heimfahrt, auf der ich viel geweint habe und wir aber auch viel gesprochen hatten, relativ gefasst gewesen und bin von Köln aus (mit Finnley) allein nach Hause gefahren. Mein erster Gang ging in die Küche, weil ich eine Tasche dort absetzen wollte, da fiel mir direkt auf, dass die Sachen, die Momo immer gerne gefressen hatte, nicht angerührt worden waren.
Als ich dann weiter durch den Flur gegangen bin, saß Peewee auf der Treppe und miaute mich an. Da habe ich erst begriffen, dass die Tante die beiden Katzen verwechselt hatte. Das war noch einmal ein großer Schock für mich, so groß die Freude war, dass Peewee lebt, so groß war die Trauer, dass es also Momo war, der während meiner Abwesenheit gestorben ist.
Momo lag oben in meinem Arbeitszimmer auf dem Boden unter dem Fenster. Dort hatte er schon am Samstag gelegen, die Tante hatte sich gewundert, dass er nicht runter kam, ging hoch, hat ihn gestreichelt und gedacht, er genießt die Sonne. Zu dem Zeitpunkt hat er noch gelebt und auf ihr Streicheln reagiert. Heute früh kam er wieder nicht runter und sie ging hoch zu ihm, da war er schon so lange tot, dass die Leichenstarre eingesetzt hatte.
Momo war 6 1/2 Jahre. Viel zu jung. Aber spätestens seit dem schlimmen Asthma-Anfall im letzten September wusste ich, dass es sein kann, dass sein Leben sehr plötzlich endet. Und trotzdem hatte ich damit nicht gerechnet. Ich war am Donnerstag noch zu der Desensibilisierungsspritze mit ihm beim Tierarzt. Und in der Nacht zu Freitag hatte er gemeinsam mit Peewee neben meinem Kopf in meinem Bett geschlafen. Wobei ich kaum geschlafen habe, ich war aufgeregt (wegen der Reise und weil ich am Abend ein viel versprechendes Wohnungsangebot entdeckt hatte) und bin erst gegen 7 Uhr morgens eingeschlafen. Für Momo war es ganz ungewöhnlich, dass er die ganze Nacht im Bett war. Meistens kam er erst gegen Morgen zu uns und hat eher in meinem Sessel oder auf dem Ofen geschlafen.
Als ich mich um 11 Uhr am Freitag früh zur Abfahrt fertig gemacht habe, meinen Koffer rausgebracht hatte und den Katzen nochmal Futter hingestellt habe, kam Momo nicht an. Ich dachte, er wäre beleidigt, weil ich den Koffer gepackt hatte und er ja wusste, dass ich dann wegfahre. Ich weiß nicht, ob er beleidigt war, oder ob es ihm nicht gut ging und er sich in der Nacht davor noch von mir verabschiedet hat. Aber den Eindruck hatte ich nicht.
Und ich war nicht da, als er gestorben ist, das tut besonders weh. Vielleicht hätte ich am Samstag gemerkt, dass etwas nicht in Ordnung ist. Vielleicht hätte ich ihn noch retten können (ich hatte extra ein Notfall-Spray für ihn besorgt). Aber ich war nicht da. Und jetzt ist mein kleiner, süßer, geliebter Momo nicht mehr da.