Ja, mein Problem war ganz ähnlich wie Deines (also aus "meiner Sicht" - die Viecher haben da vielleicht eine andere Meinung dazu):
aus dem Nichts heraus (für mich) fiel plötzlich mein Kater Loup die zwei anderen, jüngeren (Carlito und Muschel) an. Ich habe noch andere Katzen und Kater (Großfamilie), aber die anderen waren kein Problem, nur Carlito und Muschel.
Es fing mit Knurren und Geheule an, und dann ging Loup mit Karacho auf die beiden los, die dann auch heulten und knurrten wie die Blöden. Einmal floss sogar Blut, und jemand hat vor Angst in die Ecke gek*ackt!
Ich hab sofort die Katzenpsychologin angerufen. Sie hat viele Fragen gestellt (Alter der Kontrahenten - 4 Jahre (Loup) und 2 Jahre (die anderen), wie leben sie (Wohnung), kastriert (ja), sind alle gesund (ja) ...
Der erste Rat war: Aggressionen SOFORT unterbinden. Bei Katzen ist schon Anstarren, ohne zu blinzeln, eine Aggression! Sobald einer den anderen anstarrt, sagte sie mir, muss ich dazwischen gehen und den Sichtkontakt unterbrechen - und den Aggressor "wegdrängeln". Aber nicht "extra" kommen, sondern ganz zufällig! Sonst finden die das extra toll, denn Mama kommt ja. Die Katzen nicht ansprechen - nur als zufälliger Störfaktor fungieren, der die Aggression unterbricht.
Bei Tätlichkeiten: für diesen Fall ein paar dicker Socken in der Tasche haben, und den Aggresor damit "bombardieren". Das darf auch treffen - ein paar Socken tut nicht weh, aber es überrascht die Katze und unterbricht den Angriff. Bei mir hat das gut geklappt, ich hab auch oft ein Plastiktellerchen genommen, das Lärm machte.
Dann immer Pheromone austauschen: die Katzen streicheln und dann den anderen mit dem Duft der anderen katze "einstreichen".
Wenn eine große Aggression war und man nicht schnell genug eingreifen konnte: den Aggressor (oder das Opfer) sofort isolieren, zwei Minuten in ein anderes Zimmer ...
Soweit die "Theorie" ... ich habe nachts die beiden jüngeren ins Bad gesperrt, alles andere war unmöglich. Mittags bin ich immer von der Arbeit nach Hause gerast, um nach dem rechten zu sehen. So gegen 14Uhr habe ich die zwei auch wieder ins Bad gesetzt, denn am Nachmittag wars immer am schlimmsten. Abends war ich ja dann wieder da, zum Überwachen.
Sie haben jetzt ein Spezialfutter (RC Calm), dazu kriegt Loup ein natürliches Anti-Angst Mittel (Anxiotane, gibts hier in Frankreich, ist aus Tee-Extrakt). Loup hatte Angst, das war offenbar der Auslöser (den musst Du bei Dir durch Beobachten rausfinden). Zudem kriegen sie eine homöopathische Behandlung, die von der Psychologin zusammengestellt wurde, sie macht auch Homöopathie.
Die Katze, die die Aggression abbricht, natürlich immer loben und streicheln.
Ich habe für eine lange telephonische Beratung (1h) 75 Euro bezahlt.
Im Moment (ich klopfe auf Holz!) geht es bei mir viel besser. Es war eine sehr harte, wirklich furchtbare Zeit - ich dachte, ich schaffs nicht. Alle Bekannten sagten mir "du musst sie weggeben, das wird nie wieder was" ... die Psychologin riet mir, durchzuhalten ... jetzt gehts besser...
Nachher gehe ich aber dennoch zur Kontrolle nach Hause!
VIEL GLÜCK UND ERFOLG!!